Analyse des Gesundheitssystems der USA


Seminararbeit, 2007

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gesundheitssystem der USA
2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch Krankenversicherungen
2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften
2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften
2.1.3 Neue Form der Krankenversicherung
2.1.4 Staatliche Hilfsprogramme
2.1.4.1 Medicare
2.1.4.2 Medicaid
2.2 Versorgung nach Leistungssegmenten
2.2.1 Ambulante Versorgung
2.2.2 Stationäre Versorgung
2.3 Leistungserbringer und Leistungsausgaben
2.3.1 Berufe im Gesundheitswesen und deren Honorierung
2.3.2 Leistungsausgaben und deren Entwicklung

3. Probleme und Stärken im US - Gesundheitswesen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Der Neurologe Ian Livingstone hat England einst verlassen, weil er das britische Gesundheitssystem für »kaputt« hielt: »Wer dort als Arzt eine Anstellung hatte, legte die Füße hoch und bewegte sich nicht mehr«. 1980 wechselte er [...] deshalb nach Harvard. Er hatte gehofft, in Amerika ein Gesundheitssystem vorzufinden, das Wert auf Freiheit und Offenheit legt. Das Gegenteil war der Fall, und es wurde immer schlimmer. Heute steht das amerikanische Gesundheitssystem vor einem Kollaps, ethisch wie finanziell.“[1]

Im Präsidentschaftswahlkampf 1992 hat Bill Clinton versprochen das amerikanische Gesundheitssystem grundlegend zu reformieren, nachdem nur 36 Prozent der Bevölkerung mit dem bestehenden System zufrieden gewesen sind. Dieses Versprechen und auch die Hoffnung, die er damit bei den Bürgern hervorrief, verhalfen ihm unter anderem zu seinem Wahlsieg. Doch die Durchführung und somit das Versprechen des damaligen Präsidenten scheiterte. Bis heute gibt es noch keine gesetzliche Krankenversicherungs-pflicht in den USA.[2]

Ziel dieser Arbeit ist es das Gesundheitswesen der USA durch die Bearbeitung bestimmter Themengebiete darzustellen. Dies soll dabei helfen, Probleme aber auch Stärken des Systems feststellen zu können.

2. Das Gesundheitssystem der USA

In diesem Kapitel soll das System des Gesundheitswesens in den USA näher erläutert werden. Dabei soll hauptsächlich auf die Themengebiete Krankenversicherung, ambulante und stationäre Versorgung sowie auf die Leistungserbringer und die Leistungsausgaben und deren Entwicklung eingegangen werden.

2.1 Finanzierung des Gesundheitswesens durch Krankenversicherungen

Die USA geben rund 15 Prozent des BIP (Bruttoinlandprodukt) für die Gesundheit aus, dennoch sind 47 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert, das macht sechzehn Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Den Versicherungskonzernen wird vorgeworfen, dass sie rein gewinnorientiert handeln.[3] Der Krankenversicherungsmarkt in den USA teilt sich in 3 Segmente auf: Die gemeinnützigen, die kommerziellen und die staatlichen Krankenversicherungen. Zudem gibt es eine neuere Form der Krankenversicherung. Im folgenden Kapitel sollen diese Versicherungsformen näher erläutert und beschrieben werden.

2.1.1 Die gemeinnützigen Versicherungsgesellschaften

Die gemeinnützigen (»not-for-profit«) Versicherungsgesellschaften Blue Cross und Blue Shields, kurz die Blues, haben den Versicherungsmarkt traditionell geprägt. Sie sind nicht auf Gewinne aus, sondern auf die medizinische Versorgung ihrer Patienten. Die Blue Cross Versicherung entstand aus der Initiative von Krankenhäusern heraus, um deren Arbeit zu finanzieren. So müssen die Mitglieder für eine stationäre Versorgung eine monatliche Prämie einzahlen. Aufgrund des Erfolgs der Blue Cross Idee, boten einige Ärzte Kaliforniens medizinische ambulante Versorgung gegen das Zahlen einer Prämie an. Somit war der Weg für die Blue Shields Versicherung geebnet.[4]

Heute sind 98 Millionen US-Bürger unter den Versicherungsgesellschaften Blue Cross und Blue Shields versichert.[5] Aufgrund der Tatsache, dass die Blues von ihren Mitgliedern monatliche Zahlungen erhalten, gewährleisten die beteiligten Krankenhäuser eine kostenfreie Behandlung der Mitglieder. Den Patienten entstehen keine weiteren Kosten egal wie viel die Blues den Krankenhäusern aufgrund der Behandlung letztendlich zahlen müssen.[6]

2.1.2 Die kommerziellen Versicherungsgesellschaften

Die kommerziellen Versicherungsträger sind ähnlich der deutschen Privatversicherung. Es handelt sich im amerikanischen Gesundheitssystem hauptsächlich um die Form einer Lebensversicherungsgesellschaft, die jedoch immer mehr ihren Schwerpunkt auf die Krankenversicherung legt.[7] Eine große Anzahl der Arbeitgeber in den USA versichert seine Arbeitnehmer über eine kommerzielle Versicherungsgesellschaft. Ein Vorteil dieser Art von Gruppenversicherung liegt für den Versicherungsträger darin, dass sie im Verwaltungsbereich Einsparungen erzielen. Es gibt aber auch kommerzielle Versicherungsgesellschaften, die die Krankenversicherung von Individuen abdecken. Die anfallenden Krankenhauskosten übernimmt zunächst der Patient selbst. Die Rechnung kann er daraufhin jedoch bei seiner Versicherung einreichen. Soweit die Versicherung die erbrachten Leistungen abdeckt, werden die Kosten dem Patienten, abzüglich einer Selbstbeteiligung, zurück erstattet.[8] Häufig sind die Krankenhausrechnungen jedoch höher als die Versicherung abdeckt, sodass der Patient eine hohe Eigenbeteiligung aufwenden muss. Damit stehen die kommerziellen Versicherungen den gemeinnützigen etwas nach, da die Blues eine komplette Behandlung in Krankenhäusern abdecken, ohne dass der Patient eine Selbstbeteiligung zu zahlen hat.[9]

2.1.3 Neue Form der Krankenversicherung

Eine Alternative zu privaten Versicherungen sind die sogenannten »Health Maintenance Organizations« (HMOs). Sie wurden in den achtziger Jahren in den USA eingeführt, um die enormen Kosten des amerikanischen Gesundheitswesens einzudämmen aber dennoch eine qualitativ gute Versorgung anzubieten. HMOs sind oft im Besitz eigener Krankenhäuser und sie beschäftigen ausgewähltes medizinisches Personal, um ihre Mitglieder zu pflegen. Sie bilden damit ein geschlossenes System. Die Mitglieder müssen eine fixe Prämie zahlen und werden dafür in den kooperierenden Einrichtungen behandelt. Die Zahlung der Prämie ist jedoch unabhängig von der Inanspruchnahme der medizinischen Leistungen. Dies gilt als ein Vorteil der HMOs. Sie können Kosten verringern und geben den Ärzten einen Anreiz, dass ihre Patienten gesund bleiben. In dieser Form der Versicherung können die Ärzte nicht aus der Krankheit von Patienten Profit erlangen sondern aus der Gesundheit ihrer Patienten. Doch genau dies kritisiert die »American Medical Association« (AMA), indem sie den HMOs vorwirft, dass durch diesen Anreiz eine medizinische Unterversorgung der Patienten angestrebt würde.[10]

2.1.4 Staatliche Hilfsprogramme

Es gibt im amerikanischen Gesundheitssystem zwei staatliche Hilfsprogramme, die von großer Bedeutung sind, die Medicare und Medicaid Programme.

[...]


[1] Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom 10.Oktober 2007, S. 40

[2] Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 1

[3] Vgl. Rehfeld, N.: Der amerikanische Patient. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 235 vom 10.Oktober 2007, S. 40

[4] Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20

[5] Vgl. Blue Cross Blue Shield Association: 2007 Medical Cost Reference Guide, Facts and Trends Supporting Knowledge-Driven Solutions, www.bcbs.com/betterknowledge/mcrg/MCRG.pdf, S. 1, recherchiert am 27. Oktober 2007 um 22:43Uhr

[6] Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 18-20

[7] Vgl. Ginsburg, P.: Krankenhauskosten in den USA, In: Kosten und Effizienz im Gesundheitswesen, hrsg. v.: Badura, B., Ferber, Ch. v., Kaufmann, F., Pankoke, E., Thiemeyer, T., Band 4, Oldenbourg Verlag, München 1985, S. 201-219

[8] Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 21/22

[9] Vgl. Ginsburg, P.: Krankenhauskosten in den USA, In: Kosten und Effizienz im Gesundheitswesen, hrsg. v.: Badura, B., Ferber, Ch. v., Kaufmann, F., Pankoke, E., Thiemeyer, T., Band 4, Oldenbourg Verlag, München 1985, S. 201-219

[10] Vgl. Rothfuß, A.: Das Gesundheitswesen in den USA, Reformoption für die Bundesrepublik Deutschland?, Cuvillier Verlag, Göttingen, 1997, S. 22-32

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Details

Titel
Analyse des Gesundheitssystems der USA
Hochschule
Hochschule München
Veranstaltung
Vergleichende Analyse von Gesundheitssystemen
Autor
Jahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V90833
ISBN (eBook)
9783640100361
ISBN (Buch)
9783640419098
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Gesundheitssystems, Vergleichende, Analyse, Gesundheitssystemen
Arbeit zitieren
Juliane Belz (Autor), 2007, Analyse des Gesundheitssystems der USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90833

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