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Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich

Title: Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich

Seminar Paper , 2007 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Hauck (Author)

Economics - Job market economics
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“Ja, er (Kurt Beck) irrt. Er ignoriert, dass die Erwerbsquote der über 55-Jährigen inzwischen wieder ansteigt von 37,9 Prozent im Jahr 2001 auf 48,4 Prozent 2006. Mit Becks Vorschlag torpediert man diese gute Ten-denz, dennoch liegen wir mit der Erwerbsquote bei Älteren um 25 Prozent niedriger als in Norwegen, Schweden oder auch der Schweiz.“ Jutta Allmedinger, Professorin der Humboldt Universität und Leiterin des Wissenschaftszentrums Berlin, äußerte dies gegenüber dem Tagesspiegel im Kontext der aktuellen Debatte zur Modifizierung der Agenda 2010. Hierbei wurde von Kurt Beck der Vorschlag eingebracht, die aktuelle Bezugsdauer von Arbeitslosengeld für Personen über 55 Jahren von 12 Monaten auf 24 Monate zu erhöhen. Die Aussage von Frau Allmedinger verdeutlicht einige wichtige Aspekte zum Thema Arbeitsmarkt.
Zum einen ist der Arbeitsmarkt häufig Gegenstand der politischen Diskussion in Deutschland. Diese Diskussion wirft oft sehr heterogene Meinungen auf, da die Wirkungen von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten und deren Erfolg oft nicht eindeutig zu identifizieren sind. Hierbei vollzieht sich die Divergenz der Meinungen sogar bis in den Sachverständigenrat der Bundesrepublik Deutschland.
Zum anderen zeigt sie, dass eine Beurteilung von inländischen Arbeitsmarktdaten durch einen internationalen Vergleich ermöglicht wird. In der Wissenschaft haben absolute Kennzahlen selten hohe Aussagekraft. Erst durch Vergleiche kann die Aussagekraft von Daten erschlossen werden.
Ziel dieser Seminararbeit ist es, über Vergleiche von internationalen Arbeitsmarkdaten, Rückschlüsse auf die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt ziehen zu können. Auswirkungen von aktuell angewandten arbeitsmarktpolitischen Instrumenten sollen hierbei identifiziert und beurteilt werden. Um Beobachtungen und Wirkungen auf den nationalen Arbeitsmärkten zu verstehen, sind zunächst einige kurze Erläuterungen nötig. Kapitel 2 gibt zunächst einen knappen Einblick in die herrschenden Kräfte auf dem Arbeitsmarkt und beschäftigt sich im Anschluss mit den definitorischen Grundlagen der für diese Ausarbeitung wichtigen Statistiken. Arbeitszeit steht einer Volkswirtschaft nicht unbegrenzt zur Verfügung. Wie alle begrenzten Güter hat auch Arbeitszeit einen Preis. Haushalte wollen konsumieren und bieten Arbeit an, welche Unternehmen zur Produktion von Gütern nachfragen. Kräfte von Angebot und Nachfrage, ähnlich denen auf Gütermärkten, beeinflussen somit den Arbeitsmarkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Der Arbeitsmarkt – Ein stets aktuelles Thema

2 Einführende Erläuterungen

2.1 Theoretische Grundlagen des Arbeitsmarktes

2.1.1 Die Arbeitsnachfrage

2.1.2 Das Arbeitsangebot

2.1.3 Arbeitsmarktgleichgewicht und Arbeitslosigkeit in der Theorie

2.2 Definitorisches Gerüst

3 Der Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich

3.1 Allgemeiner internationaler Arbeitsmarktvergleich

3.1.1 Indikatoren für den Arbeitsmarkt

3.1.1.1 Das Angebot auf dem Arbeitsmarkt

3.1.1.2 Die Nachfrage des Arbeitsmarktes

3.1.1.3 Die Erwerbslosenquote

3.1.2 Schwarzarbeit als Sektor des Arbeitsmarktes

3.1.3 Arbeitsmarktregulierungen

3.1.4 Sozialer Frieden

3.2 Arbeitsmarktsegmente im internationalen Vergleich

3.2.1 Der Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer

3.2.2 Der Arbeitsmarkt für junge Arbeitnehmer

3.2.3 Der Arbeitsmarkt für Frauen

3.2.4 Der Arbeitsmarkt für gering qualifizierte Arbeitnehmer

4 Deutschland ein Ort für weitere Reformen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist es, durch den Vergleich internationaler Arbeitsmarktdaten Rückschlüsse auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes zu ziehen und die Auswirkungen aktuell angewandter arbeitsmarktpolitischer Instrumente zu identifizieren und kritisch zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt
  • Internationaler Vergleich von Arbeitsmarktindikatoren
  • Analyse der Arbeitsmarktsegmente (Ältere, Junge, Frauen, Geringqualifizierte)
  • Untersuchung von Arbeitsmarktregulierungen und deren Effekten
  • Bewertung der deutschen Arbeitsmarktpolitik im Kontext der Agenda 2010

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Arbeitsmarktregulierungen

Im Vergleich der Schattenwirtschaften, wie auch in anderen Kategorien, sind gewisse Cluster von Nationen zu erkennen, deren Marktdaten eine positive Korrelation aufweisen. Bei grober Einteilung ist dies zum einen Skandinavien und zum anderen wären dort die anglistischen Nationen wie die USA und England. Die letzte Ländergruppe ist die des deutschsprachigen Wirtschaftsraumes. Gründe für die Korrelation können in der ähnlichen Historie der Arbeitsmärkte und in der daraus folgenden ähnlichen Arbeitsmarktpolitik gefunden werden.35

Generell lassen sich drei Entwicklungswege am Arbeitsmarkt unterscheiden. Der erste Weg kann als der nordamerikanische Weg bezeichnet werden und zeichnet sich durch eine geringe Gewerkschaftsmacht, niedrige Löhne und eine relativ niedrige Steuerlast aus. Weiter charakterisiert diesen Arbeitsmarkt eine geringe soziale- und arbeitsrechtliche Absicherung. Es handelt sich hierbei um ökonomisch-orientierte Arbeitsmärkte.

Gänzlich von diesem Weg zu unterscheiden ist der Charakter der skandinavischen Länder. Eine starke Gewerkschaftsmacht blockierte in der Vergangenheit eine Niedriglohnpolitik. Linksorientierte Regierungen sorgten für eine hohe sozial- und arbeitsrechtliche Absicherung und für den Aufbau eines großen öffentlichen Dienstleistungssektors. Finanziert wurde dieser Wohlfahrtsstaat durch eine hohe Steuer- und Abgabenlast.

Der Weg der deutschsprachigen Länder kann als Mittelweg interpretiert werden. Eine relativ starke Gewerkschaftsmacht sorgte für eine Hochlohnpolitik ähnlich der in Skandinavien. Eine restriktive Steuerpolitik verhinderte jedoch den Aufbau eines großen öffentlichen Dienstleistungssektors. Der transferintensive Sozialstaat begünstigte jedoch eine hohe Steuer- und Abgabenlast.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Arbeitsmarkt – Ein stets aktuelles Thema: Einführung in die aktuelle Debatte zur deutschen Arbeitsmarktpolitik unter Bezugnahme auf politische Reformansätze und die Notwendigkeit internationaler Vergleiche.

2 Einführende Erläuterungen: Vermittlung der ökonomischen Grundlagen zu Arbeitsangebot und -nachfrage sowie Klärung der notwendigen Begrifflichkeiten gemäß ILO-Standard.

3 Der Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich: Detaillierte Analyse globaler Arbeitsmarktindikatoren, Regulierungsdichten und spezifischer Marktsegmente im Vergleich zu anderen Industrienationen.

4 Deutschland ein Ort für weitere Reformen: Schlussfolgerung, dass Deutschland trotz Ansätzen zur Besserung unter Strukturproblemen leidet und weiterführende Reformen auf Basis der OECD-Strategien unabdingbar sind.

Schlüsselwörter

Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Erwerbsquote, OECD, Arbeitsmarktregulierung, Agenda 2010, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Strukturprobleme, ILO-Standard, Schattenwirtschaft, Lohnpolitik, Arbeitsmarktsegmente, Reformen, Beschäftigungsstudie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den deutschen Arbeitsmarkt und setzt ihn in Relation zu anderen internationalen Arbeitsmärkten, um Entwicklungstrends und Wirkungen politischer Maßnahmen zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Arbeitsmarktes, internationale Vergleiche anhand von Indikatoren, Regulierungsintensität sowie die Analyse spezifischer Arbeitnehmergruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aus dem internationalen Vergleich Rückschlüsse auf die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes zu ziehen und die Wirksamkeit politischer Instrumente zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine komparative Analyse von ökonomischen Arbeitsmarktdaten und Kennzahlen (vorwiegend auf Basis von OECD-Studien) durchgeführt, unterstützt durch theoretische Arbeitsmarktmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen allgemeinen Vergleich mittels Indikatoren und eine detaillierte Betrachtung spezifischer Segmente, wie ältere und junge Arbeitnehmer, Frauen sowie gering qualifizierte Beschäftigte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Arbeitsmarktvergleich, Strukturprobleme, Erwerbsquote, Arbeitsmarktregulierung und OECD-Benchmarks charakterisieren.

Warum wird für den internationalen Vergleich die ILO-Definition verwendet?

Nationale Definitionen unterscheiden sich stark und sind teils politisch beeinflusst. Die ILO-Definition bietet einen standardisierten Rahmen, der eine neutrale internationale Vergleichbarkeit gewährleistet.

Welche Rolle spielt die Schattenwirtschaft in der Untersuchung?

Die Schattenwirtschaft wird als ein Indikator für die Arbeitsmarktperformance und die Belastung der Wirtschaftssubjekte durch Steuern und Abgaben betrachtet, um Rückschlüsse auf das offizielle Arbeitsangebot zu ziehen.

Wie wird das Fazit zur deutschen Arbeitsmarktpolitik bewertet?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Deutschland im internationalen Vergleich bestenfalls im Mittelfeld liegt. Zwar gab es erste Erfolge durch Reformen, doch seien weitere Schritte auf Basis der OECD-Empfehlungen dringend notwendig.

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Details

Title
Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich
College
University of Applied Sciences Aschaffenburg
Grade
1,3
Author
Christian Hauck (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V90834
ISBN (eBook)
9783638052382
ISBN (Book)
9783638947411
Language
German
Tags
Arbeitsmarkt Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Hauck (Author), 2007, Der deutsche Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90834
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