Frauen sind in besonderem Maße von einem Ideal von Weiblichkeit geprägt. Da dies in einem Ausmaß geschieht, von dem Männer so nicht betroffen sind liegt der Fokus in dieser Arbeit im Bereich der Inszenierung von Weiblichkeit.
Im Folgenden möchte der Autor Studien heranziehen, die sich mit dem Thema der Darstellung und Konstruktion vom weiblichen Geschlecht in verschiedenen Kontexten beschäftigen. Die Autoren ziehen für ihren Erkenntnisgewinn unterschiedliche Konzepte und Theorien heran, mit denen sie sich dem Thema Geschlecht und Geschlechterkonstruktion nähern, um komplexe gesellschaftliche Prozesse des Alltags zu beschreiben, die diese Kategorien herstellen. Anhand der Forschungen zu den Themenfeldern der Weiblichkeit in Mutterschaft, Werbung, Erwerbstätigkeit und Kleidung sowie einer empirischen Forschung in der jüdischen "Haredi society" sollen diese erläutert und herausgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konstruktion von Geschlecht
3. Weiblichkeit in Mutterschaft
3.1. Werbung
3.2. Erwerbstätigkeit
3.3. Kleidung
4. Weiblichkeit in der „Haredi society“
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit und deren Inszenierung in verschiedenen lebensweltlichen Kontexten. Ziel ist es, durch die Analyse unterschiedlicher Studien aufzuzeigen, wie komplexe soziale Prozesse und Machtstrukturen das Bild der Frau prägen und durch Alltagspraktiken kontinuierlich reproduziert werden.
- Soziale Konstruktion von Geschlecht und Identität
- Weiblichkeit im Spannungsfeld von Mutterschaft und Erwerbstätigkeit
- Mediale Inszenierung und Schönheitsideale in der Werbung
- Einfluss von Kleidung und Habitus auf die Geschlechterrolle
- Fallbeispiel zur Weiblichkeitskonstruktion in einer ultraorthodoxen Gemeinschaft
Auszug aus dem Buch
3.1. Werbung
Eine zentrale Rolle in der Konstruktion von Weiblichkeit spielt auch die mediale Inszenierung dieser. Die Rolle der Werbung soll hier untersucht werden, denn „different gender relations, and different ideas of what it means to be a man or woman, have been inscribed upon social media“ (Miller et al. 2016: 125). Medien werden als „komplexe soziale (Teil)Wirklichkeiten“ verstanden, die den Alltag und die Praxen von Männern und Frauen durchziehen. Es entstehen vielschichtige Aneignungs- und Handlungsprozesse durch die mediale Vermittlung von Geschlecht beispielsweise in der Werbung, das unter anderem als Produkt sozialer Technologien, Alltagspraxen und institutionalisierten Diskursen angesehen wird (Thiessen/Villa 2009: 11). Ein Teil davon ist die in der Werbung dargestellte und suggerierte Weiblichkeit. Das Weibliche gilt als das „dekorative Geschlecht“ alles dreht sich um die Darstellung des Körpers und des dazugehörigen Schönheitskult (Wilk 2002: 168). Um erfolgreich zu werben, werden die Inhalte, die Produkte bewerben, in sozialen Wertmustern und Systemen verankert. Die Notwendigkeit des Gegenstandes wird infiltriert, das Resultat ist das Bedürfnis, mithilfe des beworbenen Produkts Wünsche zu befriedigen zu wollen. (ebd. 22). In den Spalt zwischen Wunsch und Realität platziert die Werbung Konsumobjekte. Die folgende Studie untersucht durch eine Analyse von Anzeigen aus Illustrierten, Frauenzeitschriften, Nachrichten- und Fachmagazinen die Darstellung des weiblichen Körpers. Sie sucht nach Abbildungen, Zeichen und Beschreibungen dessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Inszenierung von Weiblichkeit ein und definiert den Fokus auf die Untersuchung der Konstruktionsprozesse anhand verschiedener Studien.
2. Konstruktion von Geschlecht: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zur Geschlechterkonstruktion, insbesondere die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (sex) und sozialem Geschlecht (gender).
3. Weiblichkeit in Mutterschaft: Hier wird Mutterschaft als komplexes gesellschaftliches Spannungsfeld beleuchtet, in dem Ideale der ‚guten Mutter‘ das Handeln von Frauen maßgeblich beeinflussen.
3.1. Werbung: Das Kapitel analysiert die mediale Inszenierung von Weiblichkeit in der Werbung und wie diese als Werkzeug zur Verteidigung patriarchaler Machtstrukturen fungiert.
3.2. Erwerbstätigkeit: Diese Sektion untersucht, wie Frauen im beruflichen Kontext ihre Weiblichkeit positionieren und wie Transgender-Erfahrungen heteronormative Strukturen herausfordern.
3.3. Kleidung: Die Analyse von Kleidung als Instrument der Selbstinszenierung zeigt auf, wie durch Alltagspraxen Geschlechteridentitäten performativ dargestellt und zugleich verhandelt werden.
4. Weiblichkeit in der „Haredi society“: Dieses Kapitel beschreibt die Konstruktion von Weiblichkeit in einer ultraorthodoxen Gemeinschaft, in der äußere Faktoren wie Werbung fehlen und Tradition sowie Habitus dominieren.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Weiblichkeit eine kontinuierliche, durch soziale und mediale Faktoren beeinflusste Konstruktion darstellt, die stets ein Spannungsfeld zwischen Idealbildern und individueller Identität bildet.
Schlüsselwörter
Weiblichkeit, Geschlechterkonstruktion, Doing Gender, Mutterschaft, Werbung, Kleidung, Erwerbstätigkeit, Haredi society, Identität, Machtstrukturen, Schönheitskult, Soziale Rollen, Habitus, Heteronormativität, Gender
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Weiblichkeit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen konstruiert, inszeniert und wahrgenommen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Untersuchung umfasst die Bereiche Mutterschaft, Werbung, Erwerbsleben, Kleidungspraxis und die Lebenswirklichkeit in einer religiösen Gemeinschaft.
Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Ideal von Weiblichkeit durch gesellschaftliche Diskurse und mediale Einflüsse sowie durch die Akteurinnen selbst aktiv mitgestaltet und reproduziert wird.
Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zur Anwendung?
Es werden verschiedene sozialwissenschaftliche Konzepte verwendet, darunter das „Doing Gender“-Konzept, Theorien von Judith Butler zum Konstruktivismus sowie Pierre Bourdieus Habitus-Begriff.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil widmet sich der Analyse bestehender Studien zu den genannten Themenfeldern, um die Vielfalt der Konstruktionsprozesse von Weiblichkeit darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Konstruktion von Geschlecht, Doing Gender, mediale Inszenierung, Machtstrukturen, Identität und soziale Rollenerwartungen.
Wie unterscheidet sich die Konstruktion von Weiblichkeit bei den „Haredi“ von der westlichen Gesellschaft?
In der „Haredi society“ erfolgt die Weiblichkeitskonstruktion in einer geschlossenen Gemeinschaft ohne den Einfluss medialer Werbeideale, wobei Tradition, Kleidung und ein spezifischer Habitus die zentralen strukturierenden Elemente bilden.
Welche Rolle spielt Kleidung laut der Autorin bei der Geschlechterdarstellung?
Kleidung fungiert als ein soziales Arrangement und Zeichensystem, das einerseits Geschlechterrollen aufzwingt, dem Individuum jedoch auch Möglichkeiten zur Grenzüberschreitung und De-Konstruktion bietet.
Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich des weiblichen Identitätsbegriffs?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Weiblichkeit kein einheitliches Bild ist, sondern ein dynamisches Spannungsfeld zwischen aufgezwungenen Idealbildern und individuellen Selbstpositionierungen darstellt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Die Konstruktion von Weiblichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908736