Europa leidet allgemein nicht an Wasserknappheit. Jedoch ist die Qualität der Gewässer nicht in allen Gebieten zufrieden stellend. Wasser bildet eine Grundlage des Lebens und stellt eine wichtige Ressource für den Menschen dar. So sind Landwirtschaft, Fischerei, Energieerzeugung, Industrie, Verkehr und Tourismus vom Wasser abhängig und somit bildet Wasser auch eine Grundlage des Wohlstands in Europa.
Im globalen Kontext ist Wasser eine knappe Ressource. Die Vereinten Nationen riefen daher das Jahr 2003 zum „Internationalen Jahr des Süßwassers“ aus (begründet in der Resolution 55/196), um auf eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser aufmerksam zu machen. Bereits im Jahr 2000 trat nach fünfjährigem Diskussions- und Konsultationsprozess am 22. Dezember die „Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik“ (WRRL) in Kraft. Ziel der WRRL ist die Erreichung eines „guten Zustands“ für alle Gewässer im europäischen Raum. Die unterschiedlichen Gesetzgebungen der einzelnen Mitgliedsstaaten der EU sollen vereinheitlicht werden und eine neue Phase der modernen Gewässerpolitik eingeleitet werden. So bildet die WRRL eine Harmonisierung der nationalen Vorschriften und bietet einen medienübergreifenden Ansatz.
Mit der WRRL sollte ein Ordnungsrahmen geschaffen werden, der die Binnenoberflächengewässer, das Grundwasser und die Übergangs- und Küstengewässer einbezieht. Die Qualität der Gewässer soll sich nicht nur nicht weiter verschlechtern, sondern auch verbessern. Dies soll durch Schutz-, Verbesserungs- und Sanierungsaufgaben sichergestellt werden. Ein weiterer Kernpunkt der WRRL ist eine Kostendeckung der Wasserdienstleistung zu erreichen. Dies bedeutet, dass nach dem Verursacherprinzip einzelne Wirtschaftszweige einen Beitrag zur Kostendeckung der Wasserdienstleistung leisten. Hier findet eine Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten unter dem Einsatz wirtschaftlicher Instrumente statt. Hiermit sollen Anreize für einen sparsameren und effizienteren Umgang mit der Ressource Wasser geschaffen werden. Dies stellt eine der wichtigsten Neuerungen im Wasserrecht dar.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Inhalte der Wasserrahmenrichtlinie
2.1.Umsetzungsprozess
2.2.Umweltziele
2.3.Bestandsaufnahme
2.4.Maßnahmenprogramme
3.Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten
4.Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle ökonomischer Instrumente bei der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und analysiert, wie durch die Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten ein sparsamerer Umgang mit der Ressource Wasser erreicht werden soll.
- Grundlagen und Ziele der Wasserrahmenrichtlinie
- Prozess der Umsetzung und Maßnahmenplanung
- Konzept der Internalisierung externer Kosten
- Anwendung des Verursacherprinzips auf Wasserdienstleistungen
- Herausforderungen bei der Bewertung von Ökosystemleistungen
Auszug aus dem Buch
3. Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten
Kernpunkt der WRRL ist die Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten. Unter Umwelt- und Ressourcenkosten werden die externen ökologischen Effekte der Wasserdienstleistung als Gesamtheit verstanden. Die Umweltkosten sind Kosten, die bei Schäden durch den Wasserverbrauch für die Umwelt, Ökosysteme und den Menschen entstehen, die die Umwelt nutzen. Hierunter werden beispielsweise Kosten wie die Verschlechterung der ökologischen Qualität aquatischer Ökosysteme und Versalzung von landwirtschaftlich genutzter Fläche verstanden. Laut einer Mitteilung der Europäischen Kommission werden unter den Ressourcenkosten „Kosten für entgangene Möglichkeiten gezählt, unter denen andere Nutzungszwecke infolge einer Nutzung der Ressource über ihre natürliche Wiederherstellungs- oder Erholungsfähigkeit hinaus leiden“ verstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage und führt in den Ordnungsrahmen der WRRL zur Sicherung eines guten Gewässerzustands ein.
2.Inhalte der Wasserrahmenrichtlinie: Dieses Kapitel beschreibt den prozessualen Ablauf der Umsetzung der Richtlinie, von der Bestandsaufnahme bis zur Erarbeitung konkreter Maßnahmenprogramme.
3.Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten: Hier wird der Kernmechanismus der Kostendeckung nach dem Verursacherprinzip analysiert, um Anreize für einen effizienteren Wasserverbrauch zu schaffen.
4.Ausblick: Das Kapitel reflektiert die praktischen Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Verursachern sowie die fehlenden Bewertungsmethoden für ökologische Schäden.
Schlüsselwörter
Wasserrahmenrichtlinie, WRRL, Umweltkosten, Ressourcenkosten, Internalisierung, Verursacherprinzip, Wasserdienstleistung, Gewässerqualität, Nachhaltigkeit, Maßnahmenprogramm, Bewirtschaftungsplan, Gewässerschutz, Wasserverbrauch, Kostendeckung, Ökosystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung ökonomischer Steuerungsinstrumente innerhalb der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, um einen nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Umweltzielen der EU, den Methoden der Bestandsaufnahme bei Gewässern und der Umsetzung des Verursacherprinzips zur Kostendeckung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Internalisierung von externen Umwelt- und Ressourcenkosten Anreize für einen effizienteren Wasserverbrauch gesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Richtlinien, Berichte der Europäischen Kommission sowie landesweiter Auswertungen zur Umsetzung der WRRL.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Richtlinieninhalte, den Umsetzungsprozess und eine kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Internalisierung von Umweltbelastungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Wasserrahmenrichtlinie, Internalisierung, Verursacherprinzip und Kostendeckung.
Warum ist das Verursacherprinzip für die WRRL so bedeutend?
Es dient dazu, die negativen externen Effekte der Wassernutzung, wie Verschmutzung oder Übernutzung, direkt den Verursachern finanziell anzulasten und so das Verhalten zu lenken.
Welches Problem identifiziert der Autor bei der Umsetzung?
Der Autor weist darauf hin, dass es aktuell noch an allgemein anerkannten und praxisnahen Bewertungsmethoden fehlt, um Umweltschäden präzise zu beziffern.
Wie schätzt der Autor das Einsparpotenzial bei Privathaushalten ein?
Basierend auf Daten des Landesumweltamtes Brandenburg geht der Autor davon aus, dass das Einsparpotenzial im privaten Sektor aufgrund technischer Fortschritte und Preissteigerungen weitestgehend ausgeschöpft ist.
- Quote paper
- Lars Matschenz (Author), 2008, Ökonomische Instrumente im Kontext der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90877