Diese Arbeit soll das Gedicht "Die Alpen" (1729) von Albrecht von Haller analysieren, interpretieren und der Fragestellung nachgehen, inwiefern das Gedicht auf das Naturverhältnis und -verständnis im 18. Jahrhundert Einfluss genommen hat.
Dabei möchte ich auf die Punkte von Raimund Rodewald Bezug nehmen, welcher erläutert, was an Hallers Alpenansicht neu war und welche Besonderheiten das Gedicht mit sich bringt. Hierbei werden Punkte genannt wie Hallers naturwissenschaftlich genaue Beschreibungen, das Herstellen eines lebendigen Landschaftsbildes, den Alpen-Mythos, den er vor allem dadurch entwickelte, dass er die Alpenbevölkerung in den Vordergrund stellte, ihr Leben idealisierte und ästhetisierte anhand dessen Leben es schaffte eine Kritik am Sittenverderbnis mit einer Gegenüberstellung von Stadt und Land auszuüben. Hinzu werde ich noch den Begriff des Erhabenen sowie seine Bedeutung im 18. Jahrhundert erklären und erläutern, warum gerade dieser in einer engen Verbindung zu den Alpen steht.
Dabei sollen verschiedene wissenschaftliche Texte als Untersuchungsmaterial dienen, die sich vor allem auf das Landschafts -und Alpenverständnis im 18. Jahrhundert beziehen. Die Hauptquellen, die ich dabei heranziehe, sind "Das Alpenerlebnis in der deutschen Literatur des 18. Jahrhundert" von Richard Weiss, "Die Alpen in Literatur und Malerei. Albrecht von Haller, Caspar Wolf, Ludwig Hohl, Ferdinand Hodler" von Barbara Lafond-Kettlitz und "Die Alpen Albrecht von Hallers: Landschaftsgemälde, wissenschaftliche Hypothesenbildung und verborgene Theologie" von Barbara Mahlmann-Bauer.
Diese dienen zur Erläuterung und historischem Hintergrundwissen, um die in meiner Gedichtanalyse herausgefundenen Erkenntnisse zu verdeutlichen und in einen Kontext zu bringen. Ziel der Arbeit ist es somit anhand des Gedichtes und dessen Analyse und Interpretation einzuordnen, wie Hallers Bild der Alpen und das Alpenvolk die zeitgenössische Rezeption von Natur und vor allem der neuen Landschaft geformt hat und teilweise auch eine Art Natursehnsucht in den Menschen ausgelöst hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 „Die Alpen“ und das veränderte Naturverhältnis
2.2 Stadt-Land Gegensatz und Sittenkritik in „Die Alpen“
2.3 Das Erhabene der Alpen
3. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Gedicht „Die Alpen“ (1729) von Albrecht von Haller, um dessen Einfluss auf das Naturverständnis im 18. Jahrhundert zu untersuchen, wobei insbesondere die ästhetisierte Gegenüberstellung von alpiner Lebensweise und städtischer Gesellschaft sowie die Bedeutung des Erhabenen beleuchtet werden.
- Wirkung von Hallers Gedicht auf das zeitgenössische Naturverhältnis
- Gegenüberstellung von Alpenbevölkerung und städtischer Gesellschaft
- Kritik am Sittenverderbnis und das Motiv des verlorenen Paradieses
- Bedeutung und Wahrnehmung des Erhabenen im 18. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
„Die Alpen“ und das veränderte Naturverhältnis
Albrecht von Hallers Gedicht „Die Alpen“ erschien im Jahre 1729 und kann als eine Art Auswertung seiner alpinen Exkursion gesehen werden, auf welche er sich ein Jahr zuvor begeben hatte. Dabei erlangen vor allem seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse innerhalb der Pflanzenkunde große Bedeutung. Diese vermischen sich in Hallers Gedicht mit moralischer Überlegung, die auf einen Gegensatz zwischen Alpenbevölkerung und fürstlicher Gesellschaft in den Städten abzielt. Dadurch kann man innerhalb dieser Strophen von satirischen Elementen sprechen. Das Gedicht gehört zu der Gattung der physikotheologische Lehrdichtung. Formal lässt sich das Gedicht in 49 Strophen mit je 10 Alexandrinern beschreiben, welche das Reimschema ababcdcdee streng verfolgen. Hierbei liegt ein durchgängiger Wechsel von männlicher und weiblicher Kadenz vor. Innerhalb einer Strophe findet eine Steigerung statt, die sich dann mit dem Reimschema ee bis zum Ende der letzten beiden Verse erkennen lässt und sich wie eine Art Zusammenfassung der vorherigen Verse innerhalb einer Strophe versteht. Die Reime im Allgemeinen sind einfach und anakreontische Rokokoverse verdeutlichen das Hirtenleben und sind angelehnt an die Schäferdichtung der Antike.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Hallers Gedicht auf das Naturverständnis und die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung wissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Hauptteil: Detaillierte Analyse des Gedichtes hinsichtlich der Darstellung von Natur, der gesellschaftskritischen Gegenüberstellung von Stadt und Land sowie der ästhetischen Einordnung des Erhabenen.
Schlussteil: Zusammenfassung der Ergebnisse, in denen Hallers Rolle als „Entdecker der Alpen“ und Begründer eines neuen, positiven Naturbildes hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Albrecht von Haller, Die Alpen, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Naturverhältnis, Alpenbegeisterung, Stadt-Land-Gegensatz, Sittenkritik, Das Erhabene, Naturwissenschaft, Literaturgeschichte, Arkadien, Naturästhetik, Hirtenleben, Gedichtanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Gedicht „Die Alpen“ von Albrecht von Haller aus dem Jahr 1729 und dessen Bedeutung für das wandelnde Naturverständnis im 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Darstellung der Alpen, die Kritik an der städtischen Gesellschaft, die Idealisierung des einfachen Lebens sowie der Begriff des Erhabenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Haller durch sein Gedicht das Bild der Alpen wandelte und die Alpenbevölkerung als Gegenmodell zur städtischen Sittenkritik etablierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Gedichtes, ergänzt durch historisches Hintergrundwissen und eine Auswertung relevanter Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des veränderten Naturverhältnisses, der Stadt-Land-Dichotomie und der ästhetischen Bedeutung des Erhabenen in Hallers Werk.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Natursehnsucht, Alpenmythos, Aufklärung, Sittenkritik, Erhabenheit, Schäferdichtung und antiurbane Dichtung.
Warum spielt die Naturwissenschaft eine Rolle bei der Interpretation des Gedichtes?
Da Haller Naturwissenschaftler war, basieren seine Landschaftsbeschreibungen auf exakten Beobachtungen, die dem Gedicht eine besondere Glaubwürdigkeit und Lebendigkeit verliehen.
Inwiefern unterscheiden sich Stadt und Land bei Haller?
Die Stadt steht für Luxus, Sittenverderbnis und Unzufriedenheit, während das einfache, arbeitsame Leben in den Alpen als erstrebenswertes, fast paradiesisches Ideal gezeichnet wird.
- Quote paper
- Jil Englert (Author), 2020, "Die Alpen" von Albrecht von Haller und die aufkommende Alpenbegeisterung im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908770