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Hegemoniale Männlichkeit im Militär von der Ausbildungsphase über die Kriegsphase bis zur Sozialisierung der Soldaten nach Kriegsende

Title: Hegemoniale Männlichkeit im Militär von der Ausbildungsphase über die Kriegsphase bis zur Sozialisierung der Soldaten nach Kriegsende

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Dathe (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der Monolog Marlon Brando´s aus dem Film "Akopalypse Now". Er beschreibt wie ein Soldat durch den Krieg psychisch zugrundegehen kann und es keinen Sinn mehr machen würde, ihn nach dem Krieg in die Gesellschaft wieder aufzunehmen.
Was ihn zerstört hat, nennt er "Das Grauen". Endlose Massaker, sinnlose Verstümmelungen, grenzenlose Vergewaltigungen etc..
Das Grauen, „the horror“, soll der Mittelpunkt dieser Arbeit sein. Wie kommt es dazu, wie werden Menschen abgerichtet solche Dinge zu vollbringen. Kann eine Gesellschaft nach Beendigung eines Krieges diese Bestien noch gebrauchen? Wie gingen die Vereinigten Staaten mit der Sozialisation, der Integration der Vietnamveteranen um, welche in "Apokalypse Now" so verloren dargestellt werden?
Um dieses komplexe Thema zu strukturieren, gibt es einen genauen Faden in dieser Hausarbeit. Beginnen will ich mit militärischen Ausbildungsmethoden, die in vielen Bereichen ähnlich sind und hier der Schnitt zum zivilen Leben beginnt. Mein Schwerpunkt liegt bei den Methoden des preußischen Kadettenkorps und der Statushierarchie der US-Marines.
Der nächste Punkt ist die Kampfphase, in der das Leben des Soldaten in seiner gesamten Grausamkeit, „the horror“, analysiert wird.
Des weiteren folgt ein oft vernachlässigter Punkt, die Heimkehr der Soldaten. Der Krieg und die militärischen Ausbildungsmethoden haben Bestien geschaffen, die in der zivilen Welt wieder Anschluss finden sollen. Wie geschah dies mit den vielen Veteranen des Vietnamkriegs und welche Symptome tauchten auf?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ausbildungsphase

2.1. Das königlich preußische Kadettenkorps

2.2 Die Verfälschung des männlichen Selbstbildes

2.3. Hegemoniale Männlichkeit in der US-Marine

2.3.1. Die Marineflieger

2.3.2. Die Marineoffiziere

2.3.3. Die Versorgungsoffiziere

3.Die Kampfphase

3.1.„the horror“- Vergewaltigungen, Verstümmelungen, Massaker

3.1.1. Frauenraub und Kriegsbeute

3.1.2. Sexualisierte Gewalt und Propaganda im Ersten Weltkrieg

3.1.3. Sexualisierte Gewalt im Zweiten Weltkrieg

3.1.4. Sexualisierte Gewalt in Indien zwischen Hindus und Muslimen

3.1.5. Sexualisierte Gewalt und Militärprostitution im Vietnamkrieg

3.1.6. Sexualisierte militärische Ausbildung

3. Die Rückkehr

4.1. Vietnamkriegsveteranen

4.1.1. Kampffolgesyndrom

4.1.2. Blockierter Schmerz

4.1.3. Zurück durch die Realitätsmembran

4.1.4. Wiedereingliederung und Wiedermenschwerden

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturangabe

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den zeitlichen Ablauf im Leben eines Soldaten, beginnend bei der militärischen Ausbildung über die Erfahrungen in der Kampfphase bis hin zur schwierigen Resozialisierung und Heimkehr. Dabei wird analysiert, wie hegemoniale Männlichkeitsbilder und institutionelle Sozialisationsprozesse zur Entmenschlichung beitragen und Gewalt legitimieren.

  • Konstruktion hegemonialer Männlichkeit im militärischen Kontext
  • Militärische Ausbildungsmethoden (Preußisches Kadettenkorps vs. US-Marine)
  • Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten als Machtinstrument
  • Psychologische Folgen des Krieges und die Bewältigung des Kampffolgesyndroms
  • Strukturen der Veteranenhilfe und die Herausforderung des "Wiedermenschwerdens"

Auszug aus dem Buch

2.3. Hegemoniale Männlichkeit in der US-Marine

Männlichkeit als Disziplin, Durchhaltevermögen und Härte.

Die Rekruten werden vom zivilen Leben abgeschottet, um aus Jungs Männer zu machen. Ausbildungsziele sind hier die Pflege des äußerlichen Erscheinungsbildes, die Erziehung zu Sauberkeit und peinlicher Genauigkeit, die Wertschätzung von Konformität und Gehorsam und der Respekt vor Dienstgrad und Tradition. Aggressivität und Mut sind erwünschte Errungenschaften. Die Ausbildung bringt einen Kult der Härte und der Männlichkeit hervor. Zimperlichkeiten sind nicht erwünscht. Emotionslose Logik und der Verzicht von Klagen und Beschwerden werden gelehrt, die regelmäßig durch Testsituationen geprüft werden. Die Schwachen werden hier selektiert und es gilt als gut, keine Schwächen zu besitzen oder einen Willen zu haben, der das Aufgeben nicht zulässt. „Ihr könnt uns alles nehmen, aber wir behalten unseren Stolz“.

Nach Bestehen fühlt man sich als Angehöriger eines ausgewählten Kreises. „ Das ist wie ein Club für große Jungs. Es ist die Auswahlmannschaft. Man arbeitet und arbeitet und macht harte Zeiten durch. Hier zu sein ist eine Statusangelegenheit. Du weißt, dass andere Jungs das gleiche getan haben, die gleichen Tests bestanden haben. Du gehörst zu ihnen. Sie sind deine Kameraden. Es ist ein Männerclub, es ist die Elite. Du hast es dir verdient.“

In dieser Institution herrscht eine derbe, aggressive Sprache, die eine Grenze zur zivilen Welt darstellt. Hier darf man sich wie ein Mann benehmen und grobe Scherze machen. Diese Beleidigungen und Scherze dienen auch dazu, zu zeigen, dass man was aushält und das die Soldaten gegenüber dem Feind aggressiv, kritisch und respektlos sein können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der militärischen Sozialisation ein und nutzt den Film „Apocalypse Now“ als exemplarischen Ausgangspunkt für die Analyse der Entmenschlichung im Krieg.

2. Die Ausbildungsphase: Dieses Kapitel erläutert, wie durch totale Institutionen und harte Ausbildungsmethoden eine Kampfmentalität geschaffen wird, die das zivile Selbstbild durch eine verfälschte Männlichkeit ersetzt.

2.1. Das königlich preußische Kadettenkorps: Hier wird die historische Ausbildungspraxis des Kadettenkorps analysiert, die durch Gehorsam, Unterordnung unter eine totale Institution und die Zerstörung der kindlichen Identität geprägt war.

2.2 Die Verfälschung des männlichen Selbstbildes: Es wird untersucht, wie Streitkräfte durch Ideologien und soziale Diskurse ein idealisiertes, aggressives Bild des "hegemonialen Mannes" formen.

2.3. Hegemoniale Männlichkeit in der US-Marine: Dieses Kapitel beleuchtet, wie in der US-Marine Männlichkeit als Kult der Härte und elitäre Statusangelegenheit konstruiert wird, um Soldaten kampffähig zu machen.

2.3.1. Die Marineflieger: Die Analyse konzentriert sich auf den Status der Piloten als "Elite", die ihr Ideal hegemonialer Männlichkeit durch Risikobereitschaft und technische Autonomie ausdrücken.

2.3.2. Die Marineoffiziere: Hier steht die technische Führung von Kampfschiffen als "Männerdomäne" im Fokus, die ständiges Beweisen von Männlichkeit durch Rituale erfordert.

2.3.3. Die Versorgungsoffiziere: Dieses Kapitel behandelt die niedrigste Stufe der Hierarchie und den Umgang dieser Gruppe mit Minderwertigkeitsgefühlen und Machtansprüchen.

3.Die Kampfphase: Es wird dargelegt, wie in Kriegssituationen die Persönlichkeit der Soldaten vollständig militarisiert wird und Gewalt durch die Gesellschaft legitimiert wird.

3.1.„the horror“- Vergewaltigungen, Verstümmelungen, Massaker: Dieses Kapitel analysiert sexualisierte Gewalt als strukturelles Machtinstrument in Kriegen, das über den rein militärischen Nutzen hinausgeht.

3.1.1. Frauenraub und Kriegsbeute: Es wird der historische Kontext von Frauenraub als Motiv und Begleiterscheinung kriegerischer Auseinandersetzungen beleuchtet.

3.1.2. Sexualisierte Gewalt und Propaganda im Ersten Weltkrieg: Das Kapitel zeigt auf, wie Propaganda den Feind dämonisierte und sexualisierte Gewalt als Mittel zur Kriegsmobilisierung einsetzte.

3.1.3. Sexualisierte Gewalt im Zweiten Weltkrieg: Es werden die Gräueltaten in verschiedenen Armeen und das Bordellsystem der Wehrmacht als Instrumente der Terrorherrschaft diskutiert.

3.1.4. Sexualisierte Gewalt in Indien zwischen Hindus und Muslimen: Anhand dieses Fallbeispiels wird untersucht, wie sexuelle Gewalt zur Demütigung der gegnerischen Gruppe und ihrer Identität eingesetzt wurde.

3.1.5. Sexualisierte Gewalt und Militärprostitution im Vietnamkrieg: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Militärbasen, Prostitution und dem rassistisch geprägten Gewaltverhalten gegenüber asiatischen Frauen.

3.1.6. Sexualisierte militärische Ausbildung: Hier wird der Einfluss von frauenfeindlicher Sprache und sexueller Symbolik in der Ausbildung auf die spätere Brutalisierung im Krieg untersucht.

3. Die Rückkehr: Das Kapitel thematisiert die psychische Entfremdung der Soldaten nach ihrer Heimkehr und die Schwierigkeit, sich wieder in eine Welt mit Gefühlen und Intimität einzufinden.

4.1. Vietnamkriegsveteranen: Hier werden die spezifischen Herausforderungen dieser Veteranengruppe analysiert, die sich vom Staat und der Gesellschaft verraten fühlte.

4.1.1. Kampffolgesyndrom: Dieses Kapitel beschreibt Symptome wie Trauma, Schuldgefühle und Flashbacks, die aus der erlernten emotionalen Unempfindlichkeit und dem Kriegserleben resultieren.

4.1.2. Blockierter Schmerz: Es wird erklärt, wie die Unfähigkeit zu trauern und die Verleugnung von Schmerz zu einer dauerhaften psychischen Blockade führt.

4.1.3. Zurück durch die Realitätsmembran: Die Analyse befasst sich mit dem schwierigen Prozess, die "psychotische Realität" des Krieges abzulegen und die zivile Identität zurückzugewinnen.

4.1.4. Wiedereingliederung und Wiedermenschwerden: Es wird beschrieben, wie Selbsthilfebewegungen und neue Therapieansätze den Veteranen dabei helfen, wieder emotionale Bindungen aufzubauen.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht ein Resümee über die Unvermeidbarkeit des "Grauens" in der militärischen Ausbildung und diskutiert moralische Ansätze zur globalen Eindämmung von Kriegsverbrechen.

6. Literaturangabe: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Hegemoniale Männlichkeit, Militärische Sozialisation, Krieg, Sexualisierte Gewalt, Vietnamkrieg, Kampffolgesyndrom, Trauerarbeit, Totale Institution, Militärprostitution, Psychische Regression, Realitätsmembran, Veteranenhilfe, Männlichkeitsmythos, Entmenschlichung, Trauma

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den gesamten Zyklus eines Soldaten, von der initialen militärischen Ausbildung und Sozialisation bis hin zur psychischen Belastung im Kampfeinsatz und den Schwierigkeiten der Wiedereingliederung in die zivile Gesellschaft nach dem Krieg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion hegemonialer Männlichkeitsideale, der Psychologie von Militärstrukturen, der Analyse von sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten sowie den langfristigen traumatischen Folgen für Veteranen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie militärische Ausbildungs- und Sozialisationsmethoden Menschen in "Bestien" verwandeln können, warum dies in der militärischen Ausbildung als notwendig erachtet wird und wie die Gesellschaft mit den Folgen für die Veteranen umgeht.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt einen historischen und psychologischen Ansatz, kombiniert mit Analysen aus der Literatur, Soziologie und militärgeschichtlichen Berichten, um die Konstruktion von Männlichkeit und Gewaltstrukturen zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Ausbildungsphase (preußisch/US-amerikanisch), die Kampfphase mit einem Fokus auf sexualisierter Gewalt als Machtinstrument und die traumatische Heimkehr der Vietnamveteranen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen "hegemoniale Männlichkeit", "totale Institution", "Kampffolgesyndrom", "sexualisierte Gewalt" und die "Realitätsmembran", die den Übergang zwischen Kriegs- und Friedensbewusstsein beschreibt.

Wie definiert der Autor das Phänomen der "militarisierten Trauer"?

Es handelt sich um eine Kompromissbildung, bei der Soldaten nach dem Krieg Schmerz und Trauer leugnen, was zu emotionaler Ersatzbefriedigung und im schlimmsten Fall zu Gewalt gegen sich selbst oder andere führt.

Warum wird der Film "Apocalypse Now" zur Einleitung herangezogen?

Der Film dient als exemplarisches Fallbeispiel, da er den psychischen Verfall eines Soldaten und die Absurditäten der Gewalt im Vietnamkrieg filmisch verdichtet und die zentralen Themen der Arbeit anschaulich einleitet.

Welche Bedeutung hat das preußische Kadettenkorps für die Analyse?

Es dient als historisches Modell für eine "totale Institution", in der durch rigide Ordnung und Gehorsam eine Identität zerstört wird, um eine für das Militär zweckmäßige Kampfpersönlichkeit zu schaffen.

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Details

Title
Hegemoniale Männlichkeit im Militär von der Ausbildungsphase über die Kriegsphase bis zur Sozialisierung der Soldaten nach Kriegsende
College
University of Potsdam  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Männlichkeit und Gewalt
Grade
1,0
Author
Michael Dathe (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V90879
ISBN (eBook)
9783638053198
ISBN (Book)
9783638947664
Language
German
Tags
Militär Männlichkeit Apokalypse Now Soldat Soldaten Ausbildung Krieg Sozialisation das Grauen Psychologie Pädagogik Hausarbeit Essay wissenschaftliche Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Dathe (Author), 2008, Hegemoniale Männlichkeit im Militär von der Ausbildungsphase über die Kriegsphase bis zur Sozialisierung der Soldaten nach Kriegsende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90879
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