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Die tierethischen Positionen von Singer, Regan und Diamond

Titel: Die tierethischen Positionen von Singer, Regan und Diamond

Bachelorarbeit , 2019 , 30 Seiten , Note: 1.5

Autor:in: Harun Tas (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich nicht mit der Geschichte von Tiernutzung auseinandersetzen, obwohl viele historische Ereignisse und vor allem Religionen unser Verhältnis zu Tieren geprägt haben. Vielmehr will diese Arbeit die Frage beantworten, wie wir uns Tieren gegenüber moralisch verhalten sollen. Sollen Tiere den gleichen moralischen Status wie Menschen haben? In der Öffentlichkeit hat die Tierethik beziehungsweise die Tierrechtsbewegung in den letzten Jahrzehnten großen Zulauf bekommen. Durch die globalisierte Massentierhaltung, Tierversuche und Experimente zur medizinischen Forschung, hat das Thema immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Forscher fanden zudem heraus, dass auch Tiere in der Lage waren, ein soziales und geistiges Leben zu führen, ferner dass Menschen eine Wesensverwandtschaft mit dem Tier haben.

Deswegen kann die Aufgabe der Tierethik nur sein, den moralischen Status der Tiere zu überdenken und das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren neu zu reflektieren. Die moderne Tierethik hat vor ca. 45 Jahren, mit der Publikation von Peter Singers Buch „Animal Liberation (1975)“ angefangen und seitdem die Debatte um den moralischen Status der Tiere nachhaltig geprägt. Ein weiterer international renommierter Vertreter der Tierethik ist Tom Regan. Er argumentiert in seinem Buch „The Case for Animal Rights (1983)“ dafür, dass einigen Tieren Rechte zukommen und stellt die wichtigste alternative Position in der Debatte dar. Diese beiden Werke wurden zunächst gegeneinander diskutiert und teilweise bestritten. Da diese den Grundstein der Tierethik bilden, sind sie für die vorliegende Arbeit unerlässlich und werden zur Beantwortung der Forschungsfrage analysiert. Eine weitere, interessante Position vertritt die Philosophin Cora Diamond. Anders als Singer und Regan argumentiert sie vom Standpunkt der Tugendmoral und soll als dritte Position in der Analyse Platz finden. Dazu wird das Werk „Menschen, Tiere und Begriffe“ herangezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch und das Tier – Moralischer Differentialismus

3. Tierethische Position: Peter Singer

3.1 Der Autor – Philosoph und Utilitarist

3.2 Utilitarismus

3.3 Animal Liberation – Das Prinzip der Gleichheit und Speziesismus

3.4 Tiere als Nahrung und Tierversuche

3.5 Singers Axiologie – Weshalb ist Töten verwerflich?

4. Tierethische Position: Tom Regan

4.1 Der Autor

4.2 Wie man Rechte für Tiere begründet – Der Indirekte‐Pflichten‐Ansatz

4.3 Kontraktualismus

4.4 John Rawls Theorie der Gerechtigkeit

4.5 Regans Ansatz der Grausamkeit und der Freundlichkeit

4.6 Regans Kritik des Utilitarismus

4.7 Der Rechts‐Ansatz – Der inhärente Wert

4.8 Kritik an Regans Theorie

5. Tierethische Position: Cora Diamond

5.1 Die Autorin

5.2 Fleisch essen und Menschen essen – Sind die Positionen Singers und Regans nur Konfusion?

5.3 Moralische Akteure

6. Gründe für eine vegetarische Ernährung

6.1 Darf man Tiere essen? Plutarchs Einwand

6.2 Vegetarismus

6.3 Das Recht des Stärkeren?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das moralische Verhältnis des Menschen zum Tier. Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Tieren ein identischer moralischer Status wie Menschen zugesprochen werden sollte, indem die tierethischen Positionen von Peter Singer, Tom Regan und Cora Diamond analysiert und bewertet werden.

  • Analyse des "moralischen Differentialismus" und der anthropologischen Differenz.
  • Untersuchung des utilitaristischen Ansatzes von Peter Singer.
  • Bewertung der Tierrechtsposition von Tom Regan und dessen inhärentem Wert.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Cora Diamonds tugendethischem Standpunkt.
  • Erörterung ethischer Argumente für eine vegetarische Lebensweise.

Auszug aus dem Buch

3.5 Singers Axiologie – Weshalb ist Töten verwerflich?

Singer stellt die Heiligkeit des menschlichen Lebens in Frage und legt zwei Grundsätze in seiner Definition fest, die den Ausdruck „menschlich“ bzw. Mensch definieren. Erstens sei ein Wesen menschlich, wenn es der Gattung homo sapiens angehöre und zweitens, wenn es eine Person sei. Singer macht hier Unterscheidungen zwischen Lebewesen, die „nur“ empfindungsfähig sind und denen, die weitere kognitive Merkmale wie Selbstbewusstsein und Zukunftsorientierung besitzen. Singer benutzt hier den Personenbegriff in dem Sinne, wie ihn der englische Philosoph John Locke benutzt hat, der eine Person definiert als ein denkendes, intelligentes Wesen, das mit Vernunft und Verstand begabt ist. Er erweitert den Begriff allerdings und stellt drei Kategorien des Lebens auf: die unterste Kategorie, die nicht-bewusstes Leben umfasst; die mittlere Kategorie, die bewusstes Leben umfasst und die oberste Kategorie, die selbstbewusstes Leben umfasst. Damit trennt er nicht nur die Menschen von den Tieren, sondern auch Menschen von Menschen. Singer sagt, dass nicht alle Menschen Personen sind und stuft damit z.B. geistig behinderte Menschen und Säuglinge auf ein Niveau mit nichtmenschlichen Tieren. Die biologische Zugehörigkeit zur Gattung homo sapiens hat keine moralische Relevanz für ihn und macht deswegen homo sapiens noch nicht zu Personen. Person und Mensch sind also nicht gleichbedeutend. Auf der anderen Seite hält er Gorillas, Schimpansen, Delphine und Wale für mögliche nichtmenschliche Personen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt über die Fabel der Bremer Stadtmusikanten in die Thematik der Tierethik ein und stellt die Relevanz der moralischen Mensch-Tier-Beziehung sowie die Forschungsfrage der Arbeit dar.

2. Der Mensch und das Tier – Moralischer Differentialismus: Dieses Kapitel erläutert die "anthropologische Differenz" als Grundlage für die bisherige moralische Trennung zwischen Mensch und Tier und hinterfragt deren Gültigkeit.

3. Tierethische Position: Peter Singer: Es wird Singers utilitaristischer Ansatz dargelegt, insbesondere sein Prinzip der gleichen Interessenabwägung und seine Kritik am Speziesismus.

4. Tierethische Position: Tom Regan: Dieses Kapitel stellt Regans Tierrechtsposition vor, wobei er einen "inhärenten Wert" als Basis für ein grundsätzliches Tötungsverbot fordert und den Utilitarismus kritisiert.

5. Tierethische Position: Cora Diamond: Es wird Diamonds Kritik an Singer und Regan vorgestellt, wobei sie betont, dass Moral kein theoretisches Konstrukt, sondern in der täglichen Praxis verwurzelt ist.

6. Gründe für eine vegetarische Ernährung: Hier werden ethische Argumente gegen den Fleischkonsum zusammengefasst, inklusive antiker Einwände von Plutarch und zeitgenössischer Positionen gegen das "Recht des Stärkeren".

7. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, plädiert für die moralische Berücksichtigung von Tieren und empfiehlt eine Kombination der Ansätze von Regan und Singer.

Schlüsselwörter

Tierethik, Speziesismus, Utilitarismus, Tierrechte, Anthropologische Differenz, Inhärenter Wert, Peter Singer, Tom Regan, Cora Diamond, Vegetarismus, Moralische Akteure, Mensch-Tier-Beziehung, Tierleid, Subjekt eines Lebens, Interessenabwägung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der moralischen Bewertung des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier und diskutiert, ob Tieren ein gleichwertiger moralischer Status wie Menschen zukommen sollte.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die philosophische Begründung von Tierrechten, die Kritik am Speziesismus sowie die ethische Argumentation für eine vegetarische Ernährung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, ob Tiere aufgrund ihrer Eigenschaften und Fähigkeiten einen moralischen Status besitzen, der denjenigen von Menschen gleichgesetzt werden kann, und wie ein moralisch angemessener Umgang mit ihnen aussehen sollte.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, bei der die Theorien von drei einflussreichen Denkern (Singer, Regan, Diamond) vorgestellt, miteinander verglichen und kritisch bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die utilitaristische Position Singers, der auf Tierrechten basierende Ansatz Regans und der tugendethische Standpunkt von Diamond detailliert analysiert und deren Stärken sowie Schwächen gegenübergestellt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Tierethik, Speziesismus, Utilitarismus, inhärenter Wert, Tierrechte und anthropologische Differenz geprägt.

Wie begründet Peter Singer seine Ablehnung des Speziesismus?

Singer argumentiert, dass die Zugehörigkeit zu einer Spezies kein moralisch relevantes Kriterium ist. Entscheidend für eine moralische Berücksichtigung sei vielmehr die Leidensfähigkeit eines Wesens.

Was unterscheidet Tom Regans "Rechts-Ansatz" von Singers Utilitarismus?

Während Singer Interessen gegeneinander abwägt, um Leid zu minimieren, postuliert Regan, dass jedes "Subjekt eines Lebens" einen inhärenten Wert besitzt, der nicht für den Nutzen anderer geopfert werden darf.

Warum betrachtet Cora Diamond die Ansätze von Singer und Regan als "konfus"?

Diamond kritisiert, dass Singer und Regan versuchen, Moral durch abstrakte theoretische Konstrukte zu erzwingen, statt die bereits bestehenden moralischen Praktiken des menschlichen Lebens anzuerkennen.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die tierethischen Positionen von Singer, Regan und Diamond
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1.5
Autor
Harun Tas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V908934
ISBN (eBook)
9783346204295
ISBN (Buch)
9783346204301
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tierethik Ethik Singer Regan Diamond Tiere Peter Singer Tom Regan Cora Diamond Tier Philosophie Moral Moralischer Status
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Harun Tas (Autor:in), 2019, Die tierethischen Positionen von Singer, Regan und Diamond, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908934
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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