Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Communications - Theories, Models, Terms and Definitions

Die ästhetische Hervorbringung und Verfügung von Kommunikationsmedien in Christopher Nolans "Interstellar" am Beispiel von Niklas Luhmanns "Theorie zum Liebesmedium"

Title: Die ästhetische Hervorbringung und Verfügung von Kommunikationsmedien in Christopher Nolans "Interstellar" am Beispiel von Niklas Luhmanns "Theorie zum Liebesmedium"

Bachelor Thesis , 2020 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Gense (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem grundlegenden Theorem des Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann: Kommunikation ist unwahrscheinlich, durch Medien wird sie wahrscheinlicher. Ganz abgesehen von der Unwahrscheinlichkeit, lebend in einem schwarzen Loch in die Vergangenheit zu kommunizieren, befindet sich Cooper räumlich und zeitlich so weit entfernt von Murph, dass eine erfolgreiche Kommunikation selbst mit technischen Hilfsmitteln aussichtslos erscheint. Doch was Cooper hier als Lösung andeutet, ist nicht allein das Fatum der Liebe, sondern vor allem dessen mediale Bewandtnis, durch die sie seine Botschaft trotz der Hürden erhält. Wie das in "Interstellar" auf ästhetische Weise gelöst wird, lege ich in dieser Arbeit dar.

Als Bezugstheorie dient mir jene der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien Luhmanns, bei der ich dessen populär gewordene Ausprägung zum Liebesmedium herausgreife. Allerdings lasse ich die kulturell hervorgebrachte Liebessemantik der Passion – jene, die Luhmann in Paarbeziehungen ausmacht – beiseite, dies zum einen.

Zum anderen gehe ich vorwiegend auf die Grundlegung in den sogenannten organischen Letztgarantien, ihrer symbiotischen Bewandtnis wie auch interaktionellen Bezugnahme ein. Unter Zuhilfenahme dieses Instrumentariums zeige ich auf, wie Interstellar Cooper und Murph über weite Strecken auf poetische Weise miteinander verbindet. Dabei wird im gleichen Zuge ein Medium hervorgebracht, das sich dem Selbsterhalt widmet und anschließend jenes der Liebe enthüllt.

Eine Besonderheit dabei ist, dass es hier entgegen der literarischen Untersuchungen Luhmanns nicht um Liebespaare innerhalb einer komplexer werdenden und funktional differenzierten Gesellschaft geht, sondern um eine Eltern-Kind-Beziehung, die sich der Herausforderung einer ungewiss langen Trennung durch eine nahende Existenzbedrohung stellt. Dies stellt die Theorie vor Fragen der angemessenen Adaption, doch darauf gehe ich am Ende der nachfolgenden system- und kommunikationstheoretischen Erklärungen zu Luhmann ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Die Liebe als quantifizierbare Verbindung

1.2. Die Liebe als Kommunikationscode

2. Theoretischer Rahmen

2.1. Wie ist soziale Ordnung möglich?

2.2. Wie ist Kommunikation möglich?

2.3. Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

2.3.1. Das Medium der Liebe

2.3.2. Das Medium der Liebe zwischen Eltern und Kind

3. Die Kommunikationsmedien in Interstellar

3.1. Die symbiotische Nähe

3.2. Die erzwungene Referenzebene

3.3. Das Medium des Selbsterhalts wird sichtbar

3.4. Das Liebesmedium

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Christopher Nolans Film Interstellar kommunikative Medien nutzt, um trotz räumlicher und zeitlicher Distanz eine Verbindung zwischen den Protagonisten Cooper und Murphy herzustellen. Dabei wird Niklas Luhmanns soziologische Theorie der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien angewandt, um insbesondere die Rolle des "Liebesmediums" und des Mediums des "Selbsterhalts" innerhalb einer speziellen Eltern-Kind-Beziehung unter existentiellen Krisenbedingungen zu analysieren.

  • Analyse der ästhetischen Inszenierung von Kommunikation in Science-Fiction-Filmen
  • Anwendung von Niklas Luhmanns systemtheoretischen Ansätzen auf eine Filmanalyse
  • Untersuchung der Differenz zwischen "Liebesmedium" und "Medium des Selbsterhalts"
  • Deutung der Rolle von Zeitsträngen und Synchronität für die mediale Kommunikation
  • Erforschung der filmästhetischen Darstellung von Eltern-Kind-Beziehungen

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Liebe als quantifizierbare Verbindung

Im Zentrum der Handlung steht die Beziehung zwischen Cooper und seiner Tochter Murphy, kurz Murph (Mackenzie Foy, Jessica Chastain, Ellen Burstyn). Nachdem Cooper herausfindet, dass er als fähiger Pilot zur entscheidenden Rettungsmission für die Menschheit determiniert wurde, stellt sich für ihn die Herausforderung, seine Kinder auf der Erde zurückzulassen, wohlwissend, dass er sie womöglich nie wiedersieht. In seinem schmerzvollen Abschied hinterlässt er Murph noch eine persönliche Armbanduhr. Sie allerdings ist bestürzt und wütend, weil er sie verlässt und ihr grundlegendes Bedürfnis nach seiner Anwesenheit übergeht. Für Murph ist die Trennung einschneidend, und nachdem die Kommunikation an die Erde unterbrochen wird, vergehen Jahrzehnte der Ungewissheit über Coopers Rückkehr.

Sein Versprechen diesbezüglich verblasst zunehmend, irgendwann gibt sie die Hoffnung über seine Rückkehr auf. Trotzdem scheint sie unbewusst etwas zu verbinden, was sie zurück zu ihrem alten Kinderzimmer führt, dort wo Cooper seinen schmerzhaften Abschied nahm. Als Kind vermutet sie dort einen Geist, der versucht, mit ihr über ihr Bücherregal zu kommunizieren – wie sich zum Ende herausstellt ist dies Cooper selbst. Räumlich und zeitlich weit entfernt, schwebt er schwerelos inmitten einer Projektion ihres Zimmers; nicht wirklich sichtbar für Murph. Er befindet sich inmitten von einem schwarzen Loch.

Durch einen tesseraktförmigen Hyperraum unendlicher Bücherregale, welcher Zeit als physikalische Dimension abbildet, manipuliert er den Sekundenzeiger von Murph’s Uhr. Intervallartig pflegt er einen Morsecode ein, durch den er rettungsentscheidende Daten an Murph sendet. Auf die Frage seines intelligenten Assistenzroboters TARS, wie er sich so sicher sein kann, dass Murph diese Daten selbst nach Jahrzehnten der Abwesenheit auffindet, antwortet Cooper feinfühlig, aber selbstbewusst: „Because I gave it to her.“ (02.31.29-02.31.30) Was dem einhergeht, ist seine Zuversicht über die schicksalshafte Verbindung zu Murph, die die eigentlich unwahrscheinliche Kommunikation ermöglicht. Auf TARS‘ Frage, wie das möglich ist, antwortet Cooper: „Love, TARS, love. […] My connection with Murph, it is quantifiable. It’s the key!“ (02.30.31-02.30.37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die filmische Erzählweise von Christopher Nolans Interstellar ein und setzt den Fokus auf die komplexe Eltern-Kind-Beziehung zwischen Cooper und Murph vor dem Hintergrund einer existentiellen Klimakrise.

2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der Systemtheorie von Niklas Luhmann, insbesondere das Problem sozialer Ordnung, die Entstehung von Kommunikation und die Funktion symbolisch generalisierter Medien wie Liebe und Wahrheit.

3. Die Kommunikationsmedien in Interstellar: Der Hauptteil analysiert, wie der Film durch filmästhetische Mittel und narrative Strukturen die Konzepte der symbiotischen Nähe, des Selbsterhalts und des Liebesmediums als Mechanismen der Kommunikation zwischen Vater und Tochter in Szene setzt.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und bestätigt, dass Interstellar die Kommunikation zwischen den Hauptfiguren durch die simultane Verflechtung von Selbsterhalt und Liebe erfolgreich darstellt und Luhmanns Theorie durch medienästhetische Ansätze bereichert.

Schlüsselwörter

Interstellar, Niklas Luhmann, Systemtheorie, Kommunikationsmedien, Liebe, Selbsterhalt, Kommunikation, Filmanalyse, Christopher Nolan, Eltern-Kind-Beziehung, symbolisch generalisierte Medien, Zeitstränge, Interaktion, soziale Systeme, Filmästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mediale Kommunikation zwischen den Protagonisten im Film "Interstellar" auf Basis der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Anwendung von Luhmanns Konzepten der symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien sowie deren filmästhetischer Darstellung in einem Science-Fiction-Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das "Liebesmedium" und das "Medium des Selbsterhalts" genutzt werden, um eine unmögliche Kommunikation über Raum-Zeit-Grenzen hinweg plausibel zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt die Methode der theoretisch fundierten Filmanalyse unter Anwendung von systemtheoretischen Kategorien nach Niklas Luhmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden verschiedene filmische Sequenzen analysiert, die die symbiotische Nähe, erzwungene Referenzebenen und die Visualisierung von Medien für Überleben und Liebe veranschaulichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Interstellar, Systemtheorie, Kommunikation, Liebesmedium, Selbsterhalt sowie die theoretische Fundierung durch Luhmann und filmästhetische Analyse.

Wie unterscheidet sich die Anwendung des Liebesmediums bei Luhmann von der im Film?

Während Luhmann meist auf Liebespaare in der Gesellschaft fokussiert, analysiert der Autor die Anwendung des Liebesmediums auf eine spezifische, krisengeprägte Eltern-Kind-Beziehung.

Welche Bedeutung kommt der "Armbanduhr" im Kontext der Kommunikation zu?

Die Uhr fungiert als materialisiertes Medium, das sowohl den rettenden Morsecode (Information) als auch die emotionale Bindung (Liebesmedium) zwischen Vater und Tochter vereint.

Excerpt out of 38 pages  - scroll top

Details

Title
Die ästhetische Hervorbringung und Verfügung von Kommunikationsmedien in Christopher Nolans "Interstellar" am Beispiel von Niklas Luhmanns "Theorie zum Liebesmedium"
College
University of Paderborn
Grade
1,0
Author
David Gense (Author)
Publication Year
2020
Pages
38
Catalog Number
V909180
ISBN (eBook)
9783346235275
ISBN (Book)
9783346235282
Language
German
Tags
Nolan Christopher Nolan Interstellar Liebe Liebesmedium Niklas Luhmann Luhmann Kommunikationsmedien Ästhetik Filmästhetik Murph
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Gense (Author), 2020, Die ästhetische Hervorbringung und Verfügung von Kommunikationsmedien in Christopher Nolans "Interstellar" am Beispiel von Niklas Luhmanns "Theorie zum Liebesmedium", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909180
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  38  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint