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Der medizinisch assistierte Suizid in Rechtsvergleichung Österreich-Deutschland

Titel: Der medizinisch assistierte Suizid in Rechtsvergleichung Österreich-Deutschland

Seminararbeit , 2009 , 43 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mag. Dr. iur., LL.M., Mediatorin (FH) Caroline Brunhild Wähner (Autor:in)

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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." (Immanuel Kant)

Trotz großer medizinischer Fortschritte und einer gestiegenen Lebenserwartung fühlen sich heute viele schwerkranke und sterbende Patienten durch die moderne Medizin nicht gut versorgt. Häufig wird ein sinnloser Einsatz von »Apparatemedizin« am Lebensende, eigenmächtige institutionelle Abläufe, unzureichende Schmerztherapie und das fehlende Gespräch zwischen Arzt und Krankem am Lebensende beklagt. Besonders alte Menschen fürchten, nicht in Würde sterben zu dürfen, sondern gegen ihren Willen an »Apparate und Schläuche« angeschlossen zu werden. Entgegen der häufig behaupteten Tabuisierung des Todes in unserer Gesellschaft haben in den letzten Jahren diese Defizite zu einer wissenschaftlichen wie öffentlichen Diskussion in allen Ländern geführt, die Veränderungen der ärztlichen Praxis sowie Verbesserungen von Versorgungsstrukturen zur Folge hatte.

Es stellt sich die Frage, ob es in einer europäischen Gesellschaft das Recht auf den medizinisch assistierten Freitod im Rahmen gesetzlicher Vorgaben geben sollte oder inwieweit hier in die ethischen, religiösen und moralischen Vorstellungen einer Gesellschaft eingegriffen wird bzw. werden kann. Ist die europäische Gesellschaft im 21. Jahrhundert, nach Holocaust und Euthanasie in Deutschland, unbelasteter im rechtlichen Umgang mit der assistierten Sterbehilfe? Auf diese Fragen soll der folgende Beitrag rechtliche und ethisch-moralische Lösungsansätze in Rechtsvergleichung Österreich und Deutschland erbringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Sprachliche Einordnung

I. Der Begriffe „Selbstmord“,„Freitod“,„Selbsttötung“ und Suizid“

II. Assistiert - Hilfe im oder zum Sterben

B. Formen der Sterbehilfe

C. Der Bilanzsuizid

D. Der Unterschied zwischen Suizid und Suizidversuch, Arten des Suizids

E. Gründe für Suizide und Suizidversuche

F. Suizidtheorien

G. Abgrenzung von Sterbehilfe und Suizidbeihilfe

H. Rechtliche Aspekte zum Suizid und zur Suizidbeihilfe

I. In Österreich

1. Begriffe und Normen

a) Tötung auf Verlangen gemäß § 77 öStGB

b) Mitwirkung am Suizid gemäß § 78 öStGB

2. Hilfeleistung als selbstständig vertyptes Unrecht

3. Mitwirkung am Selbstmord als Erfolgsdelikt

4. Tun und Unterlassen als Tathandlung iSd § 78 2. Alt öStGB

5. Das Unterlassen gemäß § 95 öStGB

6. Nichtaufnahme einer Behandlung und Behandlungsabbruch

7. Erfolg Kausalität und Zurechnung, Rechtfertigungsgründe, Schuld

8. Sonderprobleme

a) Strafbarkeit von § 78 2. Alt. öStGB i.V.m. § 15 I öStGB

b) Zur Frage des entschuldigenden Notstandes gem. § 10 öStGB

c) Behandlung eines Unmündigen i.B. auf § 78 2. Alt. öStGB

9. Strafzumessung

10. Sterbebegleitung

11. Euthanasie-Debatte

II. In Deutschland

1. Verfassungsrecht

2. Strafrecht

a) Täter/ Teilnehmer einer Selbsttötung

b) Selbsttötung vs. Fremdtötung

c) Freiverantwortlichkeit

d) Tötung auf Verlangen

e) Voraussetzungen des § 216 dStGB

f) Problematik 1

aa) Ansicht des BGH

bb) Ansicht nach Roxin

cc) Straflose Beihilfe

dd) Lösung

g) Problematik 2

aa) Ansicht der herrschenden Lehre

bb) Rspr. und Teile der herrschenden Lehre

cc) Lösung

dd) Stellungnahme

ee) Fazit

h) Problematik 3

3. Beendigung, Begrenzung und Unterlassung von Therapie

4. Reformbestrebungen in Deutschland

J. Zahlen, Statistik und Vergleiche zum Suizid

I. Österreich

1. Zahlen

2. Männer/Frauen

3. Methoden

II. Deutschland

1. Zahlen

2. Männer/Frauen

3. Methoden

III. Sterbetourismus

IV. Suizidversuch

K. Ethik und Moral in der Medizin

I. Schutzfunktion

II. Missbrauchsgefahr

III. Richtlinienfunktion

IV. Vertrauensstabilisierung

L. Das Verhältnis von Arzt und Patient im Konflikt von Paternalismus und Autonomie

M. Conclusio

N. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen und ethisch-moralischen Rahmenbedingungen des medizinisch assistierten Suizids im Rechtsvergleich zwischen Österreich und Deutschland. Sie analysiert die strafrechtliche Behandlung von Sterbehilfe, Beihilfe zur Selbsttötung sowie die Abgrenzung zur aktiven Tötung auf Verlangen und diskutiert die Rolle der Patientenautonomie gegenüber paternalistischen ärztlichen Ansätzen.

  • Rechtliche Einordnung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe
  • Strafrechtliche Bewertung der Mitwirkung am Suizid in Österreich und Deutschland
  • Ethische und moralische Konfliktlinien zwischen ärztlichem Ethos und Patientenautonomie
  • Statistische Auswertungen und soziologische Aspekte des Suizidgeschehens
  • Problematik der Garantenstellung bei unterlassener Hilfeleistung
  • Diskussion von Reformansätzen zur rechtlichen Gestaltung

Auszug aus dem Buch

C. Der Bilanzsuizid

Im Rahmen des assistierten Suizides stellt sich die Frage, ob eine solch endgültige Handlung, nämlich das eigene Leben zu beenden, krankhaft oder vernunftsgesteuert sein kann.

Dabei ist sowohl in der Literatur als auch in der Medizin umstritten, inwieweit der Suizid als krankhafte Handlung oder als Selbstbestimmung des Menschen über sein Leben und Sterben anzusehen ist.9 Bilanzsuizid bezeichnet die selbstbestimmte und freiheitliche Willensentscheidung des Menschen sich selbst zu töten. Infolge einer Reflexion über das eigene Leben wird eine Lebensbilanz gezogen, die aufgrund einer negativen Bewertung für den Tod ausfällt. Diese Bewertung gründet zumeist in einer Ursache, z.B. einem schweren Leiden oder einer psychischen Erkrankung, die mit Schmerzen verbunden sein kann (häufig wird eine solche Bewertung in höherem Alter getroffen).10 Gerade hier zeigt sich die bewusst täterschaftlich angelegte Selbsttötung mit Hilfe einer lediglich bewusst oder unbewusst assistierenden Person.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Defizite in der Versorgung am Lebensende und die daraus resultierende Diskussion über das Recht auf medizinisch assistierten Suizid in Österreich und Deutschland.

A. Sprachliche Einordnung: Dieses Kapitel klärt die unterschiedlichen Begriffe wie Selbstmord, Freitod, Selbsttötung und Suizid aus historischer und wissenschaftlicher Sicht.

B. Formen der Sterbehilfe: Es werden die vier Hauptformen der Sterbehilfe – passive, indirekte aktive, Beihilfe zur Selbsttötung und aktive Sterbehilfe – differenziert.

C. Der Bilanzsuizid: Hier wird die Frage erörtert, ob ein Suizid das Ergebnis einer vernunftgesteuerten Lebensbilanz oder einer psychischen Erkrankung darstellt.

D. Der Unterschied zwischen Suizid & Suizidversuch, Arten des Suizids: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen vollendetem Suizid, Suizidversuch und parasuizidalen Handlungen sowie protahiertem oder indirektem Suizid.

E. Gründe für Suizid und Suizidversuche: Die Analyse der Beweggründe führt psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht, chronische Schmerzen sowie soziale Konflikte und Notlagen auf.

F. Suizidtheorien: Verschiedene Ansätze aus Medizin, Soziologie und Psychologie werden vorgestellt, um die Ursachen und Hintergründe suizidaler Handlungen zu erklären.

G. Die Abgrenzung von Sterbehilfe und Suizidbeihilfe: Hier werden die zentralen Unterschiede hinsichtlich der Tatherrschaft und der Freiverantwortlichkeit zwischen Sterbehilfe und Suizidbeihilfe herausgearbeitet.

H. Rechtliche Aspekte zum assistierten Suizid: Dies ist der juristische Hauptteil, der detailliert die österreichische und deutsche Rechtslage zur Suizidbeihilfe und Tötung auf Verlangen analysiert.

J. Zahlen, Vergleiche und statistische Informationen zum Suizid: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zu Suizidraten, Methoden und geschlechtsspezifischen Unterschieden in beiden Ländern.

K. Ethik und Recht in der modernen Medizin: Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen ethischen Orientierungsproblemen in der Medizin und der Funktion des Rechts.

L. Das Verhältnis von Arzt und Patient im Konflikt von Paternalismus & Autonomie: Es wird die Entwicklung vom ärztlichen Paternalismus hin zum Prinzip des informierten Konsenses und der Patientenautonomie erörtert.

M. Conclusio: Abschließend wird die strafrechtliche Situation der Suizidbeihilfe in beiden Ländern zusammengefasst und bewertet.

N. Ausblick: Der Ausblick diskutiert mögliche Liberalisierungen der Sterbehilfe unter Berücksichtigung internationaler Entwicklungen und gesetzlicher Reformvorschläge.

Schlüsselwörter

Suizid, Sterbehilfe, Beihilfe zur Selbsttötung, Tötung auf Verlangen, Patientenautonomie, Strafrecht, Österreich, Deutschland, Garantenpflicht, Patientenverfügung, Medizinethik, Bilanzsuizid, Suizidversuch, Paternalismus, Sterbebegleitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche und ethische Problematik des medizinisch assistierten Suizids und vergleicht dabei die Rechtsordnungen von Österreich und Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Sterbehilfeformen, die strafrechtliche Bewertung der Suizidbeihilfe, die Rolle der Patientenautonomie und die medizinethische Debatte über das Lebensende.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, rechtliche sowie ethisch-moralische Lösungsansätze für den Umgang mit dem Wunsch nach assistiertem Suizid zu finden und zu prüfen, inwieweit das geltende Recht in Österreich und Deutschland hierfür geeignete Grundlagen bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rechtsvergleichende Untersuchung der Strafgesetzbücher und der jeweiligen herrschenden Lehrmeinungen sowie eine Analyse medizinethischer Leitlinien durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Tatbestände der Tötungsdelikte, die Problematik der Unterlassung, die Rolle von Garantenpflichten sowie statistische Daten zum Suizidgeschehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Suizid, Sterbehilfe, Patientenautonomie, Strafrecht, österreichisches StGB, deutsches StGB, Garantenpflicht, Beihilfe zur Selbsttötung.

Warum ist die Garantenstellung für Ärzte bei Suizidfällen so umstritten?

Die Kontroverse besteht darin, ob ein Arzt nach dem Freiverantwortlichkeits-Prinzip den Suizid respektieren darf oder ob er aufgrund seiner ärztlichen Garantenpflicht zur Rettung verpflichtet ist, was bei Suizidversuchen oft zu rechtlichen Dilemmata führt.

Wie wird in Österreich zwischen Tötung auf Verlangen und Mitwirkung am Suizid rechtlich unterschieden?

In Österreich wird nach der Tatherrschaft differenziert: Bei der Tötung auf Verlangen (§ 77 öStGB) liegt die Tatherrschaft beim Arzt, bei der Mitwirkung am Suizid (§ 78 öStGB) verbleibt sie beim Sterbewilligen selbst.

Welche Rolle spielt der "Informierte Konsens" im Arzt-Patienten-Verhältnis?

Der informierte Konsens ist eine notwendige Voraussetzung für die Autonomie des Patienten, da er sicherstellt, dass die Zustimmung zur Behandlung oder deren Abbruch auf einer fundierten Aufklärung über Diagnose und Prognose beruht.

Welche Bedeutung hat das niederländische Modell für den Ausblick der Arbeit?

Das niederländische Modell dient als Beispiel für eine gesetzlich geregelte, medizinisch sorgfältige Form der Sterbehilfe, die als Vergleichsmaßstab für mögliche zukünftige Reformen in Deutschland und Österreich dient.

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Details

Titel
Der medizinisch assistierte Suizid in Rechtsvergleichung Österreich-Deutschland
Hochschule
Universität Wien  (Strafrecht und Kriminologie)
Veranstaltung
Dissertantenseminar
Note
2,0
Autor
Mag. Dr. iur., LL.M., Mediatorin (FH) Caroline Brunhild Wähner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
43
Katalognummer
V909240
ISBN (eBook)
9783346199416
ISBN (Buch)
9783346199423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medizinstrafrecht medizinisch assistierte Suizid Rechtsvergleich Deutschland Österreich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Dr. iur., LL.M., Mediatorin (FH) Caroline Brunhild Wähner (Autor:in), 2009, Der medizinisch assistierte Suizid in Rechtsvergleichung Österreich-Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909240
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Leseprobe aus  43  Seiten
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