Im Rahmen des von mir besuchten Proseminars’ Metaphysik und Ontologie stellte sich für mich immer wieder die Frage, was nun eigentlich die genauen Absichten dieser vielschichtigen Disziplin der Philosophie sei. Hierzu lernte ich zunächst drei ihrer wichtigsten Vertreter kennen. Aristoteles, Gottfried Wilhelm Leibniz und René Descartes. Da es wohl aber ein Frevel wäre zu glauben, alle Drei in einer einzigen Arbeit beleuchten zu können, beziehungsweise diese Drei würden reichen um die gesamten Absichten der Metaphysik zu klären, habe ich mich dazu entschlossen, mich in dieser Arbeit nur einem von ihnen zu widmen.
Leibniz und einem seiner wichtigsten Werke, die Monadologie. Da diese, aber auch anderer metaphysische Schriften die im Laufe des Seminars besprochen wurden, meinem eigenen Denken einen wesentlichen Denkanstoß dafür gaben, dass sowohl diese Art des Seins mit Anspruch auf Individualität, als auch die Art und Weise des Denkens über die Einzigartigkeit wie wir es heute kennen, erst durch Pioniere wie Leibniz, geprägt wurde. Da die Schrift „ Monadologie“ von Leibniz jedoch kein zusammenhängender Text ist, sondern viel mehr der Versuch einer Definition der Einzigartigkeit des Seienden ist, beziehungsweise welche Charakteristika es aufweisen muss, werde ich den Schwerpunkt darauf legen, wie sich die Definition bis heute im Wesentlichen nicht verändert, und aber auch wo und in welchen Punkten die Definition Leibniz heute einen anderen Anspruch des Denkens hat.
Wie man nun schon erkennen mag, handelt es sich um einen sehr häufig diskutierten und erörterten Begriff, weshalb ich mich auf Leibniz’ Auseinandersetzungen mit jedem Begriff beschränken werde. Mir erscheint diese Thematik interessant und wertvoll genug, ihr eine Proseminararbeit zu widmen. Da ich jedoch vermeiden will, dass es sich nur um eine Art Zusammenfassung oder Paraphrasen von bereits schriftlich manifestierten Gedanken von und über Leibniz etc. entwickelt, möchte ich ebenfalls noch den Versuch wagen einige eigenen Reflexionen und Gedanken zum Prinzip der Einzigartigkeit zum Ausdruck zu bringen, sofern mir dies für andere verständlich überhaupt möglich sein wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1) Ein kurzer Überblick der Monadologie
2) Über den Zustand und Eigenschaften der Monade
2.1) Besonderes Augenmerk auf Satz 17
2.2) Unterscheidung zwischen Monaden und uns, den Geschöpfen
2.3) Selbstreflexion
2.4) Logische Züge in der Monadologie
2.5) Gott in der Monadologie
2.6) Die beste aller möglichen Welten
3) Leibniz Platz in der Philosophie des Bewusstseins
4) Prästabilierte Harmonie
5) Eigene Fortführung der Gedanken Leibniz’
6) Abschließende Reflexion und Symbiose
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Prinzip der Einzigartigkeit des Seienden im Werk der Monadologie von Gottfried Wilhelm Leibniz, um zu klären, wie dieses Konzept unsere heutige Auffassung von Individualität und Sein maßgeblich geprägt hat.
- Analyse des Begriffs der Monade und ihrer Eigenschaften
- Untersuchung des Verhältnisses von Gott und den Monaden
- Diskussion der Konzepte von Perzeption, Apperzeption und prästabilierter Harmonie
- Verknüpfung der leibnizschen Metaphysik mit aktuellen Fragen der Philosophie des Bewusstseins
- Kritische Reflexion und eigene philosophische Weiterentwicklung der leibnizschen Thesen
Auszug aus dem Buch
2.1) Besonderes Augenmerk auf Satz 17
Besondere Aufmerksamkeit verdient Satz 17 der Monadolgie von Leibniz. Denn ließt man Satz 15, welcher im wesentlichen beinhaltet, dass es ein „Etwas“ gibt, aus heutiger Sicht wohl die Neuronenbewgungen gedeutet, das für die verschiedenen Übergänge von einer Perzeption zur andern verantwortlich ist, könnte man wohl zunächst glauben Leibniz versuche alles logisch auf die Naturwissenschaft rückführend zu erklären. Doch nicht wenn man sich nachgehend ausführlich mit Satz 17 befasst, welcher beinhaltet, dass eine Monade eine einfache Substanz sein muss. Denn wäre sie eine Maschine aus zusammengesetzten Teilen, dann wäre sie rein mechanisch und ohne Perzeption oder Apperzeption. Demzufolge wäre es aber dennoch nicht möglich selbst wenn die Monade aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, also eine Art Maschine wäre, und wenn man diese Maschine alias Monade oder Gehirn etc. vergrößern würde wohl hindurchwandet könnte und die verschiedenen Zahnräder ineinander greifen sehen könnte, erklären zu könnten was eine Perzeption ist, oder wie sie sich anfühlt, wenn wir sie als Apperzeption schließlich überhaupt wahrnehmen. Somit muss es eine Perzeption eben in einer Einfachen Substanz wie in der Monade finden, da sie in etwas Zusammengesetztem gar nicht vorhanden wäre. (Leibniz 2002: S.117)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert die Motivation für die Arbeit und den Fokus auf Leibniz sowie das Ziel, eine eigene Reflexion zum Prinzip der Einzigartigkeit zu formulieren.
1) Ein kurzer Überblick der Monadologie: Es wird die Struktur der Monadologie als Werk aus 90 Textpassagen und die historische Bedeutung von Leibniz’ Thesen beschrieben.
2) Über den Zustand und Eigenschaften der Monade: Dieses Kapitel behandelt die Monade als einfache, unsterbliche Substanz und die Notwendigkeit der Einzigartigkeit zur Unterscheidung der Dinge.
2.1) Besonderes Augenmerk auf Satz 17: Der Fokus liegt auf der Unmöglichkeit, Bewusstsein und Perzeption rein mechanisch zu erklären, was die einfache Substanz der Monade voraussetzt.
2.2) Unterscheidung zwischen Monaden und uns, den Geschöpfen: Es wird der Unterschied zwischen einfachen Monaden und höher entwickelten Lebewesen hinsichtlich der Wahrnehmungsfähigkeit thematisiert.
2.3) Selbstreflexion: Das Kapitel differenziert zwischen reiner Perzeption und bewusster Apperzeption sowie der Rolle der Vernunft.
2.4) Logische Züge in der Monadologie: Es werden das Prinzip des Widerspruchs und das Prinzip des zureichenden Grundes als Fundamente der Überlegungen eingeführt.
2.5) Gott in der Monadologie: Die Rolle Gottes als notwendige, universale Substanz und Urgrund aller Dinge wird erörtert.
2.6) Die beste aller möglichen Welten: Die Universalharmonie und die Erhaltung größtmöglicher Vielfalt werden als Beleg für die Optimität der bestehenden Welt diskutiert.
3) Leibniz Platz in der Philosophie des Bewusstseins: Das Leib-Seele-Problem wird als Anknüpfungspunkt genutzt, um Leibniz als frühen Vertreter des Panpsychismus einzuordnen.
4) Prästabilierte Harmonie: Hier wird die parallele, jedoch unabhängige Wechselwirkung zwischen Körper und Seele erläutert.
5) Eigene Fortführung der Gedanken Leibniz’: Der Autor präsentiert eigene philosophische Gedankengänge zu ausgewählten Sätzen der Monadologie.
6) Abschließende Reflexion und Symbiose: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung der bleibenden Relevanz von Leibniz’ philosophischen Denkanstößen.
Schlüsselwörter
Leibniz, Monadologie, Monade, Einzigartigkeit, Metaphysik, Ontologie, Bewusstsein, Leib-Seele-Problem, prästabilierte Harmonie, Apperzeption, Perzeption, Panpsychismus, zureichender Grund, Gott, Substanz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Proseminararbeit befasst sich mit der Monadologie von Gottfried Wilhelm Leibniz und untersucht das Prinzip der Einzigartigkeit des Seienden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Natur der Monade, die Beziehung zwischen Seele und Körper, die Rolle Gottes sowie logische Prinzipien bei Leibniz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Definition der Einzigartigkeit bei Leibniz zu analysieren und diese mit einer eigenen Reflexion in den Kontext moderner philosophischer Fragen zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und Interpretation der Monadologie unter Zuhilfenahme von Sekundärliteratur zum Leib-Seele-Problem.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse der Monadologie, angefangen bei den Eigenschaften der Monade bis hin zur prästabilierten Harmonie und dem Platz von Leibniz in der Philosophie des Bewusstseins.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Monade, Einzigartigkeit, Perzeption, Apperzeption, prästabilierte Harmonie und das Leib-Seele-Problem.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Monaden und Menschen?
Der Autor arbeitet heraus, dass Leibniz Menschen als Wesen mit höher entwickelter Perzeption (Apperzeption) betrachtet, die im Gegensatz zu den "nackten" Monaden ihre eigenen Wahrnehmungszusammenhänge reflektieren können.
Welche eigene These bringt der Autor zur Unsterblichkeit ein?
Der Autor spekuliert, ob die Seele nach dem körperlichen Ende in einer anderen Ebene, etwa einer Art Ideenwelt, fortbestehen könnte, da sie laut Leibniz nicht körperlos existieren oder in einen anderen Körper wandern kann.
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- Julia Deutschmann (Author), 2019, Leibniz und das für uns heute noch wichtige Prinzip der Einzigartigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909342