Qualitätsmanagementsysteme im Pflegedienst. Wichtige Aspekte, Einführung und Evaluation

Außerklinische Intensivpflege im Fokus


Hausarbeit, 2020

33 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhalt

GLOSSAR

1. VORWORT

2. QUALITÄT
2.1 Was ist Qualitätsmanagement
2.2 Gesetzliche Regelungen
2.2.1 SGBV
2.2.2 SGB XI
2.2.3 Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz PfWG

3. EINFÜHRUNG
3.1 Vorarbeit
3.2 Qualitätszirkel
3.1 Wie beginnt man

4. QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEM
4.1 QM-Handbuch
4.1.2 Standards, Pflegestandards & Expertenstandards
4.1.3 Erstellung einer Prozessbeschreibung
4.1.4 Hygienemanagement
4.1.5 Notfallmanagement
4.1.6 Besonderheiten in der außerklinischen intensivpflege
4.2 Pflegedokumentation
4.3 EDV-System
4.4 Archivierungssystem

5. CONTROLING
5.1 Die Pflegevisite
5.2 Das Fehler- und Beschwerdemanagement
5.3 Die Evaluation

6. FAZIT

7. SERVICETEIL

7.1. Quellen

GLOSSAR

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. VORWORT

Dieser Facharbeit beschreibt die Hürden und Aufwand unseres Qualitätszirkels ein vernünftiger QM-System in meinem ambulanten Pflegedienst einzuführen. Dieser Aufwand zahlte sich hinterher durch klar strukturierten Abläufen und verbesserten Prozessen aus was nachhinein eine individuelle, qualitätsorientierte Pflege und Betreuung ermöglicht hat. Dies wiederum trug zur Zufriedenheit der Klienten und der Mitarbeiter bei.

2. QUALITÄT

Laut Duden, der gleich vier Bedeutungen anbietet, ist Qualität am erster Stelle beschrieben als eine "Gesamtheit der charakteristischen Eigenschaften (einer Sache, Person); Beschaffenheit". Im gleichen Sinne wird Qualität nach DIN EN ISO 8402 als: „Die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.“, bezeichnet. (Quelle: http://quality.kenline.de/seiten_ d/qualitaet_definition.htm).

Somit ist das Begriff "Qualität" neutral. Es hat keine positive oder neutrale Konnotation. Eine Qualität hat ein Mercedes S Klasse sowie ein Yugo 45 (Yugo war ein kantiger Kleinwagen aus Jugoslawien, von 1981 bis 2008 von Zastava gebaut. Der Wagen spielte sogar in diversen Hollywood-Filmen mit, immer als Synonym für ein schlechtes und billiges Auto).

Gerade in der deutschen Sprache hat das Wort Qualität jedoch eine positive Konnotation, unter anderem durch Strebung der deutschen Wirtschaft dem Schriftzug Qualität Made in Germany eine "überpositive" Eigenschaften zu verleihen. Beschäftigt man sich mit Qualitätsmanagement, sollte die neutrale Bedeutung des Begriffs Qualität immer im Hinterkopf bleiben.

Da ein ambulanter Pflegedienst ein Dienstleister ist, kommt eine kundenorientierte Definition am nähersten. So beschreiben Meffert u. Bruhn (1997) die Dienstleistungsqualität als den Grad der Übereinstimmung zwischen der erbrachten Leistung und den bestehenden Kriterien für diese Dienstleistung. Dies entspricht im Wesentlichen der Definition: Qualität ist das Erbringen erwartungsgerechter Leistungen. (Quelle: Simone Schmidt - Das QM-Handbuch Qualitätsmanagement für die ambulante Pflege 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Seite 12)

Dabei ist Qualität in hohem Maße von der subjektiven Wahrnehmung des Kunden abhängig. Für einen Kunden ist Pünktlichkeit der Pflegekräfte das wichtigste Merkmal eines Pflegedienstes. Für einen anderen Kunden ist es am wichtigsten, dass die Pflegekräfte nach der Versorgung alles sauber und ordentlich aufräumen. Für eine dritte Person ist wiederum ein höflicher Umgang das wichtigste Merkmal eines Pflegedienstes.

2.1 Was ist Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement basiert auf einer Vielzahl von theoretischen Konzepten, die insgesamt schwer überschaubar und zum Teil ohne detaillierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse gar nicht verständlich sind. (Quelle: Simone Schmidt - Das QM-Handbuch Qualitätsmanagement für die ambulante Pflege 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Seite 10). Mehrheit der Pflegekräfte, die mit dem Begriff Qualitätsmanagement konfrontiert sind, verdrehen ihre Augen und sind bereit den Raum fluchtartig zu verlassen. Unter Qualitätsmanagement versteht man in der Medizin und Pharmazie die Summe aller Maßnahmen, die geeignet sind, die Qualität einer Gesundheitsdienstleistung und damit die Zufriedenheit der Patienten und der Mitarbeiter zu verbessern. Mit einem funktionierenden Qualitätsmanagement wird sichergestellt, dass Aktivitäten so ablaufen, wie sie geplant sind.

Im Qualitätsmanagement liegt der Fokus auf den Abläufen und Prozessen. Durch die Etablierung von Methoden sollen Fehler und Probleme von Anfang an vermieden werden. (Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Qualit%C3%A4tsmanagement, 08.05.2020 23.51)

2.2 Gesetzliche Regelungen

Seit dem Gesundheitsstrukturgesetz (im Jahr 2000) sind Pflegeeinrichtungen zur internen Qualitätssicherung verpflichtet. Dies ist in der SGB V sowie in der SGB XI verankert.

2.2.1 SGBV § 135a SGB Verpflichtung der Leistungserbringer zur Qualitätssicherung

(1) Die Leistungserbringer sind zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der von ihnen erbrachten Leistungen verpflichtet. Die Leistungen müssen dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen und in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden.
(2) Vertragsärzte, medizinische Versorgungszentren, zugelassene Krankenhäuser, Erbringer von Vorsorgeleistungen oder Rehabilitationsmaßnahmen und Einrichtungen, mit denen ein Versorgungsvertrag nach § 111a besteht, sind nach Maßgabe der §§ 136 bis 136b und 137d verpflichtet,

1. sich an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen, die insbesondere zum Ziel haben, die Ergebnisqualität zu verbessern und
2. einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln, wozu in Krankenhäusern auch die Verpflichtung zur Durchführung eines patientenorientierten Beschwerdemanagements gehört.

(3) Meldungen und Daten aus einrichtungsinternen und einrichtungsübergreifenden Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen nach Absatz 2 in Verbindung mit § 136a Absatz 3 dürfen im Rechtsverkehr nicht zum Nachteil des Meldenden verwendet werden. Dies gilt nicht, soweit die Verwendung zur Verfolgung einer Straftat, die im Höchstmaß mit mehr als fünf Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist und auch im Einzelfall besonders schwer wiegt, erforderlich ist und die Erforschung des Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufenthaltsorts des Beschuldigten auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre. Quelle: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/135a.html (09.05.2020 00.11 Uhr)

2.2.2 SGB XI § 112 SGB XI Qualitätsverantwortung

(1) Die Träger der Pflegeeinrichtungen bleiben, unbeschadet des Sicherstellungsauftrags der Pflegekassen (§ 69), für die Qualität der Leistungen ihrer Einrichtungen einschließlich der Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität verantwortlich. Maßstäbe für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer Pflegeeinrichtung und die Qualität ihrer Leistungen sind die für sie verbindlichen Anforderungen in den Vereinbarungen nach § 113 sowie die vereinbarten Leistungs- und Qualitätsmerkmale (§ 84 Abs. 5).
(2) Die zugelassenen Pflegeeinrichtungen sind verpflichtet, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie ein Qualitätsmanagement nach Maßgabe der Vereinbarungen nach § 113 durchzuführen, Expertenstandards nach § 113a anzuwenden sowie bei Qualitätsprüfungen nach § 114 mitzuwirken. Bei stationärer Pflege erstreckt sich die Qualitätssicherung neben den allgemeinen Pflegeleistungen auch auf die medizinische Behandlungspflege, die Betreuung, die Leistungen bei Unterkunft und Verpflegung (§ 87) sowie auf die Zusatzleistungen (§ 88).
(3) Der Medizinische Dienst und der Prüfdienst des Verbandes der privaten Krankenversicherung e. V. beraten die Pflegeeinrichtungen in Fragen der Qualitätssicherung mit dem Ziel, Qualitätsmängeln rechtzeitig vorzubeugen und die Eigenverantwortung der Pflegeeinrichtungen und ihrer Träger für die Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität zu stärken.

2.2.3 Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz PfWG

Zum 1. Januar 2002 trat das Pflegequalitätssicherungsgesetz PQsG in Kraft, das durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz PfWG vom 1.07.2008 ergänzt wurde. Der Gesetzgeber verpflichtet darin jeden Pflegedienst sowie jedes Pflegeheim zur Einführung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements und fordert gleichzeitig eine externe Qualitätssicherung, etwa durch Prüfungen. In § 115 wurde darüber hinaus festgelegt, dass die Ergebnisse der Prüfungen veröffentlicht werden. (Quelle: Simone Schmidt - Das QM-Handbuch Qualitätsmanagement für die ambulante Pflege 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Seite 23)

3. EINFÜHRUNG

3.1 Vorarbeit

Noch bevor mein Pflegedinest richtig gegründet wurde, musste ich einige Punkte des Qualitätsmanagementsystems erfüllen, um eine Zulassung als Pflegeeinrichtung nach SGB XI zu bekommen . Dies setzt den Abschluss eines Versorgungsvertrages zwischen dem Träger der Einrichtung und den Landes­verbänden der Pflegekassen voraus.

Die Pflegedienste, gemäß § 71 SGB XI, sind selbständig wirtschaftende Einrichtungen mit eigenen Geschäftsräumen, die unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft in ihrem Einzugsbereich Pflegebedürftige in ihrer Wohnung pflegen und hauswirtschaftlich versorgen.

Da ich ein Pflegedienst mit dem Schwerpunkt "außerklinische Intensivpflege" gründen möchte musste ich über einige qualifikationsbezogene Leitungsstruktur verfügen, welche auf das Tätigkeitsgebiet der Intensivpflege orientiert ausgerichtet ist. Als orientier diente mir damals das Dokument "Anforderungsprofil für in der Intensivpflege tätige Pflegedienste" vorgelegt vom Arbeitskreis häusliche Intensivpflege des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) vom 2009.

Desto weiteren musste ich ein Einrichtungskonzept entwickeln, um meine Arbeit präsentieren zu können. In diesem Konzept sind zwei Kernaussagen implementiert: mein Pflegekonzept und mein Pflegeleitbild.

Ein Pflegekonzept ist die fachliche Basis der pflegerischen Tätigkeit. Hier werden Prinzipien, die die Grundlage des pflegerischen Handelns darstellen, definiert - unter Berücksichtigung des vorherrschenden Pflegeleitbilds, Einrichtungskonzepts und des Träger-/Unternehmensleitbilds. Darin sind folgende Punkte enthalten:

- Ziele der Pflege,
- räumliche, personelle und sachliche Ausstattung der Einrichtung,
- Dienstleistungsangebot,
- Pflegesystem,
- Pflegemodell,
- Pflegeprozess (Wertevorstellungen, Assistenz und Durchführung der Therapie, Beratung und Anleitung,
- innerbetriebliche Kommunikation,
- Qualitätsmanagement (-system)/Qualitätsmaßstäbe,
- Personalmanagement (Führungsverständnis und Vorbildrolle, Qualifikation der Mitarbeiter),
- Vernetzung/Kooperation,
- Umsetzung/Überprüfung des Pflegekonzeptes .

(Quelle: https://www.altenheime.de/ratgeber/pflegefibel/p/pflegekonzept, 09.05.2020, 01:21 Uhr)

Ein Pflegeleitbild, auch Trägerleitbild oder Leitbild genannt, ist ein schriftlich fixierter und der Einrichtung übergeordneter für alle Mitarbeiter verbindlicher Orientierungsrahmen.

Das Leitbild richtet sich sowohl nach innen an alle Beschäftigten, als auch nach außen an die Patienten, Ärzte und an die gesamte Öffentlichkeit. Im Leitbild finden sich Vorstellungen über Verhaltensideale der Mitarbeiter. Es enthält eine Leitidee und Leitsätze, wie z.B. ethische Wertvorstellungen, Ziele, pflegerische Werte, sowie Schwerpunkte des Handelns der Pflegeeinrichtung. Das Leitbild beschreibt die „Unternehmenskultur“ wie z.B. Umgang mit Patienten, Pflegeverständnis, angewandte Pflegemodelle, Umgang der Mitarbeiter untereinander und die Identität des Pflegedienstes.

(Quelle:https://www.altenheime.de/ratgeber/pflegefibel/p/pflegeleitbild 09.05.2020, 01:21 Uhr)

3.2 Qualitätszirkel

Unter dem Begriff Qualitätszirkel – auch Qualitätskreis genannt – versteht man eine Arbeitsgruppe von Mitarbeitern, die sich (freiwillig) in regelmäßigen Abständen zu einem bestimmten Thema austauschen. (Quelle: https://www.qualitaetsmanagement. me/einfuehrung-kvp/qualitaetszirkel/, 11.05.2020 18:34 Uhr)

Zuerst, noch bevor ich die Arbeitszulassung bekam, waren die einzigen Mitglieder des Zirkels ich als Besitzerin und Fachkraft und die Pflegedienstleiterin. Sehr schnell haben wir verstanden, dass wir jemanden vom Fach benötigen, der uns strukturiert durch die Prozesse des QMS "navigieren" wird. Deswegen haben wir einen externen QM-Berater geholt.

Das Ziel unseres Qualitätskreises war es, ein QMB zu entwickeln, das für alle Mitarbeiter verständlich wird. Dabei wollten wir nicht irgendein QMB voller allgemeinen Floskeln zusammenbasteln sondern ein maßgeschneiderter Instrument mit präzisen Arbeitsanweisungen, Richtlinien und Beschreibungen der Arbeitsabläufen. Dieses QMB soll eine Arbeitshilfe für alle Mitarbeiter dienen.

Die drei Mitglieder des QM-Zirkel haben sich etwa zwei und halb Monate lang montags im Büroräumen des Pflegedienstes getroffen, um gemeinsam Themen abzuarbeiten. Der externen QM-Berater half uns Schwachstellen in den Themenbereichen zu entdecken und hierzu Lösungen zu erörtern. Nach etwa 4 Sitzungen bekam mein Unternehmen die Zulassung sodass wir mit der pflegerischen Versorgung der ersten drei Klienten starten konnten. Ab der fünften Sitzung haben wir noch drei Mitarbeiter nachhinein mit "ins Boot" geholt. Alle drei Mitarbeiter waren examinierte Pflegekräfte die in den Teams von 5-7 Mitarbeiter die Rolle des jeweiliges Teamleiters übernommen haben.

Eine Mitarbeiterin hatte sogar eine abgeschlossene Weiterbildung als Hygienemanager für ambulante Pflegeeinrichtungen.

Die Sitzungen verliefen in 3 Arbeitsschritten:

Schritt 1 - Überprüfung und Korrektur der Aufgaben der Vorsitzung. Die erarbeitende Aufgaben wurden gemeinsam durchgelesen und ggf. korrigiert und ergänzt. Das endgültige Produkt wurde als Word und PDF-Datei gespeichert sowie ausgedrückt und in das QM Buch abgeheftet.

Schritt 2 - gemeinsames Gespräch welcher Ziele bis zur nächstens Sitzung angedacht sind. Beispiel: Erstellung von Stellenbeschreibungen für PDL, Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Mitarbeiter aus der Hauswirtschaft.

Schritt 3 - Festlegung welcher Mitglied welcher Aufgaben zu erledigen hat + Festlegung der Kriterien und Informationsquellen. Beispiel: Bis zur nächsten Sitzung soll Pflegedienstleitung nach einem vorher definierten Layout die Stellenbeschreibungen für die Pflegedienstleitung, die Pflegefachkraft, die Pflegehilfskraft, für die Mitarbeiter aus der Hauswirtschaft sowie für einen Hygienebeauftragter und einen Medizinproduktbeauftragten erstellen. Die Stellenbeschreibung soll dabei alle Ziele, Pflichten, Aufgaben, Erwartungen, Kompetenzen und auch die organisatorische Struktur der Stelle abdecken.

Die oben genannten drei Schritte ähneln stark an PDCA-Zyklus des amerikanischen Physiker William Edwards Deming. Bei der allerersten Sitzung fiel selbstverständlich Schritt 1 aus. Wir haben uns stattdessen mit der Thema Dokumentenlayout stark beschäftigt. Wir mussten uns auf Seitenorientierung, Font und Größe, auf Farben, Platzierung von Logo und anderen Spezifikationen einigen.

3.3 Die Informationssammlung

Der erste Schritt bei der Einführung eines QMS ist in jedem Fall das Sammeln von Informationen. Dabei kann man auf umfangreiche Literatur in Form von Büchern oder Fachzeitschriften zurückgreifen. Eine fast unüberschaubare Menge von Informationen über Qualitätsmanagement findet sich auch im Internet. (Quelle: Simone Schmidt - Das QM-Handbuch Qualitätsmanagement für die ambulante Pflege 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Seite 60).

Als Grundorientier welcher Arbeitsanweisungen, Richtlinien und Beschreibungen der Arbeitsabläufen sowie welcher Dokumente, Checklisten und Formulare wir benötigen diente uns die Qualitätsprüfungs-Richtlinie für die häusliche Krankenpflege die wir auf der Internetseite https://www.mds-ev.de/richtlinien-publikationen/richtlinien-/-grundlagen-der-begutachtung/mdk-qualitaetspruefungen.html fanden. Weitere Quellen waren unter anderem Fachbücher:

Jutta Koenig - MDK - Mit dem Gutachter eine Sprache sprechen, Ausgabe 2014

Jutta Koenig - 100 Fehler bei der MDK Prüfung, Ausgabe 2015

Jutta Koenig - 100 Tipps für die MDK Prüfung, Ausgabe 2010

Döble, Becker, Glück - Beifahrersitzbuch - Ambulante Pflege, Ausgabe 2006

Simone Schmidt - Das QM-Handbuch, Ausgabe 2005

4. QUALITÄTSMANAGEMENTSYSTEM

Im Qualitätszirkel wurde gleich am Anfang entschieden, dass unser QM-System aus mehreren Teilen in elektronischen sowie in Papierform bestehen wird.

Den ersten Teil wird unser QM-Buch sein. Das QM-Buch wird großteils in Form des Verfahrensanweisung verfasst. Die Verfahrensanweisung ist eine strukturierte Prozessbeschreibung. Die Prozessbeschreibung und damit die Verfahrensanweisung besteht aus:

- Aktivitäten und Tätigkeiten, die durchgeführt werden
- Logische Reihenfolge der Aktivitäten und Tätigkeiten, oft in der Form eines Prozessbildes oder Diagramms
- notwendige Ressourcen: Arbeitsgeräte, Hilfsmittel, Checklisten, Handbücher, oder sonstige Dokumente, die für die Durchführung der Aktivitäten notwendig oder hilfreich sind
- Stellen oder Personen, die die einzelnen Aktivitäten durchführen

Den zweiten Teil wird unsere Pflegedokumentation sein - hausinterne Dokumenten zur Erfassung des individuellen Versorgungsbedarfs, zur Festschreibung der Pflegeplanung und zur Information über Pflegeprozesse. Sie unterstützt den Informationsfluss zwischen den Pflegekräften. Mit der Pflegedokumentation werden Quantität und Qualität der geleisteten Arbeit nachgewiesen. Sie enthält Daten, Feststellungen und Beurteilungen über die Gepflegten. (Quelle: Katrin Markus, Ulrike Kempchen - E insichtnahme in die Pflegedokumentation 2. Auflage Mai 2016, Seite 7

Den dritten Teil wird Unterstützungs-Dokumentation sein - Dokumenten die weder in den ersten, noch in den zweiten Teil gehören, dienen aber zur Arbeitserleichterung. Diese beinhalten verschiedene Checklisten, Inhaltsverzeichnisse und ähnliche Instrumente.

Zuletzt, als vierten Teil kommt unser EDV-System über die ich später noch einigen Zeilen schreiben werde.

Da ein QMB ständig aktualisiert und verändert wird, ist es wichtig, die Aufzeichnungen in Form einer Loseblatt-Sammlung zu ordnen. So kann immer das jeweilige Blatt ausgetauscht werden. Der externer QM-Berater erklärte uns, es sei nicht unser Ziel alles von Anfang an "perfekt" zu machen, vielmehr ist die ständige Bemühung um Verbesserungen das übergeordnete Ziel des Qualitätsmanagement. Ein herkömmlicher Ordner sei für das QMB in Papierform am besten geeignet.

Um das QMB schlanker zu gestalten sowie aus ökonomischen Gründen haben wir entscheiden die Blätter beidseitig zu bedrücken.

Alle Dokumenten liefern in einer Kopf und Fußzeile einige Informationen. Die Kopfzeile ist schlich gestaltet beinhaltet lediglich die Name des Dokuments sowie unser Logo.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kopfzeile, Quelle: eigene Abbildung

Die Fußzeile liefert die Informationen über den Verfassers/Autors, Freigabe, Datum der Erstellung und Änderungsstatus, Titel des Kapitels und des Dokuments sowie Seitenzahl.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Fußzeile, Quelle: eigene Abbildung

4.1 Qualitätsmanagementbuch

Die Sammlung von Aufzeichnungen, die sich mit Regelungen der Leistungserbringung befassen, wird Qualitätsmanagement-(Hand)Buch genannt. Dazu zählen viele verschiedene Dokumente, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. (Quelle: Simone Schmidt - Das QM-Handbuch Qualitätsmanagement für die ambulante Pflege 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Seite 79). Hier zeigte sich die Unterstützung eines externen Qualitätsmanagers als unerlässlich. Durch sein Wissen blieb uns die Suche nach der richtigen Form und Inhalt des Qualitätsmanagement-Handbuches erspart.

Das QMB sollte so gestaltet sein, das:

- es für alle verständlich ist,
- einheitlich strukturiert ist,
- die Kompetenzen regeln,
- die Ziele und Arbeitsabläufe deutlich formuliert sind
- und der Umfang so knapp wie möglich gehalten ist.

(Quelle: Dr. Rudolf Kutz - Internes Qualitätsmanagement im Gesundheits-und Sozialwesen 2004, Seite 64)

Wir haben entschieden das QMB thematisch geordnet in mehrere Kapitel zusammen zu fassen.

Kapitel 1: Mitarbeiterführung - beinhaltet Organisationsstruktur, die die Mitarbeiter direkt betreffen. Außer unserer Organigramm und das Pflegekonzept hier befinden sich alle Stellenbeschreibungen sowie hausinterne Regelungen: die Urlaubsregelung, der Umgang mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Regelungen über die Arbeitssicherheit, das Fahrzeugmanagement, das Beschwerdemanagement, die Aussagen über die Touren-und Dienstplangestaltung, usw.

Kapitel 2: Pflegemanagement beinhaltet Verfahrensanweisungen und Regelungen aus dem pflegerisch-medizinischen Bereich. Die Verfahrensanweisung ist eine strukturierte Prozessbeschreibung. Die Prozessbeschreibung und damit die Verfahrensanweisung besteht aus:

- Aktivitäten und Tätigkeiten, die durchgeführt werden,
- Logische Reihenfolge der Aktivitäten und Tätigkeiten, oft in der Form eines Prozessbildes oder Diagramms,
- notwendige Ressourcen: Arbeitsgeräte, Hilfsmittel, Checklisten, Handbücher, oder sonstige Dokumente, die für die Durchführung der Aktivitäten notwendig oder hilfreich sind,
- Stellen oder Personen, die die einzelnen Aktivitäten durchführen.

(Quelle: https://www.business-wissen.de/hb/aufbau-einer-verfahrensanweisung-fuer-das-qualitaetsmanagement/ 16.05.2020 20:02 Uhr)

Kapitel 3: Hygienemanagement beinhaltet unser Reinigung-und Desinfektionsplan sowie innerbetriebliche Verfahrensanweisungen zur Infektionshygiene.

Kapitel 4: Mitgeltende Dokumente beinhaltet alle Formulare und Checkliste die wir nicht bereits mit unserem Pflegesoftware erwarben, sondern eigenständig auf unsere Bedürfnisse angepasst entwickelt haben. Kapitel 4 ist per se nicht ein Bestandteil des QM-Buchs selbst, ist aber ein Teil des QM-Systems.

Um die Orientierung zu erleichtern wurde Kapitel 2 auf mehrere Unterkapitel aufgeteilt.

Kapitel 2.1 - Prophylaxen (=Vorbeugung) sind alle Maßnahmen, die eine bestehende Gesundheit erhalten sollen, bzw. Beeinträchtigungen der Gesundheit durch Krankheit oder Unfälle verhindern soll. Prophylaktisches Arbeiten (=vorausschauend und verantwortungsbewusst denken und handeln zu können) gehört zum beruflichen Selbstverständnis aller Pflegekräfte. (Quelle: https://ponks.de/prophylaxen-in-der-pflege 17.05.2020 22:34 Uhr)

Kapitel 2.2 - Expertenstandards sind Instrumente, die entscheidend zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie berücksichtigen sowohl pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleichermaßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung. (Quelle: https://www.gkv-spitzenverband.de/pflegeversicherung/qualitaet_in_der_pflege/expertenstandards/ expertenstandards.jsp 17.05.2020 22:39 Uhr)

Kapitel 2.3 - Pflegerische Maßnahmen beziehen sich auf den Pflege-und Versorgungsablauf. Besteht Großteil aus Beschreibungen der Handlungen der Behandlungspflege - alle medizinischen Tätigkeiten, die ein Haus- oder Facharzt verordnet und eine examinierte Pflegekraft durchführt, z.B.: Blutdruck- und Blutzuckermessung. Vorbereiten und Verabreichen von Medikamenten.

Kapitel 2.4 - Intensivpflege besteht aus Beschreibungen der Handlungen aus dem Bereich außerklinische intensivpflege. Z.B. Notfallmanagement bei Dislokation der Trachealkanüle oder worauf zu achten ist wenn man mit chronisch kranken Intensivpflegeklienten unterwegs ist.

Kapitel 2.5 - Notfallmanagement beinhalten Verhalten bei verschiedenen medizinischen und situativen Notfällen; bei welchen Situationen verständigt man einen Hausarzt und wenn einen Notarzt, Notfallmaßnahmen bei Verdacht auf Herzinfarkt, bei Überdosis mit Medikamenten, usw.

4.1.1 Standards, Pflegestandards & Expertenstandards

Eine Prozessbeschreibung enthält alle wichtigen Einzelschritte eines Prozesses.

Die bekanntesten Prozessbeschreibungen in einem Pflegedienst heißen Pflegestandards. Die unterschiedliche Qualifikation von Mitarbeitern einerseits und das Zusammenspiel von Erfahrungswissen, Fachwissen und Intuition andererseits erfordern klare Arbeitsrichtlinien für die pflegerischen Tätigkeiten. Pflegestandards dienen dabei als Basis für die Durchführung pflegerischer Maßnahmen. Der Begriff Standards klingt erst einmal widersprüchlich zum Ideal der Pflege und der Pflegenden, nämlich individuell zu arbeiten.

Mit Pflegestandards soll die Pflege allerdings auch nicht so weit vereinheitlicht werden, dass kein Raum mehr für Individualität bleibt. Vielmehr sind sie als Arbeitsgrundlage für das Pflegepersonal und als Mindestanforderungen an die Pflege zu verstehen .

Pflegestandards sind veränderbar und somit an die Individualität des Einzelnen anpassbar. Außerdem ist es möglich, Pflegestandards abzuändern, wenn neue Erkenntnisse dies notwendig machen.

Mit dem Einsatz von Pflegestandards werden folgende Ziele verfolgt:

- Pflegestandards definieren das allgemeingültige Verständnis der Pflegequalität in der Einrichtung.
- Pflegestandards stellen eine Vereinfachung durch einheitliche Anleitung und allgemeingültige Richtlinie zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter dar.
- Die Mitarbeiter haben klare und transparente Vorgaben für ihren jeweiligen Aufgabenbereich und haben damit auch eine Sicherheit für ihr Handeln.
- Pflegerische Leistung wird transparent und nachvollziehbar für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).
- Durch Pflegestandards sind Veränderungen in den Pflegestufen leichter nachvollziehbar.
- Veränderungen im Bereich der Pflege werden vereinfacht, weil fachspezifische Sichtweisen stärker hinterfragt und besser belegt werden können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Qualitätsmanagementsysteme im Pflegedienst. Wichtige Aspekte, Einführung und Evaluation
Untertitel
Außerklinische Intensivpflege im Fokus
Note
1,2
Autor
Jahr
2020
Seiten
33
Katalognummer
V909343
ISBN (eBook)
9783346222206
ISBN (Buch)
9783346222213
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qualitätsmanagement, Einführung QM, Gründung eines Pflegedienstes
Arbeit zitieren
Aris Prahasto (Autor), 2020, Qualitätsmanagementsysteme im Pflegedienst. Wichtige Aspekte, Einführung und Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909343

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