Dieser Unterrichtsentwurf zielt darauf ab, den Schülerinnen und Schülern einen besseren Umgang mit Konflikten beizubringen. Im Fokus steht dabei die Auseinandersetzung mit inter- und intrapersonellen Konfliktsituationen mit Hinblick auf Ursachen, Folgen und der Lösung von Konflikten.
Schulen haben vor dem Hintergrund des Bildungs- und Erziehungsauftrages nach §2 des Schulgesetzes unter anderem die Aufgabe, Schüler zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln zu erziehen. Schulen haben außerdem die
Aufgabe, Schüler und Schülerinnen dazu zu befähigen, verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten. Dazu ist es unerlässlich, dass die Schüler und Schülerinnen lernen, sich in Konfliktsituationen rational zu verhalten und Achtsamkeit und Toleranz gegenüber der Wahrnehmung, den Gefühlen und den Meinungen anderer Menschen zu entwickeln. In pluralistischen Gesellschaften kann hier im Bereich der Werteerziehung kein allgemeingültiger Konsens im Bezug auf Werte und Normen vorausgesetzt werden, den die Schüler und Schülerinnen nur noch in sich aufnehmen müssen. Gerade der Dissens über verschiedene Wert- und Normvorstellungen führt im Gegenteil häufig zu Konflikten.
Die Werteerziehung in pluralistischen Gesellschaften baut daher darauf auf, die Schüler und Schülerinnen durch eine Förderung der ethischen, moralischen und auch politischen Urteilskompetenz zu mündigen Bürgern mit einer autonomen Urteilsfähigkeit zu erziehen und ihnen dadurch zu ermöglichen, an der gesellschaftlichen Willensbildung selbstbestimmt zu partizipieren. Gerade die Lebensphase der Adoleszenz ist unter anderem geprägt durch das Hinterfragen elterlicher und gesellschaftlicher Wertmaßstäbe und Rollenmuster sowie von Konflikten mit Gleichaltrigen im Spannungsverhältnis von zunehmender Freiheit und Verantwortung.
Inhaltsverzeichnis
1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge 1.1
1.1 Leitgedanken und Intentionen
1.2 Curriculare Legitimation
1.3 Kompetenzschwerpunkte
1.4 Tabellarische Darstellung der Unterrichtsreihe
2. Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde
2.1 Stunden und Teilziele
2.2 Lehr- und Lernausgangslage
2.3 Didaktische und methodische Entscheidungen
2.3.1 Didaktische Entscheidungen
2.3.2 Methodische Entscheidungen
2.4 Stundenverlaufsplan
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Unterrichtsplanung besteht darin, Schülerinnen und Schülern die moralische Urteilsfähigkeit im Umgang mit inter- und intrapersonellen Konflikten zu vermitteln, indem sie anhand eines moralischen Dilemmas intuitive Pro- und Kontraargumente reflektieren, gewichten und abschließend begründet positionieren.
- Förderung ethischer und moralischer Urteilskompetenz
- Anwendung des semi-hypothetischen Dilemmas zur Konfliktreflexion
- Implementierung kooperativer Lernformen zur sozialen Kompetenzstärkung
- Verknüpfung von Lehrplanvorgaben mit lebensweltbezogenen Fragestellungen
- Strukturierung von Argumentationsprozessen durch Visualisierungstechniken
Auszug aus dem Buch
Sollte man lügen oder ein Versprechen brechen?
Elias und Abdel sind gute Freunde. Heute fällt der Unterricht nach dem dritten Block aus. Normalerweise soll Elias nach der Schule immer direkt nach Hause gehen. Weil seine Mutter aber sowieso nie auf den Vertretungsplan guckt, hat Elias heute andere Pläne: Er möchte nach der Schule nicht direkt nach Hause, sondern lieber noch mit einigen Freunden in die Stadt gehen.
Abdel soll natürlich auch mitkommen, aber Abdel hat heute leider keine Zeit. „Bitte versprich mir, dass du nichts sagst, wenn dich einer fragt!“, sagt er zu Abdel. „Ist doch klar!“, sagt Abdel und verspricht es.
Nach der Schule trifft Abdel plötzlich die Mutter von Elias. Sie wirkt sehr nervös und scheint sich Sorgen zu machen. Da sie Abdel gut kennt, kommt sie zu hektisch zu ihm herüber gelaufen und spricht ihn an: „Weißt du wo Elias ist? Am Vertretungsplan steht, dass ihr schon frei habt. Ich kann ihn aber nirgendwo finden. Elias sollte doch heute auf seine kleine Schwester aufpassen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge 1.1: Dieses Kapitel erläutert den erzieherischen Auftrag der Schule sowie die curriculare Einbettung der Unterrichtsreihe in den Kontext der Werteerziehung und Konfliktlösung.
2. Schriftliche Planung der Unterrichtsstunde: Hier erfolgt die detaillierte Ausarbeitung der Stunden- und Teilziele, die Analyse der Lernausgangslage sowie die Herleitung der didaktischen und methodischen Entscheidungen für die konkrete Unterrichtseinheit.
Schlüsselwörter
Praktische Philosophie, moralisches Dilemma, Konfliktlösung, Urteilskompetenz, Werteerziehung, kooperatives Lernen, interpersonelle Konflikte, intrapersonelle Konflikte, Unterrichtsplanung, ethische Bildung, Adoleszenz, Argumentation, Dilemma-Methode, Lebensweltbezug, Problemlösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Praktische Philosophie, die den Umgang mit moralischen Dilemmata und Konfliktsituationen thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Förderung der ethischen Urteilsfähigkeit, die Bewältigung von inter- und intrapersonellen Konflikten sowie die Anwendung von kooperativen Lernmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler ein moralisches Dilemma durch die Entwicklung und Gewichtung von Pro- und Kontraargumenten beurteilen und ihr Urteil begründet visualisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Dilemma-Methode nach Lawrence Kohlberg eingesetzt, ergänzt durch problemorientierte Unterrichtsansätze und kooperative Lernarrangements.
Was wird im Hauptteil der Planung behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Stunde, inklusive der Lernausgangslage, didaktischer Entscheidungen, Methodenwahl und eines Verlaufsplans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Urteilskompetenz, Dilemma-Diskussion, kooperatives Lernen, Werteerziehung und moralische Urteilsbildung.
Wie wird mit Integrationsschülern in der Planung umgegangen?
Die Planung sieht vor, den Zugang zur Problemfrage intuitiv und vergleichend zu gestalten, um sprachliche Barrieren durch komplexe Fachbegriffe zu vermeiden.
Warum wurde das spezielle Dilemma um Elias und Abdel konstruiert?
Das Dilemma wurde von der Lehrkraft konstruiert, um einen direkten Lebensweltbezug für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen, der eine moralische Abwägung (Lügen vs. Versprechen brechen) ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Kooperatives Lernen. Sollte man lügen oder ein Versprechen brechen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/909631