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Kritik des Okzidentalismus. Zur Produktion und Reproduktion von neo-orientalistischen Stereotypen und okzidentaler Identitätsbildung

Titel: Kritik des Okzidentalismus. Zur Produktion und Reproduktion von neo-orientalistischen Stereotypen und okzidentaler Identitätsbildung

Hausarbeit , 2019 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Tomas (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit analysiert und kritisiert die Konferenz des Frankfurter Forschungszentrum globaler Islam im Mai 2019, an welcher auch Alice Schwarzer teilgenommen hat, anhand postkolonialer Theorie.

Feministische Mainstreammedien und von ihnen beeinflusste gesellschaftliche Diskurse fokussieren sich immer mehr auf die Unterdrückung der muslimischen Frau – symbolisiert in deren Verschleierung, anstatt ein westliches Patriarchat zu problematisieren. Im akademischen Kontext wird der Diskurs unter anderem vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) der Goethe Universität gestützt. Mit der im Mai 2019 stattfindenden Konferenz des FFGI „Das islamische Kopftuch. Symbol der Würde oder der Unterdrückung“ wurde anti-muslimischen Positionen eine Plattform gegeben. Gehört wurden fast ausschließlich Personen, die das Kopftuch als Unterdrückungsmerkmal deuten. Sowohl Universitätsleitung als auch das breite Medienecho standen hinter der Konferenz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Orientalismus und Kritik des Okzidentalismus

2.1 Orientalismus nach Edward Said

2.2 Kritik des Okzidentalismus

2.3 Anti-muslimischer Rassismus als Methode der okzidentalen Identitätsbildung in Deutschland

3 Neo-Orientalismus und Geschlecht

3.1 Geschlechterverhältnisse als Marker der konstruierten Differenz

3.2 Feministischer Orientalismus

3.3 Neuer Realismus

4 Zur Reproduktion von Okzidentalismus und feministischem Neo-Orientalismus anhand der Konferenz „Das islamische Kopftuch“

4.1 Die Konferenz „Das islamische Kopftuch“

4.2 Zur Reproduktion des feministischen Neo-Orientalismus

4.3 Zur Reproduktion der Diskursstrategie des neuen Realismus

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Konferenz „Das islamische Kopftuch“ des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam kritisch aus einer postkolonialen Perspektive zu beleuchten und zu untersuchen, inwiefern feministisch neo-orientalistische Stereotype reproduziert werden, um eine hegemoniale okzidentale Identität zu festigen.

  • Postkoloniale Analyse von Orientalismus und Okzidentalismus
  • Konstruktion von Geschlechterverhältnissen als Marker kultureller Differenz
  • Mechanismen des feministischen Neo-Orientalismus im akademischen Diskurs
  • Anwendung der Diskursstrategie des „Neuen Realismus“ zur Viktimisierung und Selbstinszenierung

Auszug aus dem Buch

2.1 Orientalismus nach Edward Said

Mit seiner 1978 publizierten Studie Orientalismus setzte Edward Said den Ausgangspunkt der postkolonialen Theorie. Orientalismus bezeichnet einen hegemonialen europäischen Diskurs, der einen homogenisierten Orient als grundsätzliches Anderes zur europäischen Kultur, dem Okzident, konstruiert und produziert (Castro Varela und Dhawan 2015: 97). Diese Produktion von Wissens- und Repräsentationssystemen über den Orient führte zu einer Differentialisierung und Hierarchisierung zwischen dem als „feminin irrational und primitiv“ (ebd.: 99) dargestellten Orient „im Gegensatz zum maskulinen, rationalen und fortschrittlichen“ (ebd.) konnotierten Okzident und diente als koloniale Herrschaftsstrategie (ebd.: 98). Der oben beschriebene Othering-Prozess produzierte somit nicht nur den Orient, sondern in binärer Abgrenzung auch die europäische, okzidentale Identität (ebd.).

Nicht mit einbezogen in Saids Analyse und vielfacher Kritikpunkt an dieser ist das Auslassen einer systematischen Analyse der Kategorie Geschlecht. Ohne die Analyse von Geschlecht im orientalistischen Diskurs und wie im Folgenden dargelegt in der Kritik des Okzidentalismus bleibt deren Funktion verdeckt (Dietze 2014: 22). Diese Arbeit versucht diese in Bezug auf die Konferenz „Das islamische Kopftuch“ offenzulegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik, dass feministische Diskurse verstärkt muslimische Frauen durch ihr Kopftuch als unterdrückt markieren, anstatt westliche patriarchale Strukturen zu hinterfragen, und führt in die postkoloniale Fragestellung der Arbeit ein.

2 Orientalismus und Kritik des Okzidentalismus: Dieses Kapitel definiert die zentralen theoretischen Konzepte, indem es Edward Saids Orientalismus-Begriff mit Fernando Coronils Okzidentalismuskritik verknüpft und auf anti-muslimischen Rassismus als Mittel deutscher Identitätsbildung bezieht.

3 Neo-Orientalismus und Geschlecht: Hier werden die Zusammenhänge zwischen neo-orientalistischen Diskursen, der Konstruktion von Geschlechterverhältnissen als Differenzmarker und der Argumentationsstrategie des Neuen Realismus erläutert.

4 Zur Reproduktion von Okzidentalismus und feministischem Neo-Orientalismus anhand der Konferenz „Das islamische Kopftuch“: Das Hauptkapitel untersucht anhand konkreter Konferenzbeiträge die Reproduktion orientalisierender Stereotype sowie die diskursive Abwehr von Rassismusvorwürfen.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Konferenz eine okzidentale Identität durch die Viktimisierung muslimischer Frauen stabilisiert und als Instrument kolonialer Herrschaftsstrategien fungiert.

Schlüsselwörter

Orientalismus, Okzidentalismus, Neo-Orientalismus, Postkoloniale Theorie, Anti-muslimischer Rassismus, Geschlechterverhältnisse, Othering, Neuer Realismus, Feministischer Neo-Orientalismus, Identitätsbildung, Hegemonie, Diskursanalyse, Kopftuchdebatte, Viktimisierung, Machtverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Konferenz „Das islamische Kopftuch“ des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam aus einer postkolonialen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Konzepte von Orientalismus und Okzidentalismus, die Rolle von Geschlechterbildern im Diskurs über muslimische Frauen sowie moderne Rassismus-Strategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Reproduktion feministisch neo-orientalistischer Stereotype eine hegemoniale, okzidentale Identität konstruiert und untermauert wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine diskursanalytische Herangehensweise gewählt, die auf der Transkription und Auswertung von Konferenzbeiträgen basiert, eingebettet in einen postkolonialen theoretischen Rahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konferenz „Das islamische Kopftuch“ und untersucht, wie Referentinnen durch eine spezifische Rhetorik sowohl orientalistische Bilder reproduzieren als auch antirassistische Kritik als Angriff auf die Meinungsfreiheit delegitimieren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Zu den Kernbegriffen zählen Orientalismus, Okzidentalismus, Neuer Realismus, postkoloniale Theorie und anti-muslimischer Rassismus.

Welche Rolle spielt die Strategie des „Neuen Realismus“ innerhalb der Konferenz?

Der Neue Realismus dient den Rednerinnen dazu, sich selbst als Opfer einer vermeintlichen Tabuisierung oder „Wertediktatur“ zu inszenieren und ihre eigene Islamkritik von Rassismusvorwürfen freizusprechen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der untersuchten Konferenz?

Die Autorin schlussfolgert, dass die Konferenz keinem wissenschaftlichen Diskurs dient, sondern als Instrument zur Absicherung der Hegemonie weißer Frauen durch die Abwertung muslimischer Frauen fungiert.

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Details

Titel
Kritik des Okzidentalismus. Zur Produktion und Reproduktion von neo-orientalistischen Stereotypen und okzidentaler Identitätsbildung
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Gender Studies)
Veranstaltung
Postkoloniale Theorien
Note
1,0
Autor
Katharina Tomas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
12
Katalognummer
V910088
ISBN (eBook)
9783346208873
ISBN (Buch)
9783346208880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Orientalismus Said Alice Schwarzer Okzidentalismus Feminismus Geschlechterverhältnisse Kopftuch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Tomas (Autor:in), 2019, Kritik des Okzidentalismus. Zur Produktion und Reproduktion von neo-orientalistischen Stereotypen und okzidentaler Identitätsbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/910088
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Leseprobe aus  12  Seiten
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