Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland besteht im Wesentlichen aus fünf Sektoren, wobei die ersten drei Sektoren die unterschiedlichen in Deutschland verbreiteten Medientypen repräsentieren: elektronische Medien (Fernsehen und Hörfunk), Printmedien (Zeitungen und Zeitschriften), neue Medien und Multimedia (Internet, Online-Dienste, Datendienste), Satellitendienste sowie Nachrichtenagenturen, Produzenten und Vertriebspartner.
Die elektronischen Medien, besser bekannt unter dem Stichwort „Rundfunk“, stellen einen Grundpfeiler der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dar. Sie lassen sich noch einmal unterteilen in ein öffentlich-rechtliches und ein privates Rundfunkteilsystem. Mit ersterem befasst sich vorliegende Hausarbeit. Sie dient dazu, einen knappen Überblick über die Geschichte, die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Struktur und die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu vermitteln. In der eben beschriebenen Reihenfolge werden die einzelnen Aspekte behandelt.
Dazu werden zunächst im zweiten Kapitel die Vorgängersysteme des Rundfunks in Deutschland beschrieben. Das darauf folgende Kapitel befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen und der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das vierte Kapitel beleuchtet die Struktur der Rundfunkanstalten, und zwar gegliedert nach dem Ordnungskriterium „Grad der Zentralisation“. Kapitel fünf veranschaulicht die Finanzierungsmöglichkeiten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, bevor im letzten Kapitel ein kurzer Ausblick gegeben wird.
An Quellen wurden vorwiegend die Standardwerke zum deutschen Mediensystem verwendet, ergänzt durch informative Online-Quellen wie z. B. den Sender-Homepages. Den Beginn des Rundfunks in Deutschland markiert die Einführung des Hörfunks im Jahre
1923 (vgl. Hickethier 2000: 208, vgl. Altendorfer 2001: 16). Seit dieser Zeit gab es – abgesehen
von den Militärsendern der Besatzungszeit – vier Formen des Rundfunks (vgl. Altendorfer
2001: 16ff., 34ff.):
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland
3 Rechtliche Grundlagen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
3.1 Verfassungsrechtliche Grundlagen für das deutsche Mediensystem
3.2 Föderale Zuständigkeitsverteilung beim Rundfunk
3.3 Legitimation und Handlungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
4 Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
4.1 Föderalistisch organisierte Sender: Die ARD-Rundfunkanstalten
4.1.1 Sender und Programme
4.1.2 Organe der ARD-Rundfunkanstalten
4.2 Zentralistisch organisierte Sender: Das ZDF und der DLR
4.2.1 Das Zweite Deutsche Fernsehen
4.2.2 Das Deutschlandradio
4.3 Kooperationen und Spartenprogramme
4.4 Die Deutsche Welle als Sonderfall
5 Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
5.1 Teilnehmergebühren
5.2 Einnahmen aus Werbung, Sponsoring und Teleshopping
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland, wobei der Fokus auf dessen historischer Entwicklung, rechtlicher Fundierung sowie der spezifischen Organisations- und Finanzierungsstruktur liegt.
- Historische Evolution des Rundfunks von der Weimarer Republik bis zum dualen System.
- Verfassungsrechtliche Einbettung durch das Grundgesetz und den Rundfunkstaatsvertrag.
- Strukturelle Differenzierung in ARD (föderalistisch) und ZDF/DLR (zentralistisch).
- Finanzierungsmechanismen durch Rundfunkgebühren und werbebasierte Einnahmen.
- Zukünftige Herausforderungen hinsichtlich Akzeptanz und Legitimationsgrundlage der Gebührenfinanzierung.
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Organe der ARD-Rundfunkanstalten
Jede der neun ARD-Rundfunkanstalten besteht aus drei Organen mit unterschiedlichen Aufgaben (vgl. Altendorfer 2001:269):
Intendant
Rundfunkrat
Verwaltungsrat
Der Intendant wird vom Rundfunkrat gewählt. Er trägt die alleinige Verantwortung für das Programm und den Betrieb, vertritt die Rundfunkanstalt nach außen und hat umfangreiche Leitungskompetenzen (vgl. Hesse 1990: 109, vgl. Stuiber 1998b: 715). Der binnenpluralistische Rundfunkrat ist Interessenvertreter der Allgemeinheit und das höchste für die Programmkontrolle zuständige Aufsichtsgremium. Er setzt sich zusammen aus entsandten Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen der Bereiche Bildung, Kirche, Kultur, Sport, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Vertretern der Parlamente und Landesregierungen. Ihm obliegen neben der Wahl und der Abberufung des Intendanten vor allem Personal-, Haushalts- und Programmentscheidungen, wobei der Schwerpunkt auf Kontroll- und Überwachungsaufgaben liegt. Tätigkeitsbeispiele sind die Überwachung der Einhaltung der Programmgestaltungsgrundsätze, die Beratung des Intendanten, die Kontrolle von Programmverstößen und die Genehmigung von haushaltsrechtlichen Dokumenten (vgl. Altendorfer 2001: 269). Der Verwaltungsrat – bestehend aus üblicherweise zehn Mitgliedern – ist „Kontrollgremium außerhalb der Programmgestaltung (Altendorfer 2001: 269).“ Er überwacht die Geschäftsführung des Intendanten abgesehen von inhaltlichen Fragen des Programms, befasst sich mit wirtschaftlichen Fragen wie Haushaltsaufstellung oder Jahresabschluss und genehmigt bestimmte Rechtsgeschäfte (vgl. Altendorfer 2001: 269, vgl. Schuler-Harms 2000: 153).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Mediensystem als Grundpfeiler der Demokratie und skizziert die Gliederung der Arbeit bezüglich Geschichte, Recht, Struktur und Finanzierung.
2 Historische Entwicklung des Rundfunks in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von den Anfängen des privaten Hörfunks über die Instrumentalisierung im Nationalsozialismus bis hin zur Etablierung des dualen Rundfunksystems nach.
3 Rechtliche Grundlagen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Hier werden die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen durch das Grundgesetz sowie die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern erläutert.
4 Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Das Kapitel analysiert den Aufbau der Sendeanstalten, unterteilt in die föderale ARD-Struktur, das zentrale ZDF und DLR sowie weitere Sonderformen.
5 Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Es werden die zwei Hauptsäulen der Finanzierung – Teilnehmergebühren sowie Werbung und Sponsoring – detailliert beleuchtet.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit kritisiert die schwindende Akzeptanz der Rundfunkgebühren im Lichte neuer technischer Empfangsmöglichkeiten und regt alternative Finanzierungsmodelle an.
Schlüsselwörter
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, ARD, ZDF, Deutschlandradio, Rundfunkstaatsvertrag, Grundversorgung, Medienpolitik, Rundfunkgebühren, duales System, Medienrecht, Programmauftrag, Landesrundfunkgesetze, Rundfunkrat, Intendant, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, seine historischen Wurzeln, seine verfassungsrechtliche Verankerung und seine aktuelle Organisationsform.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur der Rundfunkanstalten (ARD/ZDF/DLR), der Legitimation durch den Grundversorgungsauftrag und den Mechanismen der Gebührenfinanzierung.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Ziel ist es, einen kompakten Überblick über die rechtliche und strukturelle Organisation der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu vermitteln und die Finanzierungsproblematik aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die primär auf der Auswertung von Standardwerken zum deutschen Mediensystem sowie einschlägigen Rechtsquellen und Online-Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historische Entwicklung, die rechtlichen Grundlagen, die Binnenstruktur der Sender sowie die verschiedenen Finanzierungssäulen detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rundfunkfreiheit, Grundversorgung, duales System, Rundfunkstaatsvertrag, ARD, ZDF und Rundfunkgebühren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen ARD und ZDF in der Struktur wichtig?
Die Unterscheidung verdeutlicht den im Mediensystem vorherrschenden Dualismus von dezentral föderalistischer Organisation (ARD) und zentralistischer Organisation (ZDF/DLR).
Wie bewertet der Autor die Zukunft der Rundfunkfinanzierung?
Der Autor sieht eine schwindende Akzeptanz der Gebührenfinanzierung und mahnt eine Anpassung des Systems an, etwa durch eine haushaltsbezogene Pauschale oder einkommensabhängige Abgaben.
- Quote paper
- Mathias Purr (Author), 2006, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91009