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Problematik der Adoption von Kindern aus Ländern der Dritten Welt – insbesondere zur Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland

Title: Problematik der Adoption von Kindern aus Ländern der Dritten Welt – insbesondere zur Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland

Seminar Paper , 2006 , 50 Pages , Grade: 17 Punkte

Autor:in: Carolin Möller (Author)

Law - Civil / Private / Family Law / Law of Succession
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Summary Excerpt Details

Derzeit stehen in der BRD für jedes zur Adoption vorgemerkte Kind etwa 11 Adoptionsbewerber bereit. Die gesteigerte Nachfrage nach adoptierbaren Kindern bei kinderlosen Ehepaaren aus wirtschaftlich entwickelten Ländern hat zu einer Polarisierung der transnationalen Adoptionsvermittlung in Entwicklungsländer als Herkunfts- und Industrienationen als Aufnahmeländer geführt.
Die vorliegende Arbeit behandelt diese, in den vergangenen Jahrzehnten zu einem außerordentlich komplexen und differenzierten Phänomen gewordene Thematik mit all ihren kulturellen, soziologischen und rechtlichen Aspekten.
Weil viele der Herkunftsstaaten (so auch Brasilien) „ihre Kinder“ erst ausreisen lassen, wenn bereits ein rechtswirksamer Adoptionsbeschluss vorliegt, rückte dabei die Frage, inwieweit solche ausländischen Adoptionsbeschlüsse bzw. die immer seltener gewordenen Adoptionsverträge in Deutschland anzuerkennen sind und v.a. welche Wirkungen diese haben, in den Mittelpunkt der Problematik grenzüberschreitender Adoptionen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Auslandsadoption – Kinderhandel oder humanitäre Hilfe?

I. Gründe für die zunehmende Attraktivität der Adoption ausländischer Kinder

II. Die Situation in den Herkunftsländern – Auslandsadoption als Ausweg aus dem Kinderelend?

1. Massenarmut

2. Funktionsverlust der Großfamilie

3. Schande der nicht- ehelichen Geburt

4. Unterentwickeltes Inlandsadoptionswesen

5. Auslandsadoption als geeigneter Ausweg?

III. Gängige Praktiken des Kinderhandels

IV. Internationale Aktionen zur Anhebung fachlicher Standards bei transnationalen Adoptionen

1. Grundsätze zur internationalen Adoption von Genf (1957) und Leysin (1960)

2. Mailänder Adoptionskonferenz von 1971

3. UN-Deklarationsentwurf von 1978

4. UN-Deklaration über Jugendwohlfahrt, Pflegekindschaft und Adoption v. 1986

5. UN-Konvention über die Rechte des Kindes (KRK) von 1989

a) Fachlichkeitsprinzip

b) Subsidiaritätsprinzip

c) Schutzmechanismen

d) Maßnahmen gegen den Kinderhandel

6. Das Haager Adoptionsübereinkommen von 1993

V. Das Schicksal der Adoptivkinder aus der Dritten Welt in Deutschland

1. Integrationsprobleme

a) Psychische und kulturelle Probleme

b) Physische Probleme

c) Rassistische Probleme

2. Integrationserfolge

3. Selbsteinschätzung durch die Betroffenen

B. Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland

I. Die Rechtslage vor Inkrafttreten des AdwirkG am 01.01.2002

1. Qualifikation

2. Dekret- oder Vertragsadoption

a) Vertragsadoptionen

b) Dekretadoptionen

aa) Internationale Zuständigkeit

bb) Verfahrensrechtlicher ordre public

cc) Materieller ordre public

(1) Antrag des bzw. der Annehmenden

(2) Einwilligung des Kindes

(3) Zustimmung der leiblichen Eltern

(4) Kindeswohl

(5) Kriminelle Praktiken des Kinderhandels als Anerkennungshindernis?

(6) Starke Adoptionswirkungen?

(7) Unverzichtbare verfahrensrechtliche Elemente

dd) Starke Adoption als selbständige Anerkennungsvoraussetzung?

3. Wirkungen der Anerkennung

4. Substitution

5. Kein verbindliches Anerkennungsverfahren

II. Die neue Rechtslage nach dem AdwirkG

1. Anliegen und Regelungsansatz

a) Rechtssicherheit

b) Anerkennung dem Grunde nach, Rechtswirkungen und Substitution

c) Zentralisierung der Entscheidungszuständigkeit

2. Offene Fragen des AdwirkG

a) Maßstab der Entscheidung

b) Beendigung des Eltern-Kind-Verhältnisses i.S.d. §2 I, II Nr.1

c) Entscheidungs- und Wirkungsumfang der Feststellung nach §2 II Nr. 1 und Verhältnis zum Umwandlungsausspruch i.S.d. §3 II

d) Bedeutung des Umwandlungsausspruchs

e) Staatsangehörigkeitserwerb als unbedingte Voraussetzung einer vollständigen rechtlichen Integration?

3. Besonderheiten für Vertragsstaaten des HAÜ von 1993

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die rechtliche Problematik der Adoption von Kindern aus Ländern der Dritten Welt durch deutsche Staatsbürger, wobei ein besonderer Fokus auf der Anerkennung dieser ausländischen Adoptionen im deutschen Rechtsraum liegt. Die Untersuchung prüft sowohl die soziologischen Hintergründe und die internationale Entwicklung fachlicher Standards als auch die spezifische deutsche Rechtssituation vor und nach dem Inkrafttreten des Adoptionswirkungsgesetzes (AdwirkG).

  • Soziale und kulturelle Ursachen für Auslandsadoptionen in Herkunftsländern.
  • Kritische Analyse internationaler Schutzmechanismen gegen Kinderhandel.
  • Integrationsherausforderungen und psychosoziale Entwicklung Adoptierter in Deutschland.
  • Rechtliche Anforderungen und Anerkennungshindernisse (ordre public) bei Auslandsadoptionen.
  • Die Auswirkungen des AdwirkG auf Rechtssicherheit und Statusfeststellung.

Auszug aus dem Buch

III. Gängige Praktiken des Kinderhandels

Da auch bei internationalen Adoptionen die Wartelisten inzwischen lang sind, weichen einige der Adoptionswilligen immer wieder auf „Babyhändler“ aus oder ergreifen Eigeninitiative, was auch nach Inkrafttreten des HAÜ möglich bleibt, sofern der Herkunftsstaat nicht beigetreten ist. Die Praktiken des Kinderhandels sind makaber, illegal und kriminell. Sie sollen hier nur überblicksartig dargestellt werden: Die wohl krasseste Form stellt die Kindesentführung dar. Sie wird besonders in den Randzonen der Megastädte Lateinamerikas und Asiens praktiziert. Das entführte Kind wird dann als leibliches Kind der Entführer verkauft, nachdem seine Identität durch gefälschte Dokumente verändert wurde. Eine andere Methode ist der Verkauf von Kindern. Dem liegt i.d.R. eine wirtschaftliche und soziale Notlage der Eltern zugrunde. Oft werden ledige Mütter auch unter einem Vorwand (meist mit Versprechungen auf ein besseres Leben) in die BRD gelockt und von Babyhändlern dann zur Weggabe ihres Kindes gezwungen. Auch die Erpressung junger Mütter, die die Kosten ihres Klinikaufenthalts nicht bezahlen können, gehört zu den gängigen Praktiken. In Lateinamerika hat sich die sog. Totenscheinmethode (Vortäuschen einer Geburt) etabliert. Dabei reisen die Adoptionswilligen in eine Privatklinik in einem Land ihrer Wahl und bekommen dort einen Säugling ausgehändigt, dessen Geburtsurkunde bereits auf sie ausgestellt ist. Die leibliche Mutter dagegen erhält einen Totenschein. Auf Fragen der leiblichen Eltern wird ein extra zu diesem Zweck im Kühlraum aufbewahrter Säugling präsentiert und den Eltern so der Tod ihres Kindes glaubhaft gemacht. Doch auch die Methode der wahrheitswidrigen Vaterschaftsanerkennung wird immer beliebter. Nach der Einreise der (Transport)mutter in die BRD erkennt der Adoptionswillige wahrheitswidrig die Vaterschaft für das nichteheliche Kind an und lässt es für ehelich erklären. Nach gewisser Zeit adoptiert dann die Ehefrau das nun legitimierte Kind. Daneben wird noch die sog. Cash and Carry-Methode praktiziert. Hierbei dienen Medien-berichte über überfüllte Waisenhäuser im Ausland den Interessenten als Wegweiser, gezielt diese Heime zu besuchen und sich dort ein Kind auszusuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Auslandsadoption – Kinderhandel oder humanitäre Hilfe?: Dieses Kapitel beleuchtet die steigende Nachfrage nach Adoptionen in wirtschaftlich entwickelten Ländern und untersucht die sozioökonomischen Gründe in Herkunftsländern sowie die Problematik des organisierten Kinderhandels.

B. Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland: Hier wird detailliert die deutsche Rechtslage vor und nach Einführung des AdwirkG analysiert, insbesondere im Hinblick auf die Anerkennungsvoraussetzungen, den ordre public und die Rechtsfolgen der Adoption.

Schlüsselwörter

Auslandsadoption, Dritte Welt, Kinderhandel, Adoptionswirkungsgesetz, AdwirkG, Haager Adoptionsübereinkommen, HAÜ, Kindeswohl, Internationale Adoption, Rechtsanerkennung, ordre public, Integration, Staatsangehörigkeitserwerb, Kindschaftsverhältnis, Vertragsadoption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Thematik der internationalen Adoption von Kindern aus Entwicklungsländern durch deutsche Eltern und den damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Aspekte sind die Ursachen der Adoptionsnachfrage, die problematischen Praktiken im Bereich des Kinderhandels, die internationale Standardisierung durch UN-Konventionen sowie die deutsche Rechtspraxis zur Anerkennung ausländischer Adoptionsbeschlüsse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Anerkennungsfähigkeit ausländischer Adoptionen im deutschen Recht, wobei die Entwicklung von der Rechtsunsicherheit hin zu den neuen Regelungen durch das AdwirkG im Vordergrund steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine rechtsvergleichende Analyse sowie die Untersuchung nationaler und internationaler Rechtsnormen, ergänzt durch eine qualitative Fallbetrachtung (Interview).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Analyse der Herkunftsländer, die rechtliche Prüfung der Anerkennung vor 2002 und die neue Rechtslage nach dem Adoptionswirkungsgesetz inklusive des HAÜ.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Auslandsadoption, AdwirkG, Kindeswohl, HAÜ und Anerkennungsvoraussetzungen geprägt.

Welchen Stellenwert nimmt das Haager Adoptionsübereinkommen ein?

Das HAÜ stellt einen logischen Durchbruch zur Sicherung von Mindeststandards bei internationalen Adoptionen dar und verpflichtet Vertragsstaaten zur Anerkennung kraft Gesetzes.

Wie bewertet die Autorin die Situation nach dem AdwirkG?

Die aktuelle Situation wird nach den Jahren der Rechtsunsicherheit als durchaus befriedigend beurteilt, da das AdwirkG ein verbindliches Verfahren zur Status- und Wirkungsfeststellung bietet.

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Details

Title
Problematik der Adoption von Kindern aus Ländern der Dritten Welt – insbesondere zur Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland
College
University of Bayreuth
Course
Zivilrechtlich-rechtsvergleichendes Seminar
Grade
17 Punkte
Author
Carolin Möller (Author)
Publication Year
2006
Pages
50
Catalog Number
V91028
ISBN (eBook)
9783638048675
Language
German
Tags
Problematik Adoption Kindern Ländern Dritten Welt Anerkennung Adoptionen Deutschland Zivilrechtlich-rechtsvergleichendes Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Möller (Author), 2006, Problematik der Adoption von Kindern aus Ländern der Dritten Welt – insbesondere zur Anerkennung ausländischer Adoptionen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91028
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