Investition und Expansion nach Japan. Ein kurzer Leitfaden für deutsche Unternehmen


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung Japans

3. Politische Rahmenbedingungen

4. Ökonomische Rahmenbedingungen

5. Rechtliche Rahmenbedingungen

6. Kulturelle Rahmenbedingungen

7. Stärken-/Schwächen Analyse

8. Chancen-/Risiken Analyse

9. Fazit

II. Literaturverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: 6D Modell nach Hofstede (Hofstede Insights 2018)

1. Einleitung

Eine fortschreitende Globalisierung treibt immer mehr Unternehmen aus der Heimat ins Ausland. Vor allem Produktionsstandorte werden immer öfter in so­genannte Billiglohnländer verlegt um Kosten zu sparen. Tochterunternehmen oder Zweigstellen in allen Ländern der Welt werden eröffnet um auch die Kun­den in fremden Gefilden zu erreichen. Die Nähe zum Kunden soll die Reakti­onszeit verkürzen und ein genaueres Verständnis der Wünsche dieser Kunden bringen.

Japan, zwar gelegen im Osten Asiens wird trotzdem als sehr westlich orientiert angesehen. Was eine Investition in diesem sehr kleinen Land bedeutet, welche Barrieren bestehen und welche Chancen sich auftun werden in der folgenden Arbeit behandelt.

Dabei ist das Ziel eine grobe Darstellung der derzeitigen Situation in Japan auf­zuzeigen, um dann zu entscheiden welche Möglichkeiten sich für ein deutsches Unternehmen dort bieten können. Daraus sollen dann Perspektiven für die Zu­kunft entwickelt werden, unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Entwick­lung in Japan.

Der Aufbau dieser Arbeit ist an diese Ziele angepasst. Zu Beginn wird die der­zeitige Situation in Japan erläutert, angefangen mit einigen allgemeinen Infor­mationen. Dann wird detaillierter auf einzelne Bereiche eingegangen, wie die politischen Rahmenbedingungen, ökonomische Gegebenheiten und zuletzt rechtlichen und kulturellen Merkmalen. Folgend werden die Stärken und Schwächen des Landes analysiert um danach die Chancen und Risiken zu be­trachten.

Abschließend werden die ausgearbeiteten Informationen in einem Fazit verar­beitet um eine mögliche Investition eines deutschen Unternehmens in Japan zu bewerten.

2. Vorstellung Japans

Im äußersten Westen des Pazifiks in der nördlichen Hemisphäre, liegt der viert­größte Inselstaat der Welt: Japan, auch genannt das Land der aufgehenden Sonne.1 Auf einer Fläche von 145 936 Quadratkilometern leben über 126 Milli­onen Menschen.2 Durch das Meer getrennt von den Nachbarstaaten China, Nord- und Südkorea, sowie Russland und Taiwan besteht Japan aus 4 größe­ren Hauptinseln, sowie zahlreichen kleineren Inseln. Die größte Insel, Honshu, nimmt 61 Prozent der Gesamtfläche ein, gefolgt von Hokkaido mit 21 % und schließlich Kyushu und Shikoku.3 Die Hauptstadt, Tokio beherbergt alleine schon 10% der gesamten Bevölkerung.4 Sie gehört auch zur größten Metropo­lenregion der Welt, zusammen mit den Städten Yokohama und Kawasaki. Zu­sammen beherbergen diese drei Großstädte rund 35 Millionen Einwohner und 5 haben damit eine Bevölkerungsdichte von 5400 Einwohnern pro km2.5

Generell lebt knapp über die Hälfte der Bewohner Japans in den Städtischen Ballungsräumen.6 Die Mieten sind dementsprechend hoch und der Platz be- grenzt.7 Da aber fast drei Viertel des Landes aus Gebirgen oder Hügeln beste­hen und zwei Drittel der Fläche auch bewaldet sind drängen sich alle Städte und Industriegebiete, sowie die landwirtschaftlichen Nutzflächen auf den weni­gen Ebenen zusammen, oder befinden sich an der Küste.8 Diese Flächen be­finden sich zumeist auf der dem Pazifik zugewendeten Seite, denn die westli­che China zugewandte Seite muss mit einem härteren Klima zurechtkommen. Hier befinden sich deshalb nur kleinere Dörfer und Städte.9

Da sich Japan über mehrere Klimazonen erstreckt kann ein kein einheitliches Klima festgestellt werden. Während der Norden eher ein kühl-gemäßigtes Klima genießt, herrscht auf den südlichen Hauptinseln schon feucht-subtropisches Klima.10 Dank der ungewöhnlichen Länge des Landes leidet Japan oft unter Einflüssen der Naturgewalten. Starkregenfälle, Taifune, Erdbeben oder Vulkan­ausbrüche sind keine Seltenheit.11

Ohne eigene Rohstoffvorkommen ist Japan extrem Abhängig von Importge- schäften, vor allem für Energie.12 Deshalb baut Japan seine eigene Energie­versorgung aus und setzt zunehmend auf erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft.13 Vorhandene Rohstoffe sind ausnahmslos agrarischer Natur: Fisch, Geflügel, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Obst und Gemüse, vor allem aber Reis sind in der Japanischen Landwirtschaft weit verbreitet.14 So kann zwar der komplette Eigenbedarf an Reis mit der eigenen Produktion abgedeckt werden, bei Fleisch jedoch ist das Land extrem auf Importe angewiesen. Erwähnenswert ist, dass Japan eine der größten Fischfangflotten der Welt unterhält.15

Trotz dem weit verbreiteten traditionsreichen Reisanbau trägt der Dienstleis­tungssektor mit rund 85% den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt bei. Da aber der demographische Wandel auch vor Japan nicht Halt macht und der Anteil älterer Menschen immer mehr steigt, gewinnt der Gesundheitssektor auch immer mehr an Bedeutung. Durch diese starken Industrien gehört Japan zu den führenden Wirtschaftsnationen der Welt.16

Die offizielle Landessprache ist Japanisch. Als Geschäftssprache wird zu einem großen Teil Englisch anerkannt. Was die Infrastruktur angeht gehört Japan ein­deutig zur Weltspitze. Schon 2014 benutzen mehr als 70 der Bevölkerung die Glasfasertechnik für ihr Internet. Weltweit gesehen ist Japan die Nummer zwei in der mobilen Breitbandnutzung mit einem Abonnentenanteil von 116% der Bevölkerung. Die wichtigsten Religionen in Japan sind der Buddhismus und der Shintoismus, mit rund 80% der Bevölkerung als Anhänger von beiden Religio­nen gleichzeitig.17 Minderheiten anderer Religionen, wie zum Beispiel des Christentums existieren aber auch.18

3. Politische Rahmenbedingungen

Im November 1946 wurde die heute gültige Verfassung vom damaligen Kaiser Hirohito und dem ersten frei gewählten Parlament verabschiedet. Ein halbes Jahr später trat sie in Kraft. Mit dieser Verfassung wurde auch das Frauenwahl­recht eingeführt, zusammen mit einer Garantie der Menschenrechte, sowie der Gewaltenteilung.

Auch nach dieser Reform gilt der Kaiser noch heute als Staatsoberhaupt, hat aber in der Parlamentarischen Monarchie nur noch einen repräsentativen Cha­rakter.

Der seit Anfang 1989 amtierende Kaiser Akihito ist Mitglied der längsten unun­terbrochenen Erbmonarchie der Welt. Er stellt die Einheit des Landes dar und hat innerhalb des Shintoismus, der Urreligion Japans religiöse Pflichten wahr- zunehmen.19

In Japan gibt es eine Vielzahl an Wahlen. Alle über 20-jährigen nehmen sowohl an regionalen, als auch nationalen Wahlen Teil. So werden zum Beispiel die Gouverneure der 47 Präfekturen in welche Japan aufgeteilt ist durch eine öf­fentliche Wahl bestimmt. In wichtigen Fragen wie der Bildungs- oder Finanzpoli­tik haben die Parlamente der Präfekturen allerdings nur begrenzte Macht. Das eigentliche Sagen hat hier das nationale Parlament.20

Dieses Zweikammerparlament übt die Legislative des Landes aus. Es besteht aus einem Oberhaus, genannt Sangiin und dem Shügiin genannten Unter- haus.21 Das Oberhaus hat 242 Sitze, das Unterhaus 465, somit hat das Gesam­te Parlament eine Stärke von 707 Sitzen.22

Die Exekutive personalisiert der Premierminister, der Parteiführer der stärksten Partei. Er ist dem Parlament gegenüber verantwortlich. Zusätzlich gibt es noch den Obersten Gerichtshof, welchem die Judikative obliegt. Der Oberste Ge­richtshof ist zusammengesetzt aus dem vom Kaiser benannten obersten Rich­ter und 14 vom Kabinett ernannten höchsten Richtern. Die primäre Aufgabe des Obersten Gerichtshofes ist die Überprüfung der Gesetze und Verordnungen auf ihre Verfassungsmäßigkeit.23

Seit dem zweiten Weltkrieg ist fast durchgehend die Liberaldemokratische Par­tei an der Macht. Nur im Zeitraum von 1993 bis 1996 gab es kurzzeitig eine Ko­alition von 8 Parteien, welche aber schon kurze Zeit später wieder auseinander- fiel.24 Als Parteiführer der Liberaldemokratischen Partei ist Shinzo Abe seit 2012 der aktuelle Regierungsführer.25

Die größte Oppositionspartei Japans ist die Demokratische Partei Japans, aus der im letzten Jahr mit der Konstitutionell-Demokratischen Partei und der Partei 26 der Hoffnung zwei weitere Parteien hervorgegangen sind.26 Japan ist in mehreren internationalen Organisationen engagiert und ist eins der Gründungsmitglieder der G8 von 1975. Außerdem investiert Japan verstärkt in Entwicklungshilfe und ist somit eins der größten Geberländer der Welt.27

4. Ökonomische Rahmenbedingungen

Nach China und der USA liegt Japan mit einem Anteil von 5,6% am globalen 28 Bruttoinlandsprodukt auf Platz drei der führenden Wirtschaftsnationen.28 Trotz gemäßigter Wirtschaft seit den 90er Jahren und einer totalen Abhängig­keit von Importen schafft es Japan auf ein Bruttoinlandsprodukt von über 4.952 Milliarden US Dollar und damit auf ein Pro Kopf Bruttoinlandsprodukt von 39.308 US Dollar. Mit einer niedrigen Inflationsrate von 1 % im Jahr 2017 und einer Arbeitslosenquote von nur knapp über 3% erwirtschaftet Japan damit 29 schon seit einigen Jahren ein geringes aber stetiges Wirtschaftswachstum.29

Der Yen galt während der Finanzkrise als Fluchtwährung und stieg zeitweise drastisch an. Nach folgenden kurzzeitigen Werteinfällen stabilisierte sich der Yen jedoch schnell wieder und zählte 2016 sogar zu den sichersten Währun- gen.30

[...]


1 (Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan 2018)

2 (Japan Government 2018)

3 (Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan 2018)

4 (Japan Government 2018)

5 (IHK Ulm 2017)

6 (Exportbericht Japan 2017)

7 (Bundeszentrale für politische Bildung - Land und Leute 2002)

8 (Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan 2018)

9 (Bundeszentrale für politische Bildung - Land und Leute 2002)

10 (Exportbericht Japan 2017)

11 (Länderbericht Japan 2016)

12 (Bundeszentrale für politische Bildung - Land und Leute 2002)

13 (AHK - Wirtschaft 2018)

14 (GTAI 2018)

15 (AHK - Wirtschaft 2018)

16 (Länderbericht Japan 2016)

17 (Exportbericht Japan 2017)

18 (IHK Krefeld 2017)

19 (AHK - Politisches System 2018)

20 (BPB 2002)

21 (Exportbericht Japan 2017)

22 (Auswärtiges Amt Basisinformationen 2017)

23 (AHK - Politisches System 2018)

24 (BPB 2002)

25 (Auswärtiges Amt Basisinformationen 2017)

26 (Auswärtiges Amt Basisinformationen 2017)

27 (AHK - Außenpolitik 2018)

28 (Länderbericht Japan 2016)

29 (Exportbericht Japan 2017)

30 (Exportbericht Japan 2017)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Investition und Expansion nach Japan. Ein kurzer Leitfaden für deutsche Unternehmen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Dortmund früher Fachhochschule
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V910412
ISBN (eBook)
9783346233455
ISBN (Buch)
9783346233462
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investitionsleitfaden, Japan, Kultur, Verhandlungen, Expansion, Investition, Globalisierung, Strategisches Management
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Investition und Expansion nach Japan. Ein kurzer Leitfaden für deutsche Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/910412

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