1977 wurde die BRD durch den Terror des „Deutschen Herbstes“ erschüttert. Die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer und der Lufthansamaschine „Landshut“ wurden als Höhenpunkte des Terrors der Roten Armee Fraktion betrachtet. Mit dem Ende des „Deutschen Herbstes“ hielten viele das Ende der RAF für gekommen. Doch in den achtziger Jahren gelang der RAF ein Comeback. Die neu organisierte RAF hatte nicht an Schlagkraft ihrer Vorgänger verloren, aber Struktur, Anliegen und Arbeitsweisen verändert. In dieser Arbeit soll die dritte Generation der RAF betrachtet werden. Im Folgenden wird gezeigt, dass die RAF sich über die Generationen wandelte und durch eine verbesserte Organisation der Gruppe und raffiniertere Ausführungen ihrer Anschläge einen Höhepunkt in den achtziger Jahren erreichte, bis es schließlich 1993 zum Ende des Terrors im Namen der RAF kam.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Vorbemerkung
2. Was ist Terrorismus?
II. Der Ursprung der RAF
1. Die Studentenbewegung der sechziger Jahre
2. Die Rote Arme Fraktion
3. Die erste Generation
4. Die zweite Generation
III. Der Terrorismus der RAF in den achtziger Jahren
1. Die dritte Generation
2. Die Anschläge der dritten Generation
IV. Das Ende der RAF
1. Die Entdeckung ehemaliger RAF Terroristen in der DDR
2. Der Polizeieinsatz von Bad Kleinen am 27. Juni 1993
3. Initiativen aus dem Volk und der Politik
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Entwicklung und den Wandel der Roten Armee Fraktion (RAF) über ihre verschiedenen Generationen hinweg, mit einem besonderen Fokus auf die dritte Generation in den 1980er Jahren. Dabei wird untersucht, wie sich die Organisationsstruktur, die Zielsetzung und die Taktiken der Gruppe veränderten, bis hin zu ihrer endgültigen Auflösung 1993.
- Historischer Kontext der Studentenbewegung der 1960er Jahre
- Strukturwandel und Professionalisierung der dritten RAF-Generation
- Strategie der verdeckten Operationen und Erweiterung der Anschlagsziele
- Einfluss des politischen Umfelds und der Wiedervereinigung auf den Zerfall der RAF
Auszug aus dem Buch
III. Der Terrorismus der RAF in den achtziger Jahren
Die Gesellschaftssituation der BRD in den achtziger Jahren hatte sich gegenüber den sechziger und siebziger Jahren mit seinem Babyboom und Wohlstandszuwachs gewandelt. Die Protestbewegung verlor an marxistisch-leninistischem Hintergrund sowie ihre radikale Systemkritik und wurde zu einer friedlicheren Friedens- und Anti-Atombewegung, die sich stark für ökologische Belange einsetzte. Mit der Verhaftung von Adelheid Schulz, Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar 1980 hatte die RAF ihre führenden Köpfe der Logistik verloren. Dennoch regenerierte sich die RAF. Am 2. Juli 1984 wurden Christa Eckes, Stefan Frey, Ingrid Jakobsmeier, Helmut Pohl, Barbara Ernst und Ernst-Volker Staub verhaftet. Bei ihnen fand man das sogenannte „Mai-Papier“, in dem militante Aktionen gegen Sachen gefordert wurden.
Als die dritte Generation sich formierte, lernte sie aus den Fehlern der vorangegangenen Generationen anhand der Prozessakten, in die sie über die Anwälte der Gefangenen Einblick erhielten. Angeblich studierten sie jeden Gerichtsfall gegen sie, um ihre schwachen Punkte und die Techniken der Behörden gegen sie herauszufinden. Die dritte Generation der RAF hatte sich somit auf die Ermittlungsmethoden der Polizei eingestellt. Sie arbeitete nahezu perfekt mit dem anscheinend obersten Gebot der eigenen Sicherheit durch Vermeidung von Risikos. Die offen kämpfende Terrorgruppe wandelte sich zu einer verdeckt arbeitenden. Die Durchführung der Attentate wurde mit Scharfschützen und Lichtschranken perfektioniert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der RAF, ihre historische Einordnung und Definition von Terrorismus als Kommunikationsstrategie.
II. Der Ursprung der RAF: Beleuchtung der Wurzeln in der Studentenbewegung der 60er Jahre sowie Entstehung und Entwicklung der ersten und zweiten RAF-Generation.
III. Der Terrorismus der RAF in den achtziger Jahren: Analyse der professionalisierten dritten Generation, ihrer Organisationsstruktur und ihrer veränderten Anschlagstaktiken.
IV. Das Ende der RAF: Darstellung der Enttarnung der RAF-Mitglieder in der DDR, des Polizeieinsatzes von Bad Kleinen und der politischen sowie gesellschaftlichen Faktoren, die zum Ende führten.
V. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung der RAF von einer ideologisch getriebenen Gruppe hin zur Auflösung nach dem Verlust ihrer Grundlage.
Schlüsselwörter
Rote Armee Fraktion, RAF, Terrorismus, dritte Generation, Studentenbewegung, Stadtguerilla, linker Terrorismus, Bad Kleinen, Deutsche Einheit, Systemkritik, politischer Wandel, RAF-Geschichte, bewaffneter Kampf, Attentate, politische Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Geschichte, Entwicklung und den organisatorischen Wandel der RAF von ihren Ursprüngen bis zu ihrer Auflösung 1993, mit einem speziellen Schwerpunkt auf der dritten Generation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Studentenbewegung, die Evolution der terroristischen Strategien, der Übergang zu verdeckten Operationen und die Auswirkungen politischer Ereignisse wie der Wiedervereinigung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die RAF sich über die Jahrzehnte hinweg wandelte, warum sie in den 80er Jahren einen Höhepunkt an operativer Raffinesse erreichte und warum sie schließlich zerfiel.
Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, zeitgenössischer Publikationen und Prozessakten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Ursprung der RAF, die spezifische Analyse der dritten Generation der 80er Jahre sowie die Umstände und Ereignisse, die zum Ende der Terrorgruppe führten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind RAF, Terrorismus, Studentenbewegung, Stadtguerilla, dritte Generation, politische Radikalisierung und die gesellschaftliche Reaktion in Deutschland.
Warum änderte sich die Zielwahl der RAF-Attentate in den achtziger Jahren?
Die dritte Generation verlagerte ihren Fokus von symbolischen Führungspersönlichkeiten der ersten Generation auf anonymere Funktionsträger im militärisch-industriellen und politisch-staatlichen Bereich, um effektiver und verdeckter agieren zu können.
Welche Rolle spielte die DDR für die RAF in den achtziger Jahren?
Die DDR diente als Rückzugsort für RAF-Mitglieder, die dort unter falscher Identität bürgerliche Existenzen aufbauten, bis diese im Zuge der Wiedervereinigung aufgedeckt wurden.
Was war das Besondere am Polizeieinsatz in Bad Kleinen?
Der Einsatz gilt als harter Schlag gegen die Kommandoebene, bei dem Birgit Hogefeld verhaftet wurde und Wolfgang Grams unter ungeklärten Umständen starb, was zu einer Mythenbildung ("Legende Bad Kleinen") führte.
Warum gab die RAF den bewaffneten Kampf schließlich auf?
Nachdem das ideologische Fundament durch das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung wegfiel sowie die Enttarnung der Mitglieder in der DDR die Organisation destabilisierte, verlor der bewaffnete Kampf jede propagandistische und strategische Grundlage.
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- Wiebke Seitz (Author), 2002, Der deutsche Terrorismus in den 1980er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91056