Das erste Ziel ist es, den Schülern und Schülerinnen zu ermöglichen eine Beziehung und einen Bezug zu Gott zu finden und herzustellen und ihnen damit einen Weg aufzuzeigen, sich persönlich mit ihrer Religion und ihrem Glauben zu identifizieren. Dazu gehört, dass die SuS ein eigenes Verständnis von Gott aufbauen. Wie aber kann man erklären, was Gott ist? Wie Gott ist? Was er für unser Leben und unseren Alltag bedeutet? Der Gottesbegriff ist abstrakt. Gott ist unfassbar, un“begreiflich“. Unerklärbar. Also muss ein Weg gefunden werden, uns der Bedeutung des Gottesbegriffs anzunähern. Das geht nur über anschauliche Beispiele, über die wir uns dem abstrakten Begriff nähern können. Deshalb brauchen wir Vergleiche und Bilder, um den SuS eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie Gott wirkt.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich Metaphern und Gottesbildern beschäftigen. Vor allem im Hinblick auf den Religionsunterricht möchte ich versuchen zu klären, wozu Metaphern und Gottesbilder notwendig sind und wie sie uns helfen können uns Gott anzunähern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Metapher
2.1. Definitionen
3. Gottesbilder
3.1. Warum brauchen wir Bilder von Gott?
3.1.1 Kann man „Gott“ definieren?
3.1.2 Was bedeutet „Gott“?
3.2. Verschiedene Gottesbilder in der Bibel
3.2.1 Metaphern für Gott
3.2.2 metaphorische Vergleiche für Gott
3.2.3 Der semantische Verlust bei Gott-Metaphern nach Jürgen Werbick
3.3. Gott ist (wie) Feuer – ein konkretes Beispiel
3.3.1 Bibelstellen, in denen von Feuer die Rede ist
3.3.2 WIE ist Gott wenn er mit Feuer in Zusammenhang gebracht wird?
4. Metaphern im Religionsunterricht
4.1. Wie passen Metaphern in den Bildungsplan?
4.2. Möglichkeiten zur Umsetzung am Beispiel der Feuermetaphern
4.2.1 Umsetzungsmöglichkeiten nach Andreas Benk
4.2.2 Unterrichtseinheit „Hl. Geist“ in einer 4. Klasse – ein Unterrichtsbeispiel
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Metaphern als Brücke zum Verständnis des abstrakten Gottesbegriffs zu untersuchen, insbesondere im Kontext des Religionsunterrichts in der Grundschule. Es wird erforscht, wie durch anschauliche Bildsprache – exemplarisch dargestellt an der Feuermetaphorik – eine persönliche Beziehung zu Gott angebahnt und Sprachfähigkeit im Glauben gefördert werden kann.
- Die Funktion und Notwendigkeit von Metaphern in der Sprache über Gott.
- Die Analyse biblischer Gottesbilder unter Verwendung der Feuermetaphorik.
- Die Bedeutung der Ambivalenz in religiösen Sprachbildern.
- Die didaktische Umsetzung von Metaphern im Religionsunterricht zur Förderung religiöser Sprachfähigkeit.
Auszug aus dem Buch
Gott ist (wie) Feuer – ein konkretes Beispiel
Ich möchte nun an einem konkreten Beispiel zeigen, was eine Gottesmetapher oder ein Gottesvergleich alles beinhalten kann; auch die Ambivalenz, die in diesen Vergleichen steckt. Ich habe dazu das Symbol Feuer ausgewählt, da dieses sehr oft als Metapher in der Bibel vorkommt, sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament.
Zuerst möchte ich einige Beispiele anführen, in denen Feuer vorkommt:
Ex 3,2-6 Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, dass der Busch mit Feuer brannte, und ward doch nicht verzehret. Und sprach: Ich will dahin, und besehen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der Herr sah, dass er hinging zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch, und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zeuch deine Schuhe aus von deinen Füßen denn der Ort da du auf stehest, ist ein heilig Land.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Schwierigkeit für Schüler, einen persönlichen Bezug zu Gott in einer säkularisierten und heterogenen Welt zu finden, und betont die Notwendigkeit von Bildern und Metaphern zur Annäherung an den abstrakten Gottesbegriff.
2. Die Metapher: Dieses Kapitel definiert Metaphern als rhetorische Figuren zur Veranschaulichung komplexer Sachverhalte und unterscheidet zwischen echten Metaphern und metaphorischen Vergleichen.
3. Gottesbilder: Es wird erörtert, warum Definitionen allein nicht ausreichen, um Gott zu beschreiben, und wie biblische Bilder – insbesondere die Feuermetaphorik – als facettenreiche Annäherung dienen können.
4. Metaphern im Religionsunterricht: Der didaktische Teil zeigt auf, wie Metaphern im Bildungsplan verankert sind und wie durch konkrete Unterrichtseinheiten, z.B. zum Thema "Feuer" oder "Pfingsten", religiöse Sprachfähigkeit bei Schülern gefördert werden kann.
5. Fazit: Die Autorin resümiert, dass die Auseinandersetzung mit Metaphern eine unverzichtbare Kompetenz für den Religionsunterricht darstellt, um Schülern einen Zugang zu einem tieferen Gottesverständnis zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Gottesbegriff, Metapher, Religionsunterricht, Feuermetaphorik, Gottesbild, Bibeldidaktik, Religiöse Sprachfähigkeit, Ambivalenz, Glaubenserziehung, Grundschule, Pfingsten, Trinität, Offenbarungsgeschichte, Sinnstiftung, Gottesbeziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Metaphern, um den für Schüler oft schwer greifbaren und abstrakten Gottesbegriff verständlich und anschlussfähig an deren Lebenswelt zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Metaphorik, die Analyse biblischer Gottesbilder (insbesondere das Feuer-Symbol) und die didaktische Einbettung dieser Thematik in den katholischen Religionsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schüler durch den gezielten Einsatz von Metaphern eine eigene, persönliche Beziehung zu Gott aufbauen und sprachfähig über ihren Glauben werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur theologischen Metaphernlehre (u.a. Jürgen Werbick), eine exegesenahe Betrachtung biblischer Stellen und die Reflexion von Unterrichtsbeispielen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert, warum Gott oft nicht direkt definierbar ist, untersucht verschiedene biblische Gottesbilder und zeigt konkrete Methoden für den Religionsunterricht auf, um Metaphern im Unterricht einzusetzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gottesbegriff, Metaphorik, Religionsunterricht, Feuermetapher und religiöse Sprachfähigkeit charakterisiert.
Warum ist das Symbol "Feuer" ein zentrales Beispiel der Arbeit?
Das Feuer wird gewählt, weil es in der Bibel sehr präsent ist und eine starke Ambivalenz aufweist (wärmend/erleuchtend vs. zerstörerisch/unnahbar), was die Facetten von Gottes Wesen ideal widerspiegelt.
Welche Rolle spielt der Religionsunterricht in der Arbeit?
Der Religionsunterricht fungiert als zentraler Ort, an dem Kinder lernen, durch Metaphern ihr eigenes Erleben und ihre Weltanschauung vor Gott zu bringen und religiös sprachfähig zu werden.
- Citation du texte
- Alexandra Pick (Auteur), 2008, Gott ist (wie) Feuer - Die Annäherung an den Gottesbegriff durch Metaphern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91140