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Die bona meretrix unter Vorurteilen des römischen Hetärenwesens

Eine Untersuchung der Hetäre Thais in Terenz‘ Eunuchus

Titel: Die bona meretrix unter Vorurteilen des römischen Hetärenwesens

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Kim Willenbrock (Autor:in)

Latein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um zu einer Identifizierung der Figur Thais‘ in Terenz' Komödie Eunuchus mit dem Typus einer bona bzw. mala meretrix zu gelangen, wird im Zuge dieser Arbeit zunächst auf die Integration des Hetärenwesens nach hellenistischem Vorbild in Rom und den damit einhergehenden Wandel der gesellschaftlichen Akzeptanz eingegangen. Erst durch den Einfluss griechischer Werte entwickelten sie sich mit der Zeit zu einer Personengruppe, die auch in die Öffentlichkeit trat. Das bis dahin in den Köpfen der römischen Gesellschaft festgesetzte Bild der Hetären entsprach durch den niedrigen sozialen Stand mehr dem Typ einer mala meretrix, wie sie auch Plautus meist in seinen Werken auftreten ließ. Rund eine Generation nach ihm, und damit in der Zeit anfänglicher Eingliederung hellenistischer Werte in Rom, orientierte sich Terenz verstärkt an den griechischen Werken Menanders und an seinem Vorbild der ἑταίρα χρηστή. In diesem Zusammenhang vollzog Terenz eine Modifikation der Figur der meretrix in der römischen Komödie und trug der bona meretrix ein hohes Maß an Bedeutung zu. Da diese Rolle für das römische Publikum jedoch eine Neuheit darstellte, musste er sich der Erwartungshaltung seiner Zuschauer anpassen und Grundzüge einer mala meretrix beifügen.

Die Untersuchung der Hetäre Thais wird in dieser Arbeit anhand ausgewählter Textpassagen vorgenommen.
Insgesamt gilt die Darstellung Thais‘ natürlich nicht als repräsentative Wirklichkeit für die Hetären in der Gesellschaft. Zuletzt nimmt der gesellschaftliche Wandel aber dennoch Einfluss auf das Abbild der Hetäre innerhalb der römischen Komödie Eunuchus von Terenz und trägt durch den Erfolg damit wesentlich zu einer „Verbürgerlichung des Hetärenwesens“ bei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Rolle der meretrix in der palliata

2.1 Adaption der meretrix in der palliata

2.2 meretricium bonae malaeque artes

3 Darstellung der Thais in Terenz‘ Eunuchus

3.1 Thais in ihrer Darstellung als bona meretrix

3.2 Thais in ihrer Darstellung als mala meretrix

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

5.2 Hilfsmittel

5.3 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Konzept der Hetäre Thais in Terenz' Komödie Eunuchus im Spannungsfeld zwischen den literarischen Typen der bona und mala meretrix zu identifizieren und kritisch zu analysieren.

  • Historische Entwicklung des Hetärenbildes von der griechischen zur römischen Literatur.
  • Differenzierung zwischen den komödientheoretischen Begriffen der bona und mala meretrix.
  • Analyse der sprachlichen Charakterisierung und Handlungsweisen von Thais in Terenz' Eunuchus.
  • Untersuchung des Einflusses von Vorurteilen römischer Akteure auf die Wahrnehmung der Protagonistin.
  • Wissenschaftliche Einordnung der Rolle der Hetäre innerhalb der palliata.

Auszug aus dem Buch

3.1 Thais in ihrer Darstellung als bona meretrix

Bereits in ihrem ersten Auftritt in Szene I.2 lässt sich aufgrund ihrer Aussagen auf ein signifikantes Merkmal des Typus bona meretrix schließen, indem die gegenseitige Liebe zwischen Thais und Phaedria thematisiert wird. So wird gleich zu Beginn der Szene ein vertrauter Umgang zwischen den Akteuren erkennbar, den Thais wiederholt durch den Ausdruck mi Phaedria (86, 95, 144, 190) deutlich macht. Die Konjektur, die in Vers 95 vorgenommen wurde, unterstreicht abermals die Hervorhebung dieses Ausdrucks. Die Dopplung der persönlichen Anrede Phaedrias durch das zuvor angeführte anime mi (95), wie es bei Donat zu finden ist, verstärkt zudem den ersten Eindruck eines vertrauten Umgangs. Da dieser ihr aufgrund ihrer Beziehung zum miles Thraso nicht vertraue, offenbart sie ihrem Geliebten ihren Plan (postilla quam intumum habeam te, 127 f.) Pamphila wieder zu gewinnen und versichert ihre Liebe zu ihm (mea consilia ut tibi credam omnia, 128) Pamphila wieder zu gewinnen und versichert ihre Liebe zu ihm. Ihre Verwendung von omnia und intumum zeigt damit ihre äußerste Hingabe in dieser Beziehung, da eine Steigerung hinsichtlich dieser Begriffe kaum möglich ist.

Als ein weiterer Liebesbeweis ordnet sich Thais Phaedria unter. Mit ihrer Aussage potius quam te inimicum habeam, faciam ut iusseris (174) deutet sie an, nach seinen Vorstellungen zu handeln, damit er weiterhin an ihrer Seite bleibe. Das gewähltes Gegenstück zu amicus spricht auch ihre Bezeichnung inimicus für eine enge Verbindung der Akteure – eine Situation, die sie hinsichtlich ihres höheren Ziels vermeiden möchte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung des Hetärenbegriffs ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung der Thais in Terenz' Eunuchus.

2 Die Rolle der meretrix in der palliata: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Hetärenwesens in der römischen Komödie und die spezifische Differenzierung zwischen bona und mala meretrix erläutert.

3 Darstellung der Thais in Terenz‘ Eunuchus: Dieses Kapitel analysiert anhand ausgewählter Textstellen die Charakteristika von Thais und ihre Einordnung in die Typologie der bona und mala meretrix.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Thais als eine komplexe Figur, die bestehende Vorurteile in der römischen Gesellschaft reflektiert und modifiziert.

5 Literaturverzeichnis: Dies ist ein systematisches Verzeichnis der verwendeten Primärtexte, Hilfsmittel und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Terenz, Eunuchus, bona meretrix, mala meretrix, Hetäre, palliata, Thais, antike Komödie, Literaturwissenschaft, römische Gesellschaft, Phaedria, Geschlechterrollen, antike Literatur, Charakterisierung, soziale Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung einer Hetäre in der römischen Komödie, spezifisch mit der Figur der Thais im Stück Eunuchus von Terenz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziale Wahrnehmung von Hetären im Rom der Antike, die Entwicklung des Typus der meretrix in der palliata und die Dekonstruktion von Vorurteilen gegenüber dieser Frauenfigur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist die Identifizierung der Thais als Charakter und die Frage, inwiefern sie sich durch ihre dargestellten Eigenschaften dem Typus der bona meretrix zuordnen lässt oder durch Vorurteile anderer Figuren verfälscht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten, wobei insbesondere metrische Analysen und die Untersuchung sprachlicher Charakterisierungen in den Dialogen angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Rollenbilder in der palliata und die detaillierte Textanalyse der Thais in ihrer Rolle als sowohl bona als auch mala meretrix.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind meretrix, bona meretrix, mala meretrix, Terenz, Eunuchus und palliata.

Wie unterscheidet sich die bona von der mala meretrix laut der Untersuchung?

Die bona meretrix zeichnet sich durch altruistisches Verhalten und Hingabe aus, während die mala meretrix mit Eigennutz, Raffinesse und moralischer Verwerflichkeit assoziiert wird.

Welche Rolle spielt Parmeno bei der Einordnung der Thais?

Parmeno trägt durch seine abwertenden Äußerungen und die Verwendung von Begriffen wie calamitas wesentlich dazu bei, ein negatives Bild der meretrix zu etablieren, welches Thais als mala meretrix erscheinen lässt.

Warum wird Thais trotz ihrer Handlungen als bona meretrix eingestuft?

Obwohl sie Methoden anwendet, die typisch für eine mala meretrix sind, dient ihr Handeln dem höheren, selbstlosen Ziel, ihre Schwester Pamphila zu befreien, was ihre Charakterisierung als bona meretrix rechtfertigt.

Welches Fazit zieht die Arbeit über das Hetärenbild bei Terenz?

Terenz modifiziert das Hetärenbild, indem er durch Thais eine Figur schafft, die moralische Komplexität zeigt und sich von klischeehaften negativen Vorurteilen löst, womit er zur Aufwertung des Hetärenbildes beiträgt.

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Details

Titel
Die bona meretrix unter Vorurteilen des römischen Hetärenwesens
Untertitel
Eine Untersuchung der Hetäre Thais in Terenz‘ Eunuchus
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
2,3
Autor
Kim Willenbrock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V911700
ISBN (eBook)
9783346225153
ISBN (Buch)
9783346225160
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terenz Eunuchus Hetäre Thais meretrix Komödie palliata Latein bona meretrix mala meretrix Hetärenwesen bonae artes malae artes Charakterisierung Eunuch Publius Terentius Afer Theater römische Komödie griechische Komödie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Willenbrock (Autor:in), 2018, Die bona meretrix unter Vorurteilen des römischen Hetärenwesens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911700
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Leseprobe aus  19  Seiten
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