Nachhaltige Transportlogistik. Bedeutung, Maßnahmen und Potenziale

Herausforderungen der City-Logistik


Seminararbeit, 2019

32 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Nachhaltige Logistik
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Der Begriff der Nachhaltigkeit
2.1.2 Der Begriff der nachhaltigen Logistik
2.2 Motivationsgründe einer nachhaltigeren Logistik für Unternehmen
2.2.1 Treibhauseffekt und Klimawandel
2.2.2 Ressourcenverknappung und politische Rahmenbedingungen
2.2.3 Wettbewerbsposition und Imageverbesserung

3 Maßnahmen und Potenziale einer nachhaltigen Transportlogistik
3.1 Straßentransport
3.2 Schienentransport
3.3 Lufttransport
3.4 Wassertransport

4 Nachhaltige City-Logistik
4.1 Ver- und Entsorgung
4.1.1 Nachfragegruppen der urbanen Logistik
4.1.2 Herausforderungen der Ver- und Entsorgung im urbanen Raum
4.2 Konzepte für urbane Logistik
4.2.1 Sammel- und Verteilzentren
4.2.2 Elektrifizierung der Letzten Meile

5 Nachhaltige Logistik am Beispiel UPS
5.1 Der Nachhaltigkeitsgedanke im Unternehmen
5.2 Maßnahmen zur Nachhaltigkeitsverbesserung in der Praxis

6 Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 5-1 Vorrangmodell der Nachhaltigkeit

Abbildung 6-1 Eigene Darstellung

Abbildung 7-1 Acht Nachfragegruppen für Logistikdienstleistungen

Abbildung 7-2 Funktionen von Logistikzentren

Abbildung 8-1 Eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 6-1 Growth of global trade-related freight and emissions to 2050, by transport mode

Tabelle 6-2 Eigene Darstellung in Anlehnung an Tabelle 6.1

Tabelle 6-3 Eigene Rechnung

1 Einleitung

Das wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung und die gesellschaftliche Debatte über nachhaltiges Handeln hinsichtlich des Klimawandels und zukünftiger Generationen verpflichtet zu einer genaueren Betrachtung der Logistik. Die Logistik zählt zu den Hauptverursachern von klimaschädlichen Emissionen wie etwa CO2, Stickoxide als auch Feinstaubpartikeln und wird durch zunehmende Globalisierung, steigende Lebensstandards und veränderte Kundenbedarfen mit stark steigenden Frachtaufkommen in den nächsten Jahrzehnten konfrontiert sein (1). Eine konkrete Auseinandersetzung mit dem zentralen Element der Logistik, dem Transportsektor, ist somit unumgänglich (2). Des Weiteren haben der Trend der Urbanisierung und der sich wandelnder Kundenbedürfnisse großen Einfluss auf die Herausforderungen einer nachhaltigen City-Logistik. Bestehende Konzepte stoßen zusehends an ihre Grenzen hinsichtlich Geschwindigkeit, Emissionen und Flexibilität, weshalb neue Ansätze erforderlich sind. Die Aufteilung der Seminararbeit erfolgt auf drei Schwerpunkte und einem Praxisbeispiel anhand eines Unternehmens. Zu Beginn dieser Arbeit wird darauf eingegangen was der Begriff der Nachhaltigkeit umfasst und worin die Relevanz einer genaueren Auseinandersetzung für Unternehmen mit dieser Thematik liegt. Der zweite Schwerpunkt findet sich in der konkreten Betrachtung von Maßnahmen und Potenzialen einer nachhaltigeren Transportlogistik unter Differenzierung nach Transportträgern wieder. Die Anspruchsgruppen und die Herausforderungen einer City-Logistik sind Gegenstand des letzten Abschnittes dieser Arbeit. Am Beispiel eines Unternehmens aus der Logistik wird der Einzug des Nachhaltigkeitsgedanken in die Unternehmenspolitik aufgezeigt und anhand bereits umgesetzter Maßnahmen verdeutlicht.

2 Nachhaltige Logistik

2.1 Begriffsdefinitionen

2.1.1 Der Begriff der Nachhaltigkeit

Der Begriff der Nachhaltigkeit beschreibt eine auf längere Zeit anhaltende Wirkung. Der Hintergrund dieser Definition ist in der Fortwirtschaft zu finden und lässt sich bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Kernaussage hierbei war, es darf nicht mehr Holz geerntet werden als auch wieder nachwächst (3). Es galt sozusagen, ein sich selbst tragendes System zu schaffen, welches langfristig Zugriff auf eine Ressource liefert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5-1 Vorrangmodell der Nachhaltigkeit (5)

In der heutigen Zeit wird der Begriff der Nachhaltigkeit weiter gefasst. Anstatt lediglich einer Betrachtung in der ökologischen Dimension sind weitere Dimensionen zu berücksichtigen. Basierend auf dem Vorrangmodell wird ersichtlich, dass Nachhaltigkeit nur unter Berücksichtigung von ökonomischen, sozialen und vor allem ökologischen Gesichtspunkten erfolgen kann (4). Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Ökologie, da diese die Grundvoraussetzung für soziale und ökonomische Stabilität ist. Die nachfolgende Abbildung zeigt darauf basierend das genannte Modell, welches im Folgenden näher beschrieben wird.

Ökologische Nachhaltigkeit

Ziel ist die Erhaltung bzw. die Erhöhung der natürlichen Ressourcen unter dem Aspekt einer langfristig orientierten und dauerhaften Verfügbarkeit sowie die Gewährleistung deren Nutzbarkeit (6).

Soziokulturelle Nachhaltigkeit

Eine klare Definition dieses Begriffes ist noch nicht möglich. Nach dem Verständnis des Instituts für sozial-ökonomische Forschung lässt sich jedoch folgende Schlussfolgerung zu. Soziale Nachhaltigkeit umfasst eine Aufrechterhaltung des Gesundheitszustandes von Sozialsystemen durch Sicherung der Grundbedürfnisse, Sozialressourcen, Chancengleichheit und Partizipation (7).

Ökonomische Nachhaltigkeit

Umfasst die Sicherung eines dauerhaften funktionsfähigen Wirtschaftssystems durch Erhaltung bzw. Erhöhung des physischen Kapitals (8). Des Weiteren wird hierunter verstanden, dass eine Gesellschaft nicht über ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit leben soll.

Diese drei Aspekte bilden ebenfalls die Grundsäulen der Corporate Sustainability, welche als Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsgedanken des bisherigen Corporate Social Responsibility Ansatzes zu verstehen ist (9).

2.1.2 Der Begriff der nachhaltigen Logistik

Vorab ist zu erwähnen, dass der Begriff der nachhaltigen Logistik meist auch stellvertretend als „Grüne Logistik“ (aus dem Englischen „Green Logistics) bezeichnet wird. Grüne Logistik respektive nachhaltige Logistik hat in der jüngeren Vergangenheit einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren und ist weltweit einer der Top-Trends in der Logistikbranche (10). Es ist noch keine eindeutige Begriffsbestimmung weder in der Wirtschaft noch in der Praxis geschaffen worden. Koch definiert den Begriff wie folgt: „Unter ‚Grüner Logistik‘ wird die ganzheitliche Transformation von Logistik-Strategien, -Strukturen, -Prozessen und -Systemen in Unternehmen und Unternehmensnetzwerken zur Schaffung umweltgerechter und ressourcenschonender Logistikprozesse verstanden“ (11).

2.2 Motivationsgründe einer nachhaltigeren Logistik für Unternehmen

Bisher konzentrierten sich die betrieblichen Prozesse innerhalb der Logistik meist auf Gewinnmaximierung. Ökologische und soziale Aspekte spielten lange Zeit eine untergeordnete bis gar keine Rolle (12). Im weiteren Verlauf werden Gründe aufgezeigt, die eine Auseinandersetzung und Berücksichtigung mit einer nachhaltigen Logistik für Unternehmen unentbehrlich machen. Hierbei wird zum einen zwischen marktübergreifender und zum anderen marktinterner Motivation unterschieden. Treibhauseffekt und Klimawandel sowie Ressourcenverknappung und politische Rahmenbedingungen betreffen Unternehmen weltweit. Marktintern hingegen sind Aspekte wie der Aufbau von Wettbewerbspositionen, als auch die Verbesserung des Unternehmensimage zu nennen.

2.2.1 Treibhauseffekt und Klimawandel

Aufgrund der hauptsächlich durch den Menschen freigesetzten Treibhausgase verläuft die Erderwärmung schneller als in den vorherigen Erderwärmungsphasen. Der Treibhauseffekt bewirkt eine Temperaturerhöhung auf Planetenoberflächen. In Analogie zu einem Treibhaus, welches Sonnstrahlung durchlässt und die Wärme festhält. Der eigentliche Effekt basiert darauf, dass die Erdatmosphäre für von der Sonne einfallende kurzwellige Strahlung weitgehend durchlässig ist, jedoch nur eine geringe Durchlässigkeit für langwellige Infrarotstrahlung zulässt und diese teilweise absorbiert. Die auf die Erde fallenden kurzwelligen Strahlen heizen die Erdoberfläche auf, welche einen Teil der Wärme in Form von Infrarotstrahlung zurückwirft. Diese langwellige Strahlung wird durch die Treibhausgase an ihrer Abstrahlung in das All behindert, sodass die Wärme zum Teil in der Erdatmosphäre zurück gehalten wird. Die Folgen für das Leben auf der Erde aufgrund des Treibhauseffektes und des dadurch verstärkten Klimawandels sind massiv. So beeinflusst der Klimawandel primär die Eisschmelze, den damit verbundenen Meeresspiegelanstieg, Wetterextreme, Artensterben und die menschliche Gesundheit (13).

Zum größten Klimatreiber dieser Entwicklungen ist hierbei das Kohlenstoffdioxid (CO2) zu zählen. Bis Ende des 18. Jahrhunderts traten keine nennenswerten Anteile an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre auf. Simultan zum Start des Industriezeitalters stiegen die Emissionen sprunghaft an und tragen nun maßgeblich zur Klimaerwärmung bei (14). Im Jahr 2016 trägt der Transportsektor, welches zweifellos den zentralen Aufgabenbereich der Logistik widerspiegelt, einen Anteil von 24 % zu den globalen CO2-Emissionen bei (15). Alleine dieser Umstand sollte die Notwendigkeit von Maßnahmen ausreichend darstellen.

2.2.2 Ressourcenverknappung und politische Rahmenbedingungen

Ressourcen sind essentiell für ein Leben wie wir es heute kennen. Zunehmendes Bevölkerungswachstum und ein daraus steigender Energie- und Rohstoffverbrauch führen langfristig zu einer Ressourcenverknappung. Allgegenwertig ist hierbei der fossile Rohstoff Erdöl zu nennen. In den nächsten Jahrzehnten ist mit einer Nachfrage-erhöhung nach Rohöl von ca. 16 % zu rechnen. Trotz technologischer Fortschritte in der Ölförderung gehen Vertreter der „Peak-Oil-These“ davon aus, dass die steigende Nachfrage den Zuwachs an neuen Ölquellen übersteigen wird und das Angebot langfristig nicht mehr gedeckt werden kann (16). Zwangsläufig führt das zu steigenden Preisen von Rohöl. Etwa 58 % des weltweiten Ölverbrauches entfällt auf den Transportsektor somit ist dieser respektive die Logistik stark von diese Entwicklung betroffen (17).

Die Politik verstärkt ihre Bestrebungen die Emissionen allen voran das Treibhausgas CO2 durch Festlegung von Zielen für ganze Nationen weltweit zu verringern. Auf jährlichen Klimakonferenzen werden Vereinbarungen getroffen um durch Menschen verursachte Umweltschäden entgegenzuwirken und zu verringern. Mit dem Kyoto-Protokoll von 1997 wurden erstmals rechtlich verbindliche Klimaziele festgelegt (18). Im „Klimawandel- und Energieplan“ verpflichtete sich die Europäische Union (EU) die Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 20% gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken und einen Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Primärenergieverbauch der EU von 20 % zu erreichen (19). Durch Einführung eines EU-weiten Emissionshandels ist ein erstes Steuerungsinstrument geschaffen worden, welches CO2 einen monetären Wert verleiht. Eine geplante zukünftige Ausweitung der Klimaschutzmaßnahmen auf den Transportsektor (Schiffverkehr (20), Luftverkehr (21)) wird vor allem die Logistik in ihrer Gesamtheit betreffen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Nachhaltige Transportlogistik. Bedeutung, Maßnahmen und Potenziale
Untertitel
Herausforderungen der City-Logistik
Hochschule
Hochschule Coburg (FH)
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
32
Katalognummer
V911852
ISBN (eBook)
9783346231208
ISBN (Buch)
9783346231215
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Transportlogistik, City-Logistik, Ressourcenverknappung, Elektrifizierung, Letzte Meile, urbane Logistik, CO²
Arbeit zitieren
Alexander Wunner (Autor), 2019, Nachhaltige Transportlogistik. Bedeutung, Maßnahmen und Potenziale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911852

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nachhaltige Transportlogistik. Bedeutung, Maßnahmen und Potenziale



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden