Umsetzung von Hitlers politischen und ideologischen Ideen in der „Hitlerjugend“


Hausarbeit, 2007
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2.1 Entwicklung der Organisation Hitlerjugend
2.2 Organisation der Hitlerjugend
2.3 Politische und ideologische Ideen Hitlers und ihre Umsetzung in der HJ
2.4.1 Staatsauffassung und Propaganda
2.4.2 Lebensraumerweiterung im Osten
2.4.3 Rassenideologie und Sozialdarwinismus
2.4 Kurze Wertung der Hitlerjugend für den Nationalsozialismus

3. Schluss: „Und sie wurden nicht mehr frei ihr ganzes Leben...“

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben...“ Dieses Zitat stammt aus der Rede Adolf Hitlers auf einer Kundgebung in Reichenberg im Sudetengebiet vom 2. Dezember 1938. Gemeint ist die deutsche Jugend, deren Leben ab dem 10. Lebensjahr von der NSDAP streng geregelt und festgeschrieben ist: „[...] dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, [...] dann nehmen wir sie sofort in die Partei oder in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter [...]“[1] Hitler sah in der Jugend den „Garant für die Zukunft“ um seine Herrschaft zu sichern. Die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend sollte die jungen Menschen an Leitbilder des nationalsozialistischen Systems heranführen und ihnen eine Orientierung für ein angebrachtes Verhalten im faschistischen Alltagsleben geben.[2]

Doch inwieweit konnten Hitlers politische und ideologische Ideen in der Hitlerjugend realisiert und umgesetzt werden? Und wenn sie verwirklicht wurden, wie wurden die Jugendlichen zum Beitritt in die Hitlerjugend (HJ) bewegt? Hätte er es womöglich ohne die unvorbelastete, etwas naive und vergleichsarme Jugend nicht geschafft, eine breite Massenbasis hinter sich zu versammeln, die ihm unbedingtem Gehorsam schwor?

Im folgenden soll es darum gehen, diese Fragen zu beantworten. Um dies zu tun, müssen folgende Teilaspekte berücksichtigt werden: die Entwicklung der Organisation Hitlerjugend, ihre Struktur und die Umsetzung von Hitlers Ideologien in der Hitlerjugend. Anhand von Primärquellen und ausgewählter Sekundärliteratur soll es mir gelingen, einzuschätzen, wie es dem nationalsozialistischen Erziehungsstaat gelungen ist, sich die Jugend als Gefolgschaft zu sichern. Grundlage meiner Arbeit sind vor allem Hitlers ideologische Ideen aus „Mein Kampf“. Dabei bilden die Ideologien[3] bezüglich Staatsauffassung und Propaganda, der Lebensraumerweiterung im Osten und der Rassenidee einen Leitfaden.

2.1 Entwicklung der Organisation Hitlerjugend

Erste Anfänge der Hitlerjugend lassen sich im Jahre 1925 datieren, als Hitler nach seiner Haft begann, die NSDAP wieder aufzubauen. Die Gruppe setzte sich zusammen aus Jugendlichen, die sich der NSDAP verbunden fühlten und das demokratisch – republikanische System der Weimarer Republik ablehnten. Als Begründer der Hitlerjugend gilt der Jurastudent und Hitler-Bewunderer Kurt Grubner, der aus einem proletarischen Milieu stammt. Ab Juli 1926 wurde die Organisation der SA unterstellt und nannte sich fortan „Hitler – Jugend“ (HJ). Für Hitler hatte die HJ zunächst keine große Bedeutung, da seine Priorität darin lag, Wählerstimmen zu sammeln, die er nur von stimmberechtigten Erwachsenen bekommen konnte. Erst als die NSDAP bei den Wahlen vom 14. September 1930 zur zweitstärksten Partei gewählt wurde, lernte Hitler die Jugendorganisation zu schätzen.

War die HJ vor diesem Zeitpunkt eher eine proletarische Jugendpartei, erhofften sich nun auch immer mehr Jugendliche, vor allem mittelständische Gymnasiasten, mittels einer Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, Aufstiegschancen.

Ein erster Schritt in Richtung einheitliche Jugendpartei war die Ernennung von Baldur von Schirach zum Reichsjugendführer der NSDAP im Oktober 1931. Schirach, der schon seit Juli 1928 Führer des Studentenbundes war, stammte aus einer monarchistisch-nationalistischen Familie und hatte somit eine starke Neigung zur radikalen Rechten.

1932 erhiellt die HJ einen eigenständigen Status in der NSDAP und am 1. und 2. Oktober wurden in Potsdam erste Massenkundgebungen vor ca. 70.000 Jugendlichen abgehalten.

Als Hitler am 30. Januar 1933 zum Kanzler ernannt wurde, äußerte Schirach erstmals sein Ziel, die gesamte deutsche Jugend in die HJ zu integrieren. Rein formell wurde seine Idee im Hitlerjugendgesetz vom 1. 12. 1936 verwirklicht, was besagte, dass „Die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes [...] in der Hitlerjugend zusammengefasst [ist].“[4] Infolgedessen trat Schirach am 17. Juni das Amt des Jugendführers der HJ an, welches dieser bis zum August 1940 innehielt. Um dieses Ziel zu erreichen, versuchte Schirach zunächst alle eigenständigen Jugendverbände in die HJ zu integrieren. Dies erwies sich als recht einfach, da die meisten Organisationen, ebenso wie die HJ, eine autoritäre Führungsstruktur forderten und sich deshalb bedingungslos einfügten. Alle Organisationen, die sich nicht in die HJ einordnen wollten, wurden im Zuge der „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“ aufgelöst. Nach dieser Notverordnung wurden alle Parteien außer der NSDAP und dessen Unterorganisationen verboten. Viele Jugendliche fühlten sich nun isoliert und befürchteten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Massenkundgebungen, Märsche und gemeinsame Veranstaltungen wirkten auf der einen Seite als Anziehungsfaktor, aber auf der anderen Seite übten sie einen gewissen Druck auf die Jugendlichen aus. So gelang es Schirach mittels patriotischen Appellen und psychologischen Tricks viele Jugendliche zum Beitritt in die HJ zu bewegen. Verstärkend wirkte sich auch der von der HJ betriebene Terror gegen Systemgegner (z.B. Straßenschlachten) auf die unorganisierten Jugendlichen aus. Falls man der HJ trotz allem nicht beitrat, drohte den Jugendlichen die soziale Isolation, gesellschaftliche Sanktionen und berufliche Nachteile.

[...]


[1] Michaelis, Herbert; Schraepler, Ernst (Hrsg.): Ursachen und Folgen vom deutschen Zusammenbruch
1918-1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. Elfter Band. Berlin 1966. S. 138.

[2] Vgl. Klönne, Arno: Jugend im Dritten Reich. Die Hitler-Jugend und ihre Gegner. München 1995. S. 7.

[3] Ideologie ist nach Duden die Gesamtheit der Auffassungen und Denkvorstellungen einer Gesellschaftsgruppe.

[4] Michaelis, Herbert; Schraepler, Ernst (Hrsg.): Ursachen und Folgen vom deutschen Zusammenbruch 1918-1945 bis zur staatlichen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. Elfter Band. Berlin 1966. S. 138.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Umsetzung von Hitlers politischen und ideologischen Ideen in der „Hitlerjugend“
Hochschule
Universität Potsdam
Veranstaltung
Nationalsozialistische Herrschaftspraxis zwischen 1933 und 1939
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V91188
ISBN (eBook)
9783638045933
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umsetzung, Hitlers, Ideen, Nationalsozialistische, Herrschaftspraxis
Arbeit zitieren
Lisa Schlönvogt (Autor), 2007, Umsetzung von Hitlers politischen und ideologischen Ideen in der „Hitlerjugend“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91188

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