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Die Privatisierung des Krieges durch moderne Terrororganisationen

Versuch einer begriffs- und faktenbasierten Einordnung am Beispiel von Al Qaida

Titel: Die Privatisierung des Krieges durch moderne Terrororganisationen

Hausarbeit , 2015 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Herber (Autor:in)

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
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Worum es in dieser Arbeit gehen soll, ist eine Ausweitung des Konzepts der Privatisierung des Krieges in seiner primären Konzentration auf den Aspekt der Privatisierung von Sicherheit um einen neuen Aspekt, welcher vorab mit der „Privatisierung von Unsicherheit“ benannt werden soll.

Grundlage ist der Gedanke, dass es neben Sicherheitsfirmen, die im Auftrag von Staaten unter eigener Verfolgung eines privatwirtschaftlichen Interesses das Risiko diffuser Gefahrenlagen übernehmen, mit den Terrororganisationen noch einen weiteren Akteur gibt, der sich einer ähnlichen strukturellen Einordnung unterziehen lässt wie erstere. Abstrahiert man nämlich zunächst von einem betriebswirtschaftlichen, also monetären, Interesse der Sicherheitsfirmen und betrachtet sie einfach als privaten Akteur, so wird ersichtlich, dass Organisationen und Netzwerke wie die Taliban und Al-Qaida als nichtstaatliche Akteure primär nichts anderes darstellen.

Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, diesen Akteur auf seine strukturellen Eigenheiten hin zu überprüfen und eine Diagnose zu stellen, inwiefern er als Ursache und/oder Phänomen einer Entwicklung betrachtet werden kann, die in der Politischen Soziologie als Privatisierung des Krieges bezeichnet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Privatisierung des Krieges – Theorie Münklers

3 Terror, Terrorismus und dessen moderne Organisation

3.1 Definitorische Probleme

3.2 Terrorismus als politisch-militärische Strategie

3.3 Exkurs: Partisan bei Carl Schmitt/Münkler

3.4 Das Wesen des religiösen Terrorismus und seine Organisation

3.4.1 Religiöser Terrorismus

3.4.2 Beispiel Al Qaida

4 Synthese und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die moderne Terrororganisation als ein Phänomen, das sich innerhalb des Konzepts der Privatisierung des Krieges verorten lässt. Ziel ist es, auf Basis einer kriegssoziologischen Perspektive zu analysieren, ob und inwiefern Terrororganisationen wie Al Qaida als private Akteure in diesem Transformationsprozess des Krieges betrachtet werden können.

  • Analyse der Privatisierung des Krieges nach Herfried Münkler
  • Begriffsabgrenzung von Terror und Terrorismus
  • Diskussion der theoretischen Verbindung zwischen Partisanen und Terroristen
  • Untersuchung religiös motivierter Terrorismusorganisationen
  • Fallbeispiel Al Qaida als Prototyp moderner Terrornetzwerke

Auszug aus dem Buch

3.2 Terrorismus als politisch-militärische Strategie

Münkler versucht, salopp gesagt, aus der begrifflichen Unklarheit, deren Quellen zum einen in der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur und zum anderen im „Verwirrspiel“ der Akteure selbst zu finden sind (Münkler 2008: 252), das Beste zu machen und betrachtet den Terrorismus aufgrund einer „Analyse von Strategien der Gewaltanwendung als politisch-strategischen Klassifikationsbegriff“, indem er Gewaltstrategien zur Durchsetzung politischen Willens rekonstruiert, die abseits definitorischer Klarheit als Terrorismus bezeichnet werden könnten (Ebd.). Diese zumindest methodisch etwas widersinnig klingende Beschreibung seines Vorhabens liegt die Beobachtung zu Grunde, dass, zumindest seine Methodik betreffend, dem Terrorismus eine viel eigenständigere Logik zugrunde liegen muss, als es die Selbstverleugnungsstrategien von Terroristen, die sich eher als Partisanen oder Freiheitskämpfer sehen wollen, vermuten lässt (Ebd.).

Zentral und interessant für das Vorhaben dieser Arbeit sind in dieser Hinsicht weniger die exakten Gewaltanalysen, die Münkler hier liefert, als vielmehr die Feststellung, dass es aufgrund einer sowohl nahezu identischen strukturellen Ausgangslage („dramatische militärische Unterlegenheit“; Ebd.: 253) als auch der strukturellen Gleichheit in der Beschaffenheit der durch die Anwendung terroristischer Methoden erwünschten Effekte („»Botschaften« des Terrorismus“ an die „fragile Wirtschaftspsychologie“; Ebd.: 257) hinsichtlich Partisanen- bzw Guerillakrieg und modernem Terrorismus gleichermaßen, Terrorismus „an sich“ ein strukturprinzipielles Eigenleben fernab gesellschaftlich determinierter negativer oder positiver Konnotationen zu führen scheint. Es lässt sich aufgrund dieser Einsicht Münklers herausarbeiten, dass die Tatsache, dass dennoch davon gesprochen werden kann, dass Terrorismus nicht gleich Terrorismus sei (Freudenberg 2008: 254), nicht von der Methode an sich, sondern vielmehr von der hinter ihm stehenden Absicht abhängt. Da in dieser Arbeit der Nachweis im Vordergrund stehen soll, dass moderner Terrorismus, wie ihn beispielsweise Al Qaida praktiziert, als ein privates und/oder privatisiertes Phänomen betrachtet werden kann, rückt die Bezeichnung des Terrorismus als „politisch“ nun in den Vordergrund, was eine genauere Betrachtung des Partisanen und dessen Abgrenzung zum Terroristen erforderlich macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Privatisierung des Krieges ein und stellt die Forschungsfrage nach der strukturellen Einordnung von Terrororganisationen wie Al Qaida als private Akteure.

2 Die Privatisierung des Krieges – Theorie Münklers: Dieses Kapitel erläutert Herfried Münklers Thesen zur Entstaatlichung des Krieges, insbesondere durch Söldner, Warlords und Kindersoldaten.

3 Terror, Terrorismus und dessen moderne Organisation: Es wird die begriffliche Abgrenzung zwischen Terror und Terrorismus diskutiert und deren Verflechtung mit militärischen Strategien und der Figur des Partisanen analysiert.

3.1 Definitorische Probleme: Dieser Abschnitt thematisiert die Schwierigkeiten einer eindeutigen wissenschaftlichen Definition von Terror und Terrorismus unter Berücksichtigung ihrer historischen und medialen Belastung.

3.2 Terrorismus als politisch-militärische Strategie: Das Kapitel untersucht Terrorismus als bewusste Gewaltstrategie und analysiert die funktionale Ähnlichkeit zu Partisanentaktiken.

3.3 Exkurs: Partisan bei Carl Schmitt/Münkler: Hier wird der Partisan als irregulärer Akteur in Abgrenzung zum regulären Soldaten nach den Theorien von Carl Schmitt und Herfried Münkler betrachtet.

3.4 Das Wesen des religiösen Terrorismus und seine Organisation: Dieser Teil beleuchtet die Besonderheiten religiös motivierter Terrororganisationen und deren Abgrenzung zu weltlich legitimierten Akteuren.

3.4.1 Religiöser Terrorismus: Der Abschnitt fokussiert auf die konfessionelle Motivationsbasis und die daraus resultierende Radikalisierung der Gewalt.

3.4.2 Beispiel Al Qaida: Al Qaida wird als prototypisches Beispiel eines multinationalen, privaten Terrornetzwerks analysiert, das seine Entstehung historischen Kontexten der Befreiungskriege verdankt.

4 Synthese und Fazit: Das abschließende Kapitel führt die theoretischen Argumente zusammen und fordert eine stärkere Integration der Terrorismusforschung in die Debatte um die Privatisierung des Krieges.

Schlüsselwörter

Privatisierung des Krieges, Terrorismus, Al Qaida, Herfried Münkler, Partisan, Entstaatlichung, Gewaltmonopol, Asymmetrische Kriegführung, Nichtstaatliche Akteure, Religiöser Terrorismus, Strategie, Sicherheit, Konfliktforschung, Transnationalisierung, Politische Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moderne Terrororganisation als ein Phänomen, das im Kontext der "Privatisierung des Krieges" verstanden werden kann, wobei Al Qaida als zentrales Beispiel dient.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Privatisierung von Sicherheit, die kriegssoziologische Einordnung von Terrorismus, die Figur des Partisanen sowie die Charakteristika religiös motivierter Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den modernen Terrorismus von der rein politischen Sphäre abzugrenzen und zu prüfen, ob dieser als privater Akteur im Prozess der Privatisierung von Gewalt gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kriegssoziologische Perspektive gewählt, die historische und politisch-soziologische Literatur – insbesondere von Herfried Münkler – heranzieht, um das Phänomen abstrahierend einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Privatisierung des Krieges, definiert Begriffe wie Terror und Terrorismus, zieht Vergleiche zur Theorie des Partisanen bei Carl Schmitt und untersucht das Fallbeispiel Al Qaida.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Privatisierung des Krieges, Entstaatlichung, Terrorismus, Al Qaida, Asymmetrische Kriegführung und Partisan.

Warum spielt das Konzept des "zu interessierenden Dritten" bei Münkler eine Rolle?

Es dient dazu, die politische Legitimität von Akteuren zu prüfen, da für eine politische Tat ein adressierbarer Dritter existieren muss, was bei Al Qaida als bloßes Konstrukt hinterfragt wird.

Inwiefern unterscheidet sich Al Qaida laut Autor von klassischen Partisanen?

Während Partisanen bei Schmitt tellurisch an ihren Boden gebunden sind, nutzt der moderne Terrorist wie Al Qaida primär die Ressourcen des Angegriffenen für asymmetrische Anschläge.

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Details

Titel
Die Privatisierung des Krieges durch moderne Terrororganisationen
Untertitel
Versuch einer begriffs- und faktenbasierten Einordnung am Beispiel von Al Qaida
Hochschule
Universität Trier
Note
1,3
Autor
Stefan Herber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V911965
ISBN (eBook)
9783346232847
ISBN (Buch)
9783346232854
Sprache
Deutsch
Schlagworte
terrororganisationen Privatisierung von Krieg Privatisierung des Krieges Al Qaida Münkler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Herber (Autor:in), 2015, Die Privatisierung des Krieges durch moderne Terrororganisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/911965
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Leseprobe aus  19  Seiten
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