In dieser Arbeit wird geprüft, inwiefern sich die Werte des Friedensnobelpreis Komitees im politischen Sprachgebrauch Obamas zeigen. Dazu dient Obamas Rede, die er 2009 in Prag hielt, da diese eine der wichtigsten Reden ist, die er vor seiner Auszeichnung hielt. Anhand dieser wird untersucht, mit welchen rhetorischen Mitteln Obama Werte des Friedensnobelpreis Komitees hervorhebt.
Dazu soll zunächst kurz anhand der Theorie von Klein die Textsorte politische Rede darstellt werden. Danach wird auf die Rhetorik anhand von Klein, Grieswelle und Zimmermann eingegangen und anschließend wird eine eigene Methodik vorstellt, nach der die Rede in dieser Arbeit analysiert werden soll. Hierbei wird sich zusätzlich noch auf die Theorie von Plett gestützt, um einige rhetorische Figuren zu definieren.
Da die Rede von Obama auf Werte des Friedensnobelpreis Komitees untersucht werden soll, geht diese Arbeit noch kurz auf die Geschichte des Nobelpreises ein und darauf, für was die Preisträger in den vergangenen Jahren ausgezeichnet wurden, um daraus zu schließen, welche Werte wichtig sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Textsorte: politische Rede
3. Rhetorik
3.1 Politische Rhetorik
3.2 Methodik
4. Der Friedensnobelpreis
4.1 Werte des Friedensnobelpreis Komitees
4.2 Gründe für Obamas Nominierung
5. Analyse der Rede
5.1 Gefahr von Nuklearwaffen
5.2 Brüderlichkeit und Zusammenarbeit
5.3 Hoffnung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die spezifischen Werte des Friedensnobelpreis-Komitees Eingang in den politischen Sprachgebrauch Barack Obamas gefunden haben. Als zentraler Untersuchungsgegenstand dient dabei die „Prager Rede“ aus dem Jahr 2009, anhand derer analysiert wird, mit welchen rhetorischen Mitteln Obama diese Werte in seinen Ausführungen hervorhebt und so seine politische Vision einer atomwaffenfreien Welt legitimiert.
- Analyse der politischen Rede als Textsorte und rhetorische Konstruktion.
- Untersuchung der Werte des Friedensnobelpreis-Komitees und deren Bedeutung für die Nominierung Obamas.
- Identifikation rhetorischer Stilmittel wie Anaphern, Metaphern und Antithesen im Kontext der „Prager Rede“.
- Darstellung der Themenfelder Nuklearwaffen, Brüderlichkeit und Hoffnung in Obamas Rhetorik.
- Gegenüberstellung des rhetorischen Anspruchs mit den politischen Realitäten und Handlungen.
Auszug aus dem Buch
Gefahr von Nuklearwaffen
Obama beginnt mit einem deutlichen Einstieg ins Thema, indem er sagt, dass die Abschaffung der Atomwaffen fundamental für die Sicherheit der Nationen und für den Frieden in der Welt sei (98-100). Er beschreibt Nuklearwaffen als das gefährlichste Vermächtnis des Kalten Krieges und macht somit die große Gefahr deutlich, die von ihnen ausgeht. Durch die Antithese in Zeile 106 hebt er noch einmal hervor, dass der Kalte Krieg zwar verschwunden ist, die Nuklearwaffen jedoch nicht. Diese Aussage unterstützt er mit einem Parallelismus (107 f.) im nächsten Satz, der beschreibt, dass die Bedrohung eines Atomkrieges zwar niedriger geworden ist, aber das Risiko einer nuklearen Attacke dafür gestiegen ist.
Die Bedrohung durch Atomwaffen betont er nochmals durch eine Akkumulation (117 f.), indem er die Konsequenzen für globale Sicherheit, Gesellschaft, Wirtschaft und letztendlich für das Überleben der Menschheit aufzeigt. Hier betont er, dass diese Bedrohung jeden Einzelnen angeht, indem er nicht nur zum Beispiel die Sicherheit der Menschheit als Ganzes nennt, sondern immer „our security“ (117) sagt, egal wo eine Attacke stattfände. Durch die Personifikation von Fatalismus als einen tödlichen Gegner (121) und die Epipher danach (121-123) unterstreicht er, dass es eine fatale Ansicht ist, zu sagen, dass es unmöglich ist, die Verbreitung von Atomwaffen zu stoppen, weil daraus folgt, dass auch ein nuklearer Angriff unausweichlich sei. Obama ist sich bewusst und macht durch eine Wiederholung und Steigerung von „as a nuclear power“ (125f) zu „as a nuclear power, as the only nulclear power“ (126) klar, dass er die Verantwortung hat, zu handeln, da die USA die einzige Nuklearmacht ist, die je eine Atomwaffe benutzt hat. Insgesamt folgt, dass Obama der Ansicht ist, dass die Abschaffung der Gefahr mit der Abschaffung nuklearer Waffen gleichzusetzen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert die Fragestellung: Inwiefern spiegeln sich die Werte des Friedensnobelpreis-Komitees in Obamas „Prager Rede“ wider?
Textsorte: politische Rede: Es wird der theoretische Rahmen der politischen Rede definiert, wobei zwischen beratender und epideiktischer Rede unterschieden wird.
Rhetorik: Dieses Kapitel beleuchtet die Grundlagen der Rhetorik und politischen Rhetorik unter Einbezug von Autoren wie Grieswelle, Klein und Zimmermann, um das Handwerkszeug für die Analyse bereitzustellen.
Methodik: Die Methodik erläutert den geisteswissenschaftlichen Ansatz, rhetorische Stilmittel wie Anaphern oder Metaphern zur Ermittlung von Werten in der Rede systematisch zu erfassen.
Der Friedensnobelpreis: Hier wird die historische und ideelle Basis des Friedensnobelpreises sowie die Intention hinter der Nominierung Barack Obamas dargestellt.
Analyse der Rede: Das Kernstück der Arbeit untersucht die „Prager Rede“ detailliert auf die Themenbereiche Nuklearwaffen, Brüderlichkeit und Hoffnung hin.
Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und ordnet Obamas rhetorische Vision kritisch in den Kontext seiner tatsächlichen politischen Handlungen ein.
Schlüsselwörter
Barack Obama, Prager Rede, Friedensnobelpreis, politische Rhetorik, Nuklearwaffen, Abrüstung, Identifikation, Brüderlichkeit, Rhetorische Mittel, Stilanalyse, Politolinguistik, Weltfrieden, diplomatische Strategie, Wertediskurs, Politische Rede.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die politische Rhetorik von Barack Obama, spezifisch anhand seiner „Prager Rede“ von 2009, um zu prüfen, ob und wie darin die Leitwerte des Friedensnobelpreis-Komitees rhetorisch verarbeitet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder umfassen die atomare Abrüstung, die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bzw. Brüderlichkeit sowie die Vermittlung einer zukunftsorientierten Hoffnung.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern zeigen sich die Werte des Friedensnobelpreis-Komitees im politischen Sprachgebrauch Obamas am Beispiel der „Prager Rede“?
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rhetorische Textanalyse auf Basis eines Fragenkatalogs (nach Geißner), ergänzt durch die Definition rhetorischer Figuren von Plett, um die Dispositio und Elocutio der Rede systematisch zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zur politischen Rede und Rhetorik gelegt, gefolgt von der inhaltlichen Analyse der „Prager Rede“ sowie einer Einordnung der Werte des Friedensnobelpreis-Komitees.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Politische Rhetorik, Prager Rede, Nuklearwaffen, Abrüstung, Friedensnobelpreis und politische Identifikation.
Warum wurde gerade die „Prager Rede“ für die Analyse gewählt?
Die Wahl fiel auf die „Prager Rede“, da sie als eine der wichtigsten Reden Obamas vor seiner Auszeichnung gilt und seine visionäre Politik zur atomwaffenfreien Welt in besonderem Maße verdeutlicht.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin im Hinblick auf Obamas Redestil?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Obama gezielt rhetorische Mittel wie Anaphern und Metaphern einsetzt, um seine Werte und Ziele zu unterstreichen, auch wenn dies in einem gewissen Spannungsverhältnis zu seiner tatsächlichen politischen Bilanz steht.
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- Lena Hans (Author), 2017, Obamas "Prager Rede" 2009. Die Werte des Friedensnobelpreis-Komitees in seinem politischen Sprachgebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912333