Diese Arbeit befasst sich mit Methoden der Unternehmensbewertung und ihrer jeweiligen Funktion. Die heutige Welt ist geprägt von Veränderungen, Schnelligkeit und dem Drang zur Anpassung an neue Situationen. Das gilt nicht nur für das Privatleben vieler Menschen, sondern auch für das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland und der Welt. Eine derart dynamische Umwelt kann zu Situationen führen, in denen es auch bei Unternehmen dazu kommt, dass diese geteilt, gekauft oder verkauft werden. In Fällen wie diesen muss der Wert eines Unternehmens festgestellt werden. Das Unternehmen muss bewertet werden.
In der täglichen Arbeit vieler Unternehmen spielt der Umgang mit Zahlen eine große Rolle. Umsätze werden berechnet, Einkaufspreise eingepflegt und Verkaufspreise kalkuliert. Zahlenmaterial und der richtige Umgang damit spielt für den Erfolg von Unternehmen oft eine signifikante Rolle. Der tatsächliche Wert einer gesamten Unternehmung ist den Verantwortlichen aber in aller Regel nicht bekannt. Ein Unternehmen als die Summe seiner Buchwerte darzustellen erscheint nach den Regelungen des HGB nicht zielführend. Auch Gewinnsummen der Vergangenheit zu kumulieren mutet nicht wie die sinnvollste Möglichkeit an. Um nun aber einen Unternehmenswert zu erhalten, haben sich in der Praxis dennoch verschiedene Methoden herausgebildet. Eine Gruppierung von Methoden wird als DCF-Methode(n) bezeichnet. Durch die Diskontierung erwarteter (zukünftiger) Zahlungsströme wird hier der Wert eines Unternehmens berechnet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Bewertungsanlässe und Bewertungszwecke
3 DCF-Methoden
3.1 Grundlagen und Klassifizierungen
3.2 Wesentliche Prämissen
3.3 Das APV-Verfahren
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Beispielberechnung und kritische Beurteilung
3.4 Das FCF-Verfahren
3.4.1 Grundlagen
3.4.2 Beispielberechnung und kritische Beurteilung
3.5 Das TCF-Verfahren
3.5.1 Grundlagen
3.5.2 Beispielberechnung und kritische Beurteilung
3.6 Das FTE-Verfahren
3.6.1 Grundlagen
3.6.2 Beispielberechnung und kritische Beurteilung
4 Probleme bei der Durchführung von DCF-Verfahren
4.1 Ermittlung der Cashflows
4.2 Ermittlung der Eigenkapitalkosten
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit den verschiedenen Discounted Cashflow (DCF)-Methoden in der Unternehmensbewertung auseinander, um deren Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten im Kontext der modernen Wirtschaft zu beleuchten.
- Grundlagen und Klassifizierung verschiedener DCF-Verfahren.
- Detaillierte Analyse des APV-, FCF-, TCF- und FTE-Ansatzes.
- Gegenüberstellung von theoretischen Modellen und praktischer Anwendung.
- Diskussion von Herausforderungen bei der Ermittlung von Cashflows und Eigenkapitalkosten.
- Kritische Würdigung der Aussagekraft und Objektivität der Bewertungsergebnisse.
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen und Klassifizierungen
Die Bewertung von Unternehmen wird seit vielen Jahren in Theorie und Praxis kontrovers diskutiert. In Deutschland nimmt vor allem die sogenannte Ertragswertmethode einen hohen Stellenwert ein. Daneben haben aber in den letzten Jahren auch die international bekannteren DCF-Methoden eine größer werdende Bedeutung bekommen. DCF steht dabei für Discounted Cashflow. Um zu einem Unternehmenswert zu gelangen, werden hier zukünftig zu erwartende Zahlungsströme (Cashflows) diskontiert. Dieses eher simple Prinzip ist bei der Ertragswertmethode, wie bei den DFC-Varianten identisch. Welcher Zinssatz zum diskontieren genutzt wird und welche Cashflows in die Berechnung miteinbezogen werden ist in der Praxis dabei ebenfalls umstritten. Anhand der miteinbezogenen Werte und der Art der Berechnung werden verschiedene Klassifizierungen der DFC-Methoden unterschieden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Unternehmensbewertung in einem dynamischen Wirtschaftsumfeld und führt in die Thematik der DCF-Methoden ein.
2 Bewertungsanlässe und Bewertungszwecke: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Gründe für eine Unternehmensbewertung, wie etwa Fusionen oder Veräußerungen, und differenziert zwischen Anlässen und Zwecken.
3 DCF-Methoden: Hier erfolgt eine systematische Einteilung der verschiedenen DCF-Ansätze sowie eine detaillierte Analyse der einzelnen Verfahren inklusive ihrer rechnerischen Grundlagen und kritischen Würdigung.
4 Probleme bei der Durchführung von DCF-Verfahren: Dieses Kapitel widmet sich den Herausforderungen bei der praktischen Anwendung, insbesondere der komplexen Prognose zukünftiger Cashflows und der Bestimmung angemessener Eigenkapitalkosten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass keine der untersuchten Methoden eine vollkommene Objektivität garantieren kann, da stets subjektive Schätzungen einfließen.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, DCF-Methoden, Discounted Cashflow, Cashflow, Eigenkapitalkosten, APV-Verfahren, FCF-Verfahren, TCF-Verfahren, FTE-Verfahren, WACC, Tax Shield, Unternehmenswert, Kapitalstruktur, Investition, Bewertungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Darstellung und Analyse der gängigen DCF-Methoden, die zur Ermittlung des Unternehmenswertes eingesetzt werden.
Welche DCF-Methoden werden in der Arbeit detailliert untersucht?
Im Zentrum stehen das APV-Verfahren (Adjusted Present Value), das FCF-Verfahren (Free Cashflow), das TCF-Verfahren (Total Cashflow) sowie das FTE-Verfahren (Flow to Equity).
Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktionsweise der verschiedenen DCF-Modelle aufzuzeigen und dabei insbesondere die Unterschiede in der Berechnung sowie die Herausforderungen bei der praktischen Anwendung transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturanalyse, wobei mathematische Modelle und Beispielrechnungen herangezogen werden, um die theoretischen Konzepte auf ihre praktische Anwendbarkeit hin zu prüfen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Herleitung der verschiedenen DCF-Verfahren durch theoretische Erläuterungen und Beispielrechnungen sowie eine kritische Betrachtung der bei der Anwendung auftretenden Probleme.
Welche Rolle spielen die Eigenkapitalkosten bei der Bewertung?
Die Eigenkapitalkosten sind ein kritischer Faktor in der Bewertung und werden meist mittels kapitalmarkttheoretischer Modelle, wie dem CAPM, ermittelt, was jedoch mit erheblichen Schätzunsicherheiten verbunden ist.
Was zeichnet das APV-Verfahren im Vergleich zu anderen Methoden aus?
Das APV-Verfahren trennt den Wert des operativen Geschäfts von den steuerlichen Vorteilen der Fremdfinanzierung (Tax Shield), wodurch die steuerlichen Auswirkungen direkter sichtbar werden.
Warum wird das Zirkulationsproblem in der Arbeit erwähnt?
Es thematisiert die Abhängigkeit des Unternehmenswerts von den Eigenkapitalkosten und die Notwendigkeit, bei bestimmten Verfahren wie dem FCF-Ansatz mathematisch zwischen den Werten zu konvergieren.
Inwiefern beeinflusst das deutsche Steuersystem die Modellrechnungen?
Das deutsche Steuersystem beeinflusst insbesondere die Ermittlung des Tax Shields und die Berücksichtigung von Gewerbesteuer sowie Körperschaftsteuer in den Cashflow-Rechnungen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "besten" Methode?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es keine universell "beste" Methode gibt, da die Wahl des Verfahrens stark vom verfügbaren Datenmaterial und den individuellen Anforderungen der Bewertungssituation abhängt.
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- Henning Pollmann (Author), 2020, Die Funktion der DCF-Methoden in der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912662