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Weibliche Hysterie in "Cécile" von Theodor Fontane und "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

Titel: Weibliche Hysterie in "Cécile" von Theodor Fontane und "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler

Bachelorarbeit , 2018 , 39 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Carolin Will (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht die Forderungen der Gesellschaft an Weiblichkeit, an welchen die Frauenfiguren erkranken. Die Untersuchung befasst sich mit den Faktoren des Soziallebens am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, welche gerade bei Frauen hysterische Symptome hervorriefen. Betrachtet werden Theodor Fontanes 1886 erstveröffentlichte "Cécile" und Arthur Schnitzlers 1924 erschienene "Fräulein Else".

Interessant ist dabei auch, welche Auswirkungen Sigmund Freuds Überlegungen zur Geisteskrankheit und dem Unbewussten auf deren literarische Darstellung hatten. Dass die Symptome beider Frauen zu deren Tod führen, trotz der knapp 40-jährigen Hysterieforschung, welche zwischen der Erstveröffentlichung der Erzählungen liegt, lässt vermuten, dass die gesellschaftlichen Mechanismen sich in dieser Zeit nicht grundlegend gewandelt haben. Dennoch können Freuds Thesen zur Hysterie als Grenze in deren Erforschung betrachtet werden, sodass es zielführend ist, diese zu erläutern, bevor die Texte betrachtet werden. Seine Ergebnisse und Ansichten sind jedoch Produkte des Zeitgeistes, sodass zunächst ein Verständnis für diesen geschaffen werden soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hysterie – Zeichen des Zeitgeistes oder Zivilisationskrankheit

2. Weibliche Hysterie am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts

2.1 Zeitkontext

2.2 Freuds Hysteriebegriff

2.2 Hysterische Symptome – ein Überblick

3. Hysterie in „Cécile“ und „Fräulein Else“

3.1. Cécile

3.1.1 Von der vermeintlichen Genesung zum Selbstmord

3.1.2 Der Umgang anderer Figuren mit Céciles Leiden

3.2. Fräulein Else

3.2.1 Elses Hysterische Merkmale

3.2.2 Die Anziehungskraft weiblicher Schwäche: Reaktionen anderer Figuren auf Elses hysterische Symptome

4. Gesellschaftliche Anforderungen als Auslöser der Hysterie von Cécile und Else

4.1 Eingeschränkte Bildungsmöglichkeiten als Auslöser weiblicher Hysterie

4.2 Anforderungen in Paarbeziehungen

4.2.1 Die Frau als Kapital und Statussymbol

4.2.2 Sexuelle Anforderungen

4.3 Anforderungen von Frauen an Frauen

4.4 Erwartungen an die eigene Person

5. Vergleich zentraler Aspekte, welche Elses und Céciles Hysterie bedingen

6. Hysterie in der modernen Gesellschaft

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Erwartungshaltungen am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts bei den Protagonistinnen von Theodor Fontanes „Cécile“ und Arthur Schnitzlers „Fräulein Else“ zur Ausbildung hysterischer Symptome beitragen und letztlich in deren Selbstmord münden.

  • Historischer Kontext der Hysterie als "Zivilisationskrankheit".
  • Analyse des Einflusses psychoanalytischer Konzepte, insbesondere von Sigmund Freud.
  • Untersuchung geschlechtsspezifischer Rollenbilder und gesellschaftlicher Zwänge.
  • Vergleich der Auswirkungen von Bildungsmangel und sexuellen Anforderungen auf die Identitätsbildung.
  • Analyse der Reaktionen des sozialen Umfelds auf die psychischen Leiden der Protagonistinnen.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Der Umgang anderer Figuren mit Céciles Leiden

Eigentlich sollte Cécile sich auf dem Weg der Genesung befinden – dies wird zu Beginn der Romanhandlung klar ausgedrückt – aber sie erleidet immer wieder Rückfälle. Diese sind womöglich auf falsche Behandlung durch ihr Umfeld zurückzuführen. Denn obwohl Cécile im Laufe des Geschehens öfter darauf hinweist, dass es ihr unangenehm ist, wenn ihre Krankheit ins Zentrum des Interesses rückt, beeinflusst das Leiden der Dame ihre Umgebung.

St. Arnaud begleitet beispielsweise seine Frau auf Kur ins Mittelgebirge. Von Céciles Zustand vor diesem Urlaub erfährt der Leser nichts, doch die Symptome müssen gravierend genug gewesen sein, um den Oberst zu dem Entschluss zu bewegen, in den Hartz zu fahren. Während ihr Mann sonst oft vernachlässigt, erhält Cécile bei ihren Schwächeanfällen seine volle Aufmerksamkeit. In diesem Fall gelingt es Cécile also, durch ihr Leiden eine Reaktion auszulösen. Heilung erlangt sie dadurch jedoch nicht, obwohl ihr Mann sie nach bestem Gewissen der „richtigen Luft“ zuführt, wie oben ausgeführt wurde.

Auch Hofprediger Dörffler scheint sicher, das richtige Therapiemittel zu besitzen: „Der Hofprediger[…] wußte, daß ihr, wenn diese hysterische Paroxysmen kamen, einzig und allein durch ein Ab- und Überleiten auf andere Dinge hin und, wenn auch das nicht half, lediglich durch eine fast rücksichtslose Herbheit zu helfen war.“ Doch dies kann nur eine kurzzeitige Heilung sein; die Worte lassen darauf schließen, dass er derartige Aussetzer schon öfter erlebt hat. Auch hier erhält Cécile folglich eine Reaktion, aber keine Lösung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hysterie – Zeichen des Zeitgeistes oder Zivilisationskrankheit: Einführung in den historischen Hysterie-Diskurs um 1900 und die Verbindung zu modernen psychischen Erkrankungen.

2. Weibliche Hysterie am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts: Beleuchtung des Zeitkontexts, der Freudschen Psychoanalyse und ein Überblick über symptomatische Erscheinungsformen der Hysterie.

3. Hysterie in „Cécile“ und „Fräulein Else“: Detaillierte Analyse der Krankheitsbilder und Reaktionen des sozialen Umfelds bei den beiden literarischen Protagonistinnen.

4. Gesellschaftliche Anforderungen als Auslöser der Hysterie von Cécile und Else: Untersuchung soziologischer Faktoren wie Bildung, Paarbeziehungen, weibliche Netzwerke und individuelle Selbstansprüche als Krankheitsursachen.

5. Vergleich zentraler Aspekte, welche Elses und Céciles Hysterie bedingen: Synthese der Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Schicksalen beider Figuren unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

6. Hysterie in der modernen Gesellschaft: Kritische Reflexion über die heutige Bedeutung psychischer Erkrankungen und die Relevanz der untersuchten sozialen Ausgrenzungsmechanismen.

Schlüsselwörter

Hysterie, Cécile, Fräulein Else, Theodor Fontane, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Weiblichkeit, Gesellschaftskritik, Zivilisationskrankheit, Identitätsbildung, Geschlechterrollen, Psychoneurose, 19. Jahrhundert, Jahrhundertwende, Selbstmord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der weiblichen Hysterie in der Literatur des Fin de Siècle anhand der Romane „Cécile“ und „Fräulein Else“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Interaktion zwischen individueller psychischer Verfassung, gesellschaftlichen Erwartungen an die Frau und die Wirkmacht männlicher Projektionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwiefern gesellschaftliche Faktoren und Anforderungen des Soziallebens zur Entstehung der hysterischen Symptome bei den Protagonistinnen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, der soziologische Analysen mit psychoanalytischen Theorien, insbesondere jenen von Sigmund Freud, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse der Symptome, eine Untersuchung des sozialen Umfelds und eine kritische Auseinandersetzung mit Bildung und Geschlechterbeziehungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hysterie, Weiblichkeit, Geschlechterrollen, gesellschaftliche Zwänge und Identitätsbildung sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Cécile und Else in Bezug auf ihr soziales Umfeld?

Während Cécile bei ihren Geschlechtsgenossinnen Unterstützung erfährt, zeichnet der Roman bei Else eine Gesellschaft, die die Kranke isoliert.

Warum spielt das Thema der Sexualität eine so große Rolle für die Hysterie-Diagnose in den analysierten Werken?

Die Arbeit zeigt, dass die Hysterie-Diagnose der Zeit untrennbar mit der Tabuisierung und gleichzeitig der Übersexualisierung der Frau durch männliche Akteure verbunden war.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin bezüglich der Heilungschancen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die gesellschaftlichen Strukturen, in denen sich die Frauen bewegen, keine Heilung zulassen, was letztlich in den Suizid der Protagonistinnen führt.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Weibliche Hysterie in "Cécile" von Theodor Fontane und "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Carolin Will (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
39
Katalognummer
V912761
ISBN (eBook)
9783346211064
ISBN (Buch)
9783346211071
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hysterie Arthur Schnitzler Theodor Fontane Cécile Fräulein Else Gender Studies
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carolin Will (Autor:in), 2018, Weibliche Hysterie in "Cécile" von Theodor Fontane und "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912761
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  39  Seiten
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