Auf den Märkten des westlichen Kulturkreises ist der kontinuierliche Absatz von Gütern und Dienstleistungen aufgrund des bestehenden hohen Sättigungsgrades für die Unternehmen erschwert. Es findet dadurch ein unerbittliches Ringen um bestehende oder angestrebte Marktanteile statt. Um für den Konsumenten in der Fülle der täglich wechselnden Angebote dennoch interessant zu sein, nutzt die Wirtschaft die Werbung, um wahrgenommen zu werden. Neben dem Ziel der hohen Konsumaufmerksamkeit steht bei Werbemaßnahmen, vor allem der Markenindustrie, auch der produktbezogene konditionierungsähnliche Lernvorgang im Vordergrund. Ziel ist es, für den Verbraucher permanent oder zumindest in den relevanten Situationen der Kaufentscheidung präsent zu sein. Um das zu erreichen, bedient sich die beispielsweise dafür eingesetzte Fernseh- und Rundfunkwerbung verschiedener Gestaltungsmittel. Eines davon sind die so genannten Jingles, die besonders für den Wahrnehmungs- und Konditionierungsprozess von entscheidender Bedeutung sind.
Die vorliegende Arbeit wird sich deshalb mit Jingles und speziell mit deren Einsatz in der Werbung auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahrnehmung als wichtige Größe des Marketings
2.1 Wahrnehmung
2.2 Einstellungen
2.3. Involvement
3. Jingles
3.1 Definition
3.2 Arten
3.2.1 Jingles im Radio
3.2.2. Jingles in der Werbung
3.3 Ziele der Werbejingles
3.3.1 Image
3.3.2 Kognitive Steuerung/ Konditionierung
4. Forschungsmöglichkeiten für die Wahrnehmung von Jingles
4.1 Feldexperimente
4.2 Laborexperimente
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Einsatz von Jingles als Marketinginstrument zu untersuchen und deren Einfluss auf die wahrnehmungspsychologischen Prozesse der Konsumenten, wie Wahrnehmung, Einstellung und Involvement, zu analysieren.
- Psychologische Grundlagen der Wahrnehmung im Marketing
- Definition und Kategorisierung von Jingles in Radio und Fernsehen
- Wirkungsweise von Jingles auf Imagebildung und Konditionierung
- Methodische Ansätze zur Erforschung der Jingle-Wirkung
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition
Das Wort Jingle kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt ´bimmeln´ oder ´klimpern´. So sind Jingles, wie sie als mittlerweile manifestierter Begriff des Marketings bestehen, kurze einprägsame Tonfolgen oder Melodien. Sie dienen, oft auch in der Verbindung mit Texten, als akustisches Erkennungsmerkmal eines Produktes, einer Dienstleistung, einer Marke oder eines Unternehmens. Deshalb wird auch häufig die Bezeichnung Soundlogo oder Audiologo gewählt ((vgl.) o.V. 2006: 2, http://de.wikipedia.org/wiki/Jingles.html).
Hervorzuheben ist dabei die Funktion der Verknüpfung des Produktes mit dem Jingle, so dass ein Lerneffekt beim Konsumenten auftritt. Im Bereich der Soundlogos, die in Verbindung mit Texten (wie beispielsweise typischen Werbesprüchen) auftreten, gibt es mehrere mögliche Entstehungsvarianten. Es können zum Beispiel bereits vorhandene (und dem Rezipienten schon bekannte) Melodien und/ oder Texte verwendet werden, die dann mit dem Produkt verbunden werden. Solche Jingles können dann zum Beispiel auch aus bekannten Popsongs bestehen, wie das Audiologo einer Biermarke, die das Lied ´Sail away´ des Musikers Joe Cocker erfolgreich für Werbekampagnen verwendet. Der Vorteil hierbei ist die Nutzung bereits vorhandener Attitüden zu der bestimmten Melodie/ dem bestimmten Text. Eine andere Möglichkeit ist, die Jingles vollkommen neu zu komponieren. Dabei gibt es Varianten mit und ohne Texte. Häufig tritt diese Form in der Werbung für Konsumgüter für Kinder und im Radio auf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Markenpräsenz auf gesättigten Märkten und stellt Jingles als zentrales Gestaltungsmittel zur Steuerung der Konsumentenwahrnehmung vor.
2. Wahrnehmung als wichtige Größe des Marketings: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Kernelemente Wahrnehmung, Einstellungen und Involvement als entscheidende Voraussetzungen für erfolgreiche absatzpolitische Maßnahmen.
3. Jingles: Es erfolgt eine Definition des Begriffs sowie eine detaillierte Differenzierung verschiedener Jingle-Arten und deren spezifische Ziele hinsichtlich Imageaufbau und kognitiver Konditionierung.
4. Forschungsmöglichkeiten für die Wahrnehmung von Jingles: Der Autor erörtert methodische Ansätze wie Feld- und Laborexperimente, um die bislang kaum erforschte Wirkung von Jingles wissenschaftlich überprüfbar zu machen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Jingles ein wirkungsvolles Instrument zur Differenzierung und zum Aufbau positiver Einstellungsstrukturen darstellen und schließt mit einem Ausweis auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Jingles, Werbung, Marketing, Wahrnehmung, Involvement, Einstellung, Soundlogo, Audiologo, Konsumentenverhalten, Konditionierung, Markenimage, Werbepsychologie, Markenschutz, Kognitive Steuerung, Radio
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Jingles als akustisches Marketinginstrument und deren psychologische Wirkmechanismen auf die Konsumenten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die werbepsychologischen Grundlagen (Wahrnehmung, Einstellung, Involvement) sowie die praktische Anwendung von Jingles im Radio und in der Werbung zur Markenidentifikation.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Funktion von Jingles bei der Imagebildung und der Konditionierung von Verbrauchern aufzuzeigen und ein Verständnis für deren Bedeutung in gesättigten Märkten zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden zur Erforschung vorgeschlagen?
Die Autorin schlägt Feldexperimente (z.B. in Supermärkten) und Laborexperimente (z.B. Zuordnungstests, Messung physiologischer Reaktionen) vor, um die Wirkung von Jingles objektiv messbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine psychologische Einleitung, eine Definition und Typisierung von Jingles sowie die Analyse ihrer Ziele bezüglich Markenimage und kognitiver Steuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Jingles, Wahrnehmung, Involvement, Konditionierung und Marketing definieren.
Warum ist das "Involvement" für das Verständnis der Jingle-Wirkung so entscheidend?
Involvement bestimmt den Grad der persönlichen Wichtigkeit und kognitiven Verarbeitung, was darüber entscheidet, wie tiefgreifend ein Konsument auf ein Werbemittel wie einen Jingle reagiert.
Wie unterscheiden sich Jingles von klassischen Werbesprüchen?
Jingles sind vertonte Erkennungsmerkmale, die über lange Zeiträume unverändert bleiben können, während Werbesprüche oft unvertont sind und häufiger aktualisiert werden.
Welche Rolle spielen Kinder als Zielgruppe bei der Jingle-Verwendung?
Da Kinder besonders unkritisch und lernfähig sind, werden ihre Konsum-Spots gezielt mit simplen, peppigen Jingles unterlegt, um frühzeitig ein Markenbewusstsein zu etablieren.
- Quote paper
- Diana Marossek (Author), 2007, Jingles in der Werbung - Definition, Arten und Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91281