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Zur Darstellung des Verbrechers bei Schiller und Kleist. Erhabene Verbrecher, sympathische Bösewichte

Titel: Zur Darstellung des Verbrechers bei Schiller und Kleist. Erhabene Verbrecher, sympathische Bösewichte

Masterarbeit , 2017 , 67 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Markus Trautwein (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit handelt von Verbrechen und Verbrechern und ihrer Darstellung bei zwei der bedeutendsten Schriftstellern und Denkern der Goethezeit: Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist. Die wichtigste Fragestellung ist hierbei, wie die Verbrecherfiguren gestaltet wurden und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Wie wurden die Täter zu Verbrechern? Welche theoretischen Überlegungen liegen bei beiden Autoren bezüglich des Verbrecherwesens zugrunde? Eine weitere, wenn auch untergeordnete, Fragestellung versucht zu beantworten, warum Leserinnen und Leser Sympathie oder zumindest Empathie mit diesen lasterhaften Mördern und Dieben empfinden.

Zunächst werden die Grundlagen für den weiteren Verlauf gelegt. Dazu gehören einleitende Gedanken zum Verbrechen, aber auch eine Definition von Kriminal- und Verbrechensliteratur sowie eine kurze Analyse der auffälligen Symbiose von Novelle und Verbrechen. Im Hauptteil wird zunächst ein bekannter Aufsatz Schillers untersucht und anschließend werden seine beiden Werke untersucht, wobei der Fokus ganz klar auf den literarischen Texten liegt.

Ein ähnliches Vorgehen wird schließlich bei Kleist angewandt, wobei hier keine theoretischen Schriften, sondern biografische Bezüge den Werkanalysen vorangestellt werden, bevor schließlich in einer Art Zusammenführung die beiden Autoren miteinander verglichen und gegenübergestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Von Verbrechen, Kriminalliteratur und Novellen

2.1 Verbrechen

2.2 Kriminalliteratur

2.3 Novellen

3 Schillers „erhabene Verbrecher“

3.1 Über das Pathetische (1801)

3.2 Die Räuber (1781)

3.3 Der Verbrecher aus verlorener Ehre (1792)

4 Kleists sympathische Bösewichte

4.1 Der Jurist wider Willen

4.2 Michael Kohlhaas (1810)

4.3 Der Findling (1811)

5 Verbrecher und Bösewichte: Eine Gegenüberstellung von Schiller und Kleist

6 Sympathielenkung und Mitgefühl

7 Schluss

7.1 Zusammenfassung

7.2 Rück- und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Verbrecherfiguren in ausgewählten Werken von Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist, mit dem zentralen Ziel, deren unterschiedliche literarische Gestaltung und die psychologischen Mechanismen der Sympathielenkung zu analysieren.

  • Vergleichende Analyse der Verbrecherdarstellung bei Schiller und Kleist
  • Untersuchung theoretischer Grundlagen der Ästhetik des Verbrechers
  • Analyse der Sympathiebildung durch erzählerische Techniken
  • Identifikation von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Charakterzeichnung
  • Betrachtung von Motiven wie Rache, Vater-Sohn-Konflikten und gesellschaftlichem Ausschluss

Auszug aus dem Buch

Die Räuber (1781)

Wenn Schiller in der Vorrede zu seinem Drama von „drei ausserordentliche[n] Menschen“ schreibt, so sind ganz sicher die Brüder Karl und Franz Moor damit gemeint. Zwecks einer Untersuchung der Verbrecherdarstellung, wird an dieser Stelle davon ausgegangen, dass die dritte Person im Bunde der Räuber Spiegelberg ist. Grundlage für eine Untersuchung stellt hierbei der als Lesedrama konzipierte Erstdruck von 1781 dar.

Bereits in der Vorrede vertritt Schiller die bemerkenswerte Ansicht, dass es „einmal so die Mode in der Welt [ist], daß die Guten durch die Bösen schattiert werden, und die Tugend im Kontrast mit dem Laster das lebendigste Kolorit erhält.“ Peter André-Alt bringt treffend auf den Punkt, dass Schillers Dramaturgie darauf fußt, dass sich das Gute und das Böse ausgleichen. Ohne in den philosophischen Diskurs zu tief einzusteigen, sei dennoch erwähnt, dass es sich um eine beachtenswerte Gegenposition zur Aufklärung handelt, wenn nicht gar um eine „Abrechnung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Verbrecherdarstellung in der Goethezeit ein und erläutert die Fragestellung sowie die Auswahl der primären Werke.

2 Von Verbrechen, Kriminalliteratur und Novellen: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Verbrechen und Kriminalliteratur vorgenommen und der Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und der Gattung der Novelle beleuchtet.

3 Schillers „erhabene Verbrecher“: Dieses Kapitel analysiert Schillers theoretische Schriften sowie die Werke Die Räuber und Der Verbrecher aus verlorener Ehre hinsichtlich ihrer Verbrecherfiguren.

4 Kleists sympathische Bösewichte: Es folgt eine Untersuchung der Verbrecherdarstellung bei Kleist anhand von Michael Kohlhaas und Der Findling, wobei biographische Bezüge und die Radikalität seiner Erzählungen im Fokus stehen.

5 Verbrecher und Bösewichte: Eine Gegenüberstellung von Schiller und Kleist: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse zusammen und vergleicht die Herangehensweisen und Motive der beiden Autoren.

6 Sympathielenkung und Mitgefühl: Der Abschnitt diskutiert Techniken der Sympathielenkung anhand einer psychologischen Studie, um zu verstehen, wie Leser zu Mitgefühl mit Verbrechern gelangen.

7 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet einen Rück- sowie Ausblick auf die behandelte Forschungsthematik.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Verbrecher, Kriminalliteratur, Novelle, Sympathielenkung, Rache, Michael Kohlhaas, Die Räuber, Der Verbrecher aus verlorener Ehre, Der Findling, Literaturwissenschaft, Ästhetik des Bösen, Täter-Opfer-Umkehr, Rechtsempfinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie zwei bedeutende Schriftsteller der Goethezeit, Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist, Verbrecherfiguren in ihren literarischen Werken darstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Verbrecherbegriffs, die Analyse spezifischer Verbrechercharaktere und die Frage, durch welche literarischen Techniken Leser Sympathie für diese lasterhaften Figuren empfinden.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Hauptziel besteht darin, die Darstellungsweisen der Verbrecherfiguren bei Schiller und Kleist zu vergleichen und zu ergründen, warum Leser mit den Protagonisten mitfühlen, obwohl diese aus juristischer Sicht als Verbrecher gelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse der Primärtexte unter Einbeziehung aktueller Forschungsliteratur sowie einer empirischen psychologischen Perspektive zur Sympathielenkung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Schillers Werken und theoretischen Schriften sowie eine Untersuchung von Kleists Novellen, ergänzt um einen direkten Vergleich beider Autoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Literaturwissenschaft, Verbrechensliteratur, Ästhetik, Sympathielenkung, Rache und die spezifischen Werktitel der beiden Autoren.

Warum spielt die Novellenform für die Verbrecherdarstellung eine wichtige Rolle?

Die Novelle bietet durch ihre Konzentration auf eine "unerhörte Begebenheit" und ihre abgeschlossene Struktur ideale Voraussetzungen, um komplexe Verbrecherbiografien und gesellschaftliche Konflikte darzustellen.

Inwiefern unterscheiden sich Schillers und Kleists Verbrecherdarstellungen?

Während bei Schiller die Verbrecher oft als "erhaben" und psychologisch nachvollziehbar dargestellt werden, erzeugt Kleist durch widersprüchliche und radikale Charakterzeichnungen eher Ambivalenz und Rätselhaftigkeit.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Darstellung des Verbrechers bei Schiller und Kleist. Erhabene Verbrecher, sympathische Bösewichte
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Deutsche Philologie)
Note
1,0
Autor
Markus Trautwein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
67
Katalognummer
V912899
ISBN (eBook)
9783346233547
ISBN (Buch)
9783346233554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbrechen Schiller Kleist Literatur des 19. Jahrhunderts Literatur des 18. Jahrhunderts Der Findling Michael Kohlhaas Der Verbrecher aus verlorener Ehre Die Räuber Kriminalität Novellen Kriminalliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Trautwein (Autor:in), 2017, Zur Darstellung des Verbrechers bei Schiller und Kleist. Erhabene Verbrecher, sympathische Bösewichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912899
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  67  Seiten
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