Entwicklung eines Marketing- und Kommunikationskonzeptes


Seminararbeit, 2019

34 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Problemdefinition
1.1. Zielformulierung
1.2. Analyse der Zielgruppe
1.3. Kernbotschaft

2. Begriffe und Theorien
2.1. Definitionen
2.2. Schritte/Vorgehen/Käuferverhalten
2.3. Herausforderungen

3. Maßnahmenplan
3.1. Erste Ideen
3.2. Argumentationsinhalte
3.3. Mediennutzungsdaten
3.4. Fertige Marketing- und Kommunikationskampagne

4. Fazit und Ausblick
4.1. Eigene Vorgehen
4.2. Interpretation der Ergebnisse
4.3. Konsequenzen

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

AIDA Modell Attention-Interest-Desire-Action Modell

Bsp. Beispiel

Bspw. Beispielsweise

Def. Definition

etc. et cetera

f Folgende Seite

ff Folgende Seiten

S. Seite

SEM Search Engine Marketing

SEO Search Engine Optimization

S-O-R Modell Stimulus-Organismus-Reaktion Modell

u.ä. und ähnliche

u.a. und andere

u.v.m. und viele mehr

WOM Word of Mouth

z.B. zum Beispiel

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Mediennutzung (Quelle: www.bvdw.de, 2018)

Abbildung 2: Medien zur Internetnutzung nach Nutzungshäufigkeit (Quelle: www.bvdw.de, 2018)

Abbildung 3: Digitale Aktivitäten (Quelle: www.bvdw.de, 2018)

Abbildung 4: Felder der Internetnutzung 2018 (Quelle: Statista 2019)

Abbildung 5: Internetaktivitäten 2018 in Deutschland (Quelle: Statista 2019)

Abbildung 6: Nutzung der sozialen Medien nach Altersgruppen (Quelle: Statista 2019)

Abbildung 7: Häufigkeit der Nutzung von Sozial-Media-Plattformen nach Alter (Quelle: Statista 2019)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Persönlicher Einfluss bei Marktentscheidungen über Motorräder Marke Yamaha (angelehnt an Merk, J. et al. 2013, S. 52 mit Quelle: Engel, J.F./Blackwell, R.D./Miniard, P.W.: 1995, zit. nach Moser, K.: 2002, S.39)

Tabelle 2: Marketing- und Kommunikationskampagne der Marke des Motorradherstellers für junge potentielle Motorradfahrer bis 30 Jahre (Quelle: eigene Darstellung) 29

1. Problemdefinition

In dieser Arbeit wird die Entwicklung eines Marketing- und Kommunikationskonzepts vom Beginn der Überlegungen, über die Analysen, bis hin zur Beschreibung spezifischer Maßnahmen am Beispiel eines großen Motorradherstellers, dargestellt.

1.1. Zielformulierung

Neben dem generellen Rückgang der Motorradverkaufszahlen und Neuzulassungen, ist besonders auffällig, das kaum noch junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren ein Motorrad kaufen.1 Durch eine neue Marketingkampagne soll diese Zielgruppe im Besonderen angesprochen werden, mit den ökonomischen und nicht-ökonomischen Zielen:2

- Steigerung des Marktanteils, Umsatzes und Absatzes im Bereich junge Fahrer
- Steigerung des Bekanntheitsgrades und des Informationsstandes bei jungen Fahrern
- Aufwertung des Images bei jungen Fahrern
- Verbesserung der Kundenbindung durch Vertrauensbildung und Steigerung der Kundenzufriedenheit

Durch die Schaffung eines Mehrwerts für den Kunden soll sein Käuferverhalten positiv für das Unternehmen geändert werden.3

Im Schnitt sollen die Werte um 5-10% innerhalb des nächsten Jahres (bis April 2020) steigen. Eine Produkteingrenzung ist dabei nicht vorgesehen. Das gesamte Marketingbudget des Konzerns liegt bei 6 Mio. €, die Kampagne wird mit max. 100.000€ veranschlagt.

1.2. Analyse der Zielgruppe

Im heutigen medialen Zeitalter werden die Konsumenten täglich mit sehr viel Werbung und Marketingmaßnahmen konfrontiert. Dies führt zu einem Information Overload sowie zu Resistenzen. Dies bedeutet, die Vielzahl an Informationen wird vom Kunden zum einen überhaupt nicht aufgenommen und zum anderen wehrt er sich aktiv gegen eine Beeinflussung durch Werbung.4 Gerade jüngere Konsumenten, die für diese Kampagne das Zielsegment bedeuten, sind für klassische Werbemaßnahmen kaum noch zu begeistern, sie sind online aktiv und fordern eine individuelle und persönliche Ansprache.5 Mehr zum Thema Database Marketing und Social Media Marketing in Kapitel 2.

In 2007 wurde ermittelt, dass die Motivation für das Motorradfahren hauptsächlich durch die Kurvenfahrt, die Beschleunigung und das Freiheitsgefühl kommt. Daneben wurden Sportlichkeit, Größenvorteil, Geschwindigkeit und ein Kostenvorteil angegeben.6 Weshalb dieses Wissen zielführend ist, wird in Kapitel 2 näher beleuchtet.

1.3. Kernbotschaft

Durch die vorab gesammelten Daten kann eine Kernbotschaft ermittelt werden. Diese stellt den „roten Faden“ der Kampagne dar. Außerdem wird trotz eines Kommunikations-Mix ein Wiedererkennungseffekt generiert. Bei einem Kommunikations-Mix werden verschiedene Marketing Instrumente eingesetzt, die auf unterschiedliche Weise den Kunden erreichen und in seinem Verhalten beeinflussen sollen.7 Durch die Kernbotschaft wird eine Einheitlichkeit dieser Instrumente erreicht. Welche Kanäle und Maßnahmen existieren und für die Zielgruppe als geeignet erscheinen, wird in den folgenden Kapiteln behandelt.

Für diese Arbeit hat sich die Autorin zu folgender Kernbotschaft der Marketing- und Kommunikationskampagne entschieden:

„Rumkurven mit Freunden“

2. Begriffe und Theorien

Im folgenden Kapitel werden zunächst Definitionen und Beschreibungen zu Begriffen und Theorien gegeben, die im weiteren Verlauf zur Entwicklung der Kampagne herangezogen werden. Dies kann auch nur der Ausschluss einer Theorie oder die Vorüberlegung für nachfolgende Aktionen darstellen. Im nächsten Schritt wird das Käuferverhalten beleuchtet, bevor etwaige Problemstellungen beschrieben werden.

2.1. Definitionen

Beim „Emotional Branding“ versuchen Unternehmen ihre Marke mit Emotionen zu verbinden, denn die wenigsten Kaufentscheidungen laufen bewusst ab, sondern werden vom Unterbewusstsein beeinflusst, das sehr stark auf Emotionen reagiert. Die Ausrichtung des Unternehmens, welches Emotional Branding betreibt, ist dabei auf den Konsumenten und nicht auf die Produktion gelenkt. Zum Beispiel soll durch positive Erlebnisse wie in etwa die Simulation oder ein Film einer Ausfahrt bei Sonnenschein in kurvigem Gelände der Erwerb eines Motorrads mit der positiven Emotion für mehr Lebensfreude verknüpft werden.8 Man spricht dabei von Motivation durch Affektantizipation, was so viel bedeutet, wie den Wunsch zur Maximierung von positiven Gefühlen.9 Für Unternehmen bedeutet das, dass eine positive emotionale Beziehung zu einem erfolgreichen Geschäftsabschluss und einer dauerhaften Geschäftsbeziehung führen kann.10

Database-Marketing ist die interne und externe Gewinnung individueller personen- und firmenspezifischer Daten. Die Speicherung und Nutzung dieser Daten dient dem zielgenauen, abgestimmten und bewerteten Einsatz der Direktmarketing Instrumente zum Aufbau dauerhafter Kundenbeziehungen.“11 Mit Hilfe des Database-Marketing kann ein Unternehmen entscheiden, wann, welchem Kunden, welches Produkt am erfolgreichsten angeboten werden soll. Die auszuwertenden Daten werden dabei aus getätigten Transaktionen, Retouren, Beschwerden, Kommentaren und Anfragen sowie soziodemographischen Analysen gewonnen.12 Beispielsweise lässt sich dadurch erkennen, dass sich Kunden trotz gleichem Segment in unterschiedlichen Kaufphasen befinden können, was durch die Eingabe unterschiedlicher Suchanfragen in Suchmaschinen/-masken deutlich wird. Je spezifischer gesucht wird, desto näher ist der Konsument an der Kaufabsicht. Durch das Database-Marketing lässt sich dies erkennen und dem Kunden den Erwerb eines Produkts durch ein gezieltes Angebot einfacher gestalten.13

Die klassischen vier P`s des Marketings (Produkt, Preis, Platz, Promotion) werden im heutigen Technologiezeitalter durch ein weiteres P „Participation“ ergänzt. Dabei ist das Social Media Marketing gemeint.14 „[…] Der Begriff „Social Media Marketing“ ist instrumental geprägt und das einzusetzende Mittel wird klar zum Ausdruck gebracht: Marketing durch den zielorientierten Einsatz von Social Media bzw. den neuen Möglichkeiten im Web, nutzergenerierte Beiträge zu veröffentlichen und sich darüber auszutauschen. Social Media Marketing ist somit eine Form des Marketings, das darauf abzielt, eigene Vermarktungsziele durch die Nutzung von, und die Beteiligung an, sozialen Kommunikations- und Austauschprozessen mittels einschlägiger (Web-2.0-)Applikationen und Technologien zu erreichen.“15 Weiter unten werden einige der heutigen digitale Kommunikationskanäle beschrieben. Der Einsatz von Social Media Marketing nimmt immer weiter zu, da dies von den Konsumenten auch gewünscht ist. Diese fordern eine Online-Plattform von Unternehmen, um mit diesen in Kontakt treten zu können, sich zu informieren und einzukaufen.16

Eine weitere Alternative zum klassischen Marketing ist das Empfehlungsmarketing, worunter z.B. virales Marketing fällt. Beim Empfehlungsmarketing werden verschiedene Mittel verwendet, die zu vielen positiven Empfehlungen anregen sollen, um das Neukundengeschäft und den Umsatz zu fördern.17 Dabei sind die Kunden und andere Interessensgruppen selbst die Werbebotschafter des Unternehmens und verbreiten als Multiplikatoren z.B. PR-Videos (lustige Edeka Clips) oder eigene Erfahrungen (Lena Gercke für Maybelline). Wünschenswert für die Unternehmen ist dabei eine Verbreitung auf freiwilliger Basis, ohne die Verursachung von weiteren Kosten.18

Es gibt eine Vielzahl von digitalen Kommunikationskanälen und es kommen stetig neue dazu, einige davon werden in dieser Arbeit erläutert. „Unter einem Wiki […] versteht man eine Sammlung von Webseiten, die von jedermann, zu jederzeit und von jedem Ort bearbeitet werden können.“19 Das wohl bekannteste Wiki ist die Enzyklopädie Wikipedia. Weblogs sind persönliche oder personalisierte Online-Publikationen, die neben Informationen die Meinung der Autoren und Kommentare der Besucher zu unterschiedlichen Themen enthalten.20

Soziale Netzwerke, wie in etwa YouTube, Xing, Instagram, Facebook oder Twitter, bieten den Nutzern die Vernetzung untereinander zum sozialen Austausch über z.B. Texte, Bilder oder Videos. Sowohl können Kontakte gepflegt als auch neue Kontakte hergestellt werden. Je nach persönlichem Interesse können Informationen verfolgt und darüber diskutiert werden.21 Dabei erreichen manche Youtuber sogar Kultstatus und werden zu Stars, die mit ihren Kanälen viel Geld verdienen, wie beispielsweise Bibi mit Bibisbeautypalace.22

Eine spezielle Form stellen Brand Communities dar, bei denen sich Kunden eines Markenproduktes über weltweit über das Produkt und dazugehörige Konsumerlebnisse mit Gleichgesinnten austauschen. Daher werden diese meist von den Konsumenten selbst ins Leben gerufen.23

2.2. Schritte/Vorgehen/Käuferverhalten

In diesem Kapitel wird betrachtet, wie Kunden vorgehen und was in ihnen vorgeht, bis es zum tatsächlichen Kauf eines Produktes kommt. Der Kaufprozess lässt sich dabei in die Vorkaufsphase, die Kaufphase und die Nachkauf- bzw. Nutzungsphase aufteilen.

Da eine langfristige Kundenbeziehung als profitabler angesehen wird als einmalige Käufe, ist die Nachkaufphase ebenso von Bedeutung.24

In der Vorkaufsphase wird ein Problem bzw. ein Bedürfnis festgestellt, welches zu einer internen Diskrepanz führt, die der Konsument beheben will.25 Nach Häusel gibt es dabei drei grundlegende Motive, die verfolgt werden: das Balance-System (z.B. Sicherheitsbedürfnis, Angst), das Dominanz-System (z.B. Machtausbau, Wut) und das Stimulanz-System (z.B. Neugier, Entdeckung, Suchtverhalten, Langeweile).26 In Kapitel 1 wurde bereits die Motivation für das Motorradfahren genannt: Kurvenfahrt, Beschleunigung, Freiheitsgefühl u.a..27 Diese Bedürfnisse versucht der Konsument zu befriedigen und geht auf die Suche nach Informationen, mit welchem Produkt er sein individuelles Problem befriedigen kann.28

Auf welches Produkt der Kunde aufmerksam wird liegt an verschiedenen Faktoren. Dabei werden physikalischen Kriterien, wie in etwa Design und Funktionalität, von internen persönlichen Kriterien, wie beispielsweise frühere Erfahrungen und Präferenzen, unterschieden.29 Zum einen wirken auf den Konsumenten unbewusste Reize und zum anderen bewusst wahrgenommene Stimuli der Werbung. Dem Marketing stehen einige Modelle zur Verfügung, um das Kundenverhalten zu verstehen und die Aufmerksamkeit des Kunden auf das eigene Produkt zu lenken, so dass dieses letztendlich gekauft wird. Genannt werden können das S-O-R Modell, das integrative Modell, AIDA, das Dissonanz-Atributions-Hierarchie Modell, das Alternative-Wege-Modell, das Verarbeitungs- und Wahrscheinlichkeitsmodell, das duale Vermittlungsmodell und das Rossiter-Percy-Modell.30 In dieser Arbeit wird das Alternative-Wege-Modell herangezogen. Dieses unterscheidet einen Kaufvorgang in High-Involvement-Käufe und Low-Involvement-Käufe. Bei einem hohen Involvement, also einem hohen Grad der Aufmerksamkeit, ist die Qualität der Argumente der Werbung entscheidend. Bei starken Argumenten erfolgt eine Einstellungs- und Verhaltensänderung, bei schwachen Argumenten hingegen nicht. Anders verhält es sich bei niedrigem Involvement, da ist die Qualität der Argumente nicht entscheidend. Vielmehr sollte eine häufige Wiederholung und eine starke Präsenz der Werbebotschaft im Vordergrund stehen. Zudem muss die Werbebotschaft dem Kunden sympathisch sein. Dies führt zu einer positiven Einstellung zur Werbung und zusätzlich zu einem direkten oder indirekten Effekt auf die Kaufabsicht und die damit verbundene Kaufhandlung.31 Bei einem Motorradkauf handelt es sich um einen High-Involvement-Kauf, weshalb das Marketingkonzept und seine Werbewirkung darauf abgestimmt sein sollte.32 Die Kunden suchen gezielt nach Informationen, um die Alternativen zu evaluieren.33 Je spezifischer z.B. bei online Suchmaschinen gesucht wird, desto näher ist der Konsument an der Kaufabsicht. Hierbei wird auch von der „Nachfrage“ innerhalb des Kaufprozesses gesprochen.34 Im nächsten Schritt wägt der Kunde die Alternativen für sich ab, um zur Kaufentscheidung, die im Kauf endet zu kommen. Entweder entscheidet er sich rational, über z.B. die Kosten, die Nähe zur Verkaufsstelle, oder emotional, über die Bedürfnisbefriedigung seiner Motive des Kaufs, ab.35 Neben Entscheidungsheuristiken kommen noch weitere Psychologische Modelle in der Kaufphase zum Einsatz, die beim Marketing berücksichtigt werden können, um erfolgreich zu sein. Die Autorin hat bei der Erstellung dieser Arbeit die mentale Kontoführung36 beachtet, um unterschiedliche Ziele/Motive des Konsumenten anzusprechen, die verschiedenen Kategorien der mentalen Kontoführung zugeschrieben werden können, um den Kauf für den Kunden selbst zu rechtfertigen. Denn mentale Konten werden üblicherweise bei Gütern, die „Spaß machen“ angewandt.37 Mit Bezahlung des Motorrads ist der Kauf abgeschlossen.

Die Nachkaufphase zeichnet sich dadurch aus, dass der Konsument evaluiert, ob sich der Kauf für ihn gelohnt hat. Entweder er versucht seine gefällte Entscheidung zu bestätigen oder eine „falsche“ Entscheidung rückgängig zu machen. Auch ist in dieser Phase das Commitment zum Produkt und zur Marke verankert. Das bedeutet, wie verbunden sich der Kunde zu Unternehmen, Marke, Produkt oder auch Verkaufsstelle fühlt. Je stärker diese persönliche Bindung, desto treuer ist der Kunde, empfiehlt Produkte und Marke weiter und kauft wieder beim Unternehmen ein. In dieser Phase werden besonders die Ziele zur Kundenbindung verfolgt.38

Nachdem nun das Kaufverhalten und der Kaufprozess beleuchtet wurden, werden im nächsten Kapitel die dabei auftretenden Herausforderungen für das Marketing betrachtet. Auf Grund der Aufgabenstellung wird dabei besonders auf die Herausforderungen des digitalen Marketings eingegangen.

2.3. Herausforderungen

Die wohl größte Herausforderung ist bei dieser Zielgruppe, dass sie sowohl eine Online-Präsenz des Unternehmens erwarten, aber sie auf der anderen Seite nicht beworben werden wollen und versuchen gezielter Werbung zu entgehen. Die Frage ist, wie das Kundensegment dennoch erreicht werden kann, ohne aufdringlich zu wirken. Der Konsument soll die Werbemaßnahmen am besten nutzenbringend und hilfreich, nicht aber störend empfinden. Im Sinne des Emotional Branding sollen Emotionen vermittelt werden und dem Konsumenten bei seiner Bedürfnisbefriedigung geholfen werden.39

Bannerwerbung und Mails sind so zu gestalten, dass diese Aufmerksamkeit erregen, dem Konsumenten aber nicht lästig erscheinen.40 Daher werden Werbemails personalisiert und über die Auswertung von Cookies die Banner präsentiert, die für den Kunden den größten Nutzen bringen sollen.41 Die ansprechende Gestaltung und die selektive Wahrnehmung sollte bei dieser Form von digitaler Werbung genauso über z.B. Pretests und Eye-Tracking überprüft werden, wie bei klassischen Marketingmaßnahmen, um dem Kunden aufmerksam zu machen und ihm die Informationen zu liefern, die er für seine Kaufentscheidung benötigt.42 In dieser Arbeit spielen Banner und Mails keine Rolle, da sie i.d.R. von der Zielgruppe hauptsächlich als „Spam“ wahrgenommen und maximal unterbewusst beachtet werden.43

Durch das Internet haben persönliche Quellen mehr Einfluss auf die Einstellungsbildung beim Konsumenten, als Informationen, die das Unternehmen zur Verfügung stellt, siehe dazu Tabelle 1. Dies liegt daran, dass die Kunden Reaktanzen gegen Werbung aufbauen (siehe Kapitel 1.2.) und persönlichen Quellen daher mehr Glauben schenken, diese eine größere Relevanz besitzen und eine höhere Empathie erhalten.44 Somit sind in dieser Arbeit die sozialen Medien für eine erfolgreiche Marketingkampagne relevant und die Autorin bedient sich dem Social Media Marketing. Daher werden hier nicht alle digitalen Kommunikationskanäle aus Kapitel 2.1. betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Persönlicher Einfluss bei Marktentscheidungen über Motorräder Marke Yamaha (angelehnt an Merk, J. et al. 2013, S. 52 mit Quelle: Engel, J.F./Blackwell, R.D./Miniard, P.W.: 1995, zit. nach Moser, K.: 2002, S.39)

Lediglich die Suchmaschinenoptimierung (SEO) als Teil des Database-Marketing soll in der hiesigen Kampagne zum Einsatz kommen, da diese die Trefferquote bei der Informationssuche der Zielgruppe unterstützt und so mehr Kunden erreicht werden können.45 Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Stammdatenqualität, die für eine gute Auswertung und Optimierung herangezogen wird, in den Bereichen Aktualität, Vollständigkeit, passgerechte Ablage und schnittstellenübergreifend im Unternehmen, passen.46

Die Interaktion mit den Kunden steht im Vordergrund, das Unternehmen sollte präsent sein, ein Partner für alle Belange darstellen, cool sein und dem Konsumenten einen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz schaffen. So können Empfehlungen bewusst gesteuert werden und eine persönliche, vertrauensvolle Beziehung zum Kunden aufgebaut werden.47

Virale Kampagnen eignen sich gut, um den Kunden in der Vorkaufsphase zu erreichen, da über „teilen“ und „liken“ die Kunden selbst zu Multiplikatoren werden und sich Inhalte und Informationen schnell verbreiten.48 Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese keine negativen Assoziationen mit sich bringen und damit eine schlechte Mundpropaganda (auch WOM = word of mouth) zur Folge haben.49

In der Kaufphase sind für die Konsumenten die Bewertungen und Empfehlungen anderer Konsumenten wichtig, diese finden sie in Webblogs, bei Käuferrezensionen, über Influenzer und auch in Online-Communities.50 Zum Teil lassen sich diese Bewertungen nicht durch das Unternehmen steuern, so dass das Unternehmen angehalten ist, darauf zu achten, zeitnah auf negative Bewertungen zu reagieren, um Beschwerden in eine positive Richtung zu lenken. Das Unternehmen kann dadurch zeigen: „Kunde, ich bin für dich da und helfe dir bei der Lösung von Problemen schnell und gut weiter.“. So kann ein positives Image aufgebaut und die Kundenbeziehung gestärkt werden.51 Da online sehr viel und sehr schnell kommuniziert wird, besteht die Herausforderung für das Unternehmen, den Austausch zwischen Kunden zu überwachen, um nicht erst über die Medien zu erfahren, dass etwas bei den Konsumenten im Argen ist.52

Neben den Emotional Branding ist die Herausforderung beim Verkauf von Motorrädern noch die Beachtung des rationalen Aspekts, da es sich um ein High-Involvement-Produkt handelt und der Kunde sich sowohl über technische Details, Besonderheiten und den Preis genauestens informiert und Vergleiche zur Konkurrenz anstellt. Wird beispielsweise ein Influencer zum Werbetreibenden, sollte dieser ausreichend informiert sein und z.B. über Zusatzwissen verfügen, was Besonderheiten im Vergleich zu Wettbewerbern angeht. Auch ist die Wahl der richtigen Plattform entscheidend, denn bei Instagram wird eher Aufmerksamkeit erregt und bei Youtube können darüber hinaus noch viele weitere Informationen vermittelt werden.53 Ziel der Werbemaßnahme sollte es sein, die Einstellung des Kunden positiv zur Marke, Produkt und Unternehmen zu verändern und damit sein Involvement zu festigen.54

[...]


1 Statista 2019

2 Vgl. Nieschlag et al: 2000, S. 167f und S. 1171 und Bruhn, M.: 2014, S. 1058

3 Vgl. Meffert H. et al: 2015, S. 74ff

4 Vgl. Holland, H.: 2011, S. 22f

5 Tuten, T. L. / Solomon, M. R.: 2018, S. 14

6 Vgl. Statista 2019

7 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 684ff

8 Vgl. Gobé, M.: 2010, S. 15ff

9 Vgl. Müsseler, J.: 2005, S. 200ff

10 Vgl. Fink, K.-J.: 2014, S. 13f

11 Elsner, R.: 2003, S. 80

12 Vgl. Elsner, R.: 2003, S. 197ff

13 Vgl. Elsner, R.: 2003, S. 49f

14 Vgl. Tuten, T. L./ Solomon, M. R.: 2008, S. 14

15 Hettler, U.: 2012, S.37f

16 Vgl. Bitkom: 2012, S. 6ff

17 Vgl. Schüller, A. M.: 2014, S. 27

18 Vgl. Tuten, T. L. / Solomon, M. R.: 2018, S. 150ff

19 Hettler, U.: 2012, S. 41

20 Vgl. Hettler, U.: 2012, S. 41f

21 Vgl. Bruhn, M.: 2014, S. 1050ff

22 Vgl. www.onlinemarketing.de (24.4.19)

23 Vgl. Perrey, J. / Loewenfeld, F. / Schröder, J.: 2006, S. 154ff

24 Vgl. Foscht, T. / Swoboda, B.: 2007, S. 161

25 Vgl. Ebert, R. / Griffin, R.: S. 392

26 Vgl. Häusel, H.-G.: 2005

27 Vgl. Statista 2019

28 Vgl. Ebert, R. / Griffin, R.: S. 392

29 Vgl. Becker-Carus, C.: 2011, S. 235

30 Vgl. Merk, J. / Meister, A. / Thunsdorff, C.: 2013, S. 15ff

31 Vgl. Moser, K: 2002, S. 86

32 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 709ff

33 Vgl. Ebert, R. / Griffin, R.: 2014, S. 392

34 Vgl. Foscht, T. / Swoboda, B.: 2007, S. 165

35 Vgl. Ebert, R. / Griffin, R.: 2014, S. 392

36 Def.: Menschen richten sich mentale Konten ein, um sich selbst und ihre Ausgaben zu regulieren. Solche Konten können z.B. Bargeld, bereits bezahlte Tickets, Arbeit, Freizeit, etc. sein. (Vgl. Felser, G.: S. 2013, S. 94)

37 Vgl. Felser, G.: 2013, S. 94ff

38 Vgl. Foscht, T. / Swoboda, B.: 2007, S. 209ff

39 Vgl. Holland, H.: 2011, S. 22ff

40 Vgl. Holland, H.: 2011, S. 22f

41 Vgl. Kreutzer, R. T.: 2009, S. 176ff

42 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 732ff und vgl. Moser, K: 2002, S. 86

43 Vgl. Holland, H.: 2011, S. 22f

44 Vgl. Bickart, B. / Schindler, R.: 2001. S. 32f

45 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 491f

46 Vgl. Elsner, R.: 2003, S. 49ff

47 Vgl. Fink, K.-J.: 2014, S. 13ff

48 Vgl. Esch, F.-R.: 2018, S. 143

49 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 661

50 Vgl. Esch, F.-R.: 2018, S. 143f

51 Vgl. Bösener, K.: 2012: S. 98ff

52 Vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 659ff

53 Vgl. Moser, K: 2002, S. 86 und vgl. Meffert, H. et al: 2015, S. 709ff

54 Vgl. Foscht, T. /Swoboda, B.: 2007, S.122f

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Entwicklung eines Marketing- und Kommunikationskonzeptes
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V912928
ISBN (eBook)
9783346243300
ISBN (Buch)
9783346243317
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marketing, Marketing-Mix, Online Marketing, AIDA-Modell, SOR-Modell, Word of Mouth, WOM, Social Media Marketing, Marketingkampagne, Kommunikationskampagne, Influenzer, Kundenbindung, Neukundengewinnung, Emotional Branding, Kommunikations-Mix, Database-Marketing, Empfehlungsmarketing, Brand Communities, Kaufverhalten, Kaufphasen, Heuristiken, Kaufprozess, Suchmaschinenoptimierung, SEO, Marketingmaßnahmen, Marketinginstrumente, Mediennutzungsdaten
Arbeit zitieren
Anke Jung (Autor), 2019, Entwicklung eines Marketing- und Kommunikationskonzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912928

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Entwicklung eines Marketing- und Kommunikationskonzeptes



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden