Die Arbeit behandelt die Brisanz des Themas Demenz in der Gesellschaft und die Rolle der Sozialen Arbeit. Hierfür wird zuerst auf das Krankheitsbild der Demenz mit verschiedenen Erscheinungsformen eingegangen. Es folgt ein Einordnungsversuch, der Krankheit in die aktuelle Gesellschaft. Das systemische Verständnis und die Verbindung mit der Sozialen Arbeit sind ebenfalls Teil dieser Arbeit. Abschließend folgt ein Rückblick über die Thematik und ein persönlicher Kommentar.
In unserer Gesellschaft sind Betroffene von Demenzerkrankungen eine Zielgruppe des Gesundheitswesens, welche zunehmend in den Fokus rückt. Dadurch, dass die Bevölkerung Deutschlands immer älter wird, steigt auch mit zunehmendem Alter das Risiko an Demenz zu erkranken. Die Schätzung von Demenzkranken in Deutschland für das Jahr 2020 liegen aktuell bei 1,8 Millionen.
Vor allem die Finanzierung der Versorgung spielt gegenwärtig eine große Rolle. Zwar haben sich durch die Pflegereform einige Neuerungen ergeben, welche sich positiv auf Betroffene auswirken, doch da die Pflege Demenzkranker kosten- und zeitintensiv ist, reicht die neue Einordnung in die Pflegegrade bei weitem noch nicht aus. Oftmals stehen Menschen mit Demenz und ihre Versorgung im öffentlichen Diskurs. Daher sind Sozialarbeitende gefragt, in ihrer Arbeitspraxis Stellung zu Diskursthemen, wie der Lebensqualität oder dem Umgang mit Erkrankten, zu beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsannäherung Demenz
2.1 Ursachen und Symptomatik
2.2 Formen und Diagnose
2.3 Schweregrade und Lebenserwartung
2.4 Prävention und Behandlungsmöglichkeiten
3 Demenz und Gesellschaft
4 Demenz und systemisches Verständnis
5 Demenz und soziale Arbeit
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die gesellschaftliche Relevanz von Demenzerkrankungen sowie die spezifischen Handlungsmöglichkeiten und Rollenbilder der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein systemischer Ansatz dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Betroffenen und ihren Angehörigen in einer alternden Gesellschaft zu verbessern.
- Grundlagen des Krankheitsbildes Demenz
- Gesellschaftlicher Umgang mit demenziellen Erkrankungen
- Anwendung systemischer Beratung in der klinischen Sozialarbeit
- Ressourcenorientierung und professionelle Unterstützung
- Bedeutung der Angehörigenarbeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Ursachen und Symptomatik
Bei einer Demenzerkrankung handelt es sich nicht um eine einzelne, klar eingrenzbare Krankheit, sondern um einen Symptomkomplex. Dieser kann auftreten, wenn das Hirn primäre Schädigungen durch vaskuläre oder neurodegenerative Ursachen erleidet. Dabei werden die Nervenzellen zerstört, was wiederum zum Verlust von Funktionen verschiedener Hirnregionen führen kann. Auch sekundäre Einflüsse, welche ihren Ursprung nicht im Gehirn haben, können zum Symptomkomplex beitragen. Dazu zählen unter anderem Vitaminmangelerscheinungen oder auch Intoxikationen durch Medikamente oder Alkohol (Hametner 2014: 13). Die Ausprägung der Symptome hängt mit dem Stadium der Erkrankung zusammen. Wird von einer Demenz gesprochen, so muss der/die Patient/in bereits seit mindestens sechs Monaten unter Symptomen leiden. Erkrankte reagieren sehr individuell auf Veränderungen, welche sie selbst realisieren können. Die Reaktionen können von Überspielen von Defiziten bis hin zur Verleugnung reichen. Mithilfe eines Erhebungsinstrumentes kann die Einschätzung der Schwere der vorliegenden Demenz vorgenommen werden. Dabei werden grundlegende Aspekte der Selbstständigkeit erfasst, anhand denen man den/die Erkrankte/n anschließend in ein Stadium der Demenz einordnen kann (Kastner, Löbach 2013: 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Demenz vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft und Darlegung der zentralen Fragestellung der Arbeit.
2 Begriffsannäherung Demenz: Definition des Demenzbegriffs sowie detaillierte Erläuterung der medizinischen Ursachen, Symptome, Formen, Diagnosekriterien und Präventionsansätze.
3 Demenz und Gesellschaft: Analyse der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Demenz, geprägt durch Ängste und die mediale Darstellung sowie daraus resultierende Anforderungen an das soziale System.
4 Demenz und systemisches Verständnis: Erörterung der Anwendung systemischer Ansätze in der Sozialen Arbeit, um den Dementierenden nicht isoliert, sondern in seinem gesamten Lebenskontext zu betrachten.
5 Demenz und soziale Arbeit: Darstellung der vielfältigen Aufgabenfelder für Sozialarbeitende, von der Beratung bis zur Vermittlung von Hilfen unter Berücksichtigung verschiedener fachlicher Ansätze.
6 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Arbeit mit dem persönlichen Wunsch nach mehr Unterstützung für betroffene Familien und einem Ausblick auf die wachsende Bedeutung der Altenarbeit.
Schlüsselwörter
Demenz, Soziale Arbeit, Systemische Beratung, Angehörigenarbeit, Lebensweltorientierung, Krankheitsbild, Gerontopsychiatrie, Pflegereform, Ressourcenorientierung, Lebensqualität, Demografischer Wandel, Diagnose, Prävention, Altenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der zunehmenden Bedeutung der Demenzproblematik in der modernen Gesellschaft und analysiert, wie die Soziale Arbeit durch professionelle Beratung und systemische Ansätze unterstützen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt medizinische Grundlagen der Demenz, die gesellschaftliche Wahrnehmung, die Anwendung der systemischen Therapie sowie verschiedene Handlungsansätze der Sozialen Arbeit in der Altenhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Krankheitsbild zu schaffen und aufzuzeigen, wie Sozialarbeitende durch eine reflektierte, ressourcenorientierte und systemische Arbeitsweise die Lebensqualität von Betroffenen verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf wissenschaftlichen Fachbüchern, Fachartikeln und offiziellen Informationen zum Thema Demenz und Soziale Arbeit basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Symptomatik der Demenz, ihre soziologische Einordnung, die Bedeutung der systemischen Perspektive und die praktischen Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demenz, Soziale Arbeit, systemisches Verständnis, Lebensweltorientierung und Angehörigenunterstützung charakterisiert.
Warum ist das Verständnis der eigenen „Wirklichkeit“ des Demenzkranken so wichtig?
Da die Konfrontation mit der objektiven Realität bei Demenz oft nicht mehr zielführend ist und zu Überforderung führt, ist das Akzeptieren der subjektiven Lebenswelt des Erkrankten entscheidend für eine gelungene Interaktion.
Welche Rolle spielt die Angehörigenarbeit in diesem Kontext?
Angehörige sind oft stark belastet; daher sind Beratungsangebote und Schulungen essenziell, um die Krankheit besser zu verstehen und Unterstützungsmöglichkeiten zu erschließen.
Warum wird der systemische Ansatz für die Arbeit mit Demenzkranken besonders hervorgehoben?
Weil dieser Ansatz den Klienten in seinem sozialen Umfeld wahrnimmt und versucht, Handlungsspielräume für alle Beteiligten zu erweitern, anstatt sich rein auf ein defizitorientiertes medizinisches Modell zu konzentrieren.
- Arbeit zitieren
- Selina Hänel (Autor:in), 2019, Demenz in der Gesellschaft und die Rolle der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912978