Kritik der Konzeption "Behinderung" im nazistischen und neonazistischen Kontext


Magisterarbeit, 2007

106 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Behinderung im historischen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts (bis 1933)
2.1 Charles Darwin - Der Darwinismus
2.2 Der Sozialdarwinismus im 19. Jahrhundert
2.3 Gesellschaftliche und soziale Lage Deutschlands in der Entstehungsphase des Sozialdarwinismus
2.4 Eugenik- Begriffserklärung
2.5 Euthanasie
2.5.1 Euthanasie: Begriffsklärung
2.5.2 Das Wiederaufleben der Euthanasiedebatte um 1900
2.6 Soziokulturelle Rahmenbedingungen: Die Wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage Deutschlands Mitte des 20. Jahrhunderts
2.7 Alfred Hoche und Karl Binding - „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“
2.8 Zusammenfassung

3. Die Konzeption „Behinderung“ im Nationalsozialismus (1933-1945)
3.1 Begriffsklärung: nazistisch- nationalsozialistisch
3.2 Die Rolle des Sozialdarwinismus im Kontext des Nationalsozialismus
3.3 Nationalsozialismus und Behinderung
3.4 Behinderungsbegriff nach Adolf Hitler
3.5 Gesellschaft und Norm: Das nationalsozialistische Menschenbild und Gesellschaft
3.5.1 Von der Zwangssterilisation zur Euthanasie- Gesetze und Verordnungen
3.5.2 Kirche im Nationalsozialismus: Euthanasie und Eugenik im kirchlichen Kontext
3.5.3 Schulische Veränderungen im Dritten Reich
3.6 Zusammenfassung

4. Der Behinderungsbegriff in demokratischen Gesellschaften
4.1 Die Behinderungsklassifikation nach der WHO 1980 und 1998
4.2 Behinderungsdefinition in der Erziehungswissenschaft nach Georg Feuser

5. Die Konzeption „Behinderung“ im neonazistischen Kontext der Bundesrepublik Deutschland
5.1 Neonazismus und Rechtsextremismus: eine Begriffsklärung
5.2 Rechtsextremismus auf politisch - parlamentarischer Ebene: die NPD
5.2.1 Entstehungsgeschichte und Entwicklung der NPD
5.2.2 Das Verbotsverfahren der Bundesregierung gegen die NPD: Diskussion und Argumente
5.2.3 Inhalte des Verbotsantrages der Bundesregierung
5.2.4 Das Menschenbild der NPD
5.2.5 Das Schulsystem nach Vorstellungen der NPD
5.2.6 Die Gefährlichkeit der NPD durch ihre Machtansprüche
5.2.7 Die Einstellung des NPD - Verbotsverfahrens

6. Rechte Organisationen als Helfer der NPD außerhalb des parteilichen Geschehens
6.1 Beispiel Kameradschaften - Institutioneller Aufbau
6.1.1 Was sind Freie Kameradschaften?
6.1.2 Entstehung und Verbreitung der Kameradschaften
6.1.3 Ideologie der Freien Kameradschaften
6.1.4 Freie Kameradschaften und die NPD
6.1.5 Hauptfeindbild der Kameradschaften
6.2 Die Kameradschaft Zella-Mehlis
6.2.1 Ideologie der Kameradschaft Zella-Mehlis
6.2.2 Rechtsextremistisches Handeln in der Kameradschaft Zella-Mehlis
6.2.3 Mitwirken in gesellschaftlichen Vereinen
6.3 Zusammenfassung: Gefährlichkeit der Kameradschaften –Behinderung am Leben

7. Kritik der Konzeption von Behinderung im nazistischen und neonazistischen Kontext
7.1 Pädagogisch-institutionelle Kritik
7.2 Politische Kritik
7.3 Ethisch-moralische Kritik

8. Ausblick

9. Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

Mit welchem Anliegen schreibt man eine Masterarbeit zum Thema Kritik der Konzeption „Behinderung“ im nazistischen und neonazistischen Kontext?

In dieser Arbeit geht es nicht um die detaillierte Darstellung des Umgangs mit Behinderten im Nationalsozialismus und es geht auch nicht um Einzelfallverbrechen gegen Behinderte in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ein Vergleich von Verbrechen zur Zeit der Nationalsozialisten und der heutigen Zeit wäre nicht sinnvoll und ist in seinen Ausmaßen nicht vergleichbar! (Die dargelegten Beispiele dienen nur zur Verdeutlichung der heutigen Gewaltbereitschaft.)

Wie der Titel der Arbeit besagt, möchte ich mich in dieser Arbeit kritisch mit der Konzeption von Behinderung im nazistischen und neonazistischen Kontext auseinandersetzen.

So stellt sich im ersten Teil der Arbeit die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass im Dritten Reich Menschen mit seelischen und/ oder geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen zu tausenden sterilisiert und/oder umgebracht wurden. Welches Ansehen hatten „Behinderte“ zur Zeit der Hitlerdiktatur, welche Definition von Behinderung lag vor? Woher kam die teilweise gesellschaftliche Akzeptanz bezüglich des unmenschlichen, würdelosen Umgangs mit diesen Menschen durch die Nationalsozialisten? Und warum gab es keinen geschlossenen Widerstand trotz einzelner Gegner des nationalsozialistischen Vorgehens?

Um diesen Umgang in der Spanne zwischen 1933 und 1945 genauer „verstehen“ zu können, werde ich zuvor auf themenrelevante Ereignisse und Entdeckungen aus dem 19. Jahrhundert eingehen. Eine Zeit in der sich gerade im Bereich der Wissenschaft, besonders der Biologie interessante und neue Forschungsergebnisse etablierten. Speziell muss auf die Forschung des britischen Wissenschaftlers Charles Darwin eingegangen werden. Seine Theorie über die Vererbung, Selektion und Anpassung, die er an Pflanzen und Tiere beobachtet hatte, faszinierten einige Forscher so sehr, dass sie es für sinnvoll hielten, sie sogleich auf den Menschen zu übertragen. Der Sozialdarwinismus war damit geboren. Mit der Idee Selektion und natürliche Auslese auch auf den humanen Bereich zu übertragen, wurde immer mehr Bezug genommen auf den Begriff der Eugenik und die Umsetzung deren Idee in der Euthanasie. Diese wurden ab 1939 auch praktisch vollzogen und mit Gewalt und Rücksichtslosigkeit gegenüber Behinderter durchgeführt. Aber um diese Ausmaße erklären zu können, müssen zudem die damaligen gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse betrachtet werden. Was hat Menschen dazu bewegt die staatlichen Verordnungen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gegen Behinderte einfach hinzunehmen, beziehungsweise warum wurde es sogar teilweise bejaht und „verstanden“? Dazu ist es nicht zuletzt von Bedeutung die damalige Reaktion von Seiten der Kirchen bezüglich der neuen Gesetze der Nationalsozialisten zu betrachten. Denn gerade die Kirchen waren zur damaligen Zeit die Hauptträger von Wohlfahrtseinrichtungen, die sich um „behinderte“ Menschen sorgten.

Genauso wichtig ist die Betrachtung des sich im Laufe von 1933-1945 stark veränderten Schulsystems, das zum einen behinderte Kinder aussonderte und zum anderen im fachlichen Bereich neue Schwerpunkte setzte, die als behindertenfeindlich angesehen werden müssen.

Geschickt getarnt als edles Handeln der Nationalsozialisten, die den Menschen mit Beeinträchtigungen mit dem Töten zur „Erlösung“ vom ewigen Leid verhalfen, wurde der Mord an diesen Menschen propagandistisch in Szene gesetzt. Menschen mit Behinderungen wurden als unnütz und leidend dargestellt, die dem Land zum einen nicht bei der Aufrüstung zum Krieg dienlich sein konnten und zum anderen meist nur hinderlich waren, da für ihre Betreuung Gelder ausgegeben wurden, die damals lieber in die Aufrüstung investiert wurden. Ein Ausweg für geistig, körperlich und seelisch kranke Menschen gab es nicht mehr.

Im zweiten Teil der Arbeit werde ich über 60 Jahre weiter in die Gegenwart, in das heutige Deutschland Anfang des 21. Jahrhunderts blicken. Eine Zeit in der es Gesetze zum Schutz von Behinderten gibt. In der versucht wird Menschen mit geistigen und seelischen oder körperlichen Beeinträchtigungen (zum größten Teil) möglichst gut in die Gesellschaft zu integrieren und soweit wie möglich geistig und körperlich zu fordern und zu fördern. Um diesen Wandel und die neue Stellung von „Behinderten“ in der Gesellschaft zu erklären werde ich zu Beginn auf die Behinderungsklassifizierungen der World-Health-Organisation (WHO) eingehen. Denn gerade die Klassifizierung von Behinderung aus dem Jahr 1998 verdeutlicht, dass sich ein Wandel im Blick auf Behinderungen vollzogen hat. Wichtigster Punkt ist der Übergang von menschbezogener Defizitorientierung hin zur Problematik des fehlerhaften Austauschprozesses zwischen Mensch und Umwelt, der zu Behinderungen führen kann. Dabei stellt sich heraus, dass nun jeder Mensch als behindert klassifizierbar ist, wenn der Austauschprozess zwischen der Umwelt und ihm nicht funktioniert. Die personenbezogene Behinderungsdefiniton, wie sie zwischen 1933 und 1945 Gültigkeit fand, hat sich somit grundlegend verändert.

Bei der Betrachtung der heutigen rechtsextremen Parteien und Vereinigungen wird deutlich, dass die zuvor benannt personenorientierte Definition auch heute noch in einigen Kreisen Legitimität besitzt. Die Gefahren und Ausmaße lassen sich erahnen, wenn man beispielsweise die undemokratischen Äußerungen der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NPD) betrachtet.

Wir haben momentan eine politische Lage, in der die rechtsgerichteten Parteien kaum Stimmrecht haben. Sie stehen unter ständiger Kontrolle des Verfassungsschutzes. Dennoch gewinnen sie gerade in den neuen Bundesländern an Zulauf und die NPD konnte sich bis in den mecklenburgischen Landtag in Schwerin und in Sachsen vorkämpfen. Dass rechte Parteien und Organisationen heute zum Teil verboten werden, beziehungsweise immer wieder in die Kritik geraten, verrät, dass das vermittelte Gedankengut nicht den Grundprinzipien der demokratischen Verfassung entspricht und menschenwidrig ist. In dieser Arbeit werde ich mich konkret mit dem Parteiprogramm der NPD, der bekanntesten rechtsextremen Partei Deutschlands auseinandersetzen, speziell mit dem Bereich der Menschenwürde, der Schulplanung und deren Gedanken zum Umgang mit Behinderten. Der NPD-Verbotsantrag der Bundesregierung von 2001 bietet dazu aufschlussreiche Details. Außerdem dienen einigen Aussagen von Parteimitgliedern dazu herausfiltern, welches Gedankengut bezüglich Menschen mit Beeinträchtigungen vorherrschend ist. Zudem finden in dieser Arbeit die hohen Machtansprüche der NPD Beachtung, die im Allgemeinen neue Gefahren für die demokratische Grundordnung und im Speziellen für Andersdenkende und Menschen mit Behinderungen erahnen lassen.

Neben den Gefahren auf politisch-parteilicher Ebene werde ich im Anschluss auf die Rolle rechtsextremistischer Gruppierungen im Schatten der NPD eingehen, speziell am Beispiel der Freien Kameradschaften. Rechts gesinnte Jugendliche und Erwachsene vereinigen sich gerade in Deutschland zuhauf, sie bilden Gruppen ohne Vereinscharakter (aus strategisch sicheren Gründen), veranstalten Konzerte mit rechtsextremen Liedtexten, versammeln sich zu Massendemonstrationen. Dass diese rechten Stimmen aus dem Volk nicht ganz so be- und durchdacht vorgehen wie ihre (teilweisen) Vorbilder in den rechten Parteien ist sicher nicht immer im Interesse der Parteien, aber genau dies verdeutlicht, welche Bedrohung auch heute noch beziehungsweise heute wieder von rechts besteht.

Gerade die Freien Kameradschaften werden heute häufig von der NPD „angestellt“, um bei Demonstrationen und Kundgebungen den rechten Rückhalt zu bieten. Die Gruppierungen, die zwar keinen Vereinscharakter besitzen, sind untereinander stark vernetzt und setzen sich zum Ziel eine „Nationale Einheitsfront“ zu bilden. Die Demonstrationen, an denen nicht selten tausende dieser Gruppenmitglieder teilnehmen, verdeutlichen deren verdeckte Organisation und Macht. Um die Gefahren, die von diesen Gruppen ausgehen können näher darzustellen, werde ich im speziellen die Kameradschaft Zella-Mehlis vorstellen, auf deren Internetseite einige Links vorhanden sind, die deren Auffassungen von Minderheiten wiedergeben. Durch die Inhalte der Seiten kann man sich das Menschenbild dieser Kameradschaften erschließen und Rückschlüsse auf mögliche Gefahren für Menschen ziehen, die nicht deren Volksgemeinschaft angehören wollen, beziehungsweise können. Wichtig hierbei ist wieder den Bezug zur Behinderungsklassifizierung der WHO von 1998 herzustellen, die erkennen lässt, dass nicht nur Menschen mit körperlichen und seelischen und geistigen Beeinträchtigungen als Behindert gelten, sondern auch jeder Mensch, dessen Austauschprozess mit der Umwelt gestört ist. Wichtig ist dabei die Norm der rechtsextremen Gruppen genauer zu beleuchten, an denen sie den Menschen messen.

Am Ende der Arbeit werde ich zusammenfassend auf ethische, moralische, politische und pädagogische Aspekte eingehen, die sowohl in den nazistischen, als auch in den neonazistischen Auffassungen von Behinderung zu kritisieren sind.

Außerdem werde ich abschließend in einem kurzen Ausblick zusammenfassend auf die bestehenden rechtsextremen Gefahren und möglichen Gegenstrategien hinweisen.

2. Behinderung im historischen Kontext des
19. und 20. Jahrhunderts (bis 1933)

Um erklären zu können, was unter „Behinderung“ zu verstehen ist, müssen sowohl gesellschaftliche Umstände, wie auch die Erkenntnisse im Bereich der Forschung in der Vergangenheit und das Umgehen der Menschen mit diesen Erkenntnissen betrachtet werden. Wann und warum wird jemand als behindert bezeichnet. Wer bildet das Maß, an dem Behinderung gemessen wird? Da sich der erste Teil dieser Arbeit v.a. auf die Auswirkungen des Sozialdarwinismus auf das Leben beziehungsweise Sterben Behinderter bezieht, werde ich speziell auf die Vorgeschichte des Sozialdarwinismus eingehen.

2.1 Charles Darwin - Der Darwinismus

Welche Lehren dienten dazu, Behinderte als behindert zu identifizieren? Warum wurde der Blick gerade auf die Menschen gelenkt, die von der „Norm“ abweichen? Einige Antworten dafür liegen in den Lehren des Sozialdarwinismus. Dieser entstand aus dem Verschieben der Lehren des wohl bekanntesten britischen Naturforschers Charles Darwin[1] auf den Menschen. Um den Sozialdarwinismus verstehen zu können, muss auf die Forschungsergebnisse des Naturwissenschaftlers Charles Darwin, auf den Darwinismus, zurückgeblickt werden.

Darwin ist als Autor des Buches „The Origin of Species by means of natural selection or the preservation of favoured races in the struggle for life“ bekannt geworden, welches er 1859 veröffentlichte. Es ist das Werk, das „die Theorie der biologischen Evolution allgemeinverständlich verbreitete und die natürliche Auslese als Verfahrensweise der Evolution einführte“ (Bowler 1999, S. 582, Band 2). Diese Evolutionstheorie begründete Darwin mit Beobachtungen, die er an Pflanzen und Tieren[2] durchführte. Darwin war davon überzeugt, dass sich die verschiedenen Arten an ihre Umgebung anpassen und entdeckte den Prozess der natürlichen Auslese oder auch der natürlichen Selektion. Dieser ist laut Darwin das wichtigste Mittel, das den Wandel und die Höherentwicklung der Arten beeinflusst.

Durch das ständige Vermehren einer Population, auch wenn nicht genügend Ressourcen zum Überleben existieren, kommt es laut Darwin zum „Kampf ums Dasein“. Überlebende hierin sind immer die, die sich am besten an ihre Umweltbedingungen anpassen konnten. Diese sind es auch, die sich weiter fortpflanzen und den Bestand ihrer Art erhalten. Der Philosoph Spencer[3] gab diesem Prozess den Namen „survival of the fittest“, das Überleben des Stärksten (vgl. ebenda, S. 582f).

2.2 Der Sozialdarwinismus im 19. Jahrhundert

Schon in den Anfängen wurde Darwins Evolutionstheorie auf Gesellschaftsstudien übertragen und „zum Gegenstand ethischer Interpretationen und Kontroversen“ (Hefner 1999, S. 586). Beispielsweise haben einige Wissenschaftler und Denker in den USA und v.a. in Europa, die so genannten Sozialdarwinisten, die Ideen der natürlichen Selektion und das Überleben des am besten Angepassten dafür benutzt, „um den Status quo zu rechtfertigen und die erfolgreichsten Klassen der Gesellschaft mit den Angepaßtesten zu identifizieren, [diese] […] radikale[n] Denker [bezogen sich] auf diese Theorien, um die Ansicht zu stützen, daß […] Versuche ihrer Veränderung selbst Teil des natürlichen Prozesses sozialer Evolution seien“ (Hefner 1999, S. 587).

Der Sozialdarwinismus ist demzufolge ein Begriff, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam. Seine Anhänger versuchten die biologischen Erkenntnisse Darwins, v.a. die These vom Überleben des Tüchtigsten im „Kampf ums Dasein“, auf die Verhältnisse in der Gesellschaft zu transformieren.

Bereits 1868 lassen sich erste Übertragungen des Überlebenskampfes in der Natur auf den Menschen verschriftlicht in dem Werk von Ernst Haeckel finden. Der Titel dieses Buches lautet „Natürliche Schöpfungsgeschichte“. In ihm sind beispielsweise die Überlebenskämpfe verschiedener Völker beschrieben. Hier, so Ernst Klee[4], wird zu der natürlichen Auslese eine künstliche mit beschrieben. Ein Beispiel dafür findet sich in Haeckels Buch in einem Hinweis auf das Umgehen der Spartaner mit ihren Kindern. „Indessen ist nicht nur die natürliche, sondern auch die künstliche Züchtung vielfach in der Welt-Geschichte wirksam. Ein ausgezeichnetes Beispiel von künstlicher Züchtung der Menschen in grossem Massstabe liefern die alten Spartaner, bei denen auf Grund eines besonderen Gesetzes schon die neugeborenen Kinder einer sorgfältigen Musterung und Auslese unterworfen werden mussten. Alle schwächlichen, kränklichen oder mit irgend einem körperlichen Gebrechen behafteten Kinder wurden getötet. Nur die vollkommen gesunden und kräftigen Kinder durften am Leben bleiben, und sie allein gelangten später zur Fortpflanzung“ (Haeckel 1889, S. 153). „Auch der Todesstrafe kommt nach Haeckel eine künstliche Auslese hinzu, da sie dem Verbrecher verbiete, seine verbrecherischen Anlagen zu vererben“ (Klee 1985, S. 16).

Die Selektionstheorie Darwins wurde also in den Zusammenhang mit menschlichem Handeln gesetzt, „denn [so Haeckel] der Mensch ist ja nur ein höher entwickeltes Wirbelthier, und alle Seiten des Menschenlebens finden ihre Parallelen […] im Thierreich vorgebildet“ (Haeckel 1889, S. 152f).

Die Ansichten der Sozialdarwinisten verschärften sich mit den Jahren zunehmend. Infolgedessen wurde nicht mehr nur überlegt, ob sich Darwins Entdeckungen auch auf die Gesellschaft übertragen lassen, sondern kurze Zeit später wurden bereits Pläne aufgestellt, wie man die „Stärkeren“ in der Gesellschaft besser fördern kann und wie man sich von den „Schwachen“ gut begründet befreien kann.

2.3 Gesellschaftliche und soziale Lage Deutschlands in der Entstehungsphase des Sozialdarwinismus

Das nationalsozialistische und neonazistische Verständnis von Behinderung und der sich daraus manifestierende Umgang mit körperlich und geistig und seelisch beeinträchtigten Menschen findet seine Grundlagen in den wissenschaftlich untermauerten Lehren des Sozialdarwinismus und der Eugenik. Gerade der Kontext der Wissenschaftlichkeit der Argumente scheint genügend Rechtfertigung für das nazistische Verständnis von Behinderungen in Anspruch nehmen zu können. Die Diskussionen über Eugenik und Sterilisation vollzogen sich auf allen politischen und ideellen Ebenen. Fakt ist, dass man sich im 19. und dem frühen 20. Jahrhundert nicht zuletzt als Folge der Industrialisierung einer in diesem Maße in Deutschland noch nie da gewesenen Massenverelendung gegenüberstehen sah. Die Lösung der sozialen Frage wurde ab dem 19. Jahrhundert zur entscheidenden Herausforderung für die abendländische Gesellschaft. Vielschichtig waren die Reaktionen auf dieses neue Phänomen der Massenverarmung.

Welche Auswirkungen hatte die industrielle Revolution auf die soziale Lage der Menschen? Die Erweiterung der Existenzmöglichkeiten durch eine erhöhte Nahrungsmittelproduktion in Verbindung mit der allmählichen Erhöhung der mittleren Lebenserwartung in Folge verbesserter hygienischer und medizinischer Bedingungen führte zu einem enormen Anstieg der Bevölkerungszahl. Durch die Landflucht kam es zu einer problematischen Zuspitzung innerhalb der sozialen Infrastruktur. Mit der einsetzenden Mechanisierung der Landwirtschaft wurden immer mehr Arbeitskräfte frei und regelrecht zur Abwanderung in die industriellen Ballungszentren gezwungen. Viele, die bisher in Armut gelebt hatten, waren wegen des Überangebots an Arbeitskräften weiterhin elenden Arbeits- und Lebensbedingungen ausgesetzt. Gerade dieses Überangebot und der damit verbundene Kampf um die Arbeitsplätze erlaubte es den Industriellen, die Arbeiter mit den niedrigsten Löhnen zu bezahlen, was kaum für das Nötigste reichen konnte.

Durch die fortlaufende Industrialisierung wuchsen die Städte in einem unkontrollierten Maß an, so dass die Menschen auf engstem Raum und unter denkbar schlechten sozialen Bedingungen ihr Leben fristen mussten. Hinzu kam, dass Arbeitszeiten bis zu 18 Stunden täglich, niedrige Löhne und schlechte Wohnbedingungen zur Massenverelendung führten. Das Industrieproletariat bildete sich heraus. Folge dessen waren Hungerrevolten, die zu sozialen Unruhen führten. Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verbesserte sich die Lage der Arbeiterschaft.

Mit Otto Fürst von Bismarck[5] setzten sich neue sozialpolitische Veränderungen durch. Die Massenverarmung und Verelendung vor Augen entwickelte Bismarck ein sozialpolitisches Programm, das den Anfang für eine Absicherung im sozialen Bereich, die Chance auf Bildung und Gesundheit „entsprechend der notwendigen Weiterentwicklung der kapitalistischen Produktionsweise“ (Jantzen 1990, S. 21) bringen sollte. Von nun an standen nicht mehr die Armen der Bevölkerung im Mittelpunkt politischer Handlungen, sondern die Arbeiter. Der Grund dafür lag in der Sozialgesetzgebung von 1881, jetzt gab es die gesetzliche Unfallversicherung, Krankenversicherung und ab 1889 auch die Alters- uns Invalidenversicherung. „Gleichzeitig mit diesen Möglichkeiten entstehen jedoch vielfältige diagnostische Strukturen wie die Verfeinerung von Herrschaftsstrukturen (insbesondere über Bürokratien vermittelt), die verhindern, daß der Arbeiter mehr als ein Minimum in Anspruch nehmen kann“ (Jantzen 1990, S. 22). Es war zudem auch die Zeit, in der nach Jantzen[6] eine „Rentendrückerei“ stattfand und in der „in allen Institutionen dieser Zeit und in den sie realisierenden Bürokratien der Antisozialismus des Kaiserreiches grundlegende Doktrin“ war (ebenda). Bismarck erkannte die soziale Verpflichtung des Staates, den sozialen Frieden zu sichern, sicherlich auch, um den Zustrom, allerdings vergeblich, zur Sozialdemokratie und den sozialistischen Gewerkschaften einzudämmen. Aber so bedeutete zum Beispiel die Einführung der Sozialversicherung im Jahre 1883, bei aller Unzulänglichkeit der Leistungen, einen großen Fortschritt für die Arbeiterschaft.[7]

Der Sozialdarwinismus reagierte mit der Inanspruchnahme und Transformation darwinistischer Erkenntnisse ebenfalls auf die sozialen Umstände. Der einzelne Mensch wurde im Zuge industrieller Entwicklungen zunehmend im Verhältnis von Kosten und Nutzen definiert, die Arbeitsfähigkeit gegenüber dem Anspruch individueller Existenzberechnung aufgewertet. Der Sozialethiker Roos[8] schreibt: „Die klassische soziale Frage, also die Arbeiterfrage des 19. Jahrhunderts, war letztlich dadurch entstanden, daß das herrschende liberale Wirtschaftssystem die menschliche Arbeit ausschließlich als Ware behandelte. Sie war Kostenfaktor und nur Kostenfaktor im gleichen Sinn wie die sachlichen Produktionsmittel“ (Roos, 1991, S. 18)

Der Mensch als Zweck und nicht nur als Mittel schien damit in Frage gestellt. Während sich allerorts Wohlfahrtsverbände verschiedenster Institutionen und Interessengruppen formierten, sah der Sozialdarwinismus die Lösung der sozialen Frage nicht nur im vermeintlich natürlichen Prozess des „surviving of the fittest“, sondern im gezielten künstlichen Vorantreiben dieses Verlaufs. Alkoholkranke, „Schwachsinnige“ und andere körperlich und geistig Beeinträchtigte hatten in dieser Umgebung wenig Platz.

2.4 Eugenik- Begriffserklärung

Mit dem Bekanntwerden der Forschungsergebnisse Charles Darwins wurde 1883 von dem britischen Naturforscher und Cousin Darwins, Galton[9], ein neuer Begriff geprägt, der der Eugenik. Dieser bedeutet soviel wie Erbpflege, konkret gesagt handelt sich um Maßnahmen, die dazu dienen, das menschliche Erbgut zu „verbessern“. Außerdem zählen Vorgehensweisen dazu, die schlechte Einflüsse auf dieses Erbgut eindämmen sollen. Die Eugenik wird in zwei Bereiche unterteilt, die positive und die negative Eugenik, „die mit den Begriffspaaren „Auslese“ und „Gegenauslese“ bzw. „Aufartung“ und „Ausmerze“ umschrieben werden“ (Höck 1979, S. 9). Das Eugenikkonzept von Galton sah „Familienplanung zwischen ausgewählten Jünglingen aus hervorragenden Familien und speziell für sie gesuchten Jungfrauen vor in der Erwartung, dadurch begabte und für die Nation bedeutsame Menschen zu gewinnen“ (Theile 1999, S. 1655, Band 2). Galton „forschte mit der von ihm entwickelten Eugenik nach Möglichkeiten, den genetischen Pool einer Population auch aktiv zu verbessern.“ (Schäfer 2000, S. 463, Band 3) Dabei verweist er beispielsweise auf Vorgehensweisen in der Antike, in der die Wahl des Heiratskandidaten beschränkt wurde, damit nur bestimmtes Erbgut weitergegeben wurde. Bei Nichteinhalten der Vorschriften drohten Sanktionen. So wurde das Erbgut des Volkes erhalten und weitervererbt. (näheres dazu siehe: in „Eugenics: I. Restrictions in marriage; II. Studies in national eugenics“ von Galton, 1906)

Warum aber die Idee, eine „bessere“ Bevölkerungsschicht hervorzuheben und speziell diese vermehren zu wollen? Warum Menschen, dessen Erbanlagen nicht eine vollkommene Gesundheit versprechen, verdängen und sanktionieren?

Grund dafür sind sicher nicht zuletzt die bedeutenden gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert. Diese „führten zu Umwälzungen der bestehenden Verhältnisse auf politischer, sozialer und ökonomischer Basis“ (Schäfer 2000, S. 463, Band 3). Willhelm Schallmayer[10] warnte 1891 sogar vor einer „progressiven Entartung der Kulturmenschheit“ (Schallmayer zit. nach ebenda). Er sah die sozial höheren Schichten der Bevölkerung und auch das germanische Volk durch „Überflügelung und innerer Aushöhlung durch das „aufdringende, sich stark vermehrende Slawentum“ bzw. die niederen Schichten der Bevölkerung“ bedroht (ebenda). Galton gab zudem eine Definition von minderwertigen und vollwertigeren Nachkommen. Allerdings fand seine Idee nie richtig Umsetzung.

Die Idee, bestimmte Menschen, die der Weitervererbung der besten Merkmale nicht dienlich sein dürften, „speziell“ zu behandeln, sogar zu bestrafen war also besonders mit Darwins Forschungsergebnisseen neu entflammt, wenn auch nicht neu.

Klee verdeutlicht dies an einigen konkreten Beispielen. Er verweist auf Auguste Forel[11], einen Psychiater aus der Schweiz, der schon 1892 Sterilisationen veranlasste und „Der Selektions-Ideologe Alexander Tille, von Beruf Landwirt, behauptete in seiner Schrift „Volksdienst von einem Sozialaristokraten“ häßliche Menschen dürften keine Ehe eingehen. […] Wohltätigkeit gegen Krüppel, Sieche und Geisteskranke seien im höchsten Maße schädlich“ (Tille zit. nach Klee, 1985, S. 17). Außerdem forderte er in seinem Werk („Von Darwin bis Nietzsche“) aus dem Jahr 1895, dass jeder Mensch weniger Nahrung erhalten solle, um so höher seine Untüchtigkeit sei, damit die Untüchtigen „unfehlbar zugrundegehen“ ( vgl. ebenda).

Überdies verweist Klee auf Alfred Ploetz[12], der 1895 eine Lehre zur Fortpflanzung schrieb. Ploetz war einer derjenigen, der 1895 das eugenische Gedankengut in Deutschland einführte. Er formulierte für spezielle eugenische Maßnahmen den Begriff der Rassenhygiene. Erstmals „gewann die eugenische Idee Bedeutung in Bezug auf bestimmte, die so genannte nordische Rasse kennzeichnende phänotypische Merkmale, deren Förderung für das deutsche Volk notwendig schien“ (Theile 1999, S. 1655). Schon Ploetz war von der Besonderheit der weißen Rasse überzeugt und betonte den Schutz dieser: „Es genügt auf jeden Fall vollkommen, in der hochgewachsenen weißen Rasse mit dem steilen Profil und dem größten Schädelinnenraum einen sehr wertvollen und hochstehenden Typ zu erkennen, dessen Abschmelzung durch kontraselektorische Einflüsse mit allen Kräften zu bekämpfen ist“ (Ploetz 1902, S. 409). Er plädiert beispielsweise dafür, dass bestimmte Menschen gar nicht erst heiraten und sich vermehren sollten, um die Rasse nicht weiter zu verunreinigen. Dazu zählen bei ihm beispielsweise „Arbeitsscheue, Kranke, geistig Schwache oder Selbstsüchtige“ (ebenda, S. 414).

Ploetz beschäftigte sich mit der Suche nach möglichst guten Bedingungen für die Zucht des perfekten Menschen. Er betonte: „Stellt es sich trotzdem heraus, dass das Neugeborene ein schwächliches und mißratenes Kind ist, so wird ihm vom Ärzte-Kollegium, das über den Bürgerbrief der Gesellschaft entscheidet, ein sanfter Tod bereitet, sagen wir durch eine kleine Dosis Morphium…“ (Ploetz in Klee 1985, S. 18). Außerdem sprach sich Ploetz gegen eine Versicherung für Arbeitslose und Kranke aus, da diese den Überlebenskampf beeinträchtigen würde (vgl. Ploetz 1902, S. 412).

Menschen, die die Gesellschaft angeblich in ihrem Vorrankommen bremsen, in einer Zeit des industriellen Aufschwungs, sollten die Lebensbedingungen keinesfalls verbessert, sondern erschwert werden oder aber gleich vernichtet werden. Ploetz betonte, dass sozialpolitische Maßnahmen, „soweit sie den Schutz von Menschen betreffen, die geistig, körperlich oder sittlich minderwertig sind, […] das Tüchtigkeitsniveau der Nachkommenschaft“ gefährden (ebenda, S. 419).

1904 wurde von Ploetz die „Gesellschaft der Rassenhygiene“ gegründet und bis hin „zum ersten Weltkrieg werden Sterilisierung und Ausmerzung der Erbkranken und anderer angeblicher Volksschädlinge vor allem in den Zirkeln der Extremen gefordert“ (Klee 1985, S. 18). 1906 bildete sich der so genannte „Mittgartbund“, der sich die Aufgabe stellte, die germanische Rasse zu züchten.

Die Ideen der Rassenhygiene, die später schwerwiegende Auswirkungen auf Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen Einschränkungen haben sollten, waren also schon einige Jahre vor den Nationalsozialisten vorhanden und kontrovers diskutiert worden. Aber „der große Durchbruch der Auslese- und Vernichtungs-Ideologie geht dann auch 1920 auf das Konto von zwei der angesehensten Wissenschaftler ihrer Zeit: Karl Binding und Alfred E. Hoche“[13] (Klee 1985, S. 19). Auf die Ansichten beider Personen werde ich in einem gesonderten, späteren Abschnitt meiner Arbeit eingehen.

Die Ideen der Vertreter der Eugenik waren die eine Seite Die viel gefährlicheren für Menschen, die nicht der „Norm“ der Gesellschaft entsprachen, waren die dazukommenden antisemitischen Tendenzen. Diese führten bald dazu, dass „sich unter nationalsozialistisch geprägter politischer Führung verbrecherische und im höchsten Maße menschenverachtende medizinische Maßnahmen entwickeln konnten“ (Theile 1999, S. 1655). Welche Folgen die eugenischen Gedanken und der Antisemitismus in der Zeit des Nationalsozialismus mit sich brachten, werde ich im weiteren Verlauf der Arbeit aufzeigen, denn schon bald wurden die Ideen der Eugenik verwendet, um sie als Grundlage für Euthanasiemaßnahmen zu nutzen.

2.5 Euthanasie

2.5.1 Euthanasie: Begriffsklärung

Der Begriff der Euthanasie ist keine Erfindung des 19. Jahrhunderts, sondern geht zurück bis in die griechische Philosophie der Stoa[14]. Die Silbe „eu“ bedeutet im Griechischen soviel wie: gut, richtig oder auch leicht. „Thanatos“ heißt Tod. Zusammengesetzt bedeutet Euthanasie im griechischen somit „schöner Tod.“ In der Philosophie der Griechen hatte jeder Mensch, wenn dessen Körper von Krankheit oder Gebrechlichkeit heimgesucht wurde und somit das Leben unwert erschien, das Recht, sein Leben zu beenden. Durch die spätere Auffassung der Christen, die sowohl den Selbstmord, als auch die Tötung auf Verlangen verbot, hat sich die Bedeutung des Begriffes Euthanasie in der ärztlichen Ethik geändert. „Das Wort schillert zwischen einem Sterbebeistand, der dem Sterbenden einen leichten unbeschwerten, schmerzfreien Tod ermöglichen soll, und einer aktiven, bewussten Tötung „lebensunwerten Lebens“ (Honecker 1999, S. 1682, Band 2). Es trat ein Wechsel von der Hilfe beim Sterben zur Hilfe als aktives Töten ein. Christoph w. Hufeland[15] war ein Arzt, der sich vehement gegen jegliche Lebensverkürzung wehrte. Er war der Meinung, dass dies gegen den Ethos eines Arztes verstöße. Durch eine aktive Sterbehilfe von Seiten der Ärzte aus, sah er den Beruf wechselnd vom helfenden zum gefährlichsten werden, dessen Folgen nicht absehbar waren. (vgl. ebenda)

„Der Monistenbund[16] beschäftigte sich nachdrücklich mit der Sterbehilfe bei hoffnungsloser Prognose“ (Honecker 1999, S. 1682, Band 2). So wurde Euthanasie im deutschsprachigen Raum als Begriff für das Töten auf Verlangen bei unheilbar Kranken genutzt. „Die Diskussion wurde aufgrund der Befürchtung einer drohenden „Degeneration“ der Kulturvölker um rassische, wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Überlegungen erweitert“ (ebenda).

2.5.2 Das Wiederaufleben der Euthanasiedebatte um 1900

Wie bereits erwähnt, haben sich Ende des 19. Jahrhunderts und vermehrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wissenschaftler, Psychiater u.ä. mit dem Thema Eugenik und Euthanasie auseinandergesetzt. Dabei wurde aber hauptsächlich betont, dass die Euthanasie dazu dienen sollte, einem elenden Menschenleben ein schnelles, sanftes Ende zu bereiten, beispielsweise bei der Geburt eines behinderten Kindes. Das Leben mit einer Behinderung galt als qualvoll und nicht lebenswert, die Euthanasie also als „glückliche Endlösung“. Schon Haeckel hatte zur Zeit der Jahrhundertwende appelliert, Geisteskranke zu töten, um sie zu erlösen, nicht zuletzt damit die „Besseren und Edleren“ ausgelesen werden. Sozusagen gab auch er die Empfehlung zur „positiven Euthanasie“ (vgl. Brüne 2004, S. 10). Fast schon bewundernd äußerte er sich über das oben beschriebene Verhalten der Spartaner gegenüber kranken, schwachen Kindern: Denn „dadurch wurde die spartanische Rasse nicht alleine beständig in auserlesener Kraft und Tüchtigkeit erhalten, sondern mit jeder Generation wurde ihre körperliche Vollkommenheit gesteigert. Gewiss verdankt das Volk von Sparta dieser künstlichen Auslese oder Züchtung zum grossen Theil seinen seltenen Grad von männlicher Kraft und rauer Heldentugend“ (Haeckel 1889, S. 153). Gleiches gelte nach Haeckel für einige Indianerstämme in Nordamerika, die ebenfalls ihre Kinder nach Vollkommenheit aussuchten. Unvollkommene seien getötet worden. Haeckel sah hierin den Beweis für die Nützlichkeit der künstlichen Züchtung einer Rasse und somit auch der Euthanasie (vgl. ebenda).

Die vermehrten Gedanken und Äußerungen bezüglich der Euthanasie zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen nicht von ungefähr und lassen sich mit einem Blick auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse dieser Zeit erklären.

2.6 Soziokulturelle Rahmenbedingungen: Die Wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage Deutschlands Mitte des 20. Jahrhunderts

Das herausragendste Ereignis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war, sowohl politisch, als auch wirtschaftlich sowie gesellschaftlich und sozial betrachtet der Erste Weltkrieg (1914-1918). Es war der erste „technisch-industrielle“ Massenkrieg und forderte als erster „totaler Krieg“ alle beteiligten Länder dazu auf sich politisch, sozial und ökonomisch zu mobilisieren (vgl. Leonhard 1999, S. 1442). Vor allem in Deutschland kam es während des Krieges zu einer „aggressiven Nationalisierung“ (ebenda, S. 1443). Und es wurde ein Krieg mit zuvor nicht gekannten großen Opferzahlen sowohl unter den Soldaten, als auch unter der Zivilbevölkerung.

Am 9. November 1918 wurden „die Weichen zu einer parlamentarischen und demokratischen Herrschaftsordnung gestellt“ (Hübinger 1999, S. 1353). Im Januar des folgenden Jahres wurde die Nationalversammlung gewählt, die die Verfassung erstellte. Die meisten Stimmen erlangten die Mehrheitssozialdemokraten (MSPD), die Deutsche Demokratische Partei (DDP) und das Zentrum. Sie bildeten somit die „Weimarer Koalition“ (vgl. ebenda). „Die Weimarer Verfassung setzte gegenüber dem Kaiserreich einen strukturell erweiterten Rahmen für die institutionelle Sicherung individueller Freiheit, für die öffentliche Konfliktaustragung wie für konkurrierende kulturelle Wertorientierungen“ (ebenda). Neben den genannten Parteien gab es aber auch eine extrem linke (Kommunistische Partei Deutschlands, KPD) und eine rechte[17] Partei (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, NSDAP), die sich gegen die Weimarer Verfassung stellten. Schon 1920 verloren die Hauptparteien der Weimarer Republik an Stimmen und bildeten keine Mehrheit mehr. Steigende Arbeitslosenzahlen und der New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 und die damit beginnende Weltwirtschaftskrise ließen die rechten Parteien zunehmend an Macht gewinnen. Die Partei des Zentrums fand ihre Orientierung mehr und mehr an der rechten NSDAP. Große Koalitionen mit gemäßigten Parteien wie der DVP (Deutsche Volkspartei) oder der DNVP (Deutschnationale Volkspartei) blieben instabil, was laut Hübinger v.a. mit den schwerwiegenden Folgen der Weltwirtschaftskrise und somit Krisen im Parlament zu tun hatte. Am 20.07.1932 wurde die Regierung gleich einem Staatsstreich abgesetzt und die NSPAD gewann kurz darauf bei den Reichstagswahlen so viele Stimmen, dass sie stärkste Partei wurde. Sie konnte ihre Mandatszahlen von 12 auf 107 erhöhen.

In dieser Zeit der wirtschaftlichen und staatlichen Krise 1932 schaffte es Adolf Hitler[18] „in strategischer Anpassung an die vordemokratischen Eliten aus Großgrundbesitz, Großindustrie und Armee und in einem Klima von Antisemitismus die Erwartung einer Krisenlösung zu wecken.“ (Hübinger 1999, S. 1354)

Kulturell gesehen war die Zeit der Weimarer Republik eine Zeit, in der es zu einer schnellen Verbreitung von Massenmedien und Massenunterhaltung kam. Trotz der Weltwirtschaftskrise bildeten sich immer mehr Zeitungsverlage heraus. Das Bildungssystem wurde offener für alle Schichten, es wurde zudem in Volks-, Mittel- und höhere Schule dreigeteilt. Obwohl man bemerken muss, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Arbeiterkinder das Gymnasium besuchten (circa 5%).

Zusammenfassend war es eine Zeit, in der sich die wirtschaftliche und politische Krisensituation zuspitzte. Anfänglich führende Parteien waren nicht wirklich in der Lage, zusammen zu arbeiten. Das führte dazu, dass der rechte Flügel auf Grund von geschicktem Vorgehen an Anhängern gewann. Die stetig steigenden Arbeitslosenzahlen brachten Unmut und den Wunsch nach Veränderung im Volk auf. Diese missliche Lage wusste die NSPAD für sich zu nutzen und war bald stärkste Partei.

Die schlechte wirtschaftliche Situation, resultierend aus der Weltwirtschaftskrise, brachte zudem soziale Missstände und Fragen mit sich. Die Frage für welche Zwecke die wenigen finanziellen Mittel des Staates am besten genutzt werden sollten, wurde immer aufdringlicher. Schon bald fanden einige Personen auch Einsparungsmöglichkeiten im sozialen Bereich. Beispielsweise im Betreuungsbereich für behinderte, kranke Menschen.

So kam die Frage auf, ob es nicht eine Verschwendung von Staatsgeldern sei, wenn man zum Beispiel Pflegepersonal bezahlt, das „nur“ für die Betreuung von behinderten oder kranken Menschen, die dem Staat nichts nutzen können, da sei? Binding und Hoche äußerten sich wie folgt dazu: „Am schwersten belasten die „Vollidioten“ die Allgemeinheit: Sie erreichen ein Durchschnittsalter von 50 Jahren und ihre Fürsorge entzieht dem Nationalvermögen ein ungeheures Kapital in Form von Nahrungsmitteln, Kleidung und Heizung (und das für unproduktive Zwecke!)“ (Binding 1920, S. 53f.). Bezüglich der Sterilisation äußerte Hitler: „Sie wird Millionen von Unglücklichen unverdiente Leiden ersparen, […]“ (Hitler 1941, S. 279). Die schlechte wirtschaftliche Lage des Staates diente dem Zuspruch solcher Gedanken. „Die Fürsorge für die „Minderwertigen“ ließ spürbar nach, die Pflegesätze in der Psychiatrie wurden gekürzt, schließlich halbiert, Kranke aus den Anstalten entlassen“ (Brüne 2004, S. 10). Zunehmend wurde diskutiert, ob Maßnahmen der Eugenik nicht zweckmäßig wären, da für die Betreuung und Behandlung Behinderter und anderer pflegebedürftiger Personen viele Gelder von Nöten waren. Gelder, die in dieser Zeit für „wichtigere Dinge“ gebraucht wurden.

Die ersten Schritte folgten der Idee der Sterilisation geistig oder erblich kranker Menschen (vgl. ebenda). Und von der Sterilisation war der Übergang zum Mord nicht weit. Ideen bezüglich Sterilisation lassen sich unter anderem im gemeinsamen Werk von Alfred Hoche und Karl Binding finden, auf das ich im folgenden Abschnitt genauer eingehen werde.

2.7 Alfred Hoche und Karl Binding - „Die Freigabe der
Vernichtung lebensunwerten Lebens“

Am 1. August 1865 wird Alfred Hoche als Sohn eines Pfarrers in Wildhain/Torgau geboren und wurde nach seinem Studium Professor der Psychiatrie an der Universität in Freiburg. Er forschte in seinen frühen Jahren als Mediziner an der Frage, „ob das menschliche Rückenmark durch elektrischen Strom zu erregen sei“ (Klee 1985, S. 19). Die Untersuchungen fanden unter anderem an gerade hingerichteten Menschen statt. Hoche unterrichtete an der Universität in der Zeit des Ersten Weltkrieges. Die elenden Lebensumstände, resultierend aus den Kriegsfolgen, hatte er sich zum Anlass genommen, das Töten „lebensunwerter“ Menschen zu bejahen (vgl. ebenda). Klee verweist in diesem Zusammenhang auf Hoches Aufsatz „Krieg und Seelenleben“ aus dem Jahre 1925, in dem deutlich wird, dass Individualität für Hoche nicht mehr zu existieren scheint. „Das ganze Volk ist umgewandelt in einen einheitlichen geschlossenen Organismus höherer Ordnung“ (ebenda).

1920 verfasste Hoche zusammen mit Karl Binding eine Broschüre über 62 Seiten mit dem Titel „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form“, die die Nationalsozialisten später als Rechtfertigung ihrer Taten im Umgang mit Behinderten und anderen Menschen nutzten. Diese Schrift gewann besonders nach dem ersten Weltkrieg bedeutenden Einfluss.

Sowohl Hoche als auch Binding schienen in der Euthanasie eine Erlösung der Leidenden zu sehen und nicht zuletzt dadurch auch eine Erleichterung für den Staat, der durch den Krieg und die Weltwirtschaftskrise geschwächt war und Gelder für den Wideraufbau benötigte, statt sie für die Bezahlung von Pflegern unglücklicher Leidender zu „verschwenden“. „Statt von Tötung unwerten Lebens wird häufig euphemistisch von „Gnadentod“ gesprochen“ (Honecker 1999, S. 1682).

Hoche nahm die schlechte wirtschaftliche Lage als gute Begründung für seine Gedanken bezüglich der Euthanasie. Die Hauptaussage der Schrift bestand darin „Ballastexistenzen“ (Schizophrene, Demente, und „Vollidioten“) (Klee 2003, S. 260) zu töten, anstelle Geld in die Pflege dieser Personen zu investieren. Von Hoche stammt auch der bedeutende Satz: „Es ist eine peinliche Vorstellung, daß ganze Generationen von Pflegern neben diesen leeren Menschenhülsen dahinaltern“ (Klee 2003, S. 260).

Das eugenische Gedankengut fand also auch bei Hoche und Binding besonderen Zuspruch. Und es wurde schon ein Schritt weiter gedacht. Der Schritt von der eugenischen Erblehre zur Verbesserung der Menschen und somit der Gesellschaft über eine Vernichtung von Menschen mit Erbanlagen, die anscheinend nicht zu einer besseren Gesellschaft führen würden. Vernichtet werden sollten diejenigen, die die Gesellschaft an der Höherentwicklung hindern könnten.

Auch in Großbritannien gründeten sich zu der Zeit Bewegungen und Gesetzesinitiativen, die sich für das Legalisieren einer freiwilligen Euthanasie aussprachen. Dazu zählt beispielsweise die „Society for the Right to die“ (1931) und die „Voluntary Euthanasia Society“ (1936). Beide blieben erfolglos (vgl. Honecker 1999, S. 1682).

Festzuhalten ist, dass schon zur Zeit der Weimarer Republik in Deutschland viele konservative Blicke auf einen bestimmten Teil der Bevölkerung fielen. Diese Konservativen hatten aber zu der Zeit selbst nicht wenige Gegner und waren politisch machtlos. Mit dem Ergreifen der Macht durch die Nationalsozialisten 1933 bekam die Umsetzung solcher konservativen Gedanken gegen Minderheiten den nötigen Spielraum (vgl. Jantzen 1990, S. 31).

2.8 Zusammenfassung

Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 fanden nicht nur große soziale und gesellschaftliche Krisen und Veränderungen durch beispielsweise den Ersten Weltkrieg statt, sondern auch ein Um- und Neudenken auf wissenschaftlicher Ebene. Dieses entstand zum Beispiel aus der Ableitung der Forschungsergebnisse Charles Darwins. Seine Entdeckungen, die er durch Forschungen an Pflanzen und Tieren machte, stellte er 1859 im oben benannten Buch vor. Bedeutend war seine Erkenntnis, dass sich nur die Stärksten und Angepasstesten der Art durchsetzen und zur Erhaltung der Art beitragen. Es findet in dem von Darwin erforschten Tier- und Pflanzenreich also eine natürliche Selektion statt, denen die Unangepasstesten und Schwächsten zum Opfer fallen.

Diese Ergebnisse einige Jahre später durch die sogenannten Sozialdarwinisten auch auf den Menschen zu übertragen, entstand aus der Idee, die Gesellschaft neu zu gestalten. Ernst Haeckel, ein Vertreter des Sozialdarwinismus, sah die Übertragung von Darwins Entdeckungen im Tierreich auf den Menschen in deren Parallelen im Handeln und Umgang miteinander begründet. Um diese Parallele zu verdeutlichen, bezeichnete er den Menschen als „höher entwickeltes Wirbelthier“ (Haeckel 1889, S. 152f).

In dieser neuen Gesellschaft galt es, v.a. die stärkeren, angepasstesten Menschen zu fördern und Menschen mit unheilbaren Krankheiten oder Behinderungen auszugrenzen beziehungsweise sie in ihrer Vermehrung zu bremsen. Grund dafür waren nicht zuletzt die schlechten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse nach dem Krieg. Die finanziellen Reserven des Staates waren aufgebraucht und die Verwendung der wenigen übrigen Gelder galt es, gut zu durchdenken. Beeinflusst durch die Ideen der Sozialdarwinisten, der Eugeniker bis hin zu Verfechtern der Euthanasie wurde der Sinn des Lebens von Menschen mit Behinderungen zunehmend in Frage gestellt. In der Sterilisation und im späteren Tötungsgedanken sah man Einsparungsmöglichkeiten der Staatsgelder. Das Leben mit einer dauerhaften Krankheit und/oder Behinderung wurde zunehmend als große Belastung und als lebensunwert beschrieben. In der Darstellung von Behinderten in dem Werk von Binding und Hoche „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form.“, wurde genau diese Ansicht vertreten und zu begründen versucht. Die Menschen, die sich für diese Tötung entschieden, galten als gnädig, die zu Tötenden als begnadet.

Des Weiteren galt die germanische Rasse als Maßstab für die Norm, welche Menschen die richtigen sind, um die Rasse zu erhalten. Alfred Ploetz, der 1895 eine Lehre zur Fortpflanzung verfasste, sprach sich dafür aus, dass es nicht im Sinne der Rassenerhaltung sei, Menschen die geistig behindert, krank oder nicht willig sind zu arbeiten zu unterstützen, da dies die erwünschte Rasse bedrohen beziehungsweise „verunreinigen“ würde.

Eugenik und Euthanasie galten bald als Möglichkeit, Menschen mit Behinderungen von ihrem „Elend“ zu befreien. 1933, das Jahr der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten unter der Führung Adolf Hitlers, wurde zum Wendepunkt von bloßen Euthanasiegedanken zur Durchführung der Euthanasie in unbeschreiblicher Grausamkeit und Skrupellosigkeit.

[...]


[1] Charles Robert Darwin, geb. 12.2. 1809 in The Mount, gest. 19.4. 1882 in Downe, englischer Naturforscher und Weltreisender

[2] Darwin forschte an Stechpalmen, Stiefmütterchen, Purzeltauben und Misteldrosseln

[3] Herbert Spencer, geb. 27.04.1820 in Derby, gest. 08.12.1903 in Brighton, Sozialwissenschaftler und Schriftsteller

[4] Ernst Klee, geb. 1942, Theologe und Sozialpädagoge, 1973-1982 Lehrauftrag für Behindertenpädagogik

[5] geb.: 1.4.1815 in Schönhausen bei Stendal, get. 30.7.1898 in Friedrichsruh

[6] Wolfgang Jantzen, Prof. Dr., geb. 1941, Erziehungswissenschaftler, Schwerpunkt Behindertenpädagogik

[7] vgl.: Grundwissen Geschichte, Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2001, S. 161.

[8] Lothar Roos, geb. 1935 in Karlsruhe

[9] Sir Francis Galton, geb. 16.02 1822 in Birmingham, gest. 17.01.1911 in London

[10] geb. 10.2.1857 in Mindelheim, gest. 4.10.1919 in Krailling-Plauegg, dt. Arzt, Mitbegründer der Rassenhygiene, Vorkämpfer der Eugenik

[11] geb. 1.9.1848 in Morges (Kanton Waadt), gest. 27.7.1931 in Yvorne, Psychiater und Sozialreformer

[12] geb. 22.10.1860 in Swinemünde, gest. 20.04.1940 in Herrsching am Ammersee, dt. Arzt

[13] Karl Lorenz Binding: geb. 4.6. 1841 in Franfurt a.M., gest. 07.04.1920 in Freiburg, dt. Strafrechtler Alfred E. Hoche, geb. 1.10.1865, 1934 Erimitierung, gest. 16.05.1943 in Baden-Baden, dt. Psychiater

[14] Stoa: eine um 300 v. Chr. Vo Zeno d.J. aus Kition gegr. Schulrichtung. Das Hauptinteresse galt einer unerschütterl. Lebensführung. Der Stoizismus vertrat dabei das Ideal des sich um die Tugend Mühende sowie das Ideal des Weisen.

[15] geb. 1762, gest. 1836

[16] von Monismus: Bez. für philosoph. Lehren, die nur ein Prinzip für die Gesamtheit des Wirklichen, nicht zwei (Dualismus)oder mehrerer (Pluralismus) anerkennen u. nach einer einheitl. Auffassung der Welt suchen. Inhaltlich sehr verschieden.

[17] Die Bezeichnung rechts entstammt noch der Abgeordnetensitzordnung in der französischen Nationalversammlung von 1789. Rechts vom Parlamentspräsidenten saß der Adel. (Links das Bürgertum)

[18] Adolf Hitler, geb. 20.4. 1889 in Braunau am Inn, Oberösterreich, gest. 30.4. 1945 (Selbstmord), 1933-1945 dt. Reichskanzler

Ende der Leseprobe aus 106 Seiten

Details

Titel
Kritik der Konzeption "Behinderung" im nazistischen und neonazistischen Kontext
Hochschule
Universität Erfurt  (Erziehungswissenschaftliches Institut )
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
106
Katalognummer
V91304
ISBN (eBook)
9783638050289
Dateigröße
2794 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritik, Konzeption, Behinderung, Kontext
Arbeit zitieren
Julia Paul (Autor), 2007, Kritik der Konzeption "Behinderung" im nazistischen und neonazistischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91304

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