Diese Arbeit beschäftigt sich mit der systemischen Beratung innerhalb der Schulsozialarbeit.
Bei der Schulsozialarbeit handelt es sich um die Schnittstelle zwischen Schule und Jugendhilfe, die die drei grundlegenden Aufgaben hat, Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen und individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, ihnen Sozialkompetenz und Problemlösungsstrategien zu vermitteln und sie in Konfliktsituationen und Krisen zu begleiten und zu unterstützen.
Schulsozialarbeit richtet sich generell an alle Kinder und Jugendliche, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten. Eine innerhalb der Schulsozialarbeit besonders schützenswerte Gruppe ist die Gruppe der Kinder und Jugendlichen, die durch biographische Risiken sozialstrukturell benachteiligt und von Ausgrenzung bedroht sind.
Die Systemische Beratung zeichnet sich daher durch einen besonders lösungsorientierten und zukunftsorientierten Ansatz aus und ermöglicht so rasche und nachhaltige Fortschritte im Verlauf der Zusammenarbeit. Aus diesen oben genannten Gründen ist diese Beratung für die Schulsozialarbeit gut geeignet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Perspektiven
2.1. Schulsozialarbeiter*in
2.2. Schüler*in
2.3. Lehrkräfte
2.4. Eltern
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der systemischen Beratung im Kontext der Schulsozialarbeit. Dabei wird analysiert, wie dieser Beratungsansatz dazu beitragen kann, Schüler, Lehrkräfte und Eltern in ihren jeweiligen Lebenswelten zu unterstützen und komplexe institutionelle Herausforderungen an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe zu bewältigen.
- Systemische Grundlagen und Haltung in der Beratung
- Unterstützungsbedarfe und Ressourcenorientierung bei Schülern
- Herausforderungen der Kooperation zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit
- Umgang mit unterschiedlichen Elterntypen im Beratungsprozess
- Bedeutung der Schulsozialarbeit als neutrale Vertrauensperson
Auszug aus dem Buch
2.2. Schüler*in
Durch die allgemeine Schulpflicht ist die Schule ein fester Bestandteil im Leben und im Alltag von Kindern und Jugendlichen, sie verbringen einen großen Teil ihrer Zeit dort. Die Schule ist also mit all ihren Ereignissen und Gegebenheiten, all ihren Erfolgen oder auch Misserfolgen und all den Erfahrungen, die man in der Schule macht, eine sehr prägende Instanz in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (Wehn 2013). So kommt es oftmals dazu, dass vor allem Kinder, die in der Schule keine guten Leistungen erbringen können, durch diese in vielerlei Hinsicht negativ geprägt werden.
Das Problematische hierbei ist jedoch, dass genau diese Schülerinnen und Schüler, die in der Schule schlecht sind als faul, undiszipliniert und weniger intelligent abgestempelt werden. Tatsächlich scheitern die wenigsten Schüler aber aufgrund dieser als „individuelle Unfähigkeit“ dargestellten Faktoren, schlechte schulische Leistungen haben oftmals viel weitreichendere Ursachen und Auslöser (Peter und Pollert 2011: 108-109). Viele Kinder und Jugendliche haben mit familiären Schwierigkeiten, wie einer Umstrukturierung der Lebens- und Wohnsituation durch Scheidung, Trennung oder neue Lebenspartner der Eltern, Tod oder Krankheit eines Nahestehenden oder auch Armut, Verwahrlosung und fehlender Unterstützung und Anerkennung seitens der Familie zu kämpfen (Kohnstamm 1996: 200).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert Schulsozialarbeit als Schnittstelle zwischen Schule und Jugendhilfe und führt in die systemische Beratung ein, wobei deren Lösungs- und Ressourcenorientierung hervorgehoben wird.
2. Perspektiven: Der Hauptteil beleuchtet die verschiedenen Akteure im Umfeld der Schule. Während die Rolle des Schulsozialarbeiters als Begleiter im Erstkontakt und Vertrauensperson definiert wird, werden bei Schülern, Lehrkräften und Eltern spezifische Herausforderungen und Kooperationsbedingungen in den Blick genommen.
3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die systemische Beratung aufgrund ihrer allparteilichen und ressourcenorientierten Haltung für die Schulsozialarbeit besonders geeignet ist und einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung aller Beteiligten leisten kann.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Systemische Beratung, Jugendhilfe, Schulklima, Beratungsprozess, Ressourcenorientierung, Kooperation, Lehrkräfte, Elternarbeit, Lösungsorientierung, Schülerberatung, Erstkontakt, Bildungsbenachteiligung, Sozialpädagogik, Vertrauensperson.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit der Anwendung systemischer Beratungsmethoden innerhalb der Schulsozialarbeit auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Rolle der Schulsozialarbeiter, die Lebenswelt der Schüler, die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und die Einbindung der Eltern in den Beratungsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch einen systemischen Ansatz die Unterstützung für Schüler verbessert werden kann, indem alle am Erziehungsprozess beteiligten Parteien ganzheitlich betrachtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, die systemische Konzepte auf die Praxis der Schulsozialarbeit überträgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert differenziert die unterschiedlichen Perspektiven und Anforderungen der beteiligten Akteure: Schulsozialarbeiter, Schüler, Lehrkräfte und Eltern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulsozialarbeit, systemische Haltung, Ressourcenorientierung, Kooperation und ganzheitliche Betrachtung.
Wie gehen Schulsozialarbeiter mit unfreiwilliger Beratung um?
Der Ansatz sieht vor, das Kooperationspotenzial im gegebenen Zugangskontext zu erkennen und zu nutzen, anstatt das Verhalten des Schülers als reine Verweigerung abzustempeln.
Warum ist die Kooperation mit Eltern oft schwierig?
Eltern befinden sich häufig in einer emotional belasteten Situation und fühlen sich durch Schulprobleme ihrer Kinder überfordert; zudem können eigene soziale oder finanzielle Probleme die Zusammenarbeit erschweren.
Welche Rolle spielt die Neutralität?
Die Neutralität und Allparteilichkeit sind zentral, um alle Mitglieder eines Systems ernst zu nehmen und nicht vorschnell parteiisch zu werden, was die Vertrauensbasis stärkt.
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- Selina Hänel (Author), 2018, Die Schulsozialarbeit und die systemische Beratung. Eine kurze Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913142