Wahlverhalten in Ost- und Westdeutschland

Untersuchung der Ost-West-Differenzen bei den Bundestagswahlen von 1990 bis 2013


Hausarbeit, 2017

35 Seiten, Note: 2,0


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlverhalten der neuen und alten Bundesländer von 1990 – 2013
2.1. Wahlentscheidung
2.2. Wahlbeteiligung
2.3. Parteiidentifikation

3. Zusammenfassung und Auswertung

4. Fazit

5. Anhang

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bereits zum siebenundzwanzigsten Mal jährt sich nun die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland. Dieses Ereignis hat sich in der Geschichtskultur der Deutschen bis heute tief verwurzelt und zählt zu den prägendsten Fixpunkten der Nachkriegsgeschichte. Der aus diesem Anlass begründete „Tag der Deutschen Einheit“ ist bis heute der einzige nach Bundesgesetz geregelte Feiertag, was ihm eine Sonderstellung unter den deutschen Feiertagen verleiht. Begleitet von großen Feierlichkeiten einte sich das, was einst gewaltsam getrennt wurde. Deutschland, die geeinte Republik.

Das Thema der Integration ist spätestens seit dem Beginn der Flüchtlingskrise 2015 wieder im öffentlichen Raum sehr präsent. Die Frage, wie Menschen eines anderen kulturellen Hintergrundes in die Kultur der deutschen Gesellschaft integriert werden können, sorgt für hitzige Debatten und ein aggressives politisches Klima. Nun waren die Kulturen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, was viele Kulturbereiche anging, nicht von Grund auf verschieden. Bei der politischen Kultur jedoch, gab es grundlegende Differenzen. Während sich im westdeutschen Bundesgebiet die Staatsform der parlamentarischen Demokratie etablierte, wurde in den ostdeutschen Gebieten eine kommunistische Diktatur errichtet. Über vier Jahrzehnte existierten diese beiden politischen Systeme nebeneinander, bevor eines davon zusammenbrach. Die ostdeutsche Bevölkerung musste sich daraufhin in ein ihnen fremdes System integrieren. Ein System der Partizipation, das sie so zuvor nicht kannten und in dem sie nicht sozialisiert wurden. Die Frage danach, ob diese Integration erfolgreich vollzogen wurde oder ob es sich im Grunde noch immer um zwei verschiedene politische Kulturen handelt, soll den Kern dieser Arbeit ausmachen. Hierzu sollen die Differenzen des regionalen Wahlverhaltens untersucht werden.

Am Ende dieser Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob die Entwicklungen in den beiden Landesteilen eher für eine Annäherung, eine weitere Ausdifferenzierung oder für stabile Unterschiede im Ost-West-Wahlverhalten sprechen. Zudem sollen über die Analyse der Determinanten des Wahlverhaltens Annahmen über den Verlauf der Ost-West-Differenzen bei zukünftigen Bundestagswahlen gemacht werden.

Bevor die regionalen Differenzen untersucht werden können, müssen gewisse Eingrenzungen vorgenommen werden. Diese Arbeit wird sich auf bestimmte Aspekte des Wahlverhaltens beschränken, die genauer untersucht werden sollen. Diese werden die jeweilige Wahlentscheidung, die Wahlbeteiligung und die Parteiidentifikation umfassen. Es wird nicht im Detail auf die einzelnen Erhebungsmethoden und das Vorgehen der einbezogenen Studien eingegangen werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, sondern vorrangig deren Ergebnisse präsentieren. Der Untersuchungszeitraum wird zwischen den Bundestagswahlen 1990 und 2013 verortet. Bezüglich der Parteien soll es eine Eingrenzung auf die CDU/CSU, die SPD, die Grünen, die FDP und die Linkspartei geben. Ausgenommen sind damit einerseits die Republikaner, die Piraten und andere kleine Parteien, die zum aktuellen Zeitpunkt keine relevanten Größen im deutschen Parteiensystem darstellen. Andererseits ausgenommen ist die AfD, auf die im Fazit bezüglich der Bundestagswahl 2017 jedoch kurz eingegangen werden soll, die allerdings für den veranschlagten Untersuchungszeitraum schon aufgrund ihres Gründungsdatums im Jahr 2013 noch keine Rolle für die Untersuchung des Wahlverhaltens im Zeitverlauf spielt. Für eingefügte Abbildungen verwendete Tabellen wurden samt Quellenverweis aus Übersichtsgründen in den Anhang verlegt.

Methodisch soll so vorgegangen werden, dass die einzelnen Aspekte des Wahlverhaltens nacheinander analysiert werden. Dabei beginnt jeder Punkt zunächst mit einem deskriptiven Teil, in dem der Verlauf des jeweiligen Aspekts über den Untersuchungszeitraum hinweg beschrieben und dargestellt wird. Im zweiten Teil wird dann auf dessen Determinanten näher eingegangen, indem frühere Arbeiten zu den Differenzen im Ost-West-Wahlverhalten und deren Ergebnisse vorgestellt werden. Anschließend werden die Ergebnisse der einzelnen Aspekte zusammengefasst und in Bezug auf die ursprüngliche Fragestellung nach der Entwicklung des Wahlverhaltens ausgewertet. Abschließend sollen Vermutungen für das regionale Wahlverhalten zukünftiger Bundestagswahlen angestellt und anhand der vorläufigen Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 überprüft werden.

2. Wahlverhalten der neuen und alten Bundesländer von 1990 – 2013

2.1. Wahlentscheidung

2.1.1. Verlauf der Wahlentscheidung

Betrachtet man die erfassten Zweitstimmenanteile der vergangenen Bundestagswahlen regional getrennt (Tabelle 1; Tabelle 2), so ergeben sich unterschiedliche Bilder (Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Während die Ergebnisse der großen Parteien CDU und SPD über den untersuchten Zeitraum hinweg vor allem im Osten immer wieder starken Schwankungen unterlagen, konnten die kleinen Parteien FDP und Grüne ihre Wähler in den neuen Bundesländern fast durchgängig schlechter mobilisieren als im Westen. Die Partei Die Linke (früher PDS) konnte dagegen in den östlichen Ländern meistens dritt- oder sogar zweitstärkste Kraft werden und schnitt in den alten Bundesländern dafür durchweg schwächer ab. Die CDU verlor in den neuen Bundesländern zwischen 1994 und 2002 deutlich an Rückhalt, während die SPD den genau entgegengesetzten Trend erlebte. Diese Entwicklung setzte sich danach fast spiegelbildlich bis zur Bundestagswahl 2013 fort.

Es zeigen sich demnach für den gesamten Untersuchungszeitraum regionale Differenzen in den Wahlergebnissen, die für das gesamtdeutsche Ergebnis mit weitreichenden Folgen verbunden waren. So konnte die Linkspartei bei der Bundestagswahl 2005 nur dank ihres starken Ostergebnisses in den Bundestag einziehen, da sie im Westen allein an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert wäre. Umgekehrt hätte 2013 die FDP aufgrund ihres westdeutschen Ergebnisses von 5,1% im Bundestag verbleiben können und eine Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung ermöglicht, doch das schwache Ergebnis im ostdeutschen Gebiet verhinderte dies. Auch die AfD (in Abbildung 1 nicht aufgeführt) wäre aufgrund ihres ostdeutschen Ergebnisses von 5,8% bereits 2013 in den Bundestag eingezogen, hätte sie im Westen nicht ein vergleichsweise schwaches Ergebnis erreicht.

2.1.2. Determinanten der Wahlentscheidung

Die Erklärungsansätze für die teilweise stark voneinander abweichenden regionalen Ergebnisse sind vielfältig und stehen in Zusammenhang. Bei einigen Analysen wird vor allem die hohe Wechselwählerschaft in den neuen Bundesgebieten für die teils stark schwankenden Ergebnisse verantwortlich gemacht. In Untersuchungen zu regionalen Differenzen bei der Wahlentscheidung wurden hinter den stark fluktuierenden Ergebnissen der neuen Bundesländer bei den Bundestagswahlen als Ursache unterschiedliche politische Kulturen in neuen und alten Bundesländern vermutet. Bei einer Erfassung der Pro-Sozialistischen Einstellung im Zeitraum von 1994 bis 2002 zeigten sich die Ostdeutschen durchweg positiver gegenüber dem Sozialismus eingestellt. Die Analyse ergab außerdem, dass die Befürwortung des Sozialismus mit dem Wahlverhalten in komplexem Zusammenhang stand. Mit einem höheren Zustimmungswert nahm die Wahrscheinlichkeit der PDS-Wahl zu, während sie für andere Parteien sank, selbst wenn sie traditionell im linken Spektrum verortet waren, wie SPD und Grüne. Die positive Bewertung des Sozialismus war vor allem für die Gruppe der Ostdeutschen ohne Parteiidentifikation relevant. Während höhere Werte auf der Sozialismusskala die Wahlchancen der SPD kaum beeinflussen konnten, nahm die Unterstützung der Union bei solchen Werten deutlich ab. Die PDS erlebte dabei genau die umgekehrte Entwicklung der Union. Im Ergebnis wurden die Ost-West-Differenzen auf zwei Faktoren und deren Kombination zurückgeführt. Einerseits die geringe Anzahl an Bürgern mit Parteiidentifikation in den ostdeutschen Bundesländern, andererseits der höhere Anteil an ostdeutschen Bürgern mit einer positiven Einstellung zum Sozialismus, die sich bei parteiungebundenen Bürgern besonders stark auf die Parteipräferenz auswirkten (Arzheimer/ Falter 2005, S. 275-281).

Bei der Untersuchung der ideologischen Grundorientierung zur Bundestagswahl 2009 antworteten auf die Frage, ob der Sozialismus eine gute Idee sei, etwa 51% der Ostdeutschen zustimmend, im Vergleich zu ungefähr 21% der Westdeutschen. Die Analyse zeigte, dass bei einer grundsätzlichen Sympathie für den Sozialismus in den ostdeutschen Bundesländern ein signifikanter Anstieg der Unterstützung der Partei Die Linke einherging. Im Westen hingegen zeigten die Befragten, die eine sozialistische Gesellschaftsordnung befürworteten, keine erhöhte Bereitschaft, eine bestimmte Partei zu unterstützen. Sie neigten eher dazu an den Wahlen überhaupt nicht teilzunehmen (Rohrschneider/ Schmitt-Beck/ Jung 2013, S. 366f). Die Analyse von Arzheimer 2016 zeigte jedoch auch, dass sich die Ost-West-Differenzen bezüglich der Sozialismusbewertung bis zur Bundestagswahl 2013 verringert hatten und damit nicht mehr in dem gleichen Umfang bestimmend waren, wie noch zu früheren Untersuchungszeitpunkten (Arzheimer 2016, S. 81-87).

Anlässlich der Bundestagswahlen 2005 wurden soziodemografische Subgruppen der Arbeiter und Katholiken und deren Verbindung zu den großen Parteien in beiden Bundesgebieten untersucht. Schon zuvor hatten sozialstrukturelle Merkmale bei den Bundestagswahlen nach der Wiedervereinigung Erklärungskraft bewiesen. Die katholische Konfession hing auch 2005 noch signifikant mit einer höheren Wahrscheinlichkeit der CDU-Wahl zusammen, während gleichzeitig eine Selbsteinordnung in der Arbeiterschicht diese Wahrscheinlichkeit reduzierte. Diesen sozialstrukturellen Vorteil konnte die CDU im Osten jedoch kaum für sich nutzen, da nur 4% der befragten Ostdeutschen katholisch waren und damit wenig Einfluss auf den Wahlausgang nehmen konnten. In Westdeutschland betrug der Katholikenanteil hingegen 38%. Eine traditionelle Verbindung von Arbeiterschaft und der SPD war bei der Bundestagswahl 2005 nicht mehr zu erkennen. Die Zugehörigkeit zur Arbeiterschicht führte in keinem der Bundesgebiete zu einer höheren Wahrscheinlichkeit einer SPD-Wahl. Als neue Partei der Arbeiterschicht im Osten zeigte sich dafür die Linkspartei. Bei ihr erhöhten sich die Wahlchancen signifikant, wenn sich die befragte Person der Arbeiterschicht zugeordnet hatte. Der Anteil der Personen, die sich selbst zur Arbeiterschicht zählten, entsprach in den neuen Bundesländern 44%, während er in den alten Bundesländern nur 27% betrug. Zusammenfassend zeigte die Analyse fortbestehende Unterschiede bezüglich sozialstruktureller Merkmale zwischen neuen und alten Bundesländern und bekräftigte den Trend der vorherigen Wahlen (Kaspar/ Falter 2009, S. 215-220). Auch die Analyse von Elff und Roßteutscher belegte für den Zeitraum von 1994 bis 2005 im Westen eine stabile Bindung sozialer Gruppen an spezifische Parteien. Im Osten lies sich sogar eine Stärkung der klassischen Bindung bezüglich der Arbeiter und der Linkspartei erkennen (Elff/ Roßteutscher 2009, S. 322f).

Bei der Analyse von Arzheimer zur Bundestagswahl 2013 zeigte die Parteiidentifikation den stärksten Effekt auf die Wahlentscheidung. Das verwendete Modell schätzte die Wahrscheinlichkeit einer Wahl entsprechend der Parteiidentifikation auf etwa 86%. Damit lag der Wahrscheinlichkeitswert über dem der Kandidatensympathie (74%) für sehr positiv eingeschätzte Kandidaten und deutlich über dem Wert einer ideologisch nahe stehenden Partei mit 37%. Die Ost-West-Unterschiede in der Wahlentscheidung gingen bei der Bundestagswahl 2013 damit hauptsächlich auf die unterschiedliche regionale Verteilung der Parteiidentifikation zurück. Daneben auch auf allgemeine ideologische Präferenzen und Kandidatensympathien. Die Ergebnisse ließen auf mittel- bis langfristig stabile Unterschiede in der Wahlentscheidung der neuen und alten Bundesländer schließen (Arzheimer 2016, S. 81-87).

2.2. Wahlbeteiligung

2.2.1. Verlauf der Wahlbeteiligung

Die erfassten Daten der Wahlbeteiligung zu den früheren Bundestagswahlen (Tabelle 3) ergeben, wie im Schaubild dargestellt (Abbildung 2), weitere Unterschiede im Wahlverhalten der neuen und alten Bundesländer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenDie Wahlbeteiligung der frühen Bundestagswahlen zwischen 1990 und 2002 unterlagen teils starken Schwankungen, jedoch schnitten die neuen Bundesländer bei jeder Wahl schwächer ab. Für die Schwankungen war maßgeblich der Osten verantwortlich, da sich die Wahlbeteiligung im Westen relativ stabil verhielt. Bei der Bundestagswahl 1998 war die Wahlbeteiligung in beiden Regionen höher als bei der vorangegangenen Wahl und erreichte sowohl im Osten als auch im Westen ihren Höchstwert im untersuchten Zeitraum. 2002 brach dieser Wert jedoch wieder ein und war in beiden Landesteilen niedriger. Gleichzeitig vergrößerte sich die Differenz zwischen den alten und neuen Bundesländern wieder vom bislang niedrigsten Wert 1998 mit 2,8 Prozentpunkten zum zweithöchsten Wert im Untersuchungszeitraum mit 7,8 Prozentpunkten. 2005 stieg die Wahlbeteiligung in den ostdeutschen Ländern im Vergleich zur Wahl 2002, während sie in den westdeutschen Ländern rückläufig war. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte die Wahlbeteiligung ihren tiefsten Stand überhaupt in beiden Landesteilen. Bei der Bundestagswahl 2013 konnte sich die Wahlbeteiligung insgesamt wieder etwas erhöhen. Während sich die Wahlbeteiligung im Vergleich zur Wahl 2009 in den alten Bundesländern jedoch nur leicht um 0,2% verbessern konnte, stieg sie in den neuen Bundesländern deutlich stärker um 2,9 % an. Betrachtet man den Verlauf der Differenz der Wahlbeteiligung in Ost- und Westdeutschland zwischen 1990 und 2013, lässt sich kein erkennbarer Trend feststellen. Nur die Tatsache, dass die Beteiligung in den neuen Bundesländern stets schwächer ausfiel als im Westen und dass die Wahlbeteiligung seit 2005 in beiden Regionen den selben Trends in unterschiedlicher Intensität zu folgen scheint, kann bei dieser Betrachtung festgehalten werden.

2.2.2. Determinanten der Wahlbeteiligung

In früheren Analysen zum Wahlverhalten wurde vermutet, dass bis 2002 die niedrigere Wahlbeteiligung im Osten vor allem durch den geringen Anteil der Bürger mit Parteiidentifikation und die hohe Volatilität in den neuen Bundesländern zu erklären sei. In der Studie von Arzheimer und Falter aus dem Jahr 2005 wurde daher der Effekt der Parteiidentifikation auf die Wahlbeteiligung untersucht. Im Ergebnis zeigte sich ein konsistenter Effekt der Region auf die Wahlbeteiligung. Bei den Bundestagswahlen 1994, 1998 und 2002 lagen die Chancen für eine Wahlbeteiligung der ostdeutschen Bürger etwa 44% niedriger als im Westen. Diese Abhängigkeit von Regionszugehörigkeit wurde jedoch stark abgeschwächt, wenn man die Parteiidentifikation in das Modell mit einbezog. Dabei zeigte sich, dass die Parteiidentifikation gerade bei Gruppen, die insgesamt seltener bei Wahlen teilnahmen (im untersuchten Fall: Frauen mit niedriger Bildung), eine dramatische Erhöhung der Wahlbeteiligung zur Folge haben konnte, während sie bei Gruppen mit ansonsten hoher Wahlbeteiligung (ältere Männer mit hoher Bildung) einen eher geringen Mobilisierungseffekt zeigte. Kontrollierte man die Parteiidentifikation, schrumpften die Ost- West-Differenzen, und der Unterschied bei der Wahlbeteiligung war nur noch sehr gering. Somit wurde in dieser Studie vermutet, dass die durchweg geringere Wahlbeteiligung in den neuen Bundesländern letztendlich auf die niedrigere Anzahl von Bürgern mit Parteiidentifikation zurückgehen würde und deckte sich im Ergebnis mit früheren Untersuchungen (Arzheimer/ Falter 2005, S. 271-274).

Die Studie von Kaspar und Falter zur Bundestagswahl 2009 vermutete Unterschiede bei der politischen Einstellung in den beiden Landesteilen, um die Differenzen der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2005 und den vorangegangenen Wahlen zu erklären. Dabei wurden sowohl die Selbsteinschätzung zum politischen Interesse, als auch die Systemunterstützung, hierbei konkret die Bewertung der Regierungsleistung sowie die allgemeine Zufriedenheit mit der Umsetzung der Demokratie in Deutschland, betrachtet. Beim politischen Interesse zeigten sich nur geringfügige Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, die auch im Bereich von Zufallsabweichungen liegen konnten. Ein ähnliches Bild ergab die Frage nach der Verteilung der Zufriedenheit mit der Regierungsleistung. Es war kein signifikanter Ost-West-Unterschied zu erkennen, und in beiden Landesteilen war von 1998 bis 2005 ein fast parallel verlaufender Trend festzustellen. Erst bei der Verteilung der allgemeinen Demokratiezufriedenheit zeigten sich erkennbare Unterschiede im Vergleich der Länder. 2005 gaben in den alten Bundesländern 43% der Befragten an, dass sie zufrieden mit der praktizierten Demokratie in Deutschland seien. In den neuen Bundesländern war dieser Anteil mit einem Wert von 20% nur etwa halb so groß. Umgekehrt gaben 16% der Befragten im Westen, aber 30% der Befragten im Osten an, ziemlich bzw. sehr unzufrieden mit der Ausgestaltung der deutschen Demokratie zu sein. Der Einfluss einzelner sozialstruktureller Merkmale (Alter, Geschlecht, Bildung, Konfession, Schicht) auf die Wahlbeteiligung, die bei früheren Wahlen noch eine Rolle gespielt und zwischen Ost- und Westdeutschland unterschiedlich gewirkt hatten, waren bei der Bundestagswahl 2005 verschwunden. Im Ergebnis zeigte die Studie für die Determinanten der Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2005, dass lediglich Differenzen bei der Demokratiezufriedenheit zwischen Ost- und Westdeutschland Bestand gehabt hatten (Kaspar/ Falter 2009, S. 210-215).

Die Studie von Rohrschneider, Schmitt-Beck und Jung 2013 untersuchte den sogenannten Umschaltmechanismus in Ost- und Westdeutschland und versuchte ihn als Erklärung für die Unterschiede bei der Wahlbeteiligung heranzuziehen. Der Umschaltmechanismus ist ein Mechanismus, der Bürger, die mit der Regierungspartei unzufrieden sind, dazu antreibt, eine Oppositionspartei zu unterstützen, anstatt sich der Wahl zu enthalten. Durch die Wahl erhoffen sie sich eine Verbesserung der Umstände innerhalb der demokratischen Spielregeln. Um einen solchen Umschaltmechanismus festzustellen, wurden zunächst die Leistungsbewertungen der Regierungsparteien und deren Auswirkung auf die Wahlentscheidungen betrachtet. Dabei zeigte sich, dass in den alten Bundesländern eine Unzufriedenheit mit den Leistungen der Union klar zu einem höheren Zulauf der SPD und anderer Parteien führte, was dem Konzept des Umschaltmechanismus entsprochen hätte. Dasselbe galt für die Unzufriedenheit mit der SPD, die für einen höheren Zulauf bei Union und FDP sorgte. Im Osten passierte dies jedoch nicht. Hier führte Unzufriedenheit mit der Union bzw. SPD zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, nicht zur Wahl zu gehen. Auch wenn Bürgerinnen und Bürger glaubten, dass keine Partei ein aus ihrer Sicht wichtiges Problem lösen könnte, stieg die Wahrscheinlichkeit der Wahlenthaltung im Osten um 20 Prozentpunkte, im Westen jedoch nur um etwa 8 Prozentpunkte. Ähnliches war bei der Unzufriedenheit mit dem demokratischen System zu beobachten. Im Westen ging die Wahrscheinlichkeit der Nicht-Wahl dadurch innerhalb des empirisch relevanten Bereichs leicht nach oben, im Osten stieg sie jedoch erheblich stärker. Auch eine negative wirtschaftliche Wahrnehmung führte insbesondere im Osten zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Wahlenthaltung. Die Studie konnte somit feststellen, dass der Nichtwähleranteil bis 2009 im Osten stärker zunahm als im Westen, wenn Regierungsleistungen negativ bewertet wurden. Das deutsche Parteiensystem konnte im Westen besser die negativen Folgen kritischer Beurteilungen bezüglich der Regierung oder des politischen Systems insgesamt auffangen als im Osten. Im Westen konnte also von einem Umschaltmechanismus ausgegangen werden, der so in den ostdeutschen Bundesländern nicht zu erkennen war (Rohrschneider/ Schmitt-Beck/ Jung 2013, S. 369ff).

Bei der Analyse zur Bundestagswahl 2013 untersuchte Arzheimer 2016 die noch bestehenden Unterschiede der Wahlbeteiligung in den alten und neuen Bundesländern. Dazu wurde mit den Vorwahldaten der GLES ein binär-logistisches Modell der Wahlbeteiligung geschätzt, das die wichtigsten der aus der Nichtwählerforschung bekannten Einflussfaktoren enthielt. Neben den Kontrollvariablen Alter, Geschlecht und Bildung waren dies auf der Einstellungsebene die Demokratiezufriedenheit in Deutschland und das politische Interesse. Hinzu kamen noch die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, die Häufigkeit des Gottesdienstbesuches sowie die Haushaltsgröße als Indikatoren für den Grad der sozialen Integration. Im Ergebnis zeigte sich, dass mittlere und vor allem höhere formale Bildung die angegebene Wahlbeteiligung erhöht. Stärker ausgeprägt war der positive Effekt, wenn eine Parteibindung vorhanden war. Haushaltsgröße und Gewerkschaftsmitgliedschaft hatten hingegen keinen signifikanten Einfluss auf die Wahlbeteiligung. Auch der Effekt des Gottesdienstbesuches bewegte sich am Rande der statistischen Signifikanz. Eine leicht positive Auswirkung hatte auch das Lebensalter. Den mit Abstand stärksten Effekt hatten aber die beiden Einstellungsvariablen Politikinteresse und Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland. So konnte ein sehr hoher Grad der Zufriedenheit die Wahrscheinlichkeit der Wahlbeteiligung um fast 20 Prozentpunkte auf über 86% erhöhen. Ein großes Interesse an Politik konnte hier die Wahlbeteiligungswahrscheinlichkeit sogar von 46% auf mehr als 98% vergrößern. Daraus ergab sich der Schluss, dass die niedrigere Wahlbeteiligung in Ostdeutschland primär auf die geringere Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie, ein niedrigeres Politikinteresse und den kleineren Anteil parteigebundener Bürger zurückgehen könnte (Arzheimer 2016, S. 76-81).

2.3. Parteiidentifikation

2.3.1. Verlauf der Parteiidentifikation

Auf Grundlage der von der Forschungsgruppe Wahlen seit 1977 im Auftrag des ZDF durchgeführten Politbarometer-Studien, soll der Verlauf der Parteiidentifikation dargestellt werden. Dabei wird die Frage nach der allgemeinen Parteineigung als Maß der Parteiidentifikation dienen. Diese Datengrundlage wurde auch schon in früheren Analysen zur Parteiidentifikation genutzt (vgl. Arzheimer 2012). Für die Darstellungen in dieser Arbeit wurden die jeweiligen Jahresdurchschnittswerte verwendet (Tabelle 4; Tabelle 5). Leider decken diese Daten nicht den gesamten Untersuchungszeitraum ab, sodass sich die Analyse der Parteiidentifikation auf den Zeitraum von 1991 bis 2011 beschränken muss. Für die Jahre 1996, 1997 und 1998 lagen zudem keine regional getrennten Befragungsergebnisse vor, sodass die angezeigten Werte in den Schaubildern (Abbildung 3, 4, 8 und 9) in diesen Zeiträumen automatisch generierten Zwischenwerten zwischen den Jahreswerten von 1995 und 1999 entsprechen und nicht auf tatsächlichen Befragungsergebnissen beruhen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Befragungsergebnisse der Personen mit Parteineigung in den jeweiligen Regionen (Abbildung 3) lassen für das ostdeutsche Gebiet eine durchgängig schwächer ausgeprägte Parteineigung innerhalb des untersuchten Zeitraumes erkennen. Betrachtet man den Verlauf für die einzelnen Regionen und deren Trend, so zeigt sich zudem eine langsame Annäherung der Ost- und Westländer bezüglich des Vorhandenseins einer Parteiidentifikation. Im Detail zeigt die Verteilung der Parteiidentifikation auf die einzelnen Parteien in den neuen und alten Bundesländern zwei differenzierte Regionen (Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenDie großen Parteien CDU/CSU und die SPD schneiden bezüglich der Anzahl ihrer Parteiidentifizierer im ganzen Untersuchungszeitraum in den neuen Bundesländern deutlich schwächer ab als im Westen. FDP und Grüne verfügen beim Großteil der Messpunkte im Westen über ein etwas besseres Ergebnis als im Osten, während die Linkspartei umgekehrt in den neuen Bundesländern über deutlich mehr Parteiidentifizierer verfügte, jedoch auch hier unter dem Niveau der CDU und SPD bleibt.

2.3.2. Determinanten der Parteiidentifikation

Hinter den ungleichen Entwicklungen der Parteiidentifikation wurden in der Vergangenheit verschiedene Veränderungen in der Sozialstruktur vermutet. Im Zuge der Untersuchung der Bundestagswahl 2002 analysierten Arzheimer und Falter die Parteiidentifikation und sozialstrukturelle Merkmale in beiden Landesteilen. Auf Grundlage der Politbarometerstudien der Forschungsgruppe Wahlen wurde mit einem logistischen Regressionsmodell die Chance für das Vorliegen einer Parteiidentifikation geschätzt. Es stellte sich heraus, dass der geschätzte Anteil der Parteiidentifizierer nach 1990 im Westen fast doppelt so groß war wie der Teil der Nichtidentifizierer. Im Osten waren sie in der selben Zeit etwa gleichstark. Bis 2002 nahm im Westen der Anteil der Nichtidentifizierer leicht zu, während im Osten eine nicht signifikante Erhöhung des Anteils der Parteiidentifizierer festzustellen war. In den alten Bundesländern neigten Arbeiter eher dazu, sich mit der SPD zu identifizieren, als andere Berufsgruppen. Doch diese sozialstrukturelle Verankerung der SPD hatte im Lauf der Zeit zunehmend an Bedeutung verloren. Zwischen 1990 und 2002 war in Westdeutschland weder bei den Katholiken noch bei den Angehörigen anderer Konfessionen eine Veränderung der Parteiidentifikation mit der Union zu erkennen. Im Osten war sie bei diesen Gruppen zwar insgesamt niedriger, jedoch kam es in dem Zeitraum bei beiden zu einem Anstieg. Des Weiteren zeigte sich, dass sowohl in Ost- als auch Westdeutschland eine enge Verbindung zwischen Gottesdienstbesuchen und der Wahrscheinlichkeit einer Parteiidentifikation mit der Union bestand. Somit kam die Studie zu dem Fazit, dass traditionelle Verbindung zwischen den Arbeitern und der SPD einerseits im Osten nicht existierten und andererseits im Westen an Bedeutung verloren. Die Union hingegen konnte ihre Unterstützergruppen schnell an sich binden, doch aufgrund ihrer geringen Zahl innerhalb der neuen Bundesländer spielten sie für den Wahlausgang dort keine bedeutende Rolle (Arzheimer/ Falter 2005, S. 261-271).

Auch die Untersuchung von Arzheimer 2012, die sich mit der Parteiidentifikation im Zeitraum von 1977 bis 2008 auseinandersetzte, brachte für die Wahlen nach 2002 ähnliche Erkenntnisse hervor. Es zeigten sich regionale Unterschiede für die Entwicklung der Parteiidentifikation. Im Westen wurde weniger die schrumpfende Anzahl der Katholiken und Arbeiter als Ursache hinter dem Verlust der Parteiidentifikation vermutet, sondern dass sich der Einfluss auf die Parteiidentifikation dieser sozialen Gruppen im Laufe der Zeit abgeschwächt hatte. Der Anteil der SPD-Identifizierer unter den Arbeitern sank dort seit 1977 von rund 50% auf weniger als 30% ab. Arbeiter und Vertreter anderer Berufsgruppen unterschieden sich 2008 bezüglich einer SPD-Identifikation nur noch geringfügig. Ähnlich verhielt es sich bei der Gruppe der Katholiken. Allerdings erhöhte die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche 2008 noch immer die Wahrscheinlichkeit einer Parteiidentifikation mit der Union. Jedoch war auch eine deutliche Annäherung zwischen Katholiken und Nichtkatholiken zu erkennen (Arzheimer 2012, S. 227-231). Bezüglich der Determinanten der Parteiidentifikation in Ostdeutschland zeichnete sich ein komplexes Bild. Wie in den westlichen Bundesländern neigten Personen, die sich intensiv am kirchlichen Leben beteiligen, häufiger zu einer Identifikation mit der Union als andere Bevölkerungsschichten. Beim Zusammenhang zwischen den Arbeitern und einer bestimmten Parteiidentifikation waren hingegen deutliche Differenzen zum Westen auszumachen. Obwohl eine Sympathie zum Sozialismus und eine linke Einordnung im politischen Spektrum in den neuen Ländern stärker ausgeprägt war, erreichten die „linken“ Parteien bei den Arbeitern keine besonders große Befürwortung. Zwischen 1990 und 2008 bezeichneten sich nur circa 20% der Arbeiter als SPD-Identifizierer und lagen damit mit dem Anteil der eher „rechten“ Union etwa gleichauf. Dafür gaben etwa 51% an, über keinerlei Parteiidentifikation zu verfügen. Mit der Linkspartei identifizierten sich nur 5% der Befragten. Diese Zusammenhänge blieben über den Untersuchungszeitraum relativ stabil. Arbeiter und Angehörige anderer Berufsgruppen unterschieden sich bei ihrer Identifikation mit der SPD nicht signifikant. Auch an der geringeren generellen Parteineigung der Arbeiter hatte sich seit 1991 kaum etwas geändert. Daraus folgte der Schluss, dass Parteibindungen im Osten einerseits seltener waren und andererseits auch als weniger verbindlich empfunden wurden. Somit hatte die Parteiidentifikation eine geringere Prägekraft und war in ihrer Bedeutung von der der westdeutschen Länder zu unterscheiden. Dies hatte zur Folge, dass die Zahl der Wechsel- und Nichtwähler in den ostdeutschen Ländern stets höher ausfiel und es dort immer wieder zu stark schwankenden Wahlergebnissen kam (Arzheimer 2012, S. 233ff).

3. Zusammenfassung und Auswertung

Die untersuchten Aspekte des Wahlverhaltens brachten verschiedene Erkenntnisse hervor. Bezüglich der Wahlentscheidung kann zusammengefasst gesagt werden, dass hier durchaus stabile Differenzen der Parteiwahl zwischen neuen und alten Bundesländern bestehen. Dies wird deutlich, betrachtet man die Differenzwerte von ost- und westdeutschen Ergebnissen (Tabelle 1; Tabelle 2) der einzelnen Parteien (Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es zeigt sich bis auf wenige Ausnahmen im Untersuchungszeitraum, dass alle Parteien außer der Linkspartei in den alten Bundesländern bessere Ergebnisse erzielen konnten. Umgekehrt kommt Die Linke in Westdeutschland nicht ansatzweise an ihr ostdeutsches Wahlergebnis heran. Ein Trend der Annäherung ist nicht festzustellen. Dies zeigt sich auch, wenn die Prozentpunkte der Ost-West-Differenzen der einzelnen Bundestagswahlen aufsummiert werden (Abbildung 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenBei den aufsummierten Differenzwerten kann über den Untersuchungszeitraum hinweg kein klarer Trend ausgemacht werden, wie auch die gestrichelte Trendlinie im Schaubild verdeutlicht. Die Summe bewegt sich meistens zwischen 40 und 50 Prozentpunkten. Diese Befunde sprechen eher für stabile Unterschiede zwischen den beiden Regionen.

In den beschriebenen Studien kristallisierten sich einzelne Determinanten heraus, die die Parteiwahl in den beiden Bundesdeutschen Regionen beeinflusst hatten. Die Parteiidentifikation und eine positive Einstellung zum Sozialismus stellten sich als am aussagekräftigsten heraus. Andere Größen, wie die soziodemographischen Subgruppen, hatten vereinzelt zwar durchaus Bestand, jedoch schon aufgrund ihrer schwindenden Quantität im Verlauf des Untersuchungszeitraumes für das Wahlergebnis an Bedeutung verloren. Sowohl bei der Verteilung der Parteiidentifikation, auf die im Folgenden noch näher eingegangen werden soll, als auch bei der positiven Bewertung des Sozialismus zeigten sich die Differenzen stabil. Die Sozialismus-Befragungsergebnisse hatten sich im Zeitraum von 1991 bis 2010 in den beiden Bundesgebieten kaum verändert. Der Wert lag im Westen durchschnittlich bei etwa 45% und im Osten bei 76% (Statistisches Bundesamt 2016, S. 410). Somit sprechen diese Faktoren eher für eine Fortsetzung stabiler regionaler Unterschiede bei zukünftigen Wahlentscheidungen.

Um die Entwicklung der Differenzen bei der Wahlbeteiligung und einen etwaigen Trend auszumachen, sind in der folgenden Abbildung (Abbildung 7) die regionalen Differenzen zu den jeweiligen Bundestagswahlen im Zeitverlauf dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenFür die Differenzen der Wahlbeteiligung im Untersuchungszeitraum lassen sich zwei Merkmale festhalten. Zum einen ist die Wahlbeteiligung über den Untersuchungszweitraum hinweg im Westen durchweg höher als im Osten, was für einen stabilen Unterschied sprechen würde. Zum anderen zeigen sich bei der Stärke der Differenzen Schwankungen bei jeder Wahl, sodass kein klarer Trend zu erkennen ist und nicht von einer weiteren Differenzierung bzw. einer Annäherung der Regionen ausgegangen werden kann.

Zu den untersuchten Determinanten, die die Wahlbeteiligung am stärksten prägten, zählen die niedrigere Anzahl von Bürgern mit Parteiidentifikation in den neuen Bundesgebieten, Differenzen bei der Demokratiezufriedenheit, ein niedrigeres Politikinteresse und das Fehlen eines Umschaltmechanismus in den neuen Bundesländern. Während die Differenzen bei der Parteiidentifikation insgesamt am abnehmen zu sein scheinen, zeigt die Demokratiezufriedenheit ein anderes Bild. Zwischen den beiden Regionen sind stabile Differenzen zwischen 1991 und 2015 zu erkennen, mit einem Befragtenanteil von durchschnittlich 66% in Westdeutschland und 42% in Ostdeutschland, die angeben mit der praktizierten Demokratie zufrieden zu sein. Die Ergebnisse schwanken im Zeitverlauf, dabei reagiert der Osten jedoch ähnlich wie der Westen auf Veränderungen, nur auf unterschiedlichen Niveaus (Statistisches Bundesamt 2016, S. 409). Dies würde eher für stabile Unterschiede zwischen den Regionen sprechen. Bezüglich des politischen Interesses kann dies ebenfalls vermutet werden. Nachdem das politische Interesse nach 1994 etwas abgenommen hatte, ist seit einigen Jahren wieder ein Aufwärtstrend auszumachen. 2014 erreichte es in beiden Regionen einen Spitzenwert und regionale Differenzen beim politischen Interesse insgesamt sind schon seit 2010 kaum noch festzustellen (Statistisches Bundesamt 2016, S.401). Ob sich ein dem Westen ähnlicher Umschaltmechanismus in den neuen Ländern etablieren kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt hingegen noch schwer zu sagen.

Bezüglich der Parteiidentifikation zeigte sich ein durchweg schwächerer Wert der Parteineigung im ostdeutschen Bundesgebiet. Allerdings kann man, betrachtet man die Differenzwerte der regionalen Ergebnisse über den Zeitverlauf hinweg (Abbildung 8), eine allmähliche Verringerung der Differenzen feststellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenDafür ist einerseits die Abnahme der Parteiidentifikation in den alten Bundesländern, andererseits ein leichter Anstieg in den neuen Bundesländern verantwortlich. Wie schon zuvor erwähnt, spricht der Trend für eine Annäherung bezüglich der gesamten Parteiidentifikation der neuen und alten Bundesländer.

Neben dieser Tendenz ergaben sich bei der Verteilung der Parteiidentifikation im Zeitraum von 1991 bis 2011 im Ost-West-Vergleich einige Veränderungen. Betrachtet man die Differenz der Befragungswerte der neuen zu den alten Bundesländern, (Abbildung 9) zeigen sich für die einzelnen Parteien unterschiedliche Entwicklungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenDie Unterschiede bei der Identifikation mit SPD und CDU hatten sich im Zeitverlauf verringert, sodass sie 2011 nur noch etwa 5 Prozentpunkte auseinander lagen. Sowohl Grüne als auch Die Linke erlebten den entgegengesetzten Trend. Am Ende identifizierten sich im Westen deutlich mehr Menschen mit den Grünen, im Osten deutlich mehr mit der Linkspartei, als noch 1991. Die Identifikation mit der FDP veränderte sich hingegen kaum und blieb nahezu konstant im Westen leicht höher als im Osten. Ob hier von einer Annäherung, Differenzierung oder einem stabilen Unterschied gesprochen werden kann, hängt somit von der jeweiligen Partei ab, die man betrachtet. Generell kann jedoch gesagt werden, dass sich die Differenzen bei den großen Parteien zu verringern scheinen, während bei den kleineren Parteien eher ein Trend der weiteren Ausdifferenzierung festzustellen ist.

Die Determinanten der Parteiidentifikation zeigten unterschiedliche Entwicklungen in beiden Landesteilen. Während im Westen der Einfluss der sozialen Gruppen, die zu früheren Zeiten als prägend empfunden wurden, im Lauf der Zeit an Einfluss verloren hatten, war eine Parteiidentifikation im Osten generell seltener und wurde außerdem nicht im gleichen Maß als verbindlich empfunden. Daher kann kaum angenommen werden, dass sich die Differenzen bei der Identifikation mit bestimmten Parteien bei kommenden Wahlen auflösen werden. Durch die abnehmende Prägekraft der soziokulturellen Subgruppen scheint es jedoch wahrscheinlich, dass die Parteiidentifikation insgesamt weiter abnehmen wird und sich dadurch die Differenzen insgesamt weiter reduzieren werden.

4. Fazit

Obwohl es einzelne Tendenzen der Annäherung und Ausdifferenzierung gibt, so kann bei zukünftigen Bundestagswahlen wohl weiterhin mit stabilen Unterschieden im Wahlverhalten gerechnet werden. Zu ihnen wird wieder ein stärkeres Abschneiden der Linkspartei im ostdeutschen Bundesgebiet zählen, während die übrigen Parteien ein schwächeres Ergebnis zu erwarten haben als im Westen. Dafür sprechen vor allem die stabilen Differenzen bei der Sozialismuseinstellung und die Verteilung der Parteiidentifikation. Die vorläufigen Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 scheinen diese Vermutung zu bestätigen. Im Ergebnis zeigte sich die Linkspartei in den neuen Bundesländern wieder 10,4 Prozentpunkte stärker als in den alten, während die anderen Parteien, ausgenommen die AfD, im Westen bessere Ergebnisse erzielen konnten. Diese Wahl demonstrierte jedoch auch, dass sich mit der Alternative für Deutschland eine zweite „Ostpartei“ im bundesdeutschen Parteiensystem etabliert. Sie konnte im Osten um 11,2 Prozentpunkte besser abschneiden als im Westen (Bundeswahlleiter 2017b, S.325). Ob sie diese Position in den neuen Bundesländern halten kann und möglicherweise sogar die Linkspartei um ihre Sonderstellung bringen könnte, müssen zukünftige Bundestagswahlen zeigen.

Für die Wahlbeteiligung kann in Zukunft davon ausgegangen werden, dass im Osten auch weiterhin eine schwächere Beteiligungsrate verbreitet sein wird, da in den neuen Bundesländern nach wie vor eine höhere Unzufriedenheit mit der deutschen Demokratie vorherrscht. Jedoch könnte sich zumindest das Niveau der Unterschiede verringern, da die Parteiidentifikation für die Wahlbeteiligung eine wichtige Rolle spielt und deren Differenzen insgesamt am Abnehmen sind, womit in Zukunft wahrscheinlich auch im Westen mit mehr Wechselwählern zu rechnen ist. Die Wahlbeteiligungsrate der Bundestagswahl 2017 kann als Indiz für eine solche Vermutung herangezogen werden. Die Wahlbeteiligung im Westen war mit 76,8% um nur noch 3,6 Prozentpunkte höher als im Osten mit 73,2% (Bundeswahlleiter 2017b, S.325). Niedriger war die Differenz bisher nur bei der Bundestagswahl 1998. Ob sich diese Werte stabilisieren oder wie in der Vergangenheit wieder starken Schwankungen unterlegen sein werden, bleibt abzuwarten.

Der Rückgang der Parteiidentifikation macht sich in erster Linie bei den großen Parteien CDU und vor allem der SPD in beiden Regionen bemerkbar, während es bei kleineren Parteien wie der Linkspartei und den Grünen starke Unterschiede in der Entwicklung gibt. Beide konnten im gleichen Zeitraum in einer bundesdeutschen Region Identifizierer gewinnen, in der anderen Region jedoch nicht in gleichem Maße, was die Differenzen zwischen den Regionen vergrößerte. Setzt sich dieser Trend fort, so könnte die Parteiidentifikation für kleinere Parteien in Zukunft deutlich an Einfluss gewinnen, während sie für die größeren Parteien weiter an Bedeutung verlieren wird.

Deutschland zeigt sich auch im Jahr 2017 noch als geteiltes Land. Die Frage nach Annäherung, Ausdifferenzierung oder Stabilisierung des Wahlverhaltens ist jedoch nicht eindeutig zu beantworten. Einige Unterschiede kennzeichnen die Regionen bereits seit der Wiedervereinigung vor bald drei Jahrzehnten und zeigen keine Tendenz der Abschwächung. In anderen Bereichen kam es wiederum durchaus zu Annäherungen, doch mit dem aktuellen Wahlergebnis der AfD auch zur weiteren Ausdifferenzierung der Regionen. Offiziell wurde die Wiedervereinigung Ost- und Westdeutschlands am 3. Oktober 1990 vollzogen. Deutschland wurde geographisch zu einem geeinten Land. Politisch scheint eine solche Einigung angesichts der Ergebnisse dieser Arbeit noch in weiter Ferne zu schweben. Die politische Integration des Ostens weist noch immer deutliche Mängel auf. Möglicherweise wird es die Zeit schaffen, die bestehenden Differenzen verschwinden zu lassen oder sie zumindest abzumildern. Nach über vierzig Jahren der Trennung in zwei so unterschiedlichen politischen Kulturen, wer hätte da auch geglaubt, dass eine erfolgreiche Integration über Nacht gelingen könnte.

5. Anhang

Tabelle 1: Zweitstimmen alte Bundesländer (in Prozent)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Zweitstimmen neue Bundesländer (in Prozent)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Wahlbeteiligung 1990-2013 Datengrundlage: Bundeswahlleiter 2017a, S. 18.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Befragungsergebnisse nach Parteineigung in Westdeutschland Datengrundlage: GESIS Datenarchiv1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Befragungsergebnisse nach Parteineigung in Ostdeutschland Datengrundlage: GESIS Datenarchiv

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

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Details

Titel
Wahlverhalten in Ost- und Westdeutschland
Untertitel
Untersuchung der Ost-West-Differenzen bei den Bundestagswahlen von 1990 bis 2013
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
35
Katalognummer
V913344
ISBN (Buch)
9783346222923
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bundestagswahlen, ost-, ost-west-differenzen, untersuchung, wahlverhalten, westdeutschland
Arbeit zitieren
Michael Straßer (Autor), 2017, Wahlverhalten in Ost- und Westdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913344

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