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AfD und Pegida. Die Entstehung eines neuen Cleavage?

Politikwissenschaftliche Theorien zum Parteiensystemwandel

Titel: AfD und Pegida. Die Entstehung eines neuen Cleavage?

Akademische Arbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Silvana Vialova (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor dem Hintergrund der Bürgerbewegung Pegida einerseits und der Entstehung der Partei AfD andererseits, geht der Autor der Frage nach, ob von der Entstehung einer neuen Konfliktlinie in unserer Gesellschaft gesprochen werden kann und inwiefern diese von der AfD in das Parteiensystem übertragen wird.

Dabei wird zum einen die These vertreten, dass Pegida einer neuen Konfliktlinie zwischen Nationalisten und Kosmopoliten, im Sinne von Carmen Schmidt, öffentlich Ausdruck verleiht. Zum an-deren wird konstatiert, dass die in diesem Zusammenhang von den beteiligten Bürgern benannte Repräsentationslücke durch die AfD geschlossen und die neue Konfliktlinie damit in unser Parteiensystem übertragen wurde.

Zur Klärung dieser Thesen wird zuerst in die von Lipset und Rokkan entwickelte "Cleavage-Theorie" eingeführt, welche unter sogenannten Konfliktlinien Werte- und Interessengegensätze sozialer Gruppen versteht, die zu einer Spaltung in der Gesellschaft führen. Da Lipset und Rokkans Ansatz Konfliktlinien thematisiert, welche die Formierung des Parteiensystems seit 1920 erklären, werden außerdem neuere Konzepte einbezogen, die jenes weiterentwickeln, indem sie neue Konfliktlinien in Bezug auf aktuelle gesellschaftliche, politische, soziale und ökonomische Situationen definieren. Im Anschluss an die Darstellung der theoretischen Konzepte zur Einbettung der Analyse, folgt eine Betrachtung des gesellschaftlichen Ist-Zustands in Deutschland. Des Weiteren werden die Entstehung, Zusammensetzung und inhaltliche Ausrichtung von Pegida und AfD erläutert. Diese Informationen sind notwendig, um in der anschließenden Analyse zu klären, inwiefern die Voraussetzungen für die Entstehung einer Konfliktlinie gegeben sind und ob die AfD diese in das Parteiensystem überträgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Ansätze

2.1. Die Cleavage-Theorie

2.2. Neue Konfliktlinien

3. Gesellschaftlicher Kontext

3.1. Katalysatoren des Wandels

3.2. Entstehung und Ausrichtung Pegidas

3.3. Entstehung und Ausrichtung der AfD

4. Analyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Entstehung der Bürgerbewegung Pegida und der Aufstieg der AfD Anzeichen für eine neue gesellschaftliche Konfliktlinie („Cleavage“) im deutschen Parteiensystem sind, die sich zwischen nationalistischen und kosmopolitischen Werten manifestiert.

  • Anwendung der Cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan auf aktuelle politische Ereignisse.
  • Analyse gesellschaftlicher Katalysatoren wie Globalisierung, Eurokrise und Flüchtlingspolitik.
  • Untersuchung der Entstehung und inhaltlichen Ausrichtung von Pegida.
  • Untersuchung der Parteientwicklung der AfD als institutionalisierte Form des Konflikts.
  • Beurteilung der Repräsentationslücke und deren Übertragung in das Parteiensystem.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Cleavage-Theorie

Die bereits 1967 von Lipset und Rokkan formulierte Cleavage-Theorie gilt noch heute als eine der einflussreichsten zur makrosoziologischen Erklärung von Wahlverhalten und Rekonstruktion der Entstehung von Parteiensystemen (Stifel 2018: 28). Ihr ursprüngliches Ziel war es, ein Modell zu entwickeln, mit welchem die Entstehung verschiedener westeuropäischer Parteiensysteme mit Rückgriff auf eine historische Perspektive erklärt werden kann (Lipset und Rokkan 1967: 3). Dafür gehen sie davon aus, dass in jeder Gesellschaft spezifische Konfliktlinien vorliegen, entlang derer politische Willens-, und damit auch Parteienbildung, vonstattengeht (LpB 2012: o.S). In ihrer historischen Analyse identifizieren sie vier „critical lines of cleavages“ (Lipset und Rokkan 1967: 14). Dabei ist unter dem Begriff Cleavage oder „cleavage line“ (ebd.: 5) gemäß der englischen Übersetzung eine Kluft, im übertragenen Sinne eine Konfliktlinie zu verstehen, die sich aus konkurrierenden oder gegensätzlichen Interessen größerer gesellschaftlicher Gruppen ergibt.

Lipset und Rokkan liefern keine eindeutige Definition eines Cleavage, setzen jedoch voraus, dass es sich um dauerhafte Konflikte handelt, die große Teile der Bevölkerung betreffen und ihr Alltagsleben beeinflussen. Zugleich muss den Mitgliedern der einzelnen Gruppierungen die Spaltung, genauso wie die von ihnen verkörperte kollektive Identität bewusst sein, um von einer Konfliktlinie sprechen zu können (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Bürgerbewegung Pegida und den Aufstieg der AfD ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich einer neuen Konfliktlinie in der Gesellschaft.

2. Theoretische Ansätze: Dieses Kapitel erläutert die Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan sowie deren Weiterentwicklungen, um theoretische Voraussetzungen für eine parteipolitische Repräsentation gesellschaftlicher Konflikte zu schaffen.

3. Gesellschaftlicher Kontext: Hier werden soziale und politische Ereignisse als Katalysatoren für den Wandel betrachtet und die Entwicklung sowie Ausrichtung von Pegida und AfD detailliert beschrieben.

4. Analyse: In diesem Kapitel werden die gesammelten Daten und Theorien verknüpft, um zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein neues Cleavage im Sinne der untersuchten Konfliktlinien gegeben sind.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die AfD als institutionalisierte Form einer neuen, werteorientierten Konfliktlinie betrachtet werden kann.

Schlüsselwörter

AfD, Pegida, Cleavage-Theorie, Konfliktlinie, Rechtspopulismus, Parteiensystemwandel, Nationalismus, Kosmopolitismus, Flüchtlingskrise, Wertewandel, Repräsentationslücke, Politische Soziologie, Demokratie, Polarisierung, Wahlverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die gesellschaftlichen Entwicklungen rund um Pegida und den Aufstieg der AfD als Anzeichen für eine neue Konfliktlinie (Cleavage) im deutschen Parteiensystem gewertet werden können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung durch die Cleavage-Theorie, die Auswirkungen globaler Ereignisse auf nationale Identitäten sowie die inhaltliche Ausrichtung und Entwicklung der AfD und Pegida.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob von der Entstehung einer neuen Konfliktlinie in unserer Gesellschaft gesprochen werden kann und inwiefern diese von der AfD in das Parteiensystem übertragen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?

Es wird eine theoretisch fundierte Analyse unter Anwendung der Cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan durchgeführt, kombiniert mit einer Betrachtung soziologischer Erkenntnisse und aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, eine Untersuchung der gesellschaftlichen Katalysatoren (wie z.B. die Flüchtlingskrise oder Globalisierung) und eine detaillierte Analyse der Akteure Pegida und AfD.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cleavage-Theorie, Rechtspopulismus, Nationalismus, Kosmopolitismus, Parteiensystemwandel und politische Polarisierung definieren.

Inwieweit unterscheidet der Autor zwischen der Entstehung von Pegida und der AfD?

Der Autor stellt klar, dass die AfD nicht direkt aus Pegida hervorgegangen ist, betrachtet sie aber als eine "institutionalisierte Form" des Konflikts, die durch inhaltliche Überschneidungen und ähnliche Wählergruppen mit der Bewegung verbunden ist.

Welche Rolle spielen die von Lipset und Rokkan definierten Schwellen?

Der Autor nutzt diese Schwellen (Legitimation, Inkorporation, Repräsentation, Majority Power), um den Transformationsprozess der Konfliktlinie in das Parlament zu prüfen, wobei festgestellt wird, dass die AfD die Schwelle zur parlamentarischen Repräsentation überschritten, die zur Regierungsmacht aber noch nicht erreicht hat.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
AfD und Pegida. Die Entstehung eines neuen Cleavage?
Untertitel
Politikwissenschaftliche Theorien zum Parteiensystemwandel
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Silvana Vialova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V913380
ISBN (eBook)
9783346223807
ISBN (Buch)
9783346223814
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pegida entstehung cleavage politikwissenschaftliche theorien parteiensystemwandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Silvana Vialova (Autor:in), 2018, AfD und Pegida. Die Entstehung eines neuen Cleavage?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913380
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Leseprobe aus  21  Seiten
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