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Weiblichkeitsentwürfe in der Männergesellschaft der siebziger Jahre in Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen"

Title: Weiblichkeitsentwürfe in der Männergesellschaft der siebziger Jahre in Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen"

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sabrina Cornelii (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die feministische Literatur im engeren Sinne formierte sich im deutschsprachigen Bereich zu Beginn der siebziger Jahre. Ins besonders thematisierte man die Rolle der Frau in der “Männergesellschaft“ und das Geschlechterverhältnis. Zu den exponierten Vertreterinnen der deutschsprachigen Frauenliteratur gehört Elfriede Jelinek. Ihr Roman "Die Liebhaberinnen" gehört zu den feministischsten und meist diskutierten Romanen dieser Zeit. "wenn einer ein schicksal hat, dann ist es ein mann. wenn einer ein schicksal bekommt, dann ist es eine frau." Dieser Satz umreißt treffend, worum es in diesem Buch geht: es wird die Rolle der Frau in der von Männern dominierten Gesellschaft und die sexuelle Unterdrückung der Frau thematisiert.
Ziel meiner Arbeit wird es sein, die Rolle der Frauen, die unter dem Druck der Gesellschaft, sprich ihrer Familien, der Bildungsmisere, der emotionellen Misere, der vorherrschenden Phallokratie und einem dementsprechenden, untergeordneten Frauenbild „leiden“, näher darzustellen. Des Weiteren werde ich mich der Frage stellen, warum der Lebensweg der Frauen in die Abhängigkeit und Unterdrückung des Mannes, vorauszusehen ist?
Als erstes werde ich das soziale Gesellschaftsbild der siebziger Jahre beschreiben. Danach werde ich die weiblichen Hauptfiguren charakterisieren um anschließend einen Vergleich zu ziehen und mich der Diskussion stellen, ob man Brigitte wirklich als “gutes“ und Paula als “schlechtes Beispiel“ bezeichnen kann? Im folgenden Abschnitt versuche ich darzustellen wie sich der Mythos “Liebe“ auf das Leben der weiblichen Protagonistinnen auswirkt und ob alle drei Frauen an den Mythos glauben? Als nächstes werde ich auf die weibliche Ausbeutung und Entfremdung im Kapitalismus eingehen, bevor ich zum Schluss noch die Gewalt-und Hassmodelle im sozialen Umfeld der Frauen beleuchte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das soziale Gesellschaftsbild in den siebziger Jahren

3. Charakterisierung der weiblichen Hauptfiguren im Roman

3.1 Brigitte – das "gute Beispiel"?

3.2 Paula – das "schlechte Beispiel"?

3.3 Susi

3.4 Vergleich der dargestellten Protagonistinnen

4. Der Mythos "Liebe"

4.1 Glauben die weiblichen Hauptfiguren an den Mythos "Liebe"?

5. Weibliche Ausbeutung und Entfremdung im Kapitalismus

5.1 Von der Ökonomie in zwischenmenschlichen Beziehungen

5.2 Das weibliche Schicksal innerhalb der Familie

5.3 Sexuelle Ausbeutung

5.4 Zwischenfazit

6. Gewalt – und Hassmodelle

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft der 1970er Jahre anhand von Elfriede Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen". Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, warum der Lebensweg der weiblichen Hauptfiguren in Abhängigkeit und Unterdrückung vorgezeichnet ist und welche sozio-ökonomischen Faktoren diesen Prozess bedingen.

  • Darstellung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung in den 1970er Jahren.
  • Analyse der weiblichen Protagonistinnen als Repräsentantinnen gesellschaftlicher Muster.
  • Kritische Untersuchung des Mythos "Liebe" als Instrument zur sozialen Sicherung.
  • Aufdeckung der Mechanismen von Ausbeutung, Entfremdung und häuslicher Gewalt.
  • Diskussion über die Möglichkeiten weiblicher Emanzipation und Selbstbestimmung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Paula – das "schlechte Beispiel"?

Wie wir spät im Roman erfahren ist der “gegenstand“ Paula das Hauptthema. Paula stammt vom Land und ist erst 15 Jahre alt. Vor die Wahl gestellt, ob sie Verkäuferin oder Hausfrau werden will, versucht Paula ihre Eltern (die an einer phallokratischen Tradition festhalten) davon zu überzeugen, dass sie einen Beruf erlernen will. “das hat es im dorf überhaupt noch nie gegeben, daß eine was LERNEN möchte.“ Nach Kämpfen mit den Eltern setzt sie sich schlussendlich durch.

Ab dem zweiten Kapitel spricht die Autorin dann von dem “schlechten beispiel paula“ wobei man nicht genau abgrenzen kann, ob dies nun die Gedanken der Autorin oder der Gesellschaft sind. Im Nachbarort erfährt Paula dann, dass es ein schöneres Leben gibt, dort gibt es Kino und Kaffeehaus. Sie träumt aber auch von der Liebe: “über allem aber ist die liebe [...]“.

„Paula hat niemals gelernt, selber auszuwählen und zu bestimmen. paula erlebt alles in der leideform, nicht in der tätigkeitsform“. So geschieht es dann auch, Paula verliebt sich in Erich, der zwar gut aussieht, sich von Paula bedienen lässt und wenig Intelligenz aufweist. Außerdem ist er schon jetzt ein notorischer Alkoholiker, neigt zu Gewalt und interessiert sich nur für Motoren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die feministische Literatur der siebziger Jahre ein und erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Rolle der Frau bei Elfriede Jelinek.

2. Das soziale Gesellschaftsbild in den siebziger Jahren: Dieses Kapitel beschreibt die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die doppelte Unterdrückung der Arbeiterfrau in den 1970er Jahren.

3. Charakterisierung der weiblichen Hauptfiguren im Roman: Die drei Protagonistinnen Brigitte, Paula und Susi werden detailliert porträtiert, wobei ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe und das Scheitern an gesellschaftlichen Normen beleuchtet werden.

4. Der Mythos "Liebe": Es wird dargelegt, wie die Frauen den Mythos der Liebe als Mittel zum sozialen Aufstieg nutzen und wie dieser Mythos in der Realität entlarvt wird.

5. Weibliche Ausbeutung und Entfremdung im Kapitalismus: Dieses Kapitel analysiert die Ökonomisierung menschlicher Beziehungen sowie die Unterdrückung der Frau innerhalb des familiären Kontextes.

6. Gewalt – und Hassmodelle: Die Analyse konzentriert sich auf die allgegenwärtige Gewalt und den Kreislauf des Hasses, der die zwischenmenschlichen Beziehungen in der erzählten Welt prägt.

7. Zusammenfassung: Die Autorin resümiert die Ergebnisse und reflektiert die Aktualität der behandelten Thematik im Kontext der Emanzipation der Frau.

Schlüsselwörter

Elfriede Jelinek, Die Liebhaberinnen, Feminismus, Weiblichkeitsentwürfe, Patriarchat, Unterdrückung, Kapitalismus, Mythos Liebe, Soziale Arbeitsteilung, Häusliche Gewalt, Entfremdung, Geschlechterverhältnis, Emanzipation, Identifikationsfiguren, Arbeiterfrauen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Frau in der von Männern dominierten Gesellschaft der 1970er Jahre anhand von Elfriede Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das soziale Gesellschaftsbild, der Warencharakter von Liebe, weibliche Ausbeutung im Kapitalismus sowie der Kreislauf von Gewalt und Hass.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu beantworten, warum der Lebensweg der Frauen in die Abhängigkeit und Unterdrückung des Mannes fast zwangsläufig vorgezeichnet erscheint.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Romans, unter Einbeziehung soziologischer Aspekte zur Rollenverteilung und des historischen Kontextes der 1970er Jahre.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Hauptfiguren, die Dekonstruktion des Mythos Liebe, die Analyse der ökonomischen und sexuellen Ausbeutung sowie die Untersuchung von Gewaltmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patriarchat, Kapitalismus, häusliche Gewalt, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, Entfremdung und weibliche Emanzipation.

Warum werden die Protagonistinnen als "Prototypen" bezeichnet?

Die Frauen fungieren im Roman weniger als individuelle Persönlichkeiten, sondern als Repräsentantinnen allgemeiner gesellschaftlicher Schicksale und Rollenbilder der damaligen Zeit.

Welche Rolle spielt die Familie in der Analyse?

Die Familie wird nicht als emotionaler Rückzugsort, sondern als ein Ort des Schreckens und der gegenseitigen Demütigung dargestellt, in dem Frauen und Kinder unterdrückt werden.

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Details

Title
Weiblichkeitsentwürfe in der Männergesellschaft der siebziger Jahre in Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen"
College
University of Trier
Grade
2,0
Author
Sabrina Cornelii (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V91342
ISBN (eBook)
9783638043007
ISBN (Book)
9783638940320
Language
German
Tags
Weiblichkeitsentwürfe Männergesellschaft Jahre Jelineks Roman Liebhaberinnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Cornelii (Author), 2006, Weiblichkeitsentwürfe in der Männergesellschaft der siebziger Jahre in Jelineks Roman "Die Liebhaberinnen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91342
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