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Natur in der Stadt und ihre Nutzung durch Grundschulkinder

Title: Natur in der Stadt und ihre Nutzung durch Grundschulkinder

Examination Thesis , 2007 , 96 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Schäfer (Author)

Didactics - Earth Science
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Summary Excerpt Details

In Zeiten der Medialisierung und technischen Spielzeuge stellt sich die Frage, ob Natur im Leben der Kinder heute überhaupt noch eine Rolle spielt. Stellt sie noch eine gewisse Attraktivität und Herausforderung für die Kinder dar oder kann sie mit der fiktiven, spannungsgeladenen Welt, die Computerspiele und das Fernshen für sie bereitstellen, nicht mithalten? Ist es überhaupt von Bedeutung, ob Kinder die Natur nutzen oder sich in ihr bewegen? Zu bedenken ist, dass die meisten Kinder nicht in einer ländlich geprägten Gegend aufwachsen, denn zwei Drittel aller Kinder in Deutschland wachsen in Städten auf. Gibt es überhaupt Natur in Städten, vor allem in Großstädten wie Dortmund, und ist das Spielen und Toben in natürlichen Freiräumen aufgrund der stetig steigenden Motorisierung überhaupt noch möglich?
Da eine Klärung dieser Fragen anhand des Beispiels von ganz Dortmund zu umfangreich ist, beschränkt sich diese Arbeit auf die Untersuchung eines Unterbezirks von Dortmund.
Der Untersuchungsraum Bövinghausen besitzt durch seine dichte Besiedlung städtischen Charakter. Hier ist der Anteil an Grünflächen im Vergleich zu anderen Stadtbezirken von Dortmund eher begrenzt, doch existiert auch hier Natur in Form von einem Naturschutzgebiet, Wiesen und einer Parkanlage, namentlich „Volksgarten“. Hier soll für den speziellen Fall Aufschluss darüber gegeben wer-den, inwiefern die vorhandene Natur von den Kindern dort erlebt, wahrgenommen und begriffen wird.
Zu berücksichtigen ist, dass Bövinghausen mit 12,7 % einen relativ hohen Migrantenanteil aufweist und durch unterschiedliche kulturelle Prägung eventuell eine andere Einstellung zur Natur existieren könnte. Daher wird bei der Wiedergabe der Untersuchungsergebnisse zwischen Mädchen und Jungen differenziert und, wenn Unterschiede im Bezug zur Natur erkennbar sind, auch zwischen deutschen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund.
Weiterhin sollten die sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen als wichtige Determinanten des Alltagslebens der Kinder nicht außer Acht gelassen werden, denn sowohl eine aktive, kreative und naturverbundene Freizeitgestaltung als auch eine eher passive und überwiegend konsumorientierte Haltung ist nicht etwa angeboren. Ihre Entwicklung steht in enger Abhängigkeit mit der Angebotsstruktur der Lebenswirklichkeit der Kinder und ihren Lernmöglichkeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zielsetzungen und Fragestellungen

2.1 Entwicklung der Fragestellung

2.2 Methodik und Repräsentativität

3. Aspekte des Naturbegriffs

3.1 Epochale Unterscheidungen des Naturbegriffs

3.2 Heutige Bedeutungen des Naturbegriffs

4. Stadtnatur

4.1 Definition des Begriffs `Stadtnatur´

5. Die Bedeutung von Natur für die physische und psychische Entwicklung des Kindes

5.1 Das dreidimensionale Persönlichkeitsmodell

5.2 Ausgewählte Untersuchungsergebnisse

5.2 Der psychologische Aspekt der Natur aus stadtökologischer Sicht

5.3 Der physische Entwicklungsbeitrag, den Natur leisten kann

5.4 Fazit:

6. Stadtnatur in Dortmund Bövinghausen

6.1 Fläche, Bevölkerung und Sozialstruktur des Stadtteils Bövinghausen

6.2 Grünflächen in Bövinghausen

6.2.1 Das Naturschutzgebiet Ölbachtal

6.2.1.1 Die Namensgebung

6.2.1.2 Die Vegetation

6.2.2 Der Volksgarten

7. Präsentation der Erhebung und ihrer Ergebnisse

7.1 Beschreibung der Wohnumgebung der befragten Kinder

7.2 Beschreibung der Erhebung

7.3 Auswertung des Fragebogens

7.3.1 Frage 1

7.3.2 Frage 2

7.3.3 Frage 3

7.3.4 Frage 4

7.3.5 Frage 5

7.3.6 Frage 6

7.3.7 Frage 7

7.3.8 Frage 8

7.3.9 Frage 9

7.3.10 Frage 10

7.3.11 Frage 11

7.3.12 Frage 12

7.3.13 Frage 13

7.3.14 Frage 14

7.3.15 Frage 15

7.3.16 Frage 16

7.3.17 Frage 17

7.3.18 Frage 18

7.4 Auswertung der gesamten Erhebung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Grundschulkindern zur Natur im städtisch geprägten Umfeld von Dortmund-Bövinghausen. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Kinder Natur in ihrem Wohnumfeld wahrnehmen, nutzen und bewerten, sowie mögliche Gründe für eine Naturentfremdung zu identifizieren und pädagogische sowie planerische Lösungsansätze zu diskutieren.

  • Bedeutung von Naturerfahrungen für die psychische und physische Entwicklung
  • Sozialstruktur und Grünflächenangebot im Stadtteil Bövinghausen
  • Empirische Erhebung zum Freizeitverhalten und zur Naturnutzung von Grundschulkindern
  • Einfluss kultureller Prägung (Migrationshintergrund) auf den Naturbezug
  • Wirkung von Medialisierung und "organisierter Kindheit" auf den Spielraum

Auszug aus dem Buch

3.1 Epochale Unterscheidungen des Naturbegriffs

Antike: Natur als abstrakter Erkenntnisbegriff

Bei den Griechen war `Natur´ (physis) ein extensives Schlagwort gesellschaftlicher und moralischer Diskussionen. Sie beinhaltete noch nicht die Natur in Form von Flora und Fauna. Die Römer setzten die naturphilosophischen Forschungen nicht fort. Bei ihnen wurde die geordnete Natur als Richtlinie für die technische und rechtliche Ordnung angesehen. (vgl. KEIL 2002, S. 15)

Mittelalter: Natur im theologischen Sinnzusammenhang

In der Feudalordnung des Mittelalters, bei der der Mensch abhängiger Teil des Naturkreislaufs der göttlichen Ordnung war, wurde die Natur als Beweis für Gottes Größe genutzt und dargestellt. Sie wird erst im Hochmittelalter als Betätigungsfeld für die menschliche Vernunft genutzt, nachdem eine Trennung von Glauben und Wissen statt gefunden hatte. Das war die Basis, aus der sich später die Naturwissenschaft entwickelte. (vgl. KEIL 2002, S. 15)

Renaissance: Natur als konkrete Landschaft

Als sich im Mittelalter durch die Trennung von Stadt und Land Städtenetze bildeten, entdeckten die Menschen die Natur als konkrete Landschaft. Die Bedeutung von `Natur´ in der Renaissance wird vor allem in der Kunst aus dieser Zeit deutlich. Die Maler aus dieser Epoche zeichnen sie als einen Ort der Sinn- und Indentitätsfindung für den Menschen, der nicht weiterhin untergeordnetes Objekt der von Gott geschaffenen Welt ist, sondern beherrschendes Subjekt der Natur sein kann. (vgl. KEIL 2002, S. 15)

16. Jh.: Anfang der modernen Naturwissenschaften

Den Anfang dieses Zeitgeistes bildet die kopernikanische Wende. Als das geozentrisch-ptolemäische Weltbild vom heliozentrischen Weltbild abgelöst wurde, erforschte man die Natur in Bereichen der Astronomie, Optik und Mechanik. Die Natur wurde als großer Mechanismus betrachtet, den es zu erschließen galt. Durch neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse verstärkte sich der Drang, immer neue Erkenntnisse aus ihr zu gewinnen und sie für die Menschheit zu erobern. (vgl. KEIL 2002, S. 15)

Aufklärung: Natur als Vorbild für die menschliche Ordnung

Nachdem man durch naturwissenschaftliche Forschungen entdeckt hatte, dass im Universum vieles einer festen Ordnung entspricht, bildete die Natur die Grundlage für das damalige Streben nach einem ursprünglichen, unverfälschten Leben. Das Natürliche stand für das Gute und wurde mit großem Respekt betrachtet. (vgl. KEIL 2002, S. 15)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Natur im Leben von Stadtkindern und begründet die Fokussierung auf den Untersuchungsraum Dortmund-Bövinghausen.

2. Zielsetzungen und Fragestellungen: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise und die wissenschaftliche Zielsetzung der Untersuchung bei Grundschulkindern.

3. Aspekte des Naturbegriffs: Hier wird die historische und begriffliche Entwicklung des Naturbegriffs von der Antike bis heute dargelegt.

4. Stadtnatur: Das Kapitel definiert den Begriff "Stadtnatur" und unterteilt ihn in vier unterschiedliche Arten, um die Komplexität des urbanen Grüns zu verdeutlichen.

5. Die Bedeutung von Natur für die physische und psychische Entwicklung des Kindes: Es werden wissenschaftliche Thesen zur Bedeutung von Naturerfahrungen für die gesunde Entwicklung von Kindern vorgestellt.

6. Stadtnatur in Dortmund Bövinghausen: Das Kapitel liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme der Sozialstruktur und der vorhandenen Grünflächen im Untersuchungsgebiet.

7. Präsentation der Erhebung und ihrer Ergebnisse: Dieser Abschnitt wertet die empirischen Daten der Befragung an der Freiligrath-Grundschule detailliert aus.

8. Fazit: Die abschließenden Ergebnisse fassen die Bedeutung von Natur für die untersuchten Kinder zusammen und konstatieren eine gewisse Naturentfremdung.

Schlüsselwörter

Stadtnatur, Naturerfahrung, Grundschulkinder, Kindesentwicklung, Dortmund-Bövinghausen, Kindheit, Sozialstruktur, Freiraumpsychologie, Umweltbewusstsein, Spielraum, Kinderspielplatz, Naturverbundenheit, Aneignungstheorie, Migration, Medien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle Natur im Alltag von Grundschulkindern in einem städtischen Wohngebiet (Dortmund-Bövinghausen) spielt und inwieweit sie von ihnen als Spielraum wahrgenommen und genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung des Naturbegriffs, die psychologischen und physischen Auswirkungen von Naturerfahrungen auf die kindliche Entwicklung sowie eine empirische Bestandsaufnahme des tatsächlichen Nutzungsverhaltens im Untersuchungsgebiet.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Kinder in städtisch geprägten Gebieten Natur aktiv nutzen, welche Naturformen sie bevorzugen oder meiden und ob Anzeichen für eine "Naturentfremdung" feststellbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin führte eine quantitative Befragung von 84 Schülern der dritten und vierten Klassen der Freiligrath-Grundschule mittels eines speziell entwickelten Fragebogens durch, ergänzt durch eine Analyse der Sozialstruktur und des Grünflächenangebots.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zur Bedeutung von Natur für die kindliche Entwicklung und einen empirischen Teil, der die Ergebnisse der Befragung (Nutzungshäufigkeit, Spielorte, Gründe für elterliche Verbote) detailliert auswertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Stadtnatur, Naturerfahrung, Grundschulkinder, Kindesentwicklung, Sozialstruktur, Naturentfremdung, Spielraum und Medien.

Inwiefern spielt der Migrationshintergrund bei der Untersuchung eine Rolle?

Die Autorin berücksichtigte den Migrationshintergrund der Kinder, um zu prüfen, ob unterschiedliche kulturelle Prägungen Einfluss auf den Naturbezug und das Freizeitverhalten haben.

Welchen Stellenwert hat der "Volksgarten" in der Untersuchung?

Der Volksgarten wird als eines der wichtigsten lokalen Grünangebote analysiert, um zu ermitteln, ob dieser von den Kindern tatsächlich als natürlicher Spielraum oder lediglich als künstlich angelegter Spielplatz wahrgenommen wird.

Excerpt out of 96 pages  - scroll top

Details

Title
Natur in der Stadt und ihre Nutzung durch Grundschulkinder
College
University of Dortmund  (Geographie)
Grade
2,0
Author
Nicole Schäfer (Author)
Publication Year
2007
Pages
96
Catalog Number
V91345
ISBN (eBook)
9783638046756
Language
German
Tags
Natur Stadt Nutzung Grundschulkinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Schäfer (Author), 2007, Natur in der Stadt und ihre Nutzung durch Grundschulkinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91345
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