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Tiergestütze Pädagogik. Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?

Kritische Betrachtung einer Methode und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen

Title: Tiergestütze Pädagogik. Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?

Diploma Thesis , 2006 , 113 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christiane Kortmann (Author)

Social Work
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Tiere sind „in“ seit den 90er Jahren auch die Tiergestützte-Pädagogik und –Therapie. Sie ist verstärkt in den Mittelpunkt des Medieninteresses gerückt und hat sich zu einer Art Mode entwickelt, die immer wieder als Thema in Gesundheitsratgebern oder auch Magazinen auftaucht.
Eine Mode, ein Trend, mit all seinen Vor- und Nachteilen.
Teilweise hat man jedoch den Eindruck, wenn man sich Reportagen über den Einsatz von Tieren ansieht oder sich mit der Literatur beschäftigt, dass Tiergestützte-Pädagogik und –Therapie so etwas wie ein Allheilmittel ist, ein „Breitbandmedikament“, welches gegen sämtliche Varianten, seelischer und sozialer Leiden hilft und auch bei hoffnungslosen Fällen fast schon Wunder wirken kann. Zur Plausibilisierung der Methode wird diese in vielen Fällen mit eindrucksvollen Fallgeschichten oder rührenden, persönlichen Erfahrungsberichten unterfüttert. Ein idealisierender Tenor ist bei einer Vielzahl der Texte auffällig. Heilung durch Tierliebe oder wie Imre Kursztrich es ausdrückt: „In gewissem Sinne sind Tiere sogar bessere Therapeuten als Menschen“
Folgenden Fragen werde ich im Verlauf der Diplomarbeit versuchen auf den Grund gehen und diese „moderne“ Methode aus verschiedenen Blickwinkeln kritisch betrachten und erläutern.
Ist Tiergestützte-Pädagogik nur eine Modeerscheinung, eine neue Illusion der Hoffnung für alle gestressten Lehrer, Pädagogen und Eltern, die an der heutigen Jugend verzweifeln, oder steckt mehr dahinter? Gibt es vielleicht sogar einen Grund dafür, dass diese Methode gerade in den letzten Jahren so verstärkt auftritt, ganz abgesehen von einer flüchtigen Mode? Und wenn wirklich mehr dahinter steckt, was bewirkt dann diese Faszination für Tiere bei Menschen und warum kann sich ein Umgang mit ihnen positiv auswirken? Was steckt dahinter?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?

1.1 Anthropomorphismus

1.2 Du-Evidenz

1.3 Sieben Phasen der Mensch-Tier Beziehung nach Desmond Morris

1.4 Die Biophilia – Hypothese

1.5 Kinder und Tiere

2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt

2.1 René Descartes

2.2 Das 19.Jahrhundet

2.3 Leben in der Großstadt

3.Geschichte der Tiergestützten Pädagogik

3.1 Historische Beispiele für den Einsatz von Tieren in Pädagogik und Therapie

3.2 Beginn der wissenschaftlichen Erforschung

3.3 Begriffserklärungen

4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten- Pädagogik : Erziehung zur Menschlichkeit

5. Psychologisch Hintergründe und Schnittstellen der Tiergestützten- Pädagogik

5.1 Kommunikation zwischen Mensch und Tier

5.1.1 Digitale und analoge Kommunikation

5.1.2 Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz

5.2 Motivation – wie Tiere uns darin beeinflussen

5.2.1 Intrinsische und Extrinsische Motive

5.2.2 Die Motivationshierarchie nach Maslow

5.2.3.Das Bedürfnis nach Anregung

5.2.4 Das Bedürfnis nach Berührung und Hautkontakt

5.3 Lernen – warum es uns gerade mit Tieren so leicht fällt

5.3.1 Einflüsse auf den Lernprozess

5.3.2 Operante Konditionierung – Tiere als Verstärker

5.3.3 Die Korrektur „fehlgegangenen Lernens“ – systematische Desensibilisierung mit Hilfe eines Tieres

5.3.4 Lernen am Modell - Bandura

5.4 Stress – wie Tiere uns dabei helfen können ihn zu bewältigen und mit ihm umzugehen

5.4.1 Stress und soziale Beziehungen

5.4.2 Stress in der Schule

5.5 Tiere als „Entwicklungshelfer“?

5.6 Zwischenfazit

6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten Pädagogik

6.1 Das Didaktische Dreieck

6.2 Das „Berliner Modell“ in der Tiergestützten Pädagogik

6.3 Reflexion

7. Spezifische Eigenheiten verschiedener Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik

7.1 Pferde

7.2 Hunde

7.3 Katzen

7.4 Lamas/Alpakas

7.5 Vögel

7.6 Fische

7.7 Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager

7.8 Arbeit mit einer Schafherde

7.9 Ziegen, Kühe, Schweine und andere Nutztiere

7.10 Delphine

8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Tiergestützte Pädagogik eine ernsthafte, wissenschaftlich fundierte Methode oder lediglich eine flüchtige Modeerscheinung ist, und beleuchtet dabei, wie Tiere als „Co-Pädagogen“ Lern- und Entwicklungsprozesse beim Menschen fördern können.

  • Psychologische Wirkungsweisen der Mensch-Tier-Beziehung
  • Kommunikationsformen und emotionale Intelligenz durch Tiere
  • Didaktische Konzepte für den professionellen Einsatz von Tieren
  • Die Rolle von Tieren bei der Stressbewältigung und Motivationsförderung
  • Kritische Analyse von Idealisierungen in der Fachliteratur und Praxis

Auszug aus dem Buch

1.1 Anthropomorphismus

Der Begriff, „Anthropomorph“ kommt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich: menschlich gestaltet. Mit Anthropomorphisierung bezeichnet man ganz allgemein die Übertragung von menschlichen Eigenschaften auf Nicht- oder Außermenschliches. Darunter fällt die Vermenschlichung von Tieren, aber auch die Vorstellung von Göttern in Menschengestalt, es werden menschliche Eigenschaften verwendet, um das jeweilige Verhalten zu erklären. Obwohl die moderne Wissenschaft mit dem Anthropomorphismus als allgemeinem Erklärungsprinzip auf dem „Kriegsfuß“ steht, wird die Vermenschlichung von Tieren im Alltag, innerhalb bestimmter Grenzen, doch als normal empfunden. Anthropomorphisierung kann aber auch als Ausdruck von Einfühlungsvermögen begriffen werden.

Einfühlungsvermögen ein, um das Verhalten von unseren Mitmenschen zu interpretieren und vorauszusagen. Da die Menschen aber nach Darwin ebenfalls zu den Tieren gehören, oder wie Desmond Morris es ausdrückte, nackte Affen sind, können wir unser Einfühlungsvermögen auch dafür nutzen um das Verhalten von Tieren zu verstehen bzw. vorauszusagen. Diese Anthropomorphisierung, diese Versuche des Einfühlens in Tiere ist für Tiergestützte-Pädagogik und Therapie in vielen Fällen eine Grundvoraussetzung, auf Grund derer eine Förderung, der emotionalen Intelligenz, durch Tiere erst Sinn macht (siehe Abschnitt 5.1.2 „Der Einfluss von Tieren auf die emotionale Intelligenz“). Natürlich kann sich ein Mensch nur unzureichend in ein Tier z.B. einen Hund oder ein Pferd hineinfühlen, denn als Mensch gehört er einer ganz anderen Spezies an. Aber ein Tier ist ein fühlendes Gegenüber, bei dem es dem Menschen leicht fällt, seine eigenen Empfindungen auf das Tier zu projizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Besonderheiten der Mensch-Tier Beziehung oder die Frage: Warum ausgerechnet Tiere?: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Konzepte wie Anthropomorphismus und die Biophilia-Hypothese, um zu erklären, warum Menschen eine tiefe Faszination für Tiere empfinden.

2. Funktion und Rolle des Tieres in unserer modernen Welt: Hier wird die historische Entwicklung des Mensch-Tier-Verhältnisses von Descartes bis zur Industrialisierung nachgezeichnet, um die aktuelle Entfremdung und das Bedürfnis nach Tierkontakt in der Großstadt zu begründen.

3.Geschichte der Tiergestützten Pädagogik: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den Einsatz von Tieren in Therapie und Pädagogik und skizziert die Anfänge der wissenschaftlichen Forschung auf diesem Gebiet.

4. Der „Klassiker“ in der Tiergestützten- Pädagogik : Erziehung zur Menschlichkeit: Es wird untersucht, inwiefern der Umgang mit Tieren traditionell als erzieherisches Mittel zur Förderung von Mitgefühl und menschlicher Moralität angesehen wurde.

5. Psychologisch Hintergründe und Schnittstellen der Tiergestützten- Pädagogik: Dieser Hauptteil widmet sich den psychologischen Mechanismen wie Kommunikation, Motivation, Lernen und Stressbewältigung, die erklären, warum der Einsatz von Tieren pädagogisch wirksam ist.

6. Didaktische Überlegungen zur Tiergestützten Pädagogik: Hier werden methodische Ansätze wie das „didaktische Dreieck“ und das „Berliner Modell“ auf die Tiergestützte Pädagogik übertragen, um eine strukturierte und professionelle Arbeitsweise zu fördern.

7. Spezifische Eigenheiten verschiedener Tierarten und ihr Potential für den Einsatz in der Pädagogik: Dieses Kapitel stellt verschiedene Tierarten vor und bewertet deren Eignung sowie spezifische Einsatzmöglichkeiten im pädagogischen Kontext.

8. Kritische Ergänzungen bezüglich der tiergestützten Arbeit in Literatur und Praxis: Es erfolgt eine kritische Reflexion über die oft idealisierende Darstellung der Methode und die Gefahren einer unkritischen Anwendung.

9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass Tiere zwar kein Allheilmittel, aber bei professioneller und respektvoller Handhabung eine wertvolle Ergänzung des pädagogischen Repertoires sind.

Schlüsselwörter

Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Anthropomorphismus, Biophilia, Psychologie, Didaktik, Lernprozess, Motivation, Empathie, Stressbewältigung, Therapie, Pädagogisches Handeln, Reflexion, Co-Pädagogen, Haustierhaltung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob die Tiergestützte Pädagogik eine wissenschaftlich fundierte Methode ist oder nur einen aktuellen Modetrend darstellt, und analysiert die Möglichkeiten sowie Grenzen dieses Ansatzes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Tier-Beziehung, der psychologischen Wirksamkeit des Tierkontakts, didaktischen Modellen für die pädagogische Praxis und einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Literatur.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tiere professionell als pädagogische Helfer eingesetzt werden können, ohne dabei das Tierwohl zu vernachlässigen oder in eine idealisierende „Kuschelpädagogik“ zu verfallen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit ist als kritische Betrachtung konzipiert, die psychologische und pädagogische Lerntheorien heranzieht, um die Effekte der Tiergestützten Pädagogik theoretisch zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert psychologische Hintergründe wie Kommunikation, Motivation, Lernen und Stress sowie didaktische Konzepte, die eine strukturierte Umsetzung in der Praxis ermöglichen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, Anthropomorphismus, Biophilia, pädagogisches Handeln, Empathie und Reflexion.

Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Delphinen?

Die Autorin betrachtet den Einsatz von Delphinen sehr kritisch, da er kostspielig ist, die Tiere in Gefangenschaft leiden und die therapeutischen Effekte auch durch alltagsnähere Ansätze mit anderen Tieren erzielt werden könnten.

Warum ist die „Reflexion“ so entscheidend für die tiergestützte Arbeit?

Reflexion ist essenziell, um die gemachten Erfahrungen aus der Interaktion mit dem Tier in den Alltag zu übertragen und sicherzustellen, dass die pädagogischen Ziele tatsächlich erreicht werden.

Welche Rolle spielen „Soziale Verstärker“ bei der Arbeit mit Tieren?

Tiere fungieren oft als natürliche soziale Verstärker, die dem Klienten positive emotionale Rückmeldungen (Zuneigung, Akzeptanz) geben und so das Selbstwertgefühl sowie die Motivation fördern.

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Details

Title
Tiergestütze Pädagogik. Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?
Subtitle
Kritische Betrachtung einer Methode und ihrer wissenschaftlichen Grundlagen
College
Protestant University of Applied Sciences Rheinland-Westfalen-Lippe
Grade
1,0
Author
Christiane Kortmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
113
Catalog Number
V91359
ISBN (eBook)
9783638046237
Language
German
Tags
Tiergestütze-Pädagogik Modeerscheinung Reaktion Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christiane Kortmann (Author), 2006, Tiergestütze Pädagogik. Modeerscheinung oder adäquate Reaktion auf unsere moderne Welt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91359
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