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Die Rezeption der oberbergischen Geschichte und Archäologie in der Heimatliteratur

Eine Literaturanalyse zwischen Altsteinzeit und Frühmittelalter

Titel: Die Rezeption der oberbergischen Geschichte und Archäologie in der Heimatliteratur

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2002 , 90 Seiten

Autor:in: M.A. Andreas Galk (Autor:in)

Archäologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der ersten Planungsphase dieser Arbeit stand die Idee im Vordergrund, eine besiedlungschronologische Übersicht für das Oberbergische Land zu ermitteln und mit Hilfe dieser dann unter dem Titel „Kulturwandel im Oberbergischen Land“ eine qualifizierte Aussage über Entwicklungsprozesse und Kontinuität in der Region machen zu können. Der literarische Zustand, welcher von mir zunächst als unvollkommene Quellenlage zur regionalen Archäologie interpretiert wurde, musste nach genauer Überprüfung jedoch mit der allgemeinen und oft beklagten „Fundleere“ des Berglandes während bestimmter historischer Epochen begründet werden. So ist für das Paläolithikum bisher einzig die spätpaläolithische rückenretuschierte Pfeilspitze von Rattenberg in Hückeswagen bekannt. Ebenso ist nur eine einzige eisenzeitliche Fundstelle für das Oberbergische nachgewiesen.

Angesichts der mehr als dürftigen Fundlage einerseits, des vielschichtigen Begriffes „Kulturwandel“ andererseits, zu dessen Diskussion eine feingliedrige Bandbreite gut erschlossener und chronologisch weitgehend lückenloser Fundplätze gehört hätte, musste von der ursprünglichen Idee, eine Siedlungschronologie für das Oberbergische zu erarbeiten, ja eventuell sogar verlässliche Aussagen zu den Bereichen Ethnos und Kulturwandel machen zu können, Abstand genommen werden.

Doch so wenig ergiebig die Region in ihren archäologischen Funden und Befunden bislang immer noch ist, soviel scheint darüber von Heimatforschern geschrieben worden zu sein. So widmete ich die weiteren Untersuchungen der Frage, wie reichhaltig das „Nichts“ dokumentiert ist - die Ergebnisse sind in der vorliegenden Arbeit nachzulesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Geologie

Forschungsgeschichte

Rezeption archäologischer Themen in der oberbergischen Heimatliteratur

Wissens- und Forschungsstand über die Epochen in der Heimatliteratur

Späte Altsteinzeit

Mittlere Steinzeit

Jungsteinzeit

Metallzeiten

Römerzeit

Frühmittelalter

Ringwallanlagen

Zur urkundlichen Erstnennung oberbergischer Ortsnamen

Fazit

Exkurs zum Umgang mit dem Kultbegriff

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Rezeption der oberbergischen Geschichte und Archäologie in der heimatkundlichen Literatur. Das Hauptziel besteht darin, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlich belegbaren archäologischen Fakten und volkstümlichen Interpretationen oder Mythenbildung aufzudecken sowie die ideologische Motivation hinter der Konstruktion einer "verklärt-heldenhaften" regionalen Vergangenheit zu analysieren.

  • Kritische Analyse der heimatkundlichen Literatur zur Geschichte des Oberbergischen Landes
  • Untersuchung der archäologischen Datenlage vom Paläolithikum bis zum Frühmittelalter
  • Kritik an der Mythenbildung und der bewussten oder unbewussten Fehlinterpretation von Funden
  • Ideologiekritische Auseinandersetzung mit der Heimatforschung im historischen Kontext
  • Unterscheidung zwischen wissenschaftlicher Forschung und populärer "Freizeitforschung"

Auszug aus dem Buch

Exkurs zum Umgang mit dem Kultbegriff

Kein Feld lässt sich in der Archäologie so schwierig durchleuchten wie der Bereich von Kultstätten und Kultriten.

Abhandlungen hierüber finden sich in der Literatur nicht eben selten, und kaum ein Themenspektrum wird derart kontrovers diskutiert. Fundierte Kenntnisse über die Kultgebräuche vergangener Zeit in Mitteleuropa indes liegen uns kaum vor. Anders als Quellen anderer einschlägiger Kulturräume können „unsere“ - im weitesten Sinne heimischen - Zeitzeugen weitgehend eines nicht bieten: Schriftzeugnisse.

Die alten Ägypter etwa hinterließen uns umfangreiche und genaue Beschreibungen ihres Kultgebrauches, ihrer Bestattungsriten und ihres Jenseitsglaubens in Wort und Bild. Erstaunlich präzise sind Götter, -personifikationen und -spezifikationen erklärt, wir finden Wegbeschreibungen durch das Jenseits, etwa im Totenbuch, ebenso wie Beschwörungsformeln, die Torwächter und Dämonen besänftigen sollen.

So diffizil und komplex der Glaube in Ägypten war (und damit seine Kulthandlungen und -stätten vielfältig), so genau und umfassend wird er uns erklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die archäologische Forschungssituation im Oberbergischen Land und thematisiert die Diskrepanz zwischen realer Quellenlage und den populären Vorstellungen einer "besiedlungsreichen" Vergangenheit.

Geologie: Dieses Kapitel beschreibt die naturräumlichen Gegebenheiten des Bergischen Landes, die wesentlich zur Siedlungsstruktur und Rohstoffverfügbarkeit beigetragen haben.

Forschungsgeschichte: Hier wird der wissenschaftliche Werdegang der Erforschung des Bergischen Landes nachgezeichnet, wobei der Fokus auf maßgeblichen Publikationen des 20. Jahrhunderts liegt.

Rezeption archäologischer Themen in der oberbergischen Heimatliteratur: Das Kapitel diskutiert die methodischen Unterschiede zwischen professioneller Archäologie und der populärwissenschaftlichen Freizeitforschung, die oft zur Mythenbildung neigt.

Wissens- und Forschungsstand über die Epochen in der Heimatliteratur: Ein systematischer Überblick über die einzelnen historischen Epochen, der die Diskrepanz zwischen faktischem Wissensstand und populärer Rezeption aufzeigt.

Späte Altsteinzeit: Analysiert die spärlichen Funde der Endphase der Altsteinzeit im Kreisgebiet und kritisiert die vorzeitliche Fehlinterpretation von Neandertaler-Funden.

Mittlere Steinzeit: Beleuchtet die mesolithische Nutzung des Gebiets, wobei zwischen saisonalen Lagerplätzen und sesshaften Siedlungsspuren unterschieden wird.

Jungsteinzeit: Untersucht die Funde der neolithischen Waldweidebauern und setzt sich kritisch mit der Deutung von Steingeräten als "Donnerkeile" auseinander.

Metallzeiten: Betrachtet die metallzeitliche "Fundleere" im Oberbergischen und hinterfragt die Authentizität vermeintlicher eisenzeitlicher Siedlungsspuren.

Römerzeit: Hinterfragt die Existenz angeblicher römischer Heerstraßen und Siedlungen im Oberbergischen Land auf Basis der archäologischen Faktenlage.

Frühmittelalter: Bestimmt das Einsetzen einer tatsächlichen Besiedlung des Gebiets archäologisch auf das 8. Jahrhundert.

Ringwallanlagen: Die Ringwallanlagen werden aus der chronologischen Betrachtung ausgegliedert und aufgrund ihrer komplexen Datierung sowie der Neigung zu Fehlinterpretationen in einem eigenen Kapitel behandelt.

Zur urkundlichen Erstnennung oberbergischer Ortsnamen: Erläutert die Grenzen der Ortsnamenforschung für die Rekonstruktion von Besiedlungsvorgängen und den Nutzen von Urkunden als historische Quellen.

Fazit: Das Fazit bestätigt das Oberbergische als "Jungsiedellandschaft" und betont die Notwendigkeit einer ideologiekritischen Distanz in der Heimatforschung.

Exkurs zum Umgang mit dem Kultbegriff: Dieser Exkurs verdeutlicht die methodischen Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Analyse von Kultstätten und kritisiert die Neigung zur Phantasiebildung.

Schlüsselwörter

Archäologie, Heimatliteratur, Oberbergisches Land, Besiedlungschronologie, Ideologiekritik, Siedlungsleere, Bodendenkmäler, Mythenbildung, Metallzeiten, Frühmittelalter, Ortsnamenforschung, Rennfeuerofen, Kulturwandel, Ethnogenese, Kultbegriff.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie die oberbergische Geschichte und Archäologie in heimatkundlichen Publikationen dargestellt wird und wo dabei eine bewusste oder unbewusste Mythenbildung stattfindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die archäologische Forschungslage, die Abgrenzung von Wissenschaft und "Freizeitforschung" sowie die ideologische Einfärbung heimatgeschichtlicher Darstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den tatsächlichen archäologischen Forschungsstand von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter von spekulativen Behauptungen der Heimatliteratur zu trennen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse unter ideologiekritischen Gesichtspunkten, die archäologische Befunde mit heimatkundlichen Thesen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Epochen von der Altsteinzeit bis zum Frühmittelalter unter besonderer Berücksichtigung der "Fundleere" des Oberbergischen Landes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Archäologie, Heimatliteratur, Oberbergisches Land, Ideologiekritik, Besiedlungschronologie und Kulturbegriff.

Warum wird die "Lüderichwallburg" separat betrachtet?

Da ihre Datierung von der Steinzeit bis zum Hochmittelalter reicht und sie Anlass zu intensiven, aber teilweise fragwürdigen Interpretationen gab, wurde ihr ein eigenes Kapitel gewidmet.

Wie bewertet der Autor den Rennfeuerofen von Waldbröl-Hoff?

Der Autor ordnet den Fund nach einer 14-C-Analyse dem Hochmittelalter zu und kritisiert die voreilige Klassifizierung als eisenzeitliche Sensation.

Welche Rolle spielt die "Ideologiekritik"?

Sie dient dazu, die politische Motivation hinter der Konstruktion einer heldenhaften Vergangenheit aufzudecken, insbesondere im Hinblick auf den "Traditionstopos" der Heimatforscher.

Warum ist das "Siegburger Mirakelbuch" relevant?

Es dient als eines der Beispiele für die Quellenlage und zeigt die methodische Einordnung historischer Schriften als historische Dokumente.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rezeption der oberbergischen Geschichte und Archäologie in der Heimatliteratur
Untertitel
Eine Literaturanalyse zwischen Altsteinzeit und Frühmittelalter
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Autor
M.A. Andreas Galk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
90
Katalognummer
V91372
ISBN (eBook)
9783638041348
ISBN (Buch)
9783638938792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rezeption Geschichte Archäologie Heimatliteratur Oberberg Oberbergischer Kreis Gummersbach Schloss Homburg Neandertaler Ernst Branscheid Derschlag Bergneustadt Lieberhausen Waldbröl Mauspfadnekropole Mauspfad Oskar Osberghaus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Andreas Galk (Autor:in), 2002, Die Rezeption der oberbergischen Geschichte und Archäologie in der Heimatliteratur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91372
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Leseprobe aus  90  Seiten
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