Zielsetzung dieser Arbeit ist es einen Blick auf die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft zu werfen und dabei in Hinblick auf die analysierten Thesen einzuschätzen, wie Propaganda im nationalsozialistischen Deutschland funktioniert hat und vor allem mit welchen Mitteln.
Grundlage für die folgende Hausarbeit im Fach Medienphilosophie bildet der im Jahr 1936 erschienene Text „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ von Walter Benjamin. Anhand der von ihm verfassten Thesen, die in den folgenden Kapiteln analysiert und zusammengefasst werden, untersucht diese Arbeit folgendes Thema:
Walter Benjamins These der Ästhetisierung der Politik: Wie der Nationalsozialismus den Film missbraucht, am Beispiel von Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“.
Nach einer kurzen historischen Einordnung und Vorstellung des zentralen Philosophen Walter Benjamin, wird zunächst sein Text zusammengefasst und seine, für die Beantwortung des oben genannten Themas bedeutenden, Thesen analysiert. Darauf folgt eine kurze Vorstellung der NS-Regisseurin Leni Riefenstahl sowie eine Analyse ihres als Beispiel herangezogenen Propagandafilmes „Triumph des Willens“.
Im Anschluss erfolgt eine Überprüfung und kritische Auseinandersetzung von Benjamins Thesen anhand des zuvor analysierten Filmes in Bezug auf die Inszenierung des Politischen, dem Film als Medium für Propagandazwecke und die emotionale Manipulation innerhalb des Filmes. Die in dieser Arbeit gewonnen Erkenntnisse werden in einem abschließenden Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
2. Hauptteil
2.1 Historische Einordnung
2.2 Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
2.3 Leni Riefenstahl
2.4 Analyse zu Triumph des Willens
2.5 Die Inszenierung des Politischen
2.6 Der Film als Medium der Propaganda
2.7 Emotionale Manipulation in „Triumph des Willens“
3. Schluss
3.1 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These von Walter Benjamin zur Ästhetisierung der Politik im Nationalsozialismus und prüft deren Gültigkeit anhand von Leni Riefenstahls Propagandafilm „Triumph des Willens“.
- Medienphilosophische Analyse von Walter Benjamins Medientheorie
- Untersuchung der nationalsozialistischen Filmästhetik
- Die Rolle der emotionalen Manipulation durch das Medium Film
- Kritische Auseinandersetzung mit der Inszenierung des „Führer-Kults“
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
„Das Kunstwerk ist grundsätzlich immer reproduzierbar gewesen“ (Benjamin 1963: 10), so beginnt Walter Benjamin den Hauptteil seines im Jahr 1936 erschienenen Textes „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“. Denn alles von Menschenhand Geschaffene, konnte seit jeher auch immer von Menschen nachgemacht werden. Doch worauf Benjamin in seinem Text eigentlich eingehen möchte, ist nicht die manuelle, sondern die technische Reproduktion von Kunst, die sich im Verlauf der Geschichte stetig weiterentwickelt und „mit wachsender Intensität durchsetzt“ (Benjamin 1963: 10). Benjamin führt uns deshalb zunächst durch die verschiedenen Techniken der Reproduktion, die innerhalb der Geschichte aufkamen, begonnen bei den Griechen und ihren Guss- und Prägeverfahren, über den Holzschnitt, bis hin zur Entstehung der Schrift und des Druckes. In ihm sieht Benjamin erstmals eine „ungeheure Veränderung“ (Benjamin 1963: 10) für die Literatur. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann „erreicht die Reproduktionstechnik eine grundsätzlich neue Stufe“ (Benjamin 1963: 10), denn durch die Lithographie wird es erstmals möglich Grafiken massenweise zu vervielfältigen und sie täglich neu zu illustrieren, bis sie schließlich durch die Fotografie abgelöst wird. Denn mit der Fotografie verlagert sich die Schaffung des Kunstwerkes von der Hand auf das Auge. Das Auge erfasst schneller, als die Hand zeichnen kann und beschleunigt damit die Reproduktion noch einmal um ein Vielfaches (vgl. Benjamin 1963: 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Zielsetzung bezüglich Walter Benjamins Thesen zur Ästhetisierung der Politik durch den Nationalsozialismus.
2. Hauptteil: Detaillierte historische Kontextualisierung, Analyse der Benjamin’schen Medientheorie sowie Untersuchung von Leni Riefenstahls Film als Propagandamittel.
3. Schluss: Zusammenführung der Analyseergebnisse und Bestätigung, dass der Film als zentrales Instrument der Massenmanipulation und Ästhetisierung der Politik fungierte.
Schlüsselwörter
Walter Benjamin, Triumph des Willens, Leni Riefenstahl, Nationalsozialismus, Medientheorie, Filmkunst, Propaganda, Ästhetisierung der Politik, Massenmanipulation, Führer-Kult, NS-Regime, technische Reproduzierbarkeit, Inszenierung, Massenpsychologie, politische Instrumentalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Verknüpfung von nationalsozialistischer Propaganda und Filmkunst auf Basis der Medientheorie von Walter Benjamin.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Medientheorie, die Rolle der NS-Regisseurin Leni Riefenstahl, der „Führer-Kult“ und die psychologische Wirkung von Propagandafilmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie der Nationalsozialismus den Film missbrauchte und ob Benjamins These der „Ästhetisierung der Politik“ am Beispiel von „Triumph des Willens“ bestätigt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literatur- und medientheoretische Analyse, die mit der filmischen Auswertung eines konkreten historischen Werkes kombiniert wird.
Welche Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die theoretische Grundlage nach Benjamin sowie eine detaillierte Analyse der filmischen Gestaltungsmittel in Riefenstahls Werk.
Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit ist durch eine kritische medienphilosophische Perspektive auf die totalitäre Instrumentalisierung von Kunst und Technik geprägt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Leni Riefenstahl?
Riefenstahl wird als Regisseurin betrachtet, die durch gezielte Montage und Symbolwahl den NS-Führerkult maßgeblich ästhetisch mitgestaltete und propagandistisch festigte.
Inwiefern beeinflusst die „technische Reproduzierbarkeit“ die politische Wirkung?
Laut Benjamin verliert das Kunstwerk durch die technische Reproduktion seine „Aura“, was es ermöglicht, Inhalte massenwirksam und emotional manipulierbar zu verbreiten.
Warum wird „Triumph des Willens“ als idealer Untersuchungsgegenstand angesehen?
Der Film gilt als eines der einflussreichsten Beispiele für die bewusste Verschmelzung von politischer Inszenierung und emotionalisierender Filmtechnik im Dritten Reich.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Der Missbrauch von Filmen als Propaganda im Nationalsozialismus. Eine kurze Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/913892