Das Thema TEACCH ist sehr umfassend, da es nicht für sich alleine stehen kann. Es ist unmittelbar mit dem Thema Autismus verbunden. Ohne ein Verständnis dessen zu haben, was Autismus ist, welche Reaktionen zu den Angewohnheiten von Menschen mit Autismus gehören, kann ich auch keine didaktischen Überlegungen und keine Förderung dieser Menschen angemessen gestalten. Erst wenn wir verstehen, welche Gründe hinter den für uns „eigenartigen“ Verhaltensweisen stecken, können wir angemessen mit ihnen arbeiten. Deshalb habe ich zunächst ein Kapitel dem Autismus und seinen Besonderheiten gewidmet. Dabei war es mir im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, umfassend auf alle Kriterien von Autismus einzugehen. Ich habe mich auf die Besonderheiten der Wahrnehmung und der kognitiven Leistungen bei Menschen mit Autismus beschränkt, da ich später, wenn es um TEACCH geht, genau auf diese Kriterien Bezug nehmen werde.
Im dritten Kapitel stelle ich das TEACCH Programm und seine Entstehungsgeschichte vor. Dann gehe ich auf den TEACCH Ansatz ein, bei dem es später auch um sehr konkrete Tipps geht, wie man das Lernen von Menschen mit Autismus erleichtern kann.
Im vierten Kapitel stelle ich nur ganz kurz den Diagnosetest vor, der von TEACCH verwendet wird, um darauf aufbauend ein Förderkonzept zu erstellen. Bei der Beschreibung dieses Diagnosetests bin ich nur kurz auf die Kriterien, die er testet eingegangen ohne näher zu erläutern wie genau der Test durchgeführt wird. Außerdem habe ich noch erläutert, wieso gerade dieser Test so geeignet zu sein scheint, um Menschen mit Autismus auf ihre Fähigkeiten zu testen.
Zum Schluss gehe ich kurz auf die 30 Jahre Erfahrung ein, die man bis heute mit TEACCH gemacht hat, und welche Ergebnisse bezüglich der Effektivität daraus entstanden sind. Autismus wird von der WHO in der Klassifikation für Krankheiten unter der Kategorie tief greifende Entwicklungsstörung genannt. „Viele verschiedene Hirnbereiche scheinen im Zusammenhang mit Autismus betroffen zu sein, aber nicht immer sind dieselben Bereiche in derselben Weise beeinträchtigt. Dies führt zu den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Autismus“ (siehe Häußler 2005, S. 27). Im Allgemeinen wird zwischen drei Arten von Autismus unterschieden, dem Kanner-Syndrom, dem Asperger-Syndrom und dem atypischen Autismus. Atypischer Autismus bedeutet, dass die Diagnosemerkmale des Asperger- und des Kanner-Syndroms nicht vollständig auftreten bzw. später, d.h. nach dem 3. Lebensjahr erscheinen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Autismus
2.1 Verschiedene Ausprägungen von Autismus
2.1.1 Das Kanner-Syndrom (frühkindlicher Autismus)
2.1.2 Das Asperger-Syndrom
2.2 Besonderheiten in der Wahrnehmung bei Menschen mit Autismus
2.3 Kognitive Besonderheiten bei Menschen mit Autismus
2.5 Konsequenzen für die Förderung
3. TEACCH
3.1 Das TEACCH Programm
3.1.1 Die Entwicklungsgeschichte
3.1.2 Ziele des TEACCH Programms
3.1.3 Die wesentlichen Bestandteile des TEACCH Modells
3.1.4 Die TEACCH Philosophie
3.2 Der TEACCH Ansatz
3.2.1 Strukturierung
3.2.2 Visualisierung
3.3 Konkrete Beispiele des Structured Teaching für die Praxis
3.3.1 Bedeutungsvollmachung des Raumes
3.3.2 Bedeutungsvollmachung von Zeit
3.3.3 Bedeutungsvollmachung von Arbeitsorganisation und Arbeitssystem
3.3.4 Bedeutungsvollmachung von Aufgaben, Tätigkeiten und Material
3.3.5 Routinen aufbauen
4. Das entwicklungsdiagnostische Instrument bei TEACCH – P.E.P.
5. Wie effektiv ist der TEACCH Ansatz?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den TEACCH-Ansatz als wissenschaftlich fundierte Methode zur Förderung von Menschen mit Autismus darzustellen und dessen Bedeutung für den schulischen Alltag zu erläutern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch spezifische Strukturierungs- und Visualisierungstechniken die Orientierung und Selbstständigkeit autistischer Menschen verbessert werden kann.
- Grundlagen und Erscheinungsformen des Autismus
- Kognitive und wahrnehmungsspezifische Besonderheiten bei Autismus
- Die Entstehungsgeschichte und die zentralen Säulen des TEACCH-Modells
- Praktische Umsetzung des Structured Teaching (Raum, Zeit, Aufgaben)
- Diagnostik mittels P.E.P. und Evaluation der pädagogischen Effektivität
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Bedeutungsvollmachung des Raumes
Anhand der Strukturierung des Raumes soll den Menschen mit Autismus die Orientierung in ihrer Umwelt erleichtert werden.
Dazu stellte Häußler folgenden Fragebogen zusammen:
Grundfragen der räumlichen Strukturierung:
a) in Bezug auf Personen (insbesondere die eigene):
Wo ist wer? / Wo bin ich?
Wo ist wessen Platz? / Wo soll ich mich aufhalten)
Wohin soll ich gehen?
b) in Bezug auf Aktivitäten:
Wo passiert was?
Wo erwartet mich was?
Wo wird was von mir erwartet? / Wo soll ich was tun?
c) in Bezug auf Gegenstände:
Wo befindet sich was?
Wo gehört was hin)
(siehe Häußler 2005, S. 53)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit, sich bei der Förderung von Menschen mit Autismus intensiv mit deren spezifischen Wahrnehmungs- und Denkweisen auseinanderzusetzen, um didaktisch angemessen handeln zu können.
2. Autismus: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Erscheinungsformen, wie das Kanner- und das Asperger-Syndrom, und beleuchtet die besonderen kognitiven sowie wahrnehmungsbezogenen Herausforderungen autistischer Menschen.
3. TEACCH: Hier wird das TEACCH-Programm umfassend vorgestellt, inklusive seiner historischen Entwicklung, der zugrunde liegenden Philosophie sowie der konkreten methodischen Umsetzung durch "Structured Teaching" im Bereich Raum, Zeit und Material.
4. Das entwicklungsdiagnostische Instrument bei TEACCH – P.E.P.: Das Kapitel beschreibt das "Psychoeducational Profile" als spezialisiertes Instrument, das nicht nur Diagnostik betreibt, sondern direkt als Basis für die individuelle Förderplanung dient.
5. Wie effektiv ist der TEACCH Ansatz?: Die Wirksamkeit des Ansatzes wird hier durch den Rückgriff auf diverse Studien und Erfahrungen von Bezugspersonen belegt, die unter anderem eine Zunahme an Selbstständigkeit und eine Entlastung des familiären Umfelds aufzeigen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die persönlichen Erkenntnisse der Autorin zusammen und betont die praktische Relevanz von Strukturierungshilfen auch für Schüler mit anderen geistigen Behinderungen im schulischen Alltag.
Schlüsselwörter
Autismus, TEACCH, Structured Teaching, Kanner-Syndrom, Asperger-Syndrom, Strukturierung, Visualisierung, P.E.P., Förderdiagnostik, Bedeutungsvollmachung, Autismus-Spektrum, Sonderpädagogik, Lebensqualität, Inklusion, Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt den TEACCH-Ansatz als Methode zur Förderung von Menschen mit Autismus und untersucht, wie dessen Prinzipien in den pädagogischen Alltag integriert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit thematisiert die autistische Wahrnehmung, die theoretischen Hintergründe des TEACCH-Modells, praxisnahe Strukturierungshilfen sowie die förderdiagnostischen Möglichkeiten durch P.E.P.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine bedeutungsvolle Gestaltung der Umwelt (Raum, Zeit, Aufgaben) autistischen Menschen eine bessere Orientierung und ein selbstständigeres Leben ermöglicht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zu Autismus und die TEACCH-Methodik zusammenzuführen und auf deren Wirksamkeit hin zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Autismus-Symptomatik sowie einen umfassenden Teil zur praktischen Umsetzung des "Structured Teaching" und der entsprechenden Diagnostik.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind TEACCH, Autismus, Strukturierung, Visualisierung, Bedeutungsvollmachung, Förderdiagnostik (P.E.P.) und Selbstständigkeit.
Warum ist eine individuelle Diagnostik bei TEACCH so wichtig?
Da autistische Menschen sehr unterschiedliche Fähigkeitsprofile besitzen, dient die Diagnostik dazu, den individuellen Lernstand zu erfassen und darauf aufbauend maßgeschneiderte Förderkonzepte zu entwickeln.
Welchen Stellenwert nehmen Eltern im TEACCH-Modell ein?
Eltern werden von Beginn an als Experten für ihr Kind sowie als "Co-Therapeuten" in den Förderprozess einbezogen, um eine lebenslange und ganzheitliche Begleitung sicherzustellen.
Was genau bedeutet der Begriff „Bedeutungsvollmachung“ in diesem Kontext?
Er fasst die Strategien der Strukturierung, Visualisierung und Individualisierung zusammen, mit dem Ziel, die Welt für autistische Menschen verständlicher und handlungsrelevanter zu gestalten.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung des TEACCH-Ansatzes für die Schulpraxis?
Die Autorin schätzt die vorgeschlagenen Methoden als sehr logisch und hilfreich ein und stellt fest, dass viele Elemente bereits in der sonderpädagogischen Arbeit bekannt sind, was den Transfer auf den TEACCH-Ansatz erleichtert.
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- Rebecca Hasenclever (Author), 2007, TEACCH. Ein Ansatz zur Förderung von Menschen mit Autismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91393