Lehrkräfte verfolgen verschiedene Ansätze zu schülergerechtem Lernen und haben unterschiedliche Meinungen zu schülergerechtem Lernen. Inwiefern divergieren demnach die sozialpädagogischen Ansichten zum Schüler als lernendes Subjekt und die Sicht von Lehrenden?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, untersucht diese Arbeit die Perspektiven von Sozialpädagogik und Schulpädagogik. Diese Gegenüberstellung soll zeigen, wie die Handlungsfelder und methodischen Mittel beziehungsweise Ansätze beider Seiten aussehen.
Wo sind die Schnittstellen von Sozialpädagogik und Schulpädagogik? Ist der Frontalunterricht in Bezug auf schülergerechtes Lernen ausreichend oder bieten Erkenntnisse aus anderen Disziplinen und Methoden weiterführende Überlegungen, um dem Schüler gerechter zu werden? Sind ganzheitlich sozial orientierte Konzepte zur Erziehung und Bildung unumgänglich? Würde es sinnvoll sein, Sozialpädagogen bzw. Sozialarbeiter und Lehrkräfte auch außerhalb von inklusiven Schulkonzepten an Regelschulen im Unterricht einzusetzen? Welche Rolle spielt der neurologische Ansatz?
Im Hauptteil wird ein kurzer Einblick in die Ausbildung von Lehrkräften geworfen, um die schulpädagogischen Anforderungen entsprechend der (praxisbezogenen) Pädagogik mit den Bildungsstandards der Kultusministeriumkonferenz zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenstellung
2. Allgemeine Pädagogik
2.1 Sozialpädagogik
2.2 Sozialpädagogik im schulischen Kontext
3. Schulpädagogik
3.1 Didaktik und Soziales Lernen
3.2 Neurodidaktik
4. Bildungsstandards der Kulturministerkonferenz
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Divergenz zwischen sozialpädagogischen und schulpädagogischen Perspektiven auf schülergerechtes Lernen, um Schnittstellen zu identifizieren und den Mehrwert interdisziplinärer Ansätze an Regelschulen zu eruieren.
- Gegenüberstellung von Sozialpädagogik und Schulpädagogik
- Analyse schülergerechter Lernformen und deren didaktische Umsetzung
- Untersuchung der Bedeutung von Sozialkompetenz und deren Förderung
- Berücksichtigung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für den Lernprozess
- Kritische Würdigung der Ausbildungsinhalte für Lehrkräfte gemäß KMK-Standards
Auszug aus dem Buch
3. Schulpädagogik
Die Ausbildung im pädagogischen Bereich wurde bis zum 20. Jahrhundert von Kirchenträgern und philosophischen Lehrern übernommen. Erst als der Staat die Verantwortung über Schulen auf sich übertrug und die Kirche dadurch ihren Einfluss verlor, entstand Anfang des 20. Jahrhunderts die Bildungsmöglichkeit auf universitärem Niveau (vgl. Bohl et al. 2015 :15).
Seel und Hanke beschreiben die Schulpädagogik in seiner Teildisziplin folgendermaßen:
„Die Schulpädagogik ist eine Teildisziplin der Erziehungswissenschaft und gleichzeitig die Bezugswissenschaft für das praktische Handeln von Lehrenden. Sie wird deshalb auch als Professionswissenschaft von Lehrenden bezeichnet und zum Teil sogar als die Technologie des Lehrberufes aufgefasst.“ (2015: 868)
Sie zählen die Handlungsfelder der Schulpädagogik in den Bereichen der Theorieentwicklung und Methodik auf, z. B. die Sicht auf Schule als Einrichtung und System, die Entwicklung des Lernmaterials und dessen Planung sowie die Vermittlung dessen.
Weiterhin finden sich in dieser Subdisziplin die Beurteilung und Wirksamkeit der Lehrer wieder. So wird demgemäß die Umsetzung des Unterrichtens kritisch betrachtet, um Verbesserungen zu ermöglichen (vgl. 2015: 868).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenstellung: Einführung in die Problematik der unterschiedlichen pädagogischen Ansätze zum schülergerechten Lernen und Formulierung der Forschungsfragen.
2. Allgemeine Pädagogik: Einordnung der Pädagogik als Wissenschaft und Abgrenzung ihrer zentralen Teildisziplinen.
2.1 Sozialpädagogik: Historische Entwicklung und Kernaufgaben der Sozialpädagogik als Unterstützungssystem außerhalb familiärer Strukturen.
2.2 Sozialpädagogik im schulischen Kontext: Untersuchung des Beitrags sozialpädagogischer Fachkräfte zur Förderung der Sozialkompetenz und des Lernklimas an Schulen.
3. Schulpädagogik: Darstellung der Schulpädagogik als Professionswissenschaft für Lehrende und deren Handlungsfelder.
3.1 Didaktik und Soziales Lernen: Analyse des Erziehungsauftrags der Schule zur Vermittlung von Sozialkompetenz und deren methodische Umsetzung.
3.2 Neurodidaktik: Betrachtung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für den Lernprozess und deren Bedeutung für die Unterrichtsgestaltung.
4. Bildungsstandards der Kulturministerkonferenz: Analyse der Ausbildungsinhalte für Lehramtsanwärter hinsichtlich ihrer pädagogischen Kompetenzentwicklung.
5. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine stärkere interdisziplinäre Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe.
Schlüsselwörter
Sozialpädagogik, Schulpädagogik, schülergerechtes Lernen, Didaktik, Neurodidaktik, KMK-Standards, Sozialkompetenz, Erziehungsauftrag, Lehrerbildung, Schulentwicklung, Inklusion, Interdisziplinarität, Lernprozess, Selbstorganisation, Bildungsstandards.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Gegenüberstellung von sozialpädagogischen und schulpädagogischen Ansätzen im Hinblick auf ein schülergerechtes Lernen an Regelschulen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die fachspezifische Sicht auf Bildung, die Rolle der Lehrkräfte als Erziehende, die Bedeutung von Sozialkompetenz und die Möglichkeiten der interdisziplinären Kooperation.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schnittstellen zwischen Sozialpädagogik und Schulpädagogik aufzuzeigen, um Lernkonzepte zu finden, die den individuellen Bedürfnissen der Schüler besser gerecht werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der kritischen Reflexion pädagogischer Fachdiskurse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der beiden Disziplinen, die Analyse neurodidaktischer Ansätze sowie die kritische Betrachtung der KMK-Bildungsstandards für die Lehrerbildung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialpädagogik, Schulpädagogik, schülergerechtes Lernen und interdisziplinäre Kompetenz geprägt.
Warum ist die Neurodidaktik ein wichtiger Bestandteil der Analyse?
Die Autorin betrachtet die Neurodidaktik als wertvolle interdisziplinäre Ergänzung, da sie Erkenntnisse darüber liefert, wie das Gehirn unter Berücksichtigung von Bedeutsamkeit und sozialen Kontexten optimal lernt.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Lehrerbildung?
Die Autorin stellt fest, dass zwar entwicklungspsychologische Ansätze in der Lehrerausbildung behandelt werden, die spezifische sozialpädagogische Fachkomponente jedoch oft unterrepräsentiert bleibt.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Sozialpädagogen an Regelschulen?
Die Arbeit plädiert für einen stärkeren Einsatz von Sozialpädagogen an Regelschulen, sieht jedoch gegenwärtig die Umsetzung an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern.
Welchen Stellenwert nimmt das "Soziale Lernen" ein?
Das soziale Lernen wird als integraler Bestandteil des Erziehungsauftrags der Schule verstanden, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausgeht.
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- Katrin Szymoniak (Author), 2020, Lehrer und deren Perspektive zu schülergerechtem Lernen. Gegenüberstellung sozialpädagogischer Ansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914493