Klassifizierung der Ansätze in der Erfolgsfaktorenforschung

Theoretische Grundlagen und historischer Abriss


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
29 Seiten
Dipl.-Kff. Susanna Mandorf (Autor)

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung der Erfolgsfaktorenforschung

3. Klassische Systematisierung bestehender Untersuchungsansätze

4. Beispiel für eine andere Form der Systematisierung
4.1. Empirische Ansätze
4.2. Theoriegeprägte Ansätze
4.3. Praktikeransätze

5. Bedeutungswandel der Erfolgsfaktoren
5.1. Kritik am 7S-Modell
5.2. Allgemeine Schwachstellen
5.3. Besonderheiten bei Hidden Champions

6. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Erfolgsfaktorenforschung ist ein Teilgebiet des strategischen Managements. Dieses hat sich aus der Unternehmensplanung heraus weiterentwickelt. Die Besinnung auf die Erfolgsfaktoren oder sog. Kernkompetenzen eines Unternehmens wird als ein probates Mittel der Krisenbewältigung und Neuausrichtung der Unternehmenspolitik angesehen.[1] Jedes Unternehmen ist daher gut beraten, seine Erfolgsfaktoren zu untersuchen und sie bei seinen Investitionen zu berücksichtigen.

Unter Erfolgsfaktoren sind alle in einem Unternehmen möglichen Charakteristika, Maßnahmen und Aktivitäten zu verstehen, welche seinen zukünftigen Erfolg positiv beeinflussen.[2] Wenn ein Unternehmen seine Erfolgsfaktoren und somit seine eigenen Stärken und zukünftigen Möglichkeiten kennt, wird es diese bei seinen strategischen, langfristigen Entscheidungen heranziehen, um größtmögliche Erfolge zu erwirtschaften und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen (engl.: Alignment). Die Investition des Unternehmens in seine Erfolgsfaktoren verbessert damit die Wahrscheinlichkeit seines wirtschaftlichen Erfolges.

Es wurden in der Vergangenheit zahlreiche Versuche unternommen, um die Erfolgsfaktoren und ihre Umsetzung in den Unternehmen zu ermitteln und zu kontrollieren. Bereits seit den 70er Jahren befassen sich die Erfolgsfaktorenforscher mit der Suche nach allgemeinen Regeln, wie man Unternehmen zum Erfolg führen kann. Dabei wurden bspw. Großprojekte wie das PIMS-Projekt ins Leben gerufen, um über Befragungen von Unternehmen und statistische Auswertungen der erhaltenen Daten allgemeingültige Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. Leider haben diese Projekte nur zu dem Ergebnis geführt, dass keine allgemeingültigen Erfolgsfaktoren identifiziert werden können, welche über alle Branchen und Größenklassen hinweg Gültigkeit besitzen. Die Erfolgsfaktoren sind vielmehr für jedes Unternehmen anders, da sie immer von der jeweiligen Umweltsituation abhängen, in welcher sich das betrachtete Unternehmen befindet. Weil sich die Umweltsituation in der heutigen, schnelllebigen Zeit jedoch ständig ändert, sind die Erfolgsfaktoren der Wirtschaftsunternehmen ebenfalls einem ständigen Wandel unterworfen. Pümpin vertrat bereits in den 70er Jahren die These, dass eine ständige Anpassung der Erfolgsfaktoren (Pümpin nannte sie Erfolgspositionen) notwendig erscheint, um den Erfolg eines Unternehmens langfristig zu sichern.[3] Diese Auffassung konnte aufgrund einer mehr als zwanzig Jahre währenden Forschung bestätigt werden.

Einige Autoren versuchen, dieses Problem mit fast jährlich wechselnden Checklisten in den Griff zu bekommen. Ein „Königsweg“ ist jedoch nicht in Sicht.[4] Der Verfasser der vorliegenden Arbeit geht sogar davon aus, dass aufgrund der immer kürzer werdenden Wirtschaftszyklen mehrfach jährlich eine Überprüfung der Erfolgsfaktoren sinnvoll wäre.

2. Einordnung der Erfolgsfaktorenforschung

Die Erfolgsfaktorenforschung bezeichnet ein Teilgebiet der betriebswirtschaftlichen Managementlehre, welches sich mit der Suche nach den Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolges beschäftigt.[5] Dabei liegt der Schwerpunkt der Betrachtung nicht auf Einzelaspekten, wie Erfolgen im Verkauf oder Zeiteinsparungen bei der Produktion, sondern auf dem Erfolg des Gesamtunternehmens.[6]

Die systematische Erforschung der Erfolgsfaktoren begann aufgrund der Marktsättigung gegen Ende der 60er sowie den wirtschaftlichen Nachteilen durch die Ölkrise Anfang der 70er Jahre. Diese Ereignisse führten zu drastischen Veränderungen der ökonomischen Umweltbedingungen in der Weltwirtschaft.[7] Als Folge daraus mussten die Unternehmen ihre Planungsstrategien überdenken, um im internationalen Wettbewerb weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Erste Studien beschäftigten sich unter dem Stichwort Krisenforschung mit den Gründen für den Misserfolg einer Unternehmung. Durch eine Vermeidung der Faktoren für negativen Erfolg wurde dennoch nicht automatisch der positive Erfolg eines Unternehmens am Markt sichergestellt. Die Erfolgsfaktorenforschung beschäftigt sich daher mit den Faktoren, welche sich auf den positiven Erfolg auswirken.[8]

Empirische Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass der Unternehmenserfolg in besonders hohem Maße von einigen wenigen kritischen Erfolgsfaktoren abhängt, während die meisten anderen Faktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen.[9] Es wurden daraufhin Versuche unternommen, alle Unternehmen klassifiziert nach ihrer Branche in ein allgemeingültiges Erfolgsfaktorenschema einzuordnen, da man annahm, dass die Erfolgsfaktoren für große Unternehmensgruppen identisch wären. Typische Vertreter dieser Ansicht waren Peters und Waterman.[10] Ihre damaligen Schriften orientierten sich stark an populär-wissenschaftlichen Aspekten, gaben der Erfolgsfaktorenforschung jedoch wichtige Impulse, indem sie erstmals auf bestehende Problemfelder bei der Geschäftsprozess-Optimierung hinwiesen.[11]

Mit zunehmender Erforschung des Problemfeldes setzte sich die wichtige Erkenntnis durch, dass sich Erfolgsfaktoren mit wechselnden ökonomischen Umweltbedingungen in ihrer Stärke und Ausprägung ändern können und die Unternehmen folglich gezwungen sind, bei jeder Änderung am Markt die analysierten Erfolgsfaktoren neu auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Die Forschung entwickelte sich daraufhin stärker in die Richtung der strategischen Planung, um solche Änderungen rechtzeitig berücksichtigen zu können.[12]

3. Klassische Systematisierung bestehender Untersuchungsansätze

Eine Systematisierung der bestehenden Ansätze in der Erfolgsfaktorenforschung gestaltet sich bis heute aufgrund der Vielzahl monokausal orientierter Ansatze als schwierig.[13]

Der bekannteste Systematisierungsansatz geht zurück auf Trommsdorff. Er befürwortet eine Einteilung nach den Merkmalen Spezifität, Präzision und Kausalität.[14]

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Abb. 1: Einteilung der Erfolgsfaktorenansätze

Die Spezifität eines Ansatzes bezieht sich auf die Reichweite seiner Ergebnisse. Die Modelle mit großer Reichweite sind über mehrere Branchen und Unternehmensgrößen hinweg allgemeingültig. Modelle mit kleinen Reichweiten beziehen sich nur auf Gültigkeiten bzgl. bestimmter Betriebstypen oder Produktarten.[15]

[...]


[1] Vgl. Domschke, W., Scholl, A. 2003 /Betriebswirtschaftslehre/ S. 347.

[2] Vgl. Daschmann, H.-A. 1994 /Erfolgsfaktoren/ S. 1.

[3] Vgl. Pümpin, C. 1992 /Strategische Erfolgspositionen/ S. 112.

[4] Vgl. Steinle, C., Kirschbaum, J., Kirschbaum, V. 1996 /Erfolgreich überlegen/ S. 11.

[5] Vgl. Ansoff, H.I. 1977 /Planungssysteme/ S. 60

[6] Vgl. Steinle, C., Kirschbaum, J., Kirschbaum, V. 1996 /Erfolgreich überlegen/ S. 9.

[7] Vgl. Hoffmann, F. 1986 /Kritische Erfolgsfaktoren/ S. 831 f.

[8] Vgl. Gälweiler, A. 1987 /Strategische Unternehmensführung/ S. 27.

[9] Vgl. Hoffmann, F. 1986 /Kritische Erfolgsfaktoren/ S. 832.

[10] Vgl. Peters, Th. J., Waterman, R. H. Jr. 1982 / Search of Excellence/ S. 1.

[11] Vgl. Hoffmann, F. 1986 /Kritische Erfolgsfaktoren/ S. 832.

[12] Vgl. Steinle, C., Schmidt, C., Lawa, D. 1995 / Erfolgsfaktorenkonzepte/ S. 311.

[13] Vgl. Fritz, W. 1990 /Marketing/ S. 103. Dort stellt Fritz mehrere verschiedene Studien zur Erfolgsfaktorenforschung vor, die eine große Heterogenität aufweisen; Daschmann, H.-J. 1994 /Erfolgsfaktoren/ S. 31. Daschmann gibt eine umfassende Zusammenfassung der wichtigsten Systematisierungsansätze wieder.

[14] Vgl. Trommsdorff, V. 1990 / Konsumentenverhalten / S. 20 - 25. Wichtiger Hinweis: Die Systematisierung ist nur in den Auflagen 1 und 2 vorhanden.

[15] Vgl. Trommsdorff, V. 1990 /Erfolgsfaktorenforschung/ S. 3 - 5.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Klassifizierung der Ansätze in der Erfolgsfaktorenforschung
Untertitel
Theoretische Grundlagen und historischer Abriss
Veranstaltung
Management
Autor
Jahr
2008
Seiten
29
Katalognummer
V91455
ISBN (eBook)
9783638055611
ISBN (Buch)
9783638946933
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klassifizierung, Ansätze, Erfolgsfaktorenforschung, Management, strategisches Management, strategische Planung, Unternehmensführung, Erfolgsfaktoren, Erfolg, Erfolgsmessung, Einteilung, Unternehmensplanung, Key-Factors, Success factors, Systematisierung, Einordnung, Bedeutungswandel, 7-S-Modell, 7S-Modell, Hidden Champions, empirische Ansätze, theoriegeprägte Ansätze, allgemeine Schwachstellen, Praktikeransätze, Kernkompetenzen, PIMS, PIMS-Projekt, PIMS-Modell, Managementlehre, Managementtheorie, kritische Erfolgsfaktoren, Planungssysteme, Erfolgsfaktorenansätze, Betriebswirtschaftslehre, Peters, Waterman, McKinsey, Hannoveraner Erfolgsfaktorenmodell, Trommsdorf, Buzzle, Gale, Steinle, Pümpin, KOMPASS, Schreyögg, Steinmann, HEFAP
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Dipl.-Kff. Susanna Mandorf (Autor), 2008, Klassifizierung der Ansätze in der Erfolgsfaktorenforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91455

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