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Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?

Titel: Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julia Kobán (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschränkt sich auf die Definitionen eines Dialekts, Soziolekts und Ethnolekts, einige Besonderheiten des Kiezdeutsch sowie eine Analyse und Zuordnung des Kiezdeutsch mithilfe unterschiedlicher wissenschaftlicher Argumente und Textbeispielen. Nach der Analyse wird im Fazit darauf eingegangen, wo das Kiezdeutsch einzuordnen ist und welchen Stellenwert es derzeit besitzt.

In der Vergangenheit hat das Kiezdeutsch zahlreiche Diskussionen ausgelöst. Heike Wiese, die Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Universität Potsdam und Sprecherin des dortigen Zentrums "Sprache, Variation und Migration", bezeichnet das Kiezdeutsch als einen neuen Dialekt der deutschen Sprache, welcher die sprachliche Landschaft des Deutschen um ein Vielfaches bereichert. Dieses Statement führte zu einer großen Debatte um das Kiezdeutsch. Ein Bericht aus der Welt hält die Theorie von Heike Wiese für plausibel, würde das Kiezdeutsch jedoch eher einem Soziolekt zuordnen als einem Dialekt. Andere wiederum bezeichnen ihre Thesen als skandalös. Sie würde versuchen am Prestige des Dialekts zu partizipieren, indem sie ihn auf eine Sprechweise überträgt, die alles andere als ein Dialekt sei, wie Helmut Glück, Bamberger Sprachwissenschaftler, in einem Interview der RP-online erwidert.

Die Relevanz des Themas "Das Kiezdeutsch – Ist Kiezdeutsch ein Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache" ist gegeben, da es in öffentlichen Diskussionen massive Vorbehalte gegenüber Kiezdeutsch gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Der Dialekt

2.2 Der Soziolekt

2.3 Der Ethnolekt

3. Besonderheiten des Kiezdeutsch

4. Analyse

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Einordnung des Kiezdeutsch, um zu klären, ob es sich dabei primär um einen Dialekt, einen Soziolekt oder einen Ethnolekt innerhalb der deutschen Sprache handelt.

  • Theoretische Grundlagen zu den Begriffen Dialekt, Soziolekt und Ethnolekt
  • Analyse grammatischer Besonderheiten des Kiezdeutsch, wie etwa Orts- und Zeitangaben
  • Untersuchung der sozialen Funktionen und der Herkunft der Sprechergruppe
  • Diskussion der akademischen und öffentlichen Debatte um das Phänomen Kiezdeutsch
  • Einordnung in den Kontext von Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit

Auszug aus dem Buch

Besonderheiten des Kiezdeutsch

Die sprachlichen Eigenheiten des Kiezdeutsch unterscheiden sich zwar vom Standarddeutschen, sind aber keine willkürlichen Fehler der Sprecher/innen, sondern systematische Erneuerungen. Diese passen in das System der deutschen Grammatik und erweitern, ergänzen und bauen die grammatischen Muster der Deutschen Sprache aus (Wiese 2012: 53).

In den folgenden Beispielen ist zu erkennen, dass im Kiezdeutsch die Orts- und Zeitangaben aus Nominalgruppen bestehen, die ohne Artikel oder Präposition verwendet werden.

1.) Wir gehen Görlitzer Park.

Wir gehen in den Görlitzer Park.

2.) Heute muss ich wieder Solarium gehen.

Heute muss ich wieder in das Solarium gehen.

Zunächst erscheint diese Konstruktion ungewohnt, doch ist das Auslassen von Artikeln und Präpositionen umgangssprachlich durchaus in Bezug auf Haltestellen im Deutschen vertreten: „Ich bin gleich Alexanderplatz“ oder „Ich bin gerade erst Zoo“ verdeutlichen dies. Doch im Kiezdeutsch wird diese Konstruktion generell bei Ortsangaben deutlich (Wiese 2012: 53-54). Bei der Betrachtung folgender Beispiele kann beobachtet werden, dass Flexionsendungen und Funktionswörter mit wenig Inhalt wie bspw. der indefinite Artikel ein, Personalpronomen wie ich, du, er etc. und das Verb sein verkürzt werden oder entfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die wissenschaftliche Debatte um den Status des Kiezdeutsch ein und benennt die zentralen Forschungsfragen sowie den Kontext der Mehrsprachigkeit.

2. Theorie: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftlichen Definitionen von Dialekt, Soziolekt und Ethnolekt, um ein Fundament für die anschließende Analyse zu legen.

2.1 Der Dialekt: Es werden die geographischen und sozialen Faktoren der Dialektologie sowie die Abgrenzung von der Standardsprache thematisiert.

2.2 Der Soziolekt: Hier stehen die sozialen Hintergründe, Schichtspezifika und die soziolinguistische Defizit- bzw. Differenzhypothese im Fokus.

2.3 Der Ethnolekt: Dieses Kapitel behandelt die Definition des Ethnolekts und des Multiethnolekts als Sprachvarietäten von Sprechern mit verschiedenen ethnischen Hintergründen.

3. Besonderheiten des Kiezdeutsch: Es werden systematische sprachliche Neuerungen wie das Weglassen von Artikeln, die Verwendung von Funktionswörtern und die freiere Wortstellung analysiert.

4. Analyse: Die erarbeiteten Theorien werden auf das Kiezdeutsch angewendet, um eine wissenschaftlich fundierte Einordnung vorzunehmen.

5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und das Kiezdeutsch als produktive sprachliche Erweiterung bewertet, die nicht als Bedrohung wahrgenommen werden sollte.

Schlüsselwörter

Kiezdeutsch, Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Soziolekt, Ethnolekt, Multiethnolekt, Sprachvarietät, Soziolinguistik, Grammatik, Sprachwandel, Jugendliche, Sprachnorm, Identität, Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachwissenschaftlichen Charakterisierung des sogenannten Kiezdeutsch und seiner Einordnung in die Fachtermini Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Definitionen sprachlicher Varietäten, die grammatikalischen Besonderheiten des Kiezdeutsch sowie die soziolinguistische Bedeutung von Sprachkontakt und Gruppenzugehörigkeit ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, mithilfe theoretischer Definitionen und einer Analyse spezifischer Beispiele zu klären, wie Kiezdeutsch systematisch innerhalb der deutschen Sprache klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und der Untersuchung konkreter Sprachbeispiele basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begriffe geklärt, anschließend die sprachlichen Merkmale des Kiezdeutsch wie verkürzte Sätze und neue Fokusmarker detailliert beschrieben und schließlich in einer Analyse bewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kiezdeutsch, Soziolinguistik, Multiethnolekt, Sprachkontakt und die systematische grammatische Erweiterung.

Wie unterscheidet sich der Ethnolekt vom Dialekt?

Während Dialekte stark durch geographische Bestimmungen definiert sind, bezieht sich der Ethnolekt auf die Sprache von Sprechern, die in Verbindung mit bestimmten ethnischen Gruppen stehen und mehrere Varietäten in ihrem Repertoire haben.

Warum wird Kiezdeutsch in der Arbeit als Multiethnolekt eingeordnet?

Die Einordnung als Multiethnolekt erscheint am sinnvollsten, da Kiezdeutsch ein Element im Sprachrepertoire Jugendlicher mit unterschiedlichem Migrationshintergrund ist und von Sprechern verschiedener Ethnien gemeinsam genutzt wird.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Sprachvariation durch Sprachkontakt
Note
1,3
Autor
Julia Kobán (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V914819
ISBN (eBook)
9783346234209
ISBN (Buch)
9783346234216
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kiezdeutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Kobán (Autor:in), 2017, Kiezdeutsch. Dialekt, Soziolekt oder Ethnolekt der deutschen Sprache?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914819
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Leseprobe aus  14  Seiten
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