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Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich

Title: Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich

Seminar Paper , 2006 , 55 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Barkow (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Summary Excerpt Details

Der Dekubitus gehört zu den gravierenden Gesundheitsrisiken für hilfe- und pflegebedürftige Menschen. Es gilt als allgemein anerkannt, dass während der perioperativen Behandlungsphase der Patienten ein deutlich erhöhtes Dekubitusrisiko besteht. Die bisher in den Funktionsbereichen angewandten Prophylaxemaßnahmen beschränken sich häufig auf die reduzierte Perspektive der mehr oder weniger konsequenten intraoperativen Druckentlastung ohne durchgängige Evaluation. Mit dem Erscheinen des Expertenstandards zur „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ durch das Deutsche Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege im Jahre 2000, steht der Praxis zu diesem Pflegeproblem eine wissenschaftliche Grundlage für das pflegerische Handeln zur Verfügung. Die Standardkriterien beziehen sich auf Bedingungen der stationären bzw. poststationären Pflege und der dort möglichen Pflegeinterventionen. Für eine Umsetzung in den Funktionsbereichen ergeben sich hinsichtlich der spezifischen perioperativen Bedingungen diverse Fragestellungen. Im Besondern ist hier die geforderte standardisierte Risikoeinschätzung hervorzuheben. Mit Hilfe einer Vorstudie zur quantitativen Erhebung von perioperativ entstandenen Hautschädigungen wird die Entscheidung für eine Projektierung zur Untersuchung des Expertenstandards im perioperativen Kontext dargestellt. Nach Abschluss der Projektplanung hinsichtlich Teilaufgaben, Ressourcen, Projektgruppenstruktur und–Ablauf, werden die Fragestellungen systematisch abgearbeitet. Die einleitende Situationsanalyse bearbeitet die speziellen perioperativen Risikofaktoren und die zur Anwendung kommenden Lagerungshilfsmittel. Dazu werden die als variabel eingestuften Risikofaktoren aus den standardisierten Einschätzungsskalen nach BRADEN, NORTON und WATERLOW auf deren perioperative Wirksamkeit hin überprüft. Dies erfolgt ebenso für die verschiedenen Lagerungshilfsmittel in Abhängigkeit zur Liegezeit der Patienten. Für die quantitative Untersuchung kommt dabei Datenmaterial aus einer Stichprobengruppe von rund einhundert operierten Patienten zur Auswertung. Im Rahmen eines alternativen SOLL- Konzeptes werden alle Kriterien des Expertenstandards einem möglichen perioperativen Kontext gegenübergestellt und kommentiert, sodass die Bewertung der Umsetzungsmöglichkeit im Funktionsbereich erfolgen kann. Abschließend werden mögliche Maßnahmen und Folgeprojekte dargestellt, die zur Umsetzung des SOLL- Konzeptes notwendig erscheinen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die Dekubitusprophylaxe im Funktionsbereich OP

1.1 Der Dekubitus als Pflegeproblem

1.2 Problemstellung

1.3 Fragestellungen und Hypothesen

1.4 Themenabgrenzung

1.5 Projektzugang

1.5.1 Vorstudie als Entscheidungshilfe zur Projektierung

1.5.2 Datenwahl für quantitative Situationsanalyse

1.5.3 Auswertung der Vorstudie

1.6 Projektplanung

1.6.1 Projektstrukturierung und Datenwahl

1.6.2 Projektgruppenstruktur

1.6.3 Planung von Projektablauf und Ressourcen

2 Die perioperative Dekubitusprophylaxe im Kontext des Expertenstandards

2.1 Situationsanalyse

2.1.1 Risikofaktoren für die Entstehung des Dekubitus

2.1.2 Standardisierte und perioperative Risikofaktoren

2.1.3 Überprüfung perioperativer Risikofaktoren in der Stichprobengruppe

2.1.4 Wertigkeit der standardisierten Risikoskalen

2.1.5 Hilfsmittel zur perioperativen Druckentlastung

2.2 Entwicklung alternativer Soll-Konzepte

2.2.1 Alternativen zu vorhandenen Lagerungshilfsmitteln

2.2.2 Die Kriterien des Expertenstandards unter perioperativen Bedingungen

2.2.3 Kommentierung der Kriterien aus fachpflegerischer Sicht

2.3 Mögliche Maßnahmen zur Umsetzung

3 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht als Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten und das Verbesserungspotenzial bei der Implementierung des nationalen Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ innerhalb des operativen Funktionsbereichs. Ziel ist es, auf Basis einer Analyse der perioperativen Risiken sowie der aktuellen Prozessabläufe, Ansätze für eine wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Prophylaxestrategie zu identifizieren.

  • Analyse der perioperativen Dekubitusrisiken durch eine quantitative Vorstudie.
  • Kritische Bewertung der Anwendbarkeit standardisierter Risikoskalen im OP-Kontext.
  • Entwicklung und Evaluation alternativer Hilfsmittel zur perioperativen Druckentlastung.
  • Operationalisierung der Kriterien des Expertenstandards für den operativen Bereich.
  • Konzeption von Maßnahmen zur Verbesserung der pflegerischen Prozessqualität.

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Dekubitus als Pflegeproblem

Der Dekubitus, dessen Entstehen durch adäquate Pflegemaßnahmen meist verhindert werden kann, gehört zu den gravierenden Gesundheitsrisiken pflegebedürftiger Menschen (vgl. Dt. Netzwerk f. Qualitätssicherung i.d. Pflege, 2000, S.7, S.9). Nach einer Expertise aus dem Jahre 1997 verursacht dieses Pflegeproblem in der Bundesrepublik jährlich Behandlungskosten in Millionenhöhe (vgl. STEINGAß et al, 2002, S.585, 590). Neben dem Verlust an Lebensqualität für die betroffenen Patienten, unterstreicht auch die aktuelle Kostensituation im Gesundheitswesen die Relevanz dieser Thematik.

Druckgefährdete Personen sind in allen Bereichen des Gesundheitswesens anzutreffen. Daher hat das deutsche Netzwerkwerk für Qualitätssicherung in der Pflege im Jahr 2000 einen nationalen Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ (s. Anlage 1) herausgegeben mit dem zentralen Ziel, die Entstehung eines Dekubitus zu verhindern. Der Standard basiert auf der Auswertung von über einhundertfünfzig Quellen aus der nationalen und internationalen Fachliteratur und wird als wissenschaftlich fundiert angesehen. Seine Einhaltung wird zunehmend von den medizinischen Diensten der Kassen (MDK) gefordert (vgl. FACHBERATUNG FÜR RECHT UND FÜHRUNG, 2004; DEMSKI / v. STÖSSER, 2004). BIENSTEIN stellte schon zu einem früheren Zeitpunkt fest, dass auch während der Operation ein erhebliches Dekubitusrisiko für den Patienten besteht, was die Relevanz der Problematik auch im pflegerischen Teilbereich der prä-, peri- und postoperativen Funktionspflege unterstreicht (vgl. BIENSTEIN, 1997, S.125). Eine Untersuchung von Lagerungsschäden bei Patienten im neurochirurgischen OP der Universitätsklinik Heidelberg weist ebenfalls auf die perioperative Dekubitusproblematik hin (vgl. UNI HEIDELBERG, 1999).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Dekubitusprophylaxe im Funktionsbereich OP: Einführung in die Problematik, Vorstellung der Vorstudie zur Erfassung der Dekubitusrate und Erläuterung der Projektplanung.

2 Die perioperative Dekubitusprophylaxe im Kontext des Expertenstandards: Detaillierte Analyse der Risikofaktoren, Bewertung existierender Hilfsmittel, Anpassung der Expertenstandard-Kriterien an den OP-Alltag und Ableitung von Umsetzungsmaßnahmen.

3 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Erreichung der Projektziele und Diskussion des weiteren Ressourcenbedarfs sowie notwendiger organisatorischer Veränderungen.

Schlüsselwörter

Dekubitusprophylaxe, perioperative Pflege, Expertenstandard, OP-Management, Risikoeinschätzung, Lagerungshilfsmittel, Qualitätssicherung, Dekubitusrisiko, Prozessanalyse, Patientensicherheit, Wundmanagement, Pflegequalität, Operativer Funktionsbereich, Lagerungstechnik, klinische Studien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung des Expertenstandards „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ in einem Operationsbereich, um die Qualität der pflegerischen Versorgung zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Analyse perioperativer Risikofaktoren, die Evaluierung von Druckentlastungshilfsmitteln und die Anpassung von Expertenstandard-Kriterien auf operative Gegebenheiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, um zu prüfen, wie die Anforderungen des Expertenstandards unter Berücksichtigung der Besonderheiten einer OP-Umgebung umgesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Vorstudie mittels Querschnittsdesign durchgeführt, ergänzt durch eine Literaturanalyse und eine prozessorientierte Machbarkeitsbetrachtung nach Wagner.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Risikofaktoren wie Körpertemperatur und Scherkräfte, evaluiert Lagerungshilfsmittel und führt eine kommentierte Übertragung der Expertenstandard-Kriterien in den perioperativen Kontext durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dekubitusprophylaxe, perioperative Pflege, Risikoeinschätzung, Qualitätssicherung, OP-Management und Patientensicherheit.

Warum sind 15cm-Weichlagerungsmatten nicht immer im Einsatz?

Die Analyse ergab, dass diese Matten bei Patienten, die eine plötzliche Umlagerung erfordern, zu Instabilität und Sicherheitsrisiken führen können.

Welche Rolle spielt die Körpertemperatur für das Dekubitusrisiko im OP?

Eine reduzierte Körperkerntemperatur während der Operation führt zur Vasokonstriktion, was die Gewebedurchblutung verschlechtert und das Dekubitusrisiko signifikant erhöht.

Warum wird der Begriff „perioperativ“ in der Arbeit erweitert?

Der Verfasser erweitert die Definition auf den Zeitraum bis zum ersten postoperativen Tag, da die Patienten aufgrund der Narkosewirkung in diesem Intervall immobil und gefährdet sind.

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Details

Title
Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
2,0
Author
Michael Barkow (Author)
Publication Year
2006
Pages
55
Catalog Number
V91483
ISBN (eBook)
9783638065542
ISBN (Book)
9783640355112
Language
German
Tags
Möglichkeiten Umsetzung Expertenstandards Dekubitusprophylaxe Pflege Funktionsbereich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Barkow (Author), 2006, Der Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege". Möglichkeiten zur Umsetzung im operativen Funktionsbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91483
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