Das Thema dieser Hausarbeit liegt in der Herausarbeitung der verschiedenen Herausforderungen, denen sich ein Museum heutzutage hinsichtlich seiner Besuchergewinne stellen muss. Auf dieser Basis werden im Anschluss am ausgewählten Fallbeispiel, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, jene Wege und Möglichkeiten erörtert. Daher gehe ich zunächst auf die prägnantesten Herausforderungen, wie Wettbewerb, Finanzen, Zielgruppenerweiterung und neue Technologien, ein. Anschließend werde ich die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und ihr Leitbild kurz zusammenfassen, damit ein Blick für die Thematik und ein Kontext für das weitere Verständnis geschaffen werden kann. Der größte Teil dieser Arbeit, der Dritte, beschäftigt sich direkt mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und dessen Wege und Möglichkeiten Besucherinnen und Besucher zu gewinnen. Dafür habe ich mit der Gedenkstätte persönlich gesprochen, um einen tieferen und detaillierteren Einblick in ihr Vorgehen zu erhalten. Abschließend werden die Ergebnisse zu der untersuchten Fragestellung zusammengetragen und in einem Fazit beurteilt. Als Literaturgrundlage diente das Werk „Museen und ihre Besucher. Herausforderungen in der Zukunft“, veröffentlicht von dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Hauptsache Publikum? Hauptsache Besucher? Es ist bekannt, dass ein Museum von seinen Besuchern lebt. Was wäre ein Museum oder eine Gedenkstätte ohne Besucher? Ohne jene interessierten Menschen, die neues Wissen aufbauen wollen oder ihr bisheriges erweitern? Doch in der heutigen Zeit, in der man nicht mehr ins Museum gehen muss, um etwas über den Holocaust oder den Zweiten Weltkrieg zu erfahren, sondern einfach im Internet zahlreiche und ausführliche Antworten bekommt, stellt sich die Frage: Warum noch ins Museum gehen? Dabei stellt sich jedoch eine weitaus wichtigere Frage: Wie erreichen die Museen trotz der zahlreichen Veränderungen in der Welt ihre Besucher? Welche Wege, welche Mittel oder vereinfacht gesagt, welche Werbung betreiben Museen und Gedenkstätten, um die Menschen in ihren Hallen willkommen zu heißen? Welchen Herausforderungen begegnen Museen und Gedenkstätten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und technischen Veränderungen? Denn Fakt ist nun mal, dass sich die Institution „Museum“ immer wieder neuen politischen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten anpassen muss.
Inhaltsverzeichnis
1. HERAUSFORDERUNGEN DER MUSEEN
1.1 WO LANG, MUSEUM?
1.2 DIE HERAUSFORDERUNG DES WETTBEWERBS
1.3 DIE HERAUSFORDERUNG DER FINANZEN
1.4 DIE HERAUSFORDERUNG DER ZIELGRUPPENERWEITERUNG
1.5 DIE HERAUSFORDERUNG DER NEUEN TECHNOLOGIEN
2. VORSTELLUNG: DIE GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
3. DER BESUCHERINNEN- UND BESUCHERGEWINN DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
3.1 DIE BESUCHERINNEN UND BESUCHER DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND IN ZAHLEN
3.2 DAS ANGEBOT DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
3.3 DIE ZIELGRUPPE DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
3.4 ZUGÄNGE ZU DEN BESUCHERINNEN UND BESUCHER
3.5 WERBUNG DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtigen Herausforderungen für Museen und Gedenkstätten bei der Gewinnung und Bindung von Besuchern unter Berücksichtigung von gesellschaftlichem und technologischem Wandel. Anhand der Gedenkstätte Deutscher Widerstand als Fallbeispiel werden konkrete Strategien und Maßnahmen analysiert, um eine fundierte Aussage über erfolgreiche Besuchergewinnung in diesem speziellen kulturellen Kontext zu treffen.
- Herausforderungen des modernen Museumsbetriebs (Wettbewerb, Finanzen, Digitalisierung)
- Strukturelle Analyse der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
- Methoden der Besuchergewinnung und Zielgruppenansprache
- Die Rolle von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Gedenkstättenkontext
- Bedeutung von technologischen Innovationen (Apps, Online-Angebote) für Museen
Auszug aus dem Buch
1.5 Die Herausforderung der neuen Technologien
Wenn man einen Blick auf die deutsche Museumslandschaft wirft, ist deutlich erkennbar, dass die Chancen im Zuge des digitalen Wandels erkannt und teilweise schon genutzt werden. Die technische Revolution ist im vollen Gange und die Museen mittendrin. Neue Medien verändern Sehgewohnheiten, unsere Kommunikationswege, unseren Umgang mit der Welt und mit anderen Menschen. Die Informationsmenge im Internet ist komprimierter und ist leichter und schneller zugänglich. Die Themenauswahl ist riesig und man kann sich über beliebig viele Themen informieren, die einen interessieren, kann Orte besuchen, die Kilometer weit weg sind, kann über Grenzen hinweg Kontakt mit Menschen aufnehmen, ohne sie persönlich von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Die Digitalisierung von Wissen, dessen rasante Vermehrung im Netz ist alltäglich geworden.
Daher stellt sich die Frage, muss man überhaupt noch real ins Museum gehen? Reicht nicht das aus, was man im Netz aufbereitet zu sehen bekommt? Diese Frage beantwortet Dr. Thomas Brehm in seinem Vortrag im Rahmen der Fachkonferenz des Hessischen Museumsverbandes. Er vertritt die Meinung, dass gerade in Zeiten einer zunehmenden Digitalisierung dem Museum als Hort des Realen eine herausstechende und nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt. Das Internet könnte keine realen Urkunden oder Gegenstände ersetzen. Ein Museum oder eine Gedenkstätte bietet nicht nur eine Vielzahl an Informationen, sondern gedenkt an jene inhaltlichen Geschehnisse. Letztendlich gilt der digitale Informationsprozess, welcher so gut wie alle Museen eines Tages betreffen wird, als ein sehr vielschichtiger Prozess, der momentan noch sehr punktuell stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. HERAUSFORDERUNGEN DER MUSEEN: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Problemfelder, mit denen sich moderne Museen konfrontiert sehen, darunter der wachsende Wettbewerbsdruck, finanzielle Einschränkungen, die Notwendigkeit zur Zielgruppenerweiterung sowie die Auswirkungen und Chancen des technologischen Wandels.
2. VORSTELLUNG: DIE GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND: Das Kapitel bietet einen historischen und organisatorischen Überblick über die Gedenkstätte im Berliner Bendlerblock und stellt ihre Entwicklung sowie ihren Bildungsauftrag im Kontext der Erinnerungskultur dar.
3. DER BESUCHERINNEN- UND BESUCHERGEWINN DER GEDENKSTÄTTE DEUTSCHER WIDERSTAND: Das Hauptkapitel analysiert die spezifischen Ansätze der Gedenkstätte zur Besuchergewinnung, untersucht das breite Angebotsportfolio, die verschiedenen Zielgruppen sowie die eingesetzten Kommunikations- und Werbemaßnahmen.
4. FAZIT: Das Fazit führt die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet die Strategien der Gedenkstätte zur Besuchergewinnung und unterstreicht die Bedeutung eines kontinuierlichen Engagements für das Gedenken an den Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime.
Schlüsselwörter
Besuchergewinnung, Gedenkstätte, Museum, Deutscher Widerstand, Bendlerblock, Zielgruppenerweiterung, Digitalisierung, Marketing, Bildungsauftrag, Museumspädagogik, Besuchermanagement, Kulturelle Bildung, Erinnerungskultur, Besucherservice, Öffentlichkeitsarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Museen und Gedenkstätten trotz moderner Herausforderungen wie dem digitalen Wandel und Wettbewerbsdruck erfolgreich Besucherinnen und Besucher gewinnen und halten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernaspekten zählen Wettbewerb, Finanzierungsfragen, die Erschließung neuer Zielgruppen sowie die Integration digitaler Technologien in die museale Vermittlungsarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herausforderungen für Museen darzustellen und auf Basis der Gedenkstätte Deutscher Widerstand als Fallbeispiel praxisnahe Wege der Besuchergewinnung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Analyse, die auf Fachliteratur sowie auf persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Gedenkstätte basiert, um detaillierte Einblicke in deren Vorgehensweise zu erhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv den konkreten Strategien der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, einschließlich ihres vielfältigen Bildungsangebots, der Zielgruppenstruktur und der eingesetzten Marketinginstrumente.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besuchergewinnung, Museum, Gedenkstätte, Digitalisierung, Zielgruppenansprache und Bildungsauftrag sind die tragenden Begriffe der Arbeit.
Warum ist die Gedenkstätte Deutscher Widerstand ein interessantes Fallbeispiel?
Sie dient als Beispiel für eine Institution, die trotz ihrer eher speziellen historischen Thematik und ihrer nicht-touristischen Lage durch gezieltes Marketing und moderne Vermittlungsangebote wie Apps hohe Besucherzahlen erreicht.
Wie reagiert die Gedenkstätte auf die Herausforderungen der Digitalisierung?
Die Gedenkstätte nutzt digitale Angebote, wie eine eigene App zur Geschichte der „Roten Kapelle“ oder umfangreiche Online-Publikationen, um die Hemmschwelle zum Besuch zu senken und auch jüngere Zielgruppen anzusprechen.
- Quote paper
- Saskia Mewes (Author), 2019, Wie bekommen Museen ihre Besucherinnen und Besucher? Konzeptuelle Überlegungen und Fallbeispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/914864