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Die Rolle der Rüpelszene aus Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" im deutschen Barock am Beispiel von Gryphius' "Absurda Comica"

Title: Die Rolle der Rüpelszene aus Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" im deutschen Barock am Beispiel von Gryphius' "Absurda Comica"

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Frank Bodesohn (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Über die Abhängigkeit der deutschen Barockkomödie Absurda Comica Oder Herr Peter Squentz von William Shakespeares A Midsummer Night’s Dream wurde seit der Shakespeare-Rezeption durch Übersetzungen, wie z.B. der Schlegelschen, geforscht. Ebenso veranlasst die Frage der Verfasserschaft des pseudonym veröffentlichten Werkes Literaturwissenschaftler immer wieder zu neuen Ansätzen.
Interessant ist jedoch auch die Intention Andreas Gryphius’, dem die Verfasserschaft meist zugeschrieben wird, den Stoff des Shakespeareschen Dramas aufzugreifen und dessen Aussage zu verändern. Gryphius schrieb in der Nachfolge Martin Opitz’, der mit seinem Regelwerk Buch von der Deutschen Poeterey die deutsche Literaturlandschaft in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts grundlegend veränderte. Ebenso wie Opitz war Gryphius Mitglied der 1617 zur „Förderung von Volkssprache und –dichtung“ gegründeten Fruchtbringenden Gesellschaft , in die er 1662 aufgenommen wurde. Dieser Zusammenschluss von Literaten und Literaturinteressierten des Barock verfolgte das Ziel, die deutsche Sprache zur Kunstsprache zu erheben und somit international „literaturfähig“ zu machen.
Das Spiel von Pyramus und Thisbe, dem Verfasser aus Ovids Metamorphosen bekannt, wurde von Shakespeare, später von Gryphius komisch umgedeutet. Der deutsche Barockdichter zeigt an ihm die Regeln der Opitzschen Literaturreform auf, indem er darstellt, dass ihr Nichtbeachten zu unfreiwilliger Komik führt. Ein weiterer Effekt der Lächerlichkeit des bürgerlichen Theaters ist die in Barockkomödien verbreitete Diskriminierung plebejischer Figuren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Identität Philip-Gregorio Riesentods

3. Die „Wanderschaft“ des Stoffes von Shakespeare zu Gryphius

3.1.Die Aufführungen der englischen Laienschauspieler

3.2.Die Schwentersche Komödie und andere Vorläufer der Absurda Comica

3.3.Absurda Comica Oder Herr Peter Squentz

4. Die Rüpelszene im Dienst der Opitzschen Reform

4.1.Exkurs: Die Forderungen an die deutsche Lyrik im Buch von der Deutschen Poeterey

4.2.Adaption des Shakespeare-Stoffes an die Reform Opitz’

4.2.1. Darstellung der Reform am Kontrast Handwerker – höfische Gesellschaft

4.2.2. Reform- und überlieferungsbedingte Änderungen Gryphius’ gegenüber Shakespeare

5. Schluss/ Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Abhängigkeit und Transformation der Rüpelszene aus Shakespeares A Midsummer Night’s Dream in Andreas Gryphius’ Barockkomödie Absurda Comica Oder Herr Peter Squentz. Dabei wird analysiert, wie der Stoff durch die Vermittlung englischer Wandertruppen nach Deutschland gelangte und von Gryphius gezielt genutzt wurde, um die poetologischen Regeln der Opitzschen Reform ex negativo anhand dilettantischer Laienschauspielerei und des verspotteten Meistersangs zu veranschaulichen.

  • Rezeptionsgeschichte des Pyramus-und-Thisbe-Stoffes
  • Einfluss der englischen Komödianten auf das deutsche Barocktheater
  • Gryphius' Auseinandersetzung mit dem Meistersang und Hans Sachs
  • Anwendung und Missachtung der Opitzschen Literaturreform
  • Die Funktion der Ständeklausel und gesellschaftlicher Kontraste

Auszug aus dem Buch

Die Rüpelszene im Dienst der Opitzschen Reform

Das Spiel im Spiel der Handwerker aus Shakespeares A Midsummer Night’s Dream ist von den Bearbeitern mit jeweils einem neuen „Thema“ ausgestattet worden. In der Shakespeareschen Rüpelszene sind die Proben zur Aufführung von „The most Lamentable Comedy and most Cruel Death of Pyramus and Thisby“ (Dream, S. 24) als „interlude before the Duke and the Duchess on his wedding-day“ (Dream, S. 24) mit den drei anderen Handlungssträngen um Theseus und Hippolyta, der Liebesgeschichte um Hermia und Helena und dem Ehezwist zwischen Oberon und Titania verknüpft. Zentral in jeder dieser Einzelhandlungen ist eine Variation des Themas Liebe.71 Durch die Herausnahme der Pyramus-Thisbe-Sequenz, die bei Shakespeare auf mehrere Szenen der Komödie verteilt ist, geht diese Verknüpfung und somit auch die Liebesthematik verloren. In der Überlieferungskette bis zur Gryphiusschen Absurda Comica wechselte die Intention des Bearbeiters mehrmals, wie an den oben bereits angeführten Beispielen zu sehen ist. In der niederländischen Version Of den Hartoog van Pierlepon von Matthijs Gramsbergen geht es darum, einen Bauern zu betrügen. Die von Rist in Die alleredelste Belustigung erinnerte Hamburger Inszenierung diente den englischen Komödianten dazu, die konkurrierende deutsche Laienspielgruppe lächerlich zu machen, und in den Fassungen von Schwenter und Gryphius steht die Verspottung des Meistersangs an erster Stelle, wobei Gryphius den Kontrast zwischen zunftmäßig betriebener Liedkunst und den Regeln der Poetik nach Opitz durch die Gegenüberstellung der höfischen und der städtisch-bürgerlichen Gesellschaft besonders deutlich herausarbeitete.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Forschungsgeschichte um die Verfasserschaft der Absurda Comica und stellt die Intention Gryphius’, den Stoff im Kontext der Opitzschen Literaturreform umzudeuten, in den Vordergrund.

2. Zur Identität Philip-Gregorio Riesentods: Dieses Kapitel untersucht das Pseudonym des Autors und wägt die Argumente für eine Autorschaft Gryphius’ gegen die Zuschreibung an Daniel Schwenter ab.

3. Die „Wanderschaft“ des Stoffes von Shakespeare zu Gryphius: Hier wird der Weg des Stoffes über englische Wanderschauspieler nach Deutschland und die Rezeption durch Vorläuferwerke nachgezeichnet.

4. Die Rüpelszene im Dienst der Opitzschen Reform: Dieses Kapitel erläutert, wie Gryphius die Unfähigkeit der Handwerker nutzt, um die Forderungen an die deutsche Lyrik und Dramatik nach Martin Opitz zu illustrieren.

5. Schluss/ Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Absurda Comica durch die ironische Darstellung von Regelverstößen eine lehrhafte Funktion im Rahmen des barocken Literaturbetriebs einnimmt.

Schlüsselwörter

Andreas Gryphius, Absurda Comica, William Shakespeare, A Midsummer Night’s Dream, Martin Opitz, Buch von der Deutschen Poeterey, Barockkomödie, Meistersang, Hans Sachs, Literaturreform, englische Komödianten, Laienspiel, Ständeklausel, Pyramus und Thisbe, Peter Squentz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die deutsche Barockkomödie Absurda Comica von Andreas Gryphius im Vergleich zum Shakespeare-Stoff A Midsummer Night’s Dream und beleuchtet die poetologischen Intentionen hinter der Bearbeitung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Adaption elisabethanischer Stoffe für das deutsche Barocktheater, der Einfluss der Opitzschen Reformregeln auf die zeitgenössische Komödie und die soziale Satire auf den Meistersang.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Gryphius die Rüpelszene nutzte, um die Regeln der deutschen Kunstsprache und Poetik (nach Opitz) ex negativo vorzuführen und den Ständeunterschied im Theater zu betonen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die Stoff- und Rezeptionsgeschichte sowie die Anwendung von Regelpoetik in der literarischen Praxis untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Identität des Autors, dem Transfer des Stoffes durch Wanderbühnen, der theoretischen Grundlage der Opitzschen Reform und der detaillierten Adaption der Rüpelszene im Werk von Gryphius.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gryphius, Opitz, Shakespeare, Meistersang, Barockkomödie, Regelpoetik und Literaturreform.

Welche Rolle spielt die Figur des „Meister Lollinger“?

Meister Lollinger dient als parodistische Figur, die Gryphius gezielt einsetzt, um die aus Sicht des Barock mangelhafte Dichtkunst des Meistersangs (nach Hans Sachs) lächerlich zu machen.

Warum ist das Werk „Absurda Comica“ für die Opitzsche Reform relevant?

Das Werk dient als exemplarisches Gegenmodell: Indem Gryphius die Handwerker die Reformregeln systematisch missachten lässt, bekräftigt er ironisch die Gültigkeit der von Opitz aufgestellten Normen.

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Details

Title
Die Rolle der Rüpelszene aus Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" im deutschen Barock am Beispiel von Gryphius' "Absurda Comica"
College
Saarland University
Course
Vor und nach Opitz. Poetische Konsequenzen einer Literaturreform
Grade
1,0
Author
Frank Bodesohn (Author)
Publication Year
2008
Pages
38
Catalog Number
V91499
ISBN (eBook)
9783638055765
ISBN (Book)
9783638946957
Language
German
Tags
Rolle Rüpelszene Shakespeares Midsummer Night Dream Barock Beispiel Gryphius Absurda Comica Opitz Poetische Konsequenzen Literaturreform
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Bodesohn (Author), 2008, Die Rolle der Rüpelszene aus Shakespeares "A Midsummer Night's Dream" im deutschen Barock am Beispiel von Gryphius' "Absurda Comica", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91499
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