Diese Arbeit setzt sich mit dem Kapitel "Die Entstehung und Entwicklung von Aggression" aus dem Buch "Die frühe Kindheit- Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre" von Martin Dornes auseinander.
Das Kapitel wirft viele Fragen auf. Unter anderem, ob Aggression ein Trieb oder eine Affekthandlung ist, die reaktiv auf Unterdrückung der Selbstbehauptung auftritt.
Angefangen bei der Triebtheorie von Freud, folgt die Behandlung der konstruktiven und destruktiven Aggression und die Entwicklung des Ärgers. Daraufhin widmet sich die Arbeit dem objektgerichteten Ärger, den Ursprüngen in Objektbeziehungen und dem Problem der Aggressionslust. Am Ende beantwortet das Fazit die Frage zum Ursprung der Aggression.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Triebtheorie
2. Konstruktive und destruktive Aggression
3. Die Entwicklung des Ärgers
4. Objektgerichteter Ärger
5. Ärger und seine Ursprünge in Objektbeziehungen
6. Das Problem der Aggressionslust
7. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit den Konzepten von Aggression, deren Entstehung und Entwicklung in der frühen Kindheit auseinander, wobei das Ziel darin besteht, zu klären, ob Aggression als angeborener Trieb oder als reaktive Handlungsdisposition zu verstehen ist.
- Die Auseinandersetzung mit der klassischen Triebtheorie nach Sigmund Freud.
- Die Differenzierung zwischen konstruktiver Assertion und destruktiver Aggression.
- Die ontogenetische Entwicklung des Ärgers und seine Funktion für die Selbstbehauptung.
- Die Bedeutung von Bindungserfahrungen und Objektbeziehungen für die Entstehung von Aggressionspotentialen.
Auszug aus dem Buch
1. Triebtheorie
Sigmund Freud war einer der Ersten, der versuchte, dem negativen Verhalten von Menschen eine Ursache zu geben. In seiner Triebtheorie (1905 – 1915) geht er davon aus, dass Aggression kein selbstständiger Trieb sei. Er unterteilte menschliche Triebe in Sexualtrieb und Selbsterhaltungs/Ich-Triebe. Aggressive Impulse verstand er zunächst als Sexualtrieb, danach als ein Abkömmling des Selbsterhaltungstriebes (vgl. S. 245). 1920 kam ihm die Idee, Aggression als selbstständigen Trieb mit dem Ziel der Zerstörung zu bewerten. Soziale Umstände wie der Erste Weltkrieg und Diebstähle in der Gesellschaft motivierten ihn dazu (vgl. S. 244f.). Daraufhin revidierte er seine Triebtheorie und benannte die zwei Triebgruppen in Lebens- und Todestrieb. Die Aggression findet sich im Todestrieb wieder. Sie wurde als eine Kraft verstanden, die ständig im Körper präsent sei und nach Abfuhr strebt (vgl. S. 245). Nach Freud hat ein Trieb vier essenzielle Merkmale: Quelle, Ziel, Drang und Objekt. Jedoch ist die Quelle der Aggressionstriebe schwer zu bestimmen, da dort kein Ursprung ermittelt werden kann (vgl. S. 245f.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext anthropologischer Theorien der Sozialen Arbeit und skizziert die Fragestellung nach dem Ursprung der Aggression.
1. Triebtheorie: Dieses Kapitel erläutert Freuds historischen Ansatz zur Aggression, insbesondere die Entwicklung vom Sexual- und Selbsterhaltungstrieb hin zum Todestrieb.
2. Konstruktive und destruktive Aggression: Hier wird zwischen assertiver Exploration und destruktiver Aversion differenziert und die zentrale Rolle der Bezugsperson für die Entwicklung des Kindes betont.
3. Die Entwicklung des Ärgers: Der Text beschreibt das Auftreten von Ärger beim Säugling als reaktives Zeichen zur Selbstbehauptung bei Hindernissen, nicht als angeborenen feindseligen Charakter.
4. Objektgerichteter Ärger: Das Kapitel analysiert die zunehmende Autonomie des Kleinkindes ab dem neunten Monat und die damit einhergehende Entstehung von zielgerichtetem, instrumentellem Ärger.
5. Ärger und seine Ursprünge in Objektbeziehungen: Hier wird der Fokus auf die Bedeutung früher Bindungserfahrungen und den Einfluss des elterlichen Verhaltens auf die Aggressionsentwicklung gelegt.
6. Das Problem der Aggressionslust: Das Kapitel setzt sich mit der sogenannten „Aggressionslust“ auseinander und ordnet diese, gestützt auf Mentzos, als narzisstische Störung anstatt als Trieb ein.
7. Fazit: Das Fazit schließt, dass Aggression nach dem Freud’schen Verständnis kein Trieb ist, sondern eine erlernbare Affekt- und Handlungsdisposition.
Schlüsselwörter
Aggression, Triebtheorie, frühe Kindheit, Selbstbehauptung, Bindung, Entwicklung, Ärger, Objektbeziehungen, Assertion, Destruktivität, Todestrieb, Sozialisation, Narzissmus, Affekthandlung, Erziehungsstil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Entstehung und Entwicklung von Aggression in den ersten Lebensjahren unter Bezugnahme auf das Werk von Martin Dornes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Triebtheorie, die Differenzierung von Aggressionsarten, die kindliche Ärgerentwicklung und die Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob Aggression als Trieb oder als reaktive Handlungsdisposition zu verstehen ist, die durch Unterdrückung der Selbstbehauptung entsteht.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Reflexion psychologischer Theorien zur kindlichen Entwicklung und Aggressionsgenese.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Auseinandersetzung mit Freud, die Definition von konstruktiver und destruktiver Aggression, die Entwicklung des Ärgers im Säuglingsalter sowie die Bedeutung von Objektbeziehungen und narzisstischen Störungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aggressionspotential, Selbstbehauptung, Objektbeziehung, Frühkindliche Entwicklung und Affektdisposition charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen konstruktiver und destruktiver Aggression?
Konstruktive Aggression wird als Mittel zur Selbstbehauptung und Zielerreichung (Assertion) verstanden, während destruktive Aggression als Reaktion auf Frustration und Unlust auf die Zerstörung des Objekts abzielt.
Welche Rolle spielt die Bezugsperson bei der Entstehung von Feindseligkeit?
Die Bezugsperson fungiert als entscheidender Faktor; ein emphatischer Umgang lindert die Entwicklung von Feindseligkeit, während eine lieblose Erziehung das Potential für destruktive Aggressionen erhöhen kann.
Warum wird im Fazit die Freud'sche Triebtheorie hinterfragt?
Da Aggression nicht an eine spezifische Körperzone gebunden werden kann und sich primär als reaktive Antwort auf die Unterdrückung von Bedürfnissen zeigt, wird sie eher als Handlungsdisposition denn als Trieb gewertet.
- Arbeit zitieren
- Maxi Koch (Autor:in), 2019, Aggression in der frühen Kindheit. Entstehung und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915034