Die Arbeit geht der Frage nach der Vermittlung von Geschlechterstereotypen am Beispiel der Radiosendung "Ponik & Petersen - Der NDR 2 Morgen" nach. Die „Gender-Debatte“ findet in akademischen Kreisen zunehmend mehr Beachtung. Dies ist auch dringend notwendig, denn im 21. Jahrhundert sind Stigmatisierungen und Vorurteile hinsichtlich des vermeintlich zugehörigen Geschlechts keine Seltenheit.
Ausgehend von dem Konzept, dass Geschlechtszugehörigkeit und Geschlechtsidentität nicht durch Eigenschaften oder biologische Merkmale festgelegt sind, sondern sozial hervorgebracht und reproduziert werden, soll sich in dieser Arbeit kritisch mit der Vermittlung von Geschlechterstereotypen im Massenmedium Radio auseinandergesetzt werden.
Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet hierbei, ob in der Radiosendung Ponik & Petersen – Der NDR 2 Morgen eine Vermittlung von Geschlechterstereotypen stattfindet. Um Frauen, Männer und Queers gleichermaßen anzusprechen, wird im Folgenden die >*innen< Schreibweise verwendet. Die Arbeit widmet sich dem Thema zunächst auf theoretischer Ebene. Dabei wird auf das Medium Radio und auf Morgensendungen im Allgemeinen eingegangen sowie im Speziellen auf den Norddeutschen Rundfunk (NDR). An-schließend wird der Begriff „Geschlechterstereotype“ definiert.
Des Weiteren wird ein Überblick über die aktuelle Forschungslage zu diesem Thema gegeben. Daraufhin folgt der Praxisteil dieser Arbeit. Für die Analyse der Vermittlung von Geschlechterstereotypen in der Radiosendung Ponik & Petersen – Der NDR 2 Morgen wird die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring angewendet. Vorab wird die Auswahl der Methode begründet und der Ablauf der Inhaltsanalyse erklärt. Sodann wird die Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt. Abschließend wird ein Gesamtfazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in das Medium Radio
2.1 Radio im Allgemeinen
2.2 Morgensendungen
2.3 Norddeutscher Rundfunk und Hörfunkprogramm des NDR 2
3. Begriffsdefinition Geschlechterstereotype
3.1 Kategorienbildung und Stereotype
3.2 Geschlechterstereotype
3.3 Geschlechterstereotype und Medien
4. Aktueller Forschungsstand bzgl. der Art und Weise der Darstellung von Geschlechtern in Rundfunksendungen
5. Methodenauswahl
5.1 Begründung der Auswahl einer qualitativen Inhaltsanalyse
5.2 Beschreibung des Ablaufs einer qualitativen Inhaltsanalyse
6. Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse
6.1 Schritt I: Festlegung des Materials
6.2 Schritt II: Analyse der Entstehungssituation
6.3 Schritt III: Formale Charakteristika des Materials
6.4 Schritt IV: Richtung der Analyse
6.5 Schritt V: Bestimmung der Analysetechnik und Festlegung der Analyseeinheiten
6.6 Schritt VI: Analyseschritte gemäß Ablaufmodell
6.7 Schritt VII: Zusammenstellung und Interpretation der Ergebnisse
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob und in welcher Weise in der Radiosendung Ponik & Petersen – Der NDR 2 Morgen Geschlechterstereotype vermittelt werden. Das primäre Ziel ist es, durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring aufzuzeigen, ob traditionelle Rollenbilder und geschlechtsspezifische Vorurteile in der täglichen Moderation und in Beiträgen reproduziert werden.
- Analyse von Geschlechterstereotypen in öffentlich-rechtlichen Radio-Morgensendungen
- Theoretische Fundierung von Radioformaten und Stereotypenbildung
- Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
- Identifikation und Kategorisierung von Klischees in Bezug auf Geschlechterrollen
- Diskussion der gesellschaftlichen Relevanz von Medienrealität versus sozialer Realität
Auszug aus dem Buch
3.2 Geschlechterstereotype
Ein Teilbereich der Stereotype sind Geschlechterstereotype. Hierbei handelt es sich um Stereotype, die sich auf die Kategorie Geschlecht beziehen (vgl. Thiele 2015: 24). Als eine sehr anerkannte Definition gilt, dass Geschlechterstereotype kognitive Strukturen sind, „die sozial geteiltes Wissen über die charakteristischen Merkmale von Frauen und Männern enthalten“ (Ashmore/Del Boca 1979: 219). Kennzeichnend für Geschlechterstereotype ist, anders als bei anderen Gruppenstereotypen, dass sie sowohl präskriptive als auch deskriptive Elemente beinhalten. Die deskriptiven Anteile umfassen traditionelle Auffassungen hinsichtlich dessen, wie Frauen und Männer sind. Frauen sind demnach „abhängig, verständnisvoll und emotional, Männer ˏsindˊ unabhängig, dominant und zielstrebig“ (Eckes 2010: 178). Parallel dazu bilden die präskriptiven Anteile traditionelle Annahmen ab, wie Frauen und Männer sein sollten oder wie sie sich zu verhalten haben. Von Männer wird daher z.B. erwartet, dass sie „dominant und zielstrebig“ und von Frauen, dass sie „verständnisvoll und emotional“ sind (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gender-Debatte ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Vermittlung von Geschlechterstereotypen in der Sendung Ponik & Petersen.
2. Einführung in das Medium Radio: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Mediums Radio, die Besonderheiten von Morgensendungen und stellt das Programm des Senders NDR 2 vor.
3. Begriffsdefinition Geschlechterstereotype: Es erfolgt eine theoretische Herleitung der Begriffe Kategorisierung und Stereotype sowie eine spezifische Definition und Einordnung von Geschlechterstereotypen im Medienkontext.
4. Aktueller Forschungsstand bzgl. der Art und Weise der Darstellung von Geschlechtern in Rundfunksendungen: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über existierende Studien zur Geschlechterdarstellung im Rundfunk und verdeutlicht die Relevanz der Thematik.
5. Methodenauswahl: Die Autorin begründet die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und beschreibt den methodischen Ablauf der Untersuchung.
6. Durchführung der qualitativen Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel dokumentiert detailliert die empirische Analyse, von der Materialfestlegung über die Analyseschritte bis hin zur Interpretation der Ergebnisse.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Vermittlung von Geschlechterstereotypen in der untersuchten Sendung und reflektiert die Aussagekraft der Studie.
Schlüsselwörter
Geschlechterstereotype, Radio, Morgensendung, NDR 2, qualitative Inhaltsanalyse, Mayring, Rollenbilder, Gender, Medienrealität, Klischees, soziale Konstruktion, Diskursanalyse, Stereotypisierung, Geschlechterdarstellung, Massenmedien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit der Vermittlung von Geschlechterstereotypen in einem öffentlich-rechtlichen Massenmedium, konkret am Beispiel der Radiosendung Ponik & Petersen – Der NDR 2 Morgen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die mediale Darstellung von Frauen und Männern, die Definition von Geschlechterstereotypen und die Analyse der durch das Radio transportierten Rollenbilder.
Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob in der untersuchten Radiosendung eine Vermittlung von Geschlechterstereotypen stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring angewendet, um das transkribierte Datenmaterial systematisch auszuwerten und Kategorien zu bilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Radio und Geschlechterstereotype sowie einen Praxisteil, in dem sechs Stunden Radiomaterial analysiert und interpretiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Geschlechterstereotype, qualitative Inhaltsanalyse, Rollenbilder, Medienrealität und Gender-Debatte.
Welche spezifischen Ergebnisse liefert die Analyse?
Die Analyse zeigt, dass traditionelle Rollenmuster reproduziert werden, etwa indem Frauen primär für den Haushalt und eine bestimmte Lebensweise (Sport, Ernährung) zuständig dargestellt werden.
Wie werden die Ergebnisse der Arbeit bewertet?
Die Ergebnisse werden als kritisch eingestuft, da die Vermittlung dieser Stereotype im öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Anforderungen an eine aufgeklärte, gleichberechtigte Gesellschaft widerspricht.
- Arbeit zitieren
- Hauke Harrsen (Autor:in), 2017, Die Vermittlung von Geschlechterstereotypen im Radio. Das Beispiel der Radiosendung "Ponik & Petersen - Der NDR 2 Morgen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915185