Die Arbeit befasst sich mit dem Going-Concern-Prinzip (GCP) als Fundamentalprinzip der nationalen und internationalen Rechnungslegung nach HGB und IFRS. Zunächst werden die rechtlichen Grundlagen und bilanziellen Auswirkungen aufgezeigt und anhand der Corona-Pandemie beispielhaft skizziert. Ferner wird die Arbeit das Going-Concern-Prinzip und dessen Beurteilung in dem (annahmegemäß) verpflichtend aufzustellenden Jahresabschluss des übertragenden Rechtsträgers im Anwendungsfall einer schwebenden Verschmelzung zum Gegenstand haben.
Ziel dieser Arbeit ist es, das GCP im nationalen Kontext nach Handelsrecht sowie im internationalen Kontext nach IFRS/IAS in seinen Grundzügen darzustellen, dessen bilanzielle Auswirkungen aufzuzeigen sowie sich ergebende Ermessensspielräume festzustellen. Diese werden im Nachgang auf den Anwendungsfall einer schwebenden Verschmelzung übertragen. Die Arbeit wird im Folgenden ausschließlich das GCP im Rahmen der Vorschriften des HGB und der IFRS/IAS berücksichtigen, nicht jedoch die Vorschriften des US-GAAP.
Zunächst werden in Kapitel B.I. die Grundzüge sowie bilanzielle Auswirkungen erläutert. Kapitel B.II. befasst sich nachfolgend mit den Gründen und Folgen einer Abkehr vom GCP. Darauf aufbauend wird in Kapitel C die Anwendung des GCP auf den annahmegemäß verpflichtend (noch) zu erstellenden Einzelabschluss des übertragenden Rechtsträgers im Rahmen einer schwebenden Verschmelzung dargelegt und diskutiert. Hierzu werden zuvor in Kapitel C.I. wichtige Grundlagen der Verschmelzung geklärt und im Nachgang auf die Ermessensspielräume im Rahmen der Abschlusserstellung eingegangen. Schließlich folgt in Kapitel D die Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Grundzüge des Going-Concern-Prinzips nach HGB und IFRS
I. Rechtliche Grundlagen und bilanzielle Auswirkungen
II. Grenzen und Abkehr von Going-Concern
C. Das Going-Concern-Prinzip im Anwendungsfall der schwebenden Verschmelzung
I. Grundlagen der Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz (UmwG)
II. Anwendung auf den Jahresabschluss des übertragenden Rechtsträgers
D. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Going-Concern-Prinzip (GCP) im nationalen Handelsrecht sowie im internationalen Kontext nach IFRS/IAS, beleuchtet dessen bilanzielle Auswirkungen und analysiert spezifische Ermessensspielräume bei der Anwendung auf den Sonderfall der schwebenden Verschmelzung.
- Grundlagen des Going-Concern-Prinzips nach HGB und IFRS
- Abgrenzung und Voraussetzungen für die Abkehr vom GCP
- Einfluss der Corona-Pandemie auf die Fortführungsprognose
- Spezifische Bilanzierungsfragen bei schwebenden Verschmelzungen
- Ermessensspielräume des Managements bei der Abschlusserstellung
Auszug aus dem Buch
II. Grenzen und Abkehr von Going-Concern
Ein Regelfall entbehrt keine Ausnahmen. So werden dem GCP nach § 252 I Nr. 2 HS 2 HGB und IAS 1.25 S. 2 f. Grenzen gesetzt. § 252 I Nr. 2 HGB schreibt die Bewertung von VG und Schulden unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit vor, „sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen“. Abweichend von der Bilanzierung zu Fortführungswerten sind bei Abkehr von dem GCP sowohl nach HGB als auch nach IFRS nunmehr Liquidationswerte anzusetzen, da die Aufrechterhaltung des GCP und den damit verbundenen Fortführungswerten in Ermangelung einer Unternehmensfortführung nicht mehr gerechtfertigt werden kann.
Tatsächliche Gegebenheiten sind solche, die dem GCP aufgrund von vordergründig wirtschaftlichen Umständen – wie etwa Ausschüttungsrückständen, Verlust wesentlicher Kunden, Hauptlieferanten sowie Kreditgebern oder aber Zahlungsunfähigkeit i.S.d. § 17 InsO – entgegenstehen. Diese sind immer auch im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang und unter Berücksichtigung etwaiger Sanierungsmaßnahmen zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) und die Rolle des Going-Concern-Prinzips (GCP) als Basisannahme für die Jahresabschlusserstellung ein.
B. Grundzüge des Going-Concern-Prinzips nach HGB und IFRS: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Fundamente des GCP und die Bedingungen, unter denen die Fortführungsannahme durch eine Abkehr hin zu Liquidationswerten ersetzt werden muss.
C. Das Going-Concern-Prinzip im Anwendungsfall der schwebenden Verschmelzung: Hier wird untersucht, wie sich die Unsicherheiten einer noch nicht im Handelsregister eingetragenen Verschmelzung auf die Anwendung des GCP und die Bilanzierung des übertragenden Rechtsträgers auswirken.
D. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zur Anwendung des GCP zusammen und betont dessen Schlüsselfunktion als Basisannahme für die Periodenabgrenzung sowie die damit verbundenen Herausforderungen in Krisenzeiten.
Schlüsselwörter
Going-Concern-Prinzip, Unternehmensfortführung, Jahresabschluss, HGB, IFRS, Liquidationswerte, Verschmelzung, Umwandlungsgesetz, Insolvenz, Fortführungsprognose, Bilanzierung, GoB, Sanierungsmaßnahmen, Corona-Pandemie, Ermessensspielraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Anwendung des Going-Concern-Prinzips bei der Erstellung von Jahresabschlüssen nach HGB und IFRS.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Fortführungsannahme, die Voraussetzungen für deren Aufgabe sowie die Anwendung dieser Prinzipien im speziellen Kontext einer schwebenden Verschmelzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die systematische Darstellung der bilanziellen Konsequenzen des GCP und die Identifikation von Ermessensspielräumen bei der Abschlusserstellung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es handelt sich um eine rechts- und bilanztheoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung relevanter Gesetze sowie Prüfungsstandards basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die rechtliche Verankerung des GCP, die Gründe für eine Abkehr vom Prinzip sowie die spezifische Problematik bei Verschmelzungsvorgängen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Going-Concern-Prinzip, Unternehmensfortführung, Liquidation und Verschmelzungsrecht charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das GCP bei einer schwebenden Verschmelzung?
Auch bei einer schwebenden Verschmelzung bleibt das GCP grundsätzlich bestehen, es sei denn, die Verschmelzung zielt explizit auf die Liquidation oder Einstellung des Geschäftsbetriebs ab.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für das GCP?
Die Pandemie erhöht die praktische Relevanz des GCP, da sie vermehrt zu bestandsgefährdenden Risiken führen kann, die eine kritische Prüfung der Fortführungsfähigkeit erfordern.
Was passiert bei einer Abkehr vom GCP?
Bei einer Abkehr vom GCP muss von Fortführungswerten auf Liquidationswerte gewechselt werden, was die Bilanzierung maßgeblich verändert.
Gibt es einen Ermessensspielraum bei der Prüfung des GCP?
Ja, der Bilanzierende hat gewisse Spielräume, insbesondere wenn die Fortführung von künftigen Ereignissen, wie etwa Kreditverhandlungen, abhängig ist.
- Arbeit zitieren
- Florian Stephan (Autor:in), 2020, Das Going-Concern-Prinzip nach HGB und IFRS. Die Corona-Pandemie sowie der Anwendungsfall der schwebenden Verschmelzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915190