Online Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im kirchlichen Bereich

Konzept für eine online-basierte kirchliche Angebotspräsentation


Projektarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangssituation, Situationsanalyse und Aufgabenstellung

2. Strategische Ziele der Erweiterung des Online-Angebots der Gemeinde

3. Demographische Zielgruppen-Analyse und Zielgruppensegmentierung

4. Operative Ziele: Wie finden Angebot und Zielgruppe zueinander?

5. Technische Ziele

6. Online-Recherchemöglichkeit für die Musikbibliothek

7. Online-Konzertkalender

8. Rubrik “Hilfe und Unterstützung”

9. Einrichtung eines YouTube Kanals

10. Einrichtung einer Facebook-Fanpage

11. Einrichtung eines Email-Newsletters

12. Rechtliche Hinweise

13. Strukturierung der Website

14. Site-Plan für die Website

15. Kostenaufstellung für den laufenden Betrieb der Website

16. Zusammenfassung

17. Quellenangabe

18. Anhang

1. Ausgangssituation, Situationsanalyse und Aufgabenstellung

Die evangelische Beispiel-Kirchengemeinde einer mittelgroßen Stadt (ca. 80.000 Einwohner, davon ca. 15% evangelisch und 45% katholisch, im unmittelbaren Einzugsbereich zweier Großstädte als überregionale Zentren mit insgesamt knapp 2,5 Millionen Einwohnern) möchte ihr Angebot im Online-Bereich erweitern. Die Kirchengemeinde ist im Kirchenkreis verbunden mit 30 weiteren Gemeinden (insgesamt etwa 110.000 Gemeindeglieder).

Ziel ist es, eine breitere Öffentlichkeit auf die Gemeindeangebote aufmerksam zu machen, der Öffentlichkeit Informationen über die gemeindlichen Aktivitäten bereitzustellen und die Website weiterzuentwickeln hin zu einer Informations- und Vermittlungsplattform für übergemeindliche, städtische und regionale Angebote rund um gemeindliche Aktivitäten. Dazu sollen auch die sozialen Medien einbezogen werden.

Die Gemeinde sieht einen besonderen Auftrag im sozialen Bereich. Menschen verschiedener Generationen und sozialer Schichten sollen in ihr miteinander in Kontakt kommen und mit Hilfe der gemeindlichen Ressourcen, den Vernetzungsmöglichkeiten und der gemeinsamen Manpower voneinander profitieren können.

Eine regelmäßig aktualisierte HTML-Website und ein gedruckter, vierteljährlich erscheinender Gemeindebrief, die beide das Gemeindelogo als Corporate Design nutzen, bestehen bereits. Zwei loyale ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich aktuell um die Öffentlichkeitsarbeit im Online-Bereich. Sie haben ihre Bereitschaft erklärt, sich auf neue Konzepte einzulassen und gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeitern das Online-Angebot der Gemeinde zu erweitern. Auf der aktuellen Website werden die wöchentlich regelmäßigen Gruppenveranstaltungen, der Gottesdienstkalender und besondere Termine wie Konzerte und Konfirmandenfreizeiten publiziert. Hier wird auch der vierteljährlich als Printausgabe erscheinende Gemeindebrief ergänzend als PDF zum Download bereitgestellt. Während der Gemeindebrief in größeren Zeitabständen grundlegende Informationen liefert und über Ereignisse allgemeinen Gemeindeinteresses informieren soll, soll die Website und noch viel mehr der Facebook- und YouTube-Kanal tagesaktuelle Ereignisse aufgreifen und zur Interaktion animieren.

Das Webangebot soll weiterentwickelt werden und zu einem Informationspool für die Gemeinde und zu einer Vermittlungsplattform für Hilfesuchende werden. Die Website soll als digitaler Treffpunkt außerhalb der Kirche wahrgenommen werden. Social Media, speziell Facebook und YouTube, sollen ins Online-Konzept eingebunden werden.

2. Strategische Ziele der Erweiterung des Online-Angebots der Gemeinde

Neue Wege sollen gegangen werden: Die Online-Wege, auf denen die Zielgruppe der kirchlichen Angebote bereits unterwegs ist. Nicht nur die Einbindung der Kerngemeinde ist das Ziel, sondern die Website soll zukünftig als Serviceplattform für verschiedene Aktivitäten im sozialen Miteinander vor Ort verstanden werden. In Zeiten von oftmals eher ungünstiger (oder nicht vorhandener) PR für die Kirche, die demographische Entwicklung, mangelnder Identifikation mit Kirche und sozialem Engagement im Allgemeinen und sinkende Mitgliederzahlen erfordern besondere Anstrengungen, um die Dienstleistungen rund um die Kirchengemeinde bekannt zu machen und die entsprechenden Informationen der jeweiligen Zielgruppe zugänglich zu machen. Für den Erfolg des erweiterten Online-Angebots bedarf es einer gründlichen Zielgruppenanalyse und der Zielgruppensegmentierung.

Kirche ist deutlich mehr als der Sonntagsgottesdienst, der nur eines, wenn auch ein wichtiges, von vielen gemeindlichen Angeboten an darstellt. Die Vielzahl an weiteren kirchlichen Angeboten wird aber nur selten als kirchliches oder gemeindliches Engagement wahrgenommen. Eine neue, zielgruppenoptimierte Website der Kirchengemeinde hat das Potenzial, Informationen rund um lokale Aktivitäten gebündelt bereitzustellen, das Miteinander zu porträtieren und sogar, sich in sozialen Notfällen als Vermittlungsplattform von Hilfe und Unterstützung zu positionieren.

Die Abbildung gemeindlicher Aktivitäten im Onlinebereich soll desweiteren Hürden senken, einen unverbindlichen Erstkontakt ermöglichen und Informationen über verschiedene lokale, kulturelle und soziale Themen bereitstellen.

Das Online-Angebot soll als Ergänzung zu den Aktivitäten der Gemeinde wahrgenommen werden und durch einen echten Mehrwert an Information und Vernetzung Attraktivität auch für (vermeintlich) kirchenferne Bürger schaffen.

Durch das Erreichen von bedürftigen Bürgern und das gleichzeitige Aktivieren von Helfern und Ressourcen soll die kommunale Vernetzung in Lokalpolitik und sozialen Bereichen gestärkt werden. Kirche wird dadurch profilierter wahrnehmbar als Stimme in der Stadt. Hier will man Vorreiter im Kirchenkreis sein und Online-Modelle entwickeln, die andere Kirchengemeinden zur eigenen Umsetzung inspirieren.

Ein erstrebenswertes Ziel der Maßnahmen ist darüber hinaus der Erhalt oder gar der Ausbau der Anzahl an Gemeindegliedern.

Für alle Altersgruppen und verschiedene Bedürfnisse soll die Website eine Anlaufstelle für Informationen sein. Eine demographische Zielgruppenanalyse soll helfen, die Online-Angebote und die dafür erforderlichen Maßnahmen zu konkretisieren.

3. Demographische Zielgruppen-Analyse und Zielgruppensegmentierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daraus ergeben sich folgende konkrete Angebote für die Online-Präsenz:

- Rubrik für Kinder und Jugendliche (Bastelvideos/Bastelanleitungen/Online-Backstube/Kindermusical-Projekte)
- Rubrik für Familien
- Rubrik “Senioren”
- Rubrik “Wir sind für Sie da” (Information zu sozialen Initiativen/Kontaktvermittlung)
- Online-Klingelbeutel (Spende per Überweisung)
- Rubrik “Musikkalender”
- Online-Musikbibliothek
- Newsletter (Veranstaltungshinweise, Präsentation von Aktivitäten)
- YouTube-Kanal (Schwerpunkt Präsentation)
- Facebook-Seite (Schwerpunkt Kommunikation)

4. Operative Ziele: Wie finden Angebot und Zielgruppe zueinander?

Die Umgestaltung der Website soll hin zum Informationspool für verschiedene Generationen und verschiedene soziale Bedürfnisse führen. Ein kleines Team aus einem eventuell schon bestehenden Team für Öffentlichkeitsarbeit und jenen, die Webpräsenz später technisch betreuen werden, sollte schon im frühen Planungsstadium zusammengerufen werden.

Das Web-Angebot soll auch kirchenfernen Bürgern einen niederschwelligen Mehrwert durch gut strukturierte Informationen bieten. Die Angebote, die bereits vorhanden sind, sollen online entsprechend bereitgestellt werden, sodass durch die breitere Information bereits vorhanden Gemeindeprojekte mehr Widerhall bei den jeweiligen Zielgruppen finden.

Während der Beschränkungen in der Corona-Zeit konnten positive Erfahrungen mit Online-Andachten gesammelt werden. Allerdings haben von der Existenz dieser Angebote noch nicht alle Gemeindeglieder etwas mitbekommen, da die Arbeit an den Online-Beiträgen bisher unkoordiniert war. Der YouTube-Kanal, die Facebookseite und die Website sollen enger miteinander vernetzt werden, Beiträge aufeinander abgestimmt werden und ggf. zeitgleich in allen drei Kanälen erscheinen.

Aufklärung über die Angebote der Beratungsstellen hilft den Beratungsstellen, und den Suchenden. Erste Fragen können kanalisiert werden, sodass Personen schnell an die richtigen Kontakte weitervermittelt werden können.

5. Technische Ziele

Die Erweiterung der Website soll diese zum Treffpunkt für Gemeindeglieder und mit der Kirche lose verbundene Interessenten an gemeindlichen Angeboten machen. Es soll eine Vermittlungs-und Informationspräsenz von lokaler, teils regionaler Bedeutung geschaffen werden.

Es soll dazu eine Vernetzung mit sozialen Angeboten in der Stadt und dem Umkreis erfolgen. Die Linkliste soll Kurzvorstellungen der Initiativen beinhalten und folgende Rubriken umfassen:

- Hilfe für Familien (Kinderklinik, AWO, Tafel, Kinderferienprojekte, Nachmittagsangebote für Kinder, Nachhilfe)
- Hilfe in sozialen Härtefällen (Anonyme Alkoholiker, Suchthilfe e.V., Telefonseelsorge, Notfallseelsorge, psychosoziale Beratung, Sozialamt)
- Hilfe für Einwanderer (Sprachkurse, Integrationskurse, Integrationsprojekte für Frauen, Jobcenter)

Desweiteren soll eine Online-Recherchemöglichkeit für die Musikbibliothek geschaffen werden. Die Recherche nach Titeln soll technisch unkompliziert gestaltet werden. Aufgrund geringer Personalressourcen hat hier die zeiteffiziente Organisation der Buchausleihe die Priorität.

Die Online-Andachten auf YouTube sollen auch auf der Website und der Facebook-Fanpage verlinkt werden.

Außerdem soll auf der Website ein “Online-Klingelbeutel” per Überweisung eingerichtet werden, sodass eine sichere Möglichkeit zum Spenden für Gemeindeprojekte oder darüber hinaus besteht. Der Hinweis zum Spenden soll sich bewusst nicht in der Nähe Informationsangebote für Hilfesuchende befinden, sondern stattdessen auf der Homepage, wenn die betreffenden Einrichtungen vorgestellt werden oder im Newsletter, wenn Einrichtungen vorgestellt werden.

Ein monatlicher Newsletter (DSGVO-konform) soll über Gemeindeangebote das Gemeindeleben informieren, wie zum Beispiel bevorstehende Veranstaltungen, Ferienaktivitäten für Kinder, Konzerte, Weihnachtsaktionen, Kooperationen mit der AWO und der Tafel und der Vorstellung von Gemeindeprojekten. Eine extra Familienseite auf der Website soll neben Aktionen und Informationen für Kinder und Familien als besonderen Service auch Konfirmationssprüche, Taufsprüche und Trausprüche beinhalten.

Die Gestaltung der Header der neuen Website, des Facebook- und des YouTube-Kanals soll einem Corporate Design zugrunde liegen, das sich auch im Kopf des Gemeindebriefs wiederfindet.

6. Online-Recherchemöglichkeit für die Musikbibliothek

Die Gemeinde verfügt über eine gut sortierte Musikbibliothek. Ziel ist eine engere regionale Vernetzung von Musikschaffenden, Künstlern und Nachwuchsmusikern.

Zielgruppenanalyse:

- Musikgruppenleiter der eigenen Gemeinde finden einen gut sortierten Bestand vor (Dokument erlaubt Suche Literatur für Flöten, Blechbläser, Klavier, Orgel, Chor, Solisten, Band, Popmusik, Klassik, usw.)
- Eltern: Bilderbücher, Vorlesebücher, Lesebücher für Grundschulkinder
- Musikschulen und Schulen: Kindermusicals (Schulgottesdienste, Schulfeste)
- Musikschüler: Anfängerliteratur für Instrumente (Klavier, Flöten) = Hilfe für sozial schwächer gestellte Kinder
- Organisten in der Region: Notenleihe teurer Notenausgaben, Vernetzung mit Musikern aus der Umgebung bringt Solisten in Gottesdienste und Konzerte (=Dankbarkeit)
- Künstler und Lehrer: Fachbibliothek zu theologischen, musikalischen, historischen und philosophischen Themen

Mehrwert für die Gemeinde:

- Kontakt zu bekannten Musikern in der Region / indirekte Nachwuchsförderung im Bereich Musik/Orgel/Kirchenmusik
- Alleinstellungsmerkmal in der Stadt / die Zurverfügungstellung hat eine starke soziale Komponente
- eine Online-Vernetzung mit den Bibliotheken von anderen Kirchengemeinden in der Region ist denkbar

Technische Umsetzung:

Eine Excel-Datei mit 1000 Titeln in 8 Kategorien besteht bereits (Liederbücher, Klavierliteratur, Orgelliteratur, Orchesterliteratur, Chorliteratur, Kinderchorliteratur, Posaunenchorliteratur, Theologische Bücher). Die Suche im Dokument soll auch technischen Laien keine Schwierigkeiten bereiten.

Maßnahme:

- Excel-Datei wird auf der Website zum Download zur Verfügung gestellt
- Website stellt Recherche-Anleitung bereit: Suchfunktion im Excel-Dokument per “Strg+F” und Eingabe von Schlagwörtern: Buchtitel, ISBN, Herausgeber, Komponist/Autor, thematisch (Advent, Weihnachten, Ostern, usw.)
- Auf der Website: Hinweis zu den Öffnungszeiten und den Ausleihe- und Nutzungsregeln

Der Interessent stellt Kontakt zum Gemeindeamt her, wo die Registrierung des Nutzers und die Ausleihe persönlich vonstatten gehen.

Dieses Angebot ist statisch und muss nicht weiter gepflegt werden, solange keine weiteren Titel in die Sammlung aufgenommen werden sollen.

7. Online-Konzertkalender

Zielgruppe:

- Touristen, die sich vorab über Konzerte während ihrer Urlaubszeit informieren wollen
- regionale Musiker, Chöre und Musikschaffende
- Gemeinde vor Ort

Mehrwert für die Gemeinde:

- mehr Reichweite über die Printmedien hinaus
- Vernetzung mit Online-Angeboten der Tourist-Information möglich
- stärkere Wahrnehmung der Konzertangebote in der Region

Technische Umsetzung:

- Einrichtung einer Rubrik “Konzerte und Musikveranstaltungen”
- chronologische Auflistung der Konzerte, etc. mit Kurzbeschreibung (ca. 52 Musikveranstaltungen/Jahr), die laufend ergänzt wird
- Einbetten von Photos der Künstler und Musikgruppen ermöglichen
- Hinweis auf Print-Ausgabe des Konzertkalenders
- Zugang ermöglichen und Einweisung: Kirchenmusiker pflegt und ergänzt “seine” Seite selbstständig regelmäßig

8. Rubrik “Hilfe und Unterstützung”

Zielgruppe:

- junge Familien
- Familien mit behinderten Angehörigen
- Arbeitssuchende
- Migranten und Flüchtlinge

Mehrwert für die Gemeinde:

- Stärkung der sozialen Arbeit
- Pool an untereinander vernetzten Hilfsangeboten stärkt das Miteinander in der Stadt
- bessere Wahrnehmung der Gemeinde als Dreh- und Angelpunkt der sozialen Arbeit

Technische Umsetzung:

- Kurzvorstellung einzelner Einrichtungen, Initiativen, Projekte und Behörden (Diakonie, Sucht- und Drogenberatung, Frauenhäuser, Behindertenwerkstätten, Pflegedienste, Telefonseelsorge, VHS, schulische und städtische Angebote), dazu jeweils Angabe einer Kontakt-Telefonnummer oder Email und Verlinkung zu deren Website

9. Einrichtung eines YouTube-Kanals

Nach zaghaften Versuchen zu Beginn der Corona-Krise Anfang 2020 hat sich gezeigt, dass Online-Andachten das physische Miteinander in Gottesdiensten nicht ersetzen können, aber eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Anhand der Klick-Zahlen zeigte sich, dass der Pfarrer eine wichtige Identifikationsfigur für die Gemeindeglieder ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Online Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im kirchlichen Bereich
Untertitel
Konzept für eine online-basierte kirchliche Angebotspräsentation
Note
2,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V915213
ISBN (eBook)
9783346220240
ISBN (Buch)
9783346220257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeindearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, PR, kirchliche Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Kirchengemeinde, Kirche, Angebote, kirchlich, Präsentation
Arbeit zitieren
Jens Engel (Autor:in), 2020, Online Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im kirchlichen Bereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915213

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