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Die veränderte Rolle von Produktionslogistik und Supply Chain Management in Logistik-Netzwerken

Title: Die veränderte Rolle von Produktionslogistik und Supply Chain Management in Logistik-Netzwerken

Diploma Thesis , 2008 , 94 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philippe Mattner (Author)

Business economics - Supply, Production, Logistics
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Management Summary: Die Betriebswirtschaftslehre wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch einen intensiven Wandel ihres Gegenstandes beeinflusst. Auch auf der Basis praktischer Bedürfnisse entstand eine Menge an neuen Konzeptionen, Modellen und Entwicklungen. Eine dieser relativ jungen Entwicklungen ist das Supply Chain Management, in dessen Mittelpunkt die unternehmensübergreifende Integration logistischer Wertschöpfungsprozesse steht. Eine funktionale Konzeption der Logistik gehört der Vergangenheit an. Heute werden sie und die mit ihr verbundenen Prozesse ganzheitlich betrachtet. Die permanent angestrebte Optimierung dieser Prozesse muss über die gesamte Wertschöpfung erfolgen, auch über Unternehmensgrenzen hinaus. Die Ziele der Produktionslogistik werden demnach nicht mehr nur im eigenen Unternehmen verfolgt, sondern bereits über Unternehmensgrenzen hinweg durch Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Lieferanten angestrebt. Hierbei wurden zunächst die Lieferketten (Supply Chains) betrachtet. Heute ist der Begriff der Logistik-Netzwerke in aller Munde, da sich ein Verständnis durchsetzt, dem zufolge das Unternehmen nicht bloß als Teil einer linearen Lieferkette gesehen, sondern als Knotenpunkt verschiedener Netzwerke betrachtet wird, da es zumeist eine Vielzahl von Lieferanten wie auch Kunden hat. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Prozessoptimierung. Aufgrund des steigenden Konkurrenz- und Kostendrucks in vielen Branchen bedarf es einer verbesserten Abstimmung zwischen den beteiligten Unternehmen, um eine Verbesserung der Visibilität und damit der Planbarkeit und Reagibilität sowie schließlich eine Senkung der Gesamtherstellungskosten von Produkten zu erreichen. Einen Lösungsansatz bietet das Konzept der Collaboration (Supply Chain Collaboration), welches auf die Schnittstellen zwischen beteiligten Unternehmen fokussiert. Ziel ist eine Erhöhung der Effizienz für die beteiligten Partner, jedoch nicht über zentrale Planung und Vorgaben, sondern durch kollaborative Abstimmungsprozesse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Produktionslogistik und Supply Chain Management

2.1 Elemente der Logistik und ihre Entwicklung

2.1.1 Bestandteile und Aufgaben der Logistik

2.1.2 Wandel und Bedeutung der Logistik in der BWL

2.1.3 Einfluss von Megatrends auf die Logistik

2.1.4 Die organisatorische Entwicklung der Logistik

2.1.5 Logistik als Querschnittsfunktion in Unternehmen

2.2 Produktionslogistik

2.2.1 Definition und Konzeption der Produktionslogistik

2.2.2 Ziele der Produktionslogistik

2.3 Supply Chain Management

2.3.1 Grundprinzipien und Definition

2.3.2 Ziele und Erfolgspotentiale

2.3.3 Planungsstrategien in Wertschöpfungsketten

2.3.3.1 Die Gestaltung von Geschäftsprozessen

2.3.3.2 Die Schiebe-Logistik

2.3.3.3 Die Zieh-Logistik

2.3.4 Herausforderungen des Supply Chain Management

2.3.5 Entwicklung zur ganzheitlichen Prozessbetrachtung

2.4 Logistik-Netzwerke

2.4.1 Ebenen in einem Netzwerk

2.4.2 Supply Chain vs. Supply Network

3 Konzepte der Produktionslogistik

3.1 Prozesskettentransparenz

3.1.1 Identifikationssysteme

3.1.1.1 Barcode

3.1.1.2 Radiofrequenz-Identifikation

3.1.2 Tracking & Tracing

3.1.3 Ergebnisorientierte Steuerung von Prozessketten durch Supply Chain Event Management

3.2 Anlieferkonzepte

3.2.1 Just in Time

3.2.2 Just in Sequence

3.3 Versorgungskonzepte

3.3.1 Vendor Managed Inventory

3.3.2 Konsignationslager

3.3.3 Das Lieferanten-Logistik-Zentrum

3.4 Steuerungsverfahren der Produktionsversorgung

3.4.1 Material Requirements Planning

3.4.2 Fortschrittszahlen

3.4.3 Kanban

3.4.4 Conwip-Steuerung

3.4.5 Polca

3.4.6 Optimized Production Technology

3.4.7 Retrograde Terminierung

3.5 Elemente der Produktionsplanung und –steuerung

3.5.1 Die Relevanz der Produktionsplanung und -steuerung für die Logistik

3.5.2 Kennzahlensysteme zur Steuerung

3.5.2.1 Kennzahlen und ihre Bedeutung in der Logistik

3.5.2.2 Kennzahlen zur Bewertung von Supply Chains

3.5.2.3 Die Balanced Scorecard

4 Das Prinzip des Supply Chain Management für die Produktionslogistik

4.1 Strategische Elemente des Supply Chain Management

4.2 Operative Elemente des Supply Chain Management

4.3 Steuerungskonzepte

4.3.1 Hierarchische Supply-Chain-Steuerung

4.3.2 Heterarchische Supply Chain Collaboration

4.4 Übertragbarkeit der SCM-Konzepte auf die Produktionslogistik

4.5 Produktionsplanung und Steuerungssysteme in der Produktionslogistik und ihre Verwendbarkeit für das Supply Chain Management

4.5.1 Enterprise Resource Planning

4.5.2 Advanced Planning and Scheduling

4.5.3 Data Warehouse System

4.6 Make or buy in der Produktionslogistik

4.6.1 Make-or-buy-Entscheidungen im Unternehmen

4.6.2 Segmente der Logistics Service Provider und ihre Rolle im Markt

4.6.3 Supplier Integration

5 Supply Chain Collaboration als Konzept für die Unterstützung der Ziele der Produktionslogistik

5.1 Begriff und Merkmale einer Collaboration

5.2 Collaboration in der Supply Chain

5.3 Elemente der Collaboration

5.4 Voraussetzungen für die Implementierung von Supply Chain Collaboration

5.5 Bewertung der Supply Chain Collaboration hinsichtlich der Produktionslogistik

5.6 Erfolgspotenziale der Supply Chain Collaboration

5.7 Entwicklung der Supply Chain Collaboration

5.8 Grenzen der kollaborativen Zusammenarbeit

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die veränderte Rolle der Produktionslogistik und des Supply Chain Managements (SCM) in modernen Logistik-Netzwerken. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen durch eine ganzheitliche Prozessbetrachtung, verbesserte Transparenz und kollaborative Steuerungsansätze Wettbewerbsvorteile erzielen können, um den Herausforderungen globaler Märkte zu begegnen.

  • Grundlagen der Logistik, Produktionslogistik und des SCM
  • Methoden und Konzepte zur Steuerung der Produktionsversorgung
  • Analyse des "Bullwhip-Effekts" und Lösungsstrategien
  • Integration logistischer IT-Systeme (ERP, APS, Data Warehouse)
  • Konzept der Supply Chain Collaboration als Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

2.3.4 Herausforderungen des Supply Chain Management

Das Supply-Chain-Management-Konzept ist durch eine hohe Vielschichtigkeit, d.h. durch die Vernetzung von Lieferanten, Material, Teilen, Produkten und Kunden geprägt. Prozesse und Lieferketten werden jedoch in vielen Unternehmen nicht eingegliedert betrachtet. Die einzelnen Unternehmen entlang der Supply Chain verfolgen ihre eigenen Interessen, wodurch sich Nachfrageschwankungen entlang der Lieferkette verstärken. Dieses Phänomen ist als „Bullwhip-Effekt“ bekannt und liegt in der Tatsache begründet, dass alle Unternehmen der Lieferkette einen eigenen Sicherheitsbestand aufbauen und der Zeitverzug im Informationsfluss vom Kunden zum Zulieferer zu einer Überreaktion in der Bestellpolitik führt, wenn zu einem früheren Zeitpunkt getätigte Bestellungen noch nicht eingetroffen sind, der Bestand aber weiter sinkt.

Diese Überreaktion verstärkt sich, je weiter die Lagerstufen vom eigentlichen Bedarfspunkt entfernt liegen. Ebenfalls führen nicht synchronisierte Bestellzeitpunkte zu einer Erhöhung der Nachfrage entlang der Lieferkette. In der Sichtweise von Schönsleben beschreibt der Bullwhip-Effekt „ein extremes Schwanken der Bestände am Anfang einer Versorgungskette bei gleichzeitig kleiner oder keiner Änderung des Kundenbedarfs. Großer Lieferrückstand wechselt sich zudem mit großem Überbestand ab.“ Betrachtet man Rüggebergs Ausführungen, so verdeutlicht der Bullwhip-Effekt, „dass bei lokal begrenzten Informationen und Entscheidungen kleine Nachfrageschwankungen der Endverbraucher auf jeder weiteren Stufe der Supply Chain zu immer größeren Streuungen der Bedarfsmengen führen. Es handelt sich hierbei um ein Phänomen der Distribution, das exemplarisch für die Schwierigkeit der Abstimmung von Lieferketten steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dynamik der modernen Logistik ein, beleuchtet das Ziel der Arbeit, die Rolle der Produktionslogistik im SCM neu zu definieren, und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung.

2 Produktionslogistik und Supply Chain Management: Das Kapitel leitet die wesentlichen Begriffe aus der Fachliteratur her und erläutert die Grundlagen der Logistik, die Rolle der Produktionslogistik sowie die Prinzipien und Herausforderungen des SCM, inklusive der Analyse von Logistik-Netzwerken.

3 Konzepte der Produktionslogistik: Hier werden zentrale Konzepte wie Prozesskettentransparenz, Anliefer- und Versorgungskonzepte sowie spezifische Steuerungsverfahren der Produktionsversorgung und Kennzahlensysteme im Detail aufgezeigt.

4 Das Prinzip des Supply Chain Management für die Produktionslogistik: Dieses Kapitel analysiert die strategischen und operativen Elemente des SCM, untersucht verschiedene Steuerungskonzepte und beleuchtet IT-Systeme sowie Make-or-buy-Entscheidungen im Kontext der Produktionslogistik.

5 Supply Chain Collaboration als Konzept für die Unterstützung der Ziele der Produktionslogistik: Der Kernteil der Arbeit widmet sich dem Konzept der Supply Chain Collaboration, beschreibt dessen Merkmale, Voraussetzungen und Erfolgspotenziale sowie die Grenzen der kollaborativen Zusammenarbeit in der Praxis.

6 Fazit: Das Fazit kritisiert die Schwierigkeiten bei der Umsetzung klassischer SCM-Theorien und stellt die Supply Chain Collaboration als realitätsnahen und notwendigen "Königsweg" für Unternehmen in einem globalen Wettbewerbsumfeld dar.

Schlüsselwörter

Produktionslogistik, Supply Chain Management, Logistik-Netzwerke, Bullwhip-Effekt, Supply Chain Collaboration, Prozessoptimierung, Wertschöpfungskette, Identifikationssysteme, ERP-Systeme, Advanced Planning and Scheduling, Bestandsmanagement, Prozesskettentransparenz, Make-or-buy, Supplier Integration, Logistikdienstleister

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht den Wandel der Produktionslogistik und des Supply Chain Managements (SCM) hin zu einer unternehmensübergreifenden, netzwerkbasierten Sichtweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Logistik, moderne Steuerungsverfahren, IT-gestützte Planungssysteme (wie ERP und APS) und insbesondere das Konzept der kollaborativen Zusammenarbeit (Collaboration) zwischen Geschäftspartnern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch Supply Chain Collaboration die Ziele der Produktionslogistik – maximale Versorgungssicherheit bei minimalen Kosten – auch über Unternehmensgrenzen hinweg in komplexen Netzwerken erreichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fundierte theoretische Analyse und Literaturrecherche, die Konzepte der Produktionslogistik und des SCM systematisch herleitet, bewertet und in einen praxisnahen Lösungsrahmen überführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der wesentlichen Konzepte der Produktionslogistik (wie Anliefer- und Versorgungskonzepte), die Analyse des SCM-Prinzips, den Einsatz unterstützender Informationstechnologien und die detaillierte Beschreibung der Supply Chain Collaboration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Produktionslogistik, Supply Chain Management, Bullwhip-Effekt, Supply Chain Collaboration, Prozesskettentransparenz und unternehmensübergreifende Wertschöpfung.

Welche Rolle spielt der sogenannte Bullwhip-Effekt?

Der Bullwhip-Effekt wird als ein Kernproblem der Distribution identifiziert, bei dem kleine Nachfrageschwankungen beim Endkunden auf jeder Stufe der Lieferkette zu immer größeren Streuungen der Bedarfsmengen führen, was durch kollaborative Abstimmung reduziert werden soll.

Warum sind herkömmliche ERP-Systeme für das SCM nur bedingt geeignet?

ERP-Systeme fokussieren oft auf unternehmensinterne Prozesse und erlauben keine direkte Einbindung von Lieferanten- oder Kundeninformationen, weshalb sie durch fortgeschrittene APS-Systeme ergänzt werden müssen, um eine synchrone Planung über die gesamte Supply Chain zu ermöglichen.

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Details

Title
Die veränderte Rolle von Produktionslogistik und Supply Chain Management in Logistik-Netzwerken
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Grade
1,3
Author
Philippe Mattner (Author)
Publication Year
2008
Pages
94
Catalog Number
V91523
ISBN (eBook)
9783638053761
ISBN (Book)
9783638953412
Language
German
Tags
Rolle Produktionslogistik Supply Chain Management Logistik-Netzwerken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philippe Mattner (Author), 2008, Die veränderte Rolle von Produktionslogistik und Supply Chain Management in Logistik-Netzwerken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91523
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